INHALTSVERZEICHNIS
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1. VORWORT
Liebe Leserinnen und Leser,
seit fast zehn Jahren ist die "Siebenbürgen-Autobahn" (oder "Autostrada Braşov-Borş" wie sie in Rumänien offiziell heißt) ein Thema sowohl im Inland als auch bei ausländischen Unternehmen und Touristen. Abgesehen von einem 42 km langen Teilstück bei Klausenburg ist diese Autobahn immer noch mehr Wunsch als Wirklichkeit.
Schneller geht es hingegen mit dem Flugzeug. Für seine Mitglieder hat der Verband der Siebenbürger Sachsen mit der rumänischen Fluggesellschaft TAROM jetzt Sondertarife ausgehandelt. Startflughäfen sind Frankfurt/Main und München, Zielflughäfen Hermannstadt, Klausenburg und Bukarest. Buchungsanfragen können Sie über Siebenbuerger.de tätigen.
Doch wie kommen Sie am liebsten nach Siebenbürgen? Mit dem Auto, dem Reisebus, mit der Bahn oder per Flugzeug? Verraten Sie es uns in unserer September-Umfrage.
Am 11. September 2010 veranstaltet der Internet-Radiosender RTI in Unterhaching bei München ein Musik- und Kulturfest. Bei der Veranstaltung treten mit den Memories² und Uwe&Uwe zwei Bands mit siebenbürgisch-sächsischem Repertoire auf.
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2. SBZ-ARTIKEL
3. BUCH-TIPP
Lebensbogen über Klippen der Geschichte
Zu Bettina Schullers jüngst erschienenem Erzählband
Wer weiß denn schon, dass Bettina Schuller eigentlich Elisabeth Dorothea heißt und der Name, unter dem man sie kennt, auf die künstlerische Fantasie ihrer Mutter zurückgeht, einer ehemals beliebten und erfolgreichen Kronstädter Sängerin? Beim Lesen einer Goethe-Biografie war sie auf Bettina Brentano, die berühmte und glühende Verehrerin des Dichterfürsten, gestoßen und beschloss souverän und eigenwillig, ihre Tochter bei einem in Siebenbürgen völlig unüblichen Namen zu rufen. Diese Namensgebung habe ihr sozusagen die "Verpflichtung zur Einzigartigkeit" zugewiesen, bemerkt die Autorin selbstironisch in einer ihrer Erinnerungstexte. Allerdings scheint die Idee der Mutter auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein, denn sehr früh, so gesteht sie, habe sie sich vorgenommen, "kein Irgendwer zu sein"! Die Leser ihrer Texte können es bestätigen: Es ist ihr gelungen.
Der geschmackvoll aufgemachte handliche und leserfreundlich gestaltete kleine Band, den der Hermannstädter Schiller-Verlag soeben herausgebracht hat, enthält 27 längere und kürzere, zum Teil bereits anderenorts erschienene, aber auch zehn erstmals in Buchform veröffentlichte Texte. Der Verlagsinhaber und Herausgeber Anselm Roth hat diese thematisch in drei Abteilungen gegliedert: Kindheit, Nachkriegszeit/Sozialismus und Emigration. Das war eine gute Idee, denn so entsteht ein Bogen, ein Lebensbogen sozusagen, der auch für viele andere Menschen unserer unruhigen Zeit typisch war und ist. Dass dieser über tief greifende historische Umbrüche und Einschnitte verläuft, wie Weltwirtschaftskrise, Zweiter Weltkrieg, Nazi-Intermezzo und Ende der rumänischen Monarchie, sozialistischer Umbruch mit den spezifischen Nöten für die Menschen des neuen Ostblocks, für die dort lebende deutsche Minderheit speziell, macht diese "persönlichen Geschichten" für den Leser so interessant, denn es wird wie zufällig und unaufdringlich die ganze Dramatik für das Leben des Einzelnen vorstellbar. Aussiedlung und Mühen der Integration sowie späte Wiederbegegnung mit der ehemaligen Heimatstadt Kronstadt gehören ebenso zur Thematik des Bandes. Voraussetzung für die lebhafte, oft auch skizzenhafte Schilderung sehr persönlicher Erlebnisse ist freilich die wache und differenzierende Sinneswahrnehmung der Autorin, ihr untrüglicher Blick, ihre originelle Assoziations- und Kombinationsfähigkeit, nicht zuletzt ihre leidenschaftliche Liebe zur Sprache. Dank der humorvoll-ironischen, auch erfrischend selbstironischen Grundeinstellung der Welt und den Menschen gegenüber gelingt es ihr, freudige und schmerzliche Ereignisse in unterhaltsame Texte zu sublimieren, die besonders für Leser, die jene Zeiten nicht oder nur zum Teil erlebt haben - kritisch aber nie unversöhnlich - zum Anschauungsunterricht in Sachen Geschichte mutieren. Dafür hat die studierte Psychologin und über Jahre in Kronstadt und Hermannstadt praktizierende Pädagogin auch einen Sinn. Zudem bevölkern den "Spielplatz ihrer Gedanken" spielerisch-fantastischen Figuren des Münchner/Hermannstädter Grafikers Helmut Arz.
Vor allem die heraufbeschworenen Tage der relativ unbeschwerten Kindheit in der vertrauten Umgebung mit den scheinbar für alle Ewigkeit intakten Plätzen und Straßen Kronstadts, dem gutbürgerlichen sächsischen Umfeld mit seinen tragenden Gemeinschaftsstrukturen fasst die Erzählerin in hell leuchtende Bilder, wobei sie sogar wortwörtlich ihre "Sonnenstraße" sucht und findet (Die Sonne und Ich, Erinnerungen aus Kreta an Mangea Punar am Schwarzen Meer). Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel und Freunde, Ferienaufenthalte in den Bergen und in Mangea Punar, dem heutigen Costineşti am Schwarzen Meer, lassen eine Welt aufblitzen, die wenige Jahre nach 1929, dem Geburtsjahr der "Elisabeth Dorothea", fast spurlos untergegangen war.
Grau und düster sind hingegen die Farben der im rumänischen Sozialismus entstandenen und teils in ihrem im Bukarester Kriterion Verlag 1969 erschienenen Band Die tägliche Straße veröffentlichten Texte. Auch erzähltechnisch weichen sie vom ersten Teil ab: Während für Erstere durchgängig die persönlich-subjektive Perspektive kennzeichnend ist, tritt die Erzählerin wie in "klassischen" Kurzgeschichten der deutschen Nachkriegsliteratur völlig hinter die geschilderten Situationen zurück, die sie mit scharfen Strichen skizziert: Thematisch dominieren hier Eintönigkeit, Armut und Trostlosigkeit. Das erniedrigende Schlangestehen um die Mangelware Fleisch (Dienst am Kunden), illegale Abtreibung mit traurigen Folgen (Im Hause Drotleff) oder der Stellenwert eines "Geschenkes aus Deutschland" veranschaulichen Atmosphäre und Lebensgefühl jener Jahre.
Die Texte der dritten Abteilung, u. a. auch zwei aus ihrem 1989 in Deutschland veröffentlichten Band Es muss an der Freiheit liegen, unterscheiden sich von den vorhergehenden durch ihre losere Struktur und die aphoristische Sprache. Hier schaltet Schuller wieder auf die subjektive Erzählperspektive um: Schwierigkeiten der Integration in eine völlig neue Gesellschaft begannen für die "sprachverliebte" Icherzählerin unerwartet bei dem Versuch, "unsere deutsche Muttersprache [...], dies artikulierte Luftgespinst, das älter als der Goldene Freibrief ist" aus der siebenbürgischen Enklave "unversehrt in die deutschen Lande zurückzubringen. [...] Ich ließ meine gerettete deutsche Sprache wie eine Fahne vor mir her flattern, so dass die Einheimischen stutzten." Die Sprache der Einheimischen bezeichnet freilich eine völlig andere, eine fremde gesellschaftliche Realität, die es galt erst kennenzulernen. Auch der Begriff von Freiheit, den man in einer Diktatur entwickelt, erwies sich als falsch, denn Freiheit muss täglich erstritten werden. Die Erzählerin definiert ihre neue Freiheit als "negativen [politischen] Imperativ", d. h. frei von politischem Zwang zu leben. Das ist auch Heimat. Zum positiven Imperativ reicht es allerdings nicht. Und die frühere Heimat? Beim Wiedersehen mit ihr nach der politischen Wende in Rumänien bestätigt sich ein Gefühl von Vertrautheit aber auch Fremdheit, nicht zuletzt das der Sehnsucht nach der "besseren Welt", das sie von Kind auf kennt und das sie eigentlich durch das ganze Leben begleitet hat.
Summa summarum: ein anregendes und unterhaltsames Buch zu gewinnbringender Lektüre über eine Lebensgeschichte, die frei und rückhaltlos und bar jeder Koketterie offen gelegt wird.
Gudrun Schuster
Bettina Schuller: "Transsylvanien - Spielplatz der Gedanken", mit Zeichnungen von Helmut Arz, Schiller Verlag Hermannstadt - Bonn 2010, 173 Seiten, ISBN 978 3 - 941271 - 38 - 8. Zu bestellen zum Preis von 16,00 Euro im Siebenbuerger.de/Shop oder Schiller-Verlag Hermannstadt, Telefon in Rumänien: (00 40) 269-22 10 60, Telefon in Deutschland: (02 28) 90 91 95 57.
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4. DISKUSSIONEN
5. TV-TIPPS
Quelle: Pressetexte der Sender
ORF 2, Donnerstag, 2. September, 13:15 bis 13:40
Donau kulinarisch: Von Bukarest bis Brăila (12/13)
Die vorletzte Ausgabe von "Donau kulinarisch" zeigt die Gegend um Giurgiu. Hier haben sich an der Donau noch ganz alte, archaische Bräuche und Tänze erhalten wie die der so genannte Căluşari.
Dabei handelt es sich um Bräuche, bei denen das ganze Dorf mitmacht. "Donau kulinarisch" war mit der Kamera dabei und erzählt von der tiefen religiösen Verwurzelung der Menschen.
Ganz anders dagegen ist das Leben in Bukarest mit seiner historischen Altstadt, den modernen Glaspalästen und weltläufigen Bürgern. Es ist eine schnell wachsende Weltstadt mit heftigen Gegensätzen, viel Licht und viel Schatten. In der ältesten Kirche von Bukarest war das ORF-Team bei einer Taufe dabei, in Cernavodă wurden kulinarische Genüsse entdeckt, die man in einer sonst tristen Umgebung nicht vermuten würde.
Und in einem ganz unscheinbaren Dorf an der Donau stand der Besuch einer der bedeutendsten Sammlungen mit Bildern der berühmtesten Künstler Rumäniens auf dem Programm.
In der Republik Moldau gibt es eine der europaweit größten Weinkellereien mit unzähligen kilometerlangen unterirdischen Stollen.
Zurück in Rumänien, in Brăila, stellt ein Bildhauer aus, der ein würdiger Nachfolger des weltbekannten Bildhauers Brâncuşi werden könnte.
Der letzte Teil der Serie wird am 3. September gesendet.
Das Erste, Samstag, 4. September, 16:00 bis 16:30
Das Erste, Dienstag, 7. September, 04:20 bis 04:50
Weltreisen: Im Land der tanzenden Kuchen - Quer durch Moldawien
Es ist ein vollständig absurdes Land, und die meisten, die den Namen "Moldawien" (richtig: Moldau) hören, zweifeln daran, dass es wirklich existiert. Als Überbleibsel der Weltkriege des letzten Jahrhunderts liegt der kleine Landstrich eingeklemmt zwischen EU und der Ukraine, im Niemandsland zwischen Ost und West. Und damit nicht genug: Die kleine Moldau zerfällt in noch mehr Teile: Im Osten hat Russland eine kleine Operettenrepublik mit dem Namen "Transnistrien" geschaffen, die außer Moskau niemand anerkennt, im Norden haben die Roma ihr eigenes "Königreich", das nach ganz eigenen Regeln funktioniert. Während die Jugend besonders seit dem kleinen Volksaufstand im letzten Jahr in Scharen nach Rumänien flieht, wandern die Sinti und Roma nach Moldawien ein, da sie hier niemand wirklich kontrolliert. Das Land wird von schwachen Politikern, mächtigen Clans und einflussreichen Banditen gesteuert. Eine Weltreise im Weinland zwischen Pruth und Dnjestr, mit Zigeunerbaronen, Grenzsoldaten, einem revolutionären Außenstürmer und gleich mehreren Präsidenten.
SF 1, Montag, 6. September, 22:55 bis 23:55
SF 1, Montag, 13. September, 11:05 bis 12:10
DOK: Im Auftrag der Sippe - Wie Roma-Kinder zu Dieben werden
Sie sind Täter und Opfer zugleich: die Roma-Kinder aus Rumänien, die von ihrer Sippe zum Stehlen und Betteln auf die Strasse geschickt werden. Täter sind sie, weil sie in den europäischen Städten Passantinnen und Passanten bestehlen und Kunden an Bankomaten attackieren. Sie sind aber auch Opfer, weil sie von ihren Eltern zum Stehlen missbraucht werden - und häufig auch bestraft werden, wenn sie nicht genügend Geld nach Hause bringen. Die europäischen Behörden schauen machtlos zu, denn ihnen sind von Gesetzes wegen die Hände gebunden. Und das wiederum macht die Kinderdiebe nur noch dreister.
Anfangs 2007 stieg die Anzahl kleinerer Delikte wie Trick- und Taschendiebstahl in Europa drastisch an. Der Grund war schnell klar: Mit dem Beitritt Rumäniens zur EU am 1. Januar 2007 kamen hunderte rumänischer Kinder in die Städte Europas - und mit ihnen das organisierte Verbrechen.
Liviu Tipuriţă, britischer Filmemacher mit rumänischen Wurzeln, geht in diesem Film dem Phänomen der Kinderdiebe auf den Grund. Er folgt den Spuren der rumänischen Roma von Rumänien über Großbritannien bis nach Italien und Spanien. Dabei ist ihm ein einzigartiger Einblick in diese sonst verschlossene Gesellschaft gelungen. Tipuriţă zeigt auf, wie die Kinderdiebe auf den Strassen vorgehen - aber auch unter welchem Druck sie stehen, genügend Geld nach Hause zu bringen. Einen besonders tragischen Fall aus Italien rollt der Filmautor nochmals auf: Im Dezember 2007 fand die Polizei in einer Baracke Roma-Kinder, die an Ketten gefesselt gefangen gehalten wurden.
Zudem ist es Tipuriţă gelungen, den Boss eines Roma-Clans vor die Kamera zu bekommen und von ihm zu erfahren, weshalb er so stolz darauf ist, dass seine Familie seit mehreren Generationen als Diebe in Europa unterwegs ist.
NDR Fernsehen, Sonntag, 12. September, 18:00 bis 18:45
NDR Fernsehen, Dienstag, 14. September, 06:00 bis 06:45
Hanseblick: Donaudelta
Abgeschieden, sumpfig, einzigartig - Heimat von 300 Vogel- und 1.200 Pflanzenarten: das Donaudelta. UNESCO-Welterbe und Landschaft des Jahres 2009. Dort, wo es keine Straßen gibt, wo keine Karten helfen, soll sich "Hanseblick"-Moderator Jan Hendrik Becker bis zum Schwarzen Meer durchschlagen. Vom Tor des Deltas im rumänischen Tulcea geht es auf Arbeitsschiffen, Linienbooten, einem Kanu und einem Hausboot durch die Wildnis. Durch ein Labyrinth von schwimmenden Schilfinseln, Sümpfen, Binnenseen, ein Gewirr einsamer Seitenarme. Der Weg ist das Ziel. Auf seinem Weg begegnet er Wassermenschen, Vogelkundlern, Touristen und den Lippowanern - einem Stamm von russischen Altgläubigen, die im Sumpf des Sulinaarms wohnen.
Der "Hanseblick" ist unterwegs mit einem norddeutschen Reethändler, der am Ende Europas erntet, und steigt für einen Tag auf die "Rivercloud" - einem Luxusdampfer, der auf den Hauptarm des Deltas bis nach Sulina, dem Nullpunkt der Donau, fährt.
3sat, Donnerstag, 16. September, 17:15 bis 18:00
Der Kontinent - Die Zukunft Europas
730 Millionen Menschen bevölkern Europa, fast alles Land ist Kultur- und Wirtschaftsland. Doch die Natur hat nicht nur die industrielle Revolution und zwei Weltkriege überstanden, sie erobert sich auch neues und altes Terrain zurück.
Europa im dritten Jahrtausend: 730 Millionen Menschen bevölkern Europa, fast alles Land ist Kultur- und Wirtschaftsland. Doch die Natur Europas hat in ihrer jüngsten Geschichte nicht nur die industrielle Revolution und zwei Weltkriege überstanden, sie erobert sich auch überall neues Terrain und verloren gegangene Regionen zurück. Die großen Flussläufe wie Rhein und Elbe sind heute sauberer als vor 100 Jahren. Viele Tierarten werden wieder eingebürgert oder finden den Weg zurück in die Natur: Heute leben in der Slowakei und in Rumänien Europas größte Populationen von Wolf, Bär und Luchs. In der ehemaligen Todeszone des Eisernen Vorhangs ist eine Kette von Nationalparks entstanden, und im hohen Norden und auf den höchsten Gebirgsgipfeln hat sich noch echte Wildnis erhalten. Immer mehr ökologisch wertvolle Landstriche werden unter Schutz gestellt. Europaweit versucht man, ökonomische Interessen mit ökologischen Notwendigkeiten zu versöhnen: In Europa hat sich ein neues Umweltbewusstsein etabliert.
Die vierteilige Reihe "Der Kontinent" begibt sich am 15.09. und 16.09. auf eine spannende Zeitreise durch Vorgeschichte und Geschichte, Gegenwart und Zukunft Europas. Sie zeichnet mit modernsten Computeranimationen und Naturaufnahmen die Geschichte und das aktuelle Bild unseres Kontinents nach. Der letzte Teil "Die Zukunft Europas" begibt sich auf die Spuren der Wildnis im dicht besiedelten Europa. Selbst nach 10.000 Jahren Entwicklungsgeschichte haben sich hier Naturlandschaften und eine artenreiche Tierwelt erhalten.
MDR, Donnerstag, 16. September, 19:50 bis 20:15
Leben für 4 Pfoten: Tierfreunde im Leipziger Land (1/4)
Lautes Bellen und Hundeaugen voller Sehnsucht begrüßen den Besucher. Und das Team um Holger Henkel. Im Tierheim Oelzschau wird viel getan, damit Hunde und Katzen artgerecht leben können. Die Doku-Soap erzählt aus dem Tierheimalltag.
Holger Henkel ist der Tierheimchef. Er organisiert Spenden, kümmert sich um organisatorische Belange und ist ständig in Notdienstbereitschaft. Egal, ob er nachts entlaufene Hunde einfängt oder wilde Katzen abholt - für den gelernten Elektriker ist ein Leben ohne Tierheim nicht mehr vorstellbar. Seine Frau Elvira Henkel ist Bankkauffrau. In der Freizeit gilt auch ihre Fürsorge ganz Hund und Katze. Ohne sie wären die Kleinen längst tot - ausgesetzt am Feldrand, ohne Mutter.
Die kleine "Kiss" ist ein Straßenhund aus Rumänien. Sie soll im Tierheim zum Friseur. Die Mischlingshündin kennt diese Prozedur noch nicht. Aber Elvira Henkel ist bei ihr, hat ihr Vertrauen. Schließlich hat sie "Kiss" aus Rumänien geholt - aus Zmeura, mit 3.500 Hunden das größte Tierheim der Welt. Auch sie soll durch das Tierheim Oelzschau in Deutschland in ein liebevolles Zuhause vermittelt werden.
NDR Fernsehen, Dienstag, 21. September, 23:50 bis 01:20
La Paloma. Sehnsucht. Weltweit.
In Deutschland gilt es als Inbegriff des Nordens, verkörpert durch Freddy Quinn und Hans Albers. Tatsächlich hat es jedoch nichts mit Seemannsromantik zu tun.
"La Paloma" ist die "Grande Dame der Unterhaltungsmusik" mit einer bewegten Vergangenheit und einer großen Zukunft. Seit 150 Jahren schmückt sie sich mit unterschiedlichen Texten, Rhythmen, Instrumentierungen. In ihrer Seele, der Melodie, jedoch blieb sich "La Paloma" immer treu. Was ist das Geheimnis dieses Liedes? Warum spricht es so viele Menschen aller Hautfarben und aller Religionen an?
Diesen Fragen geht der Film nach. Er zeigt die bewegende Karriere einer wunderbaren Melodie. "La Paloma" kam als kubanische Habanera auf die Welt, komponiert von dem Basken Sebastián Iradier. Der Schöpfer starb schon bald vergessen in der Heimat, während sein Lied bis heute Menschen in aller Welt berührt. Im Banat tröstet es bei Beerdigungen die Hinterbliebenen, in Sansibar ist es das Abschiedslied bei Hochzeiten.
Die mexikanische Starsängerin Eugenia León hat das Lied zu neuem Leben erweckt. Als kraftvoller Protest gegen manipulierte Wahlen in Mexiko und auch gegen den Irakkrieg feierte "La Paloma" ein glanzvolles Comeback. Der deutsche Klangkünstler Kalle Laar, der vier CDs mit "La Paloma"-Versionen herausgegeben hat, kommt auf 2.000 Versionen.
Eine kleine Auswahl davon präsentiert die Dokumentation, unter anderem von: Elvis Presley, Freddy Quinn, Hans Albers, Perikles Fotopoulos, Jean Thomé, dem Coco Schumann Quartett, Marianne und Katharina Hellstern in der Katholischen Kirche Sanktanna, Rumänien, der Blaskapelle Steierdorf-Anina unter Leitung von Otto Karnel aus Rumänien, Makame Faki mit The Culture Musical Club of Zanzibar, Harry Koizumi, Matt Forster aus Hawaii, Eugenia León y la Puebla Philharmonic Orqestra aus Mexiko sowie Marianita y René aus Kuba.
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