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I S S N 1 6 1 8 - 9 1 9 1  
 Ausgabe: 161 / 01.02.2012 Abonnenten:     6 8 3 2  

 INHALTSVERZEICHNIS 
1. Vorwort » Straßenproteste, AKSL
2. SbZ-Artikel » Rumänien, Zeitung
3. Buch-Tipp » Die Kinder von Michelsberg
4. Diskussionen » Pferdebesitzer, Künstlerzwillinge
5. TV-Tipps » Huzulen, Veteranyi
6. Interview mit Elise Wilk
7. Leserecho

Drin ist in...


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Übersetzungen
Rumänisch-Deutsch / Deutsch - Rumänisch
1991 vom Präsidenten des Landgerichts Hof öffentlich bestellt und allgemein be(ver)eidigt
Autorizaţia Ministerului de Justiţie al României ca traducător şi interpret (Nr. 30 616) pentru limbile germană şi engleză
Kontakt, PDF-Dateien, etc.: andrae@bnhof.de

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 1. VORWORT 
Liebe Leserinnen und Leser,
die seit Jahren anhaltende Finanzkrise macht sich auch in Rumänien bemerkbar. Die Regierung ist gezwungen, Sparmaßnahmen durchzuführen, um die finanziellen Eckdaten des Landes zu verbessern. Lohn- und Rentenkürzungen, Entlassungen und die Erhöhung der Mehrwertsteuer machen der Bevölkerung stark zu schaffen. Die geplante Gesundheitsreform, die zum Rücktritt des populären Arztes Raed Arafat führte, trieb die Leute schließlich auf die Straße und bescherte Rumänien Mitte Januar die blutigsten Tage seit den Ausschreitungen der Bergarbeiter in den 90er Jahren. Ein schwerer Wintereinbruch hat die Straßenproteste zwar zum Erliegen gebracht, aber 2012 kündigt sich als heißes Wahljahr in Rumänien an.

Die Siebenbürger Sachsen widmen sich in diesen Tagen einem Jubiläum: Vor 50 Jahren wurde in Mannheim der Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde (AKSL) gegründet. In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat der Landeskundeverein intensiv Siebenbürgen-Forschung "im Geiste der Völkerverständigung und der gegenseitigen Toleranz in europäischem Rahmen" betrieben.
In unserer Februar-Umfrage wollen wir von Ihnen wissen, ob Sie den Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde kennen bzw. schon einmal mit ihm in Berührung gekommen sind.
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 2. SBZ-ARTIKEL 
Völker verbindende Siebenbürgen-Forschung: 50 Jahre AKSL
Am 3. Januar 1962 wurde in Mannheim der Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde (AKSL) aus der Taufe gehoben. Er trat damit in die Nachfolge des 1840 begründeten und 1950 verbotenen Vereins für siebenbürgische Landeskunde, der sich auch der gesamten historischen Landschaft Siebenbürgen und allen ihren Völkern zu widmen gedacht hatte. Zugleich ist die Forschungslinie des Vereins für Naturwissenschaften in der Sektion Naturwissenschaften des AKSL aufgenommen worden. Der Arbeitskreis hat in den vergangenen 50 Jahren für Siebenbürgen, für die Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen, für ihr Selbstverständnis und für die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Geschichte und Landeskunde der Region wissenschaftlich intensiv gearbeitet und publiziert, war ungewöhnlich produktiv. Seine gut 700 Mitglieder leben auf vier Kontinenten und unterstützen das in der Satzung verankerte Ziel, Siebenbürgen-Forschung "im Geiste der Völkerverständigung und der gegenseitigen Toleranz in europäischem Rahmen" zu betreiben. Der Festakt findet am 7. September 2012 in Heidelberg, die Jubiläumstagung am 8. September in Gundelsheim statt. mehr...

In Rumänien: viel Unzufriedenheit, wenig Alternativen
Rumänien steht in den Schlagzeilen internationaler Medien, bietet aber kaum Anlass zur Freude. Straßenproteste mit vielen Gewalttaten haben am 12. Januar begonnen, ein Ende ist noch nicht in Sicht. Eine außerordentliche Plenarsitzung des Parlaments am 23. Januar brachte zwar keine Lösung, aber eine spektakuläre Entlassung: Außenminister Teodor Baconschi wurde von Premier Emil Boc seines Amtes enthoben, nachdem er in einem Blog-Eintrag die Demonstranten als "gewalttätige Vorstadt" (rumänisch: "mahala") beleidigt hatte. Amtsnachfolger ist Cristian Diaconescu, Ehrenvorsitzender der mitregierenden Union für den Fortschritt Rumäniens und Vizepräsident des rumänischen Senats. mehr...

Wie wird die Siebenbürgische Zeitung genutzt?
Aufgrund von demografischen Gegebenheiten wird die Gruppe der Aussiedler der ersten Generation immer kleiner. Für die Siebenbürgische Zeitung bedeutet das, dass die Aussiedler der zweiten und dritten Generation, deren Eltern oder Großeltern aus Siebenbürgen kommen und die selbst maximal bis zum Grundschulalter in Siebenbürgen gelebt haben, als Leser gewonnen werden müssen, um die Zukunft der Zeitung zu sichern. Doch was sind die spezifischen Interessen und Lesegewohnheiten dieser Generation? Mit dieser Frage beschäftigte sich Meike Kolck-Thudt in ihrer Bachelorarbeit, die sie an der Universität Wien im Fach Publizistik und Kommunikationswissenschaft geschrieben hat und die mit der Note "sehr gut" bewertet wurde. mehr...

Aktuelle Schlagzeilen:
» Gesellschaftliches Ereignis mit Flair: Großer Siebenbürgerball in München
» Neujahrsempfang in Gundelsheim
» Bundesvertriebenengesetz geändert
» 60 Jahre Hilfsverein der Siebenbürger Sachsen "Stephan Ludwig Roth" e.V.
» Wichtige Gedenktage 2012
» Film-Tipp: Spielfilm über Siebenbürgen im ZDF
» Dr. Volker Wollmann mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet
» Bilder unvergesslicher Festtage
» Ausschreibung: Praktikum bei der Siebenbürgischen Zeitung
» Ortschaftsseiten: Material und Editoren gesucht
» 4. Internetseminar in Bad Kissingen
» Von der "Hanka" zur "Frau Dulska": Rosemarie Müller wird 75
» Die kulturelle Bedeutung Siebenbürgens erkannt und vermehrt: Zum Tod von Rolf-Dieter Happe
» Der Kultur Siebenbürgens verpflichtet: Nachruf auf Günter Volkmer
» Klaus Johannis kandidiert zum vierten Mal
» Erhöhung des Mitgliedsbeitrages
» Klein und Staedel in der Galerie der Bischöfe
» Carl Wolff Gesellschaft: Termine im Januar und Februar 2012
» Siebenbürgerin erfolgreich an der Wiener Oper
» Jahrbuch des Honterus-Lyzeums veröffentlicht
» Lateinschule in Großschenk renoviert
» Zum Briefwechsel Manfred Winkler - Hans Bergel
» Stuttgarter Vortragsreihe: Lesung Hans Bergel
» Russland-Deportation in der Schule / Neue Internetseite
» "Der schrecklichste Tag meines Lebens"
» Handel-Ausstellung in Zerbst
» Jung, schnell, hochbegabt: der Fotograf Sebastain Marcovici
» Robert Schwartz geehrt
» "Soxesch Owend" in NRW
» Jugend bereitet Heimattag 2012 vor
» SJD-Termine 2012
» Lebensraum Donau in Ingolstadt
» Mehr Nachsicht für Straßenhunde
» Leidenschaftliche Diskussion im Treffpunkt Langwasser
» Jahresrückblick 2011 der Erwachsenentanzgruppe Schwäbisch Gmünd
» Kreisgruppe Herten: Karin Roth ausgezeichnet
» Junger Kronstädter stirbt an Malaria
» Motorradfahrt nach Rumänien
» Hinterglas-Ikonen aus Siebenbürgen in Rheinbach ausgestellt
» Danksagung der HOG Neustadt im Harbachtal
» Zweite Gedichtausgabe des siebenbürgischen Lyrikers Georg Hoprich
» Lesung aus Christian Sighişoreans Büchern in Nürnberg
» Erste "Lichtert"-Feier nach Groß-Alischer Brauch
» 102. Siebenbürger Ball in Wien
» Dracula lebt
» "Zeitgenössische Dokumentarfilme über Siebenbürgen"
» Tagung über aktuelle Probleme der EU
» Zugang zum Arbeitsmarkt teilweise erleichtert
» Leserecho: Ein Zeichen der Hoffnung

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 3. BUCH-TIPP 
Karin Gündischs neues Buch "Die Kinder von Michelsberg"

Die Kinder von Michelsberg in Karin Gündischs gleichnamigem neuen Buch sind Emma, Astrid und Anna-Lena, die Mädchen von der Post, Miriam, Tochter des Flickschusters und Astrids beste Freundin, Eliana, der spanische Feriengast, und Kevin, schwer erziehbar und den Sommer über von Deutschland nach Michelsberg "abkommandiert". Sie erleben einen Sommer, wie er typisch für ein siebenbürgisches Dorf in der Gegenwart ist: Weil viele Feriengäste und "Sommer-Sachsen" da sind, ist immer etwas los. Wer zudem wie Emma, Astrid und Anna-Lena "auf der Post" wohnt, befindet sich mitten im Geschehen, denn zur Post müssen alle mal kommen - und sei es nur, um ein Schwätzchen zu halten.

Emma, mit elf Jahren die Älteste, besucht das Gymnasium und interessiert sich für Schlammvulkane, Astrid, zehn Jahre alt, spielt leidenschaftlich gern Theater und schreibt alle Stücke selbst, und Anna-Lena, die gleich zu Beginn des Buches ihren Namen an einen Hund verliert, ist sechs Jahre alt, hat einen grünen Daumen und soll nach dem langen Sommer in die Schule kommen. Zuvor gilt es allerdings noch einige Abenteuer zu bestehen, unter anderem einen folgenreichen Sturz vom Fenstersims sowie einen denkwürdigen Besuch im Zoo in Wilhelmstadt (wie Hermannstadt in Karin Gündischs Geschichten heißt).

Mit Onkel Emil, dem Schauspieler, besuchen die Mädchen in Heimbrich (alias Heltau) eine "gourmand-musikalische" Veranstaltung, bei der neben der Musik auch Hackfleisch und Zitronen eine Rolle spielen; ein "geheilter Rippenbruch aus Deutschland", der zu Gast in Michelsberg ist, inspiriert Astrid und Miriam zu dem Theaterstück "Die verlorenen Zähne"; und das Dorffest, bei dem Frau Bibabutz und Herr Rirarutz auftreten, gerät zum Eklat - allerdings nur für Astrid, deren überbordende Fantasie mal wieder mit ihr durchgegangen ist.

"Es ist eine fröhliche Zeit, wenn der Sommer kommt! Die Tage sind so lang, dass man gar nicht aufhören möchte zu spielen." Dieses Zitat aus Astrid Lindgrens Buchklassiker "Die Kinder aus Bullerbü" stellt Gündisch ihrem jüngsten Werk voran, und ein bisschen ist ihr Michelsberg wie Bullerbü: ein großer Abenteuerspielplatz, auf dem man nach Herzenslust herumtoben, miteinander und mit den vielen Tieren spielen kann - bis irgendwann ein Erwachsener kommt und einem lästige Pflichten wie Glockenläuten oder Abwaschen aufbrummt. Aber das gehört dazu, und die Kinder von Michelsberg verstehen das auch.

Karin Gündisch, gebürtige Heltauerin und Besitzerin eines Hauses in Michelsberg, kennt sich aus mit diesen Sommern, in denen die Tage so lang sind, und sie kennt sich aus mit dem kindlichen Horizont, der kindlichen Denkweise, was ihr einen Schreibstil ermöglicht, den junge Leser mit allen Sinnen begreifen und der auch Erwachsene amüsiert. "Die Kinder von Michelsberg" ist eine literarische Rückkehr zu "Geschichten über Astrid", Karin Gündischs erstem in Deutschland erschienenen Buch, das 1984 mit dem Peter-Härtling-Preis für Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet wurde. Konzept und Schauplatz sind ähnlich: kurze Geschichten, die für sich stehen, aber durch Figuren und Chronologie verbunden sind, und ein siebenbürgisches Dorf als Ort des Geschehens. Dass "Die Kinder von Michelsberg" in der Gegenwart spielt, ist eine konsequente, logische Entwicklung; schließlich verbringt die Autorin seit vielen Jahren ihre Sommer in Michelsberg, was nicht ohne Folgen bleiben konnte... Natürlich gibt es Michelsberg gar nicht, denn - so schreibt Karin Gündisch im Nachwort - "Michelsberg ist eine poetische Landschaft, also eine Gegend, die so, wie ich sie beschreibe, nur in meinem Buch existiert". "Wichtig ist," heißt es am Ende, "dass ihr die drei Mädchen und die anderen Kinder aus dem Buch mögt, und dass ihr glaubt, dass diese Geschichte so passiert sein könnte, wie ich sie erzählt habe." Ja, das glaubt man gern, denn "Neunmalklug, Spirifinkel und Dreikäsehoch", wie der Vater seine drei Mädchen von der Post liebevoll nennt, wachsen dem Leser vom ersten Satz an ans Herz.

Doris Roth

Karin Gündisch, "Die Kinder von Michelsberg", Schiller Verlag, Bonn/Hermannstadt, 2011, 118 Seiten, 9,70 Euro, ISBN 978-3-941271-62-3
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 4. DISKUSSIONEN 
Aktuelle Themen in unseren Diskussionsforen

Forum: Allgemeines Forum
Thema: Rumänien heute
Ex-Premier Adrian Năstase zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt.

Forum: Allgemeines Forum
Thema: Rumänien, gestern....
Das Schicksal der Kirchen und Kirchenburgen.

Forum: Allgemeines Forum
Thema: Deutschland aktuell
Kommt wieder die große Koalition?

Forum: Allgemeines Forum
Thema: Quo vadis Europa?
Weiter gehts mit Kroatien.

Forum: Allgemeines Forum
Thema: Deutschland soll Ceausescu Orden aberkennen
...und Fabritius den neulich angenommenen Orden zurückgeben.

Forum: Allgemeines Forum
Thema: Suche Vorbesitzer meines Pferdes
Kontaktmöglichkeit gesucht zu einem Pferdebesitzer aus Cristian bei Sibiu.

Forum: Soziale und rechtliche Integration
Thema: Brüder Tobias in Hamburg
Die siebenbürgischen Künstlerzwillinge Uwe und Gert Tobias stellen im Hamburger Kunstverein aus.

Forum: Soziale und rechtliche Integration
Thema: Besteuerung Rente aus Rumänien
Nullsummenspiel?

Forum: Saksesch Wält
Thema: Allerloa af saksesch uch detsch
Mer wällen bleiwen wat mer sen

Forum: Lachen uch Nodinken
Thema: Duanerschmarter Anekdoten: Hia oder ech
Der hescht uch der lichst Diud

Weitere Themen finden Sie in unseren Diskussionsforen unter:
www.siebenbuerger.de/forum
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 5. TV-TIPPS 
Quelle: Pressetexte der Sender

hr-fernsehen, Samstag, 4. Februar, 12:05 bis 12:35
Unbekannte Karpaten
Von Hirten, Huzulen und der längsten Hochzeit der Welt

Die Russland-Korrespondentin Ina Ruck reist entlang der ukrainisch-rumänischen Grenze, quer durch ein vergessenes Gebirge, quer durch die ukrainischen Karpaten.
Fernab aller Zivilisation besucht Ina Ruck einen Trupp ukrainischer Grenzsoldaten. Sie versorgen sich selbst, züchten Schweine und ziehen Gemüse vor der Kaserne. Ihr Job besteht hauptsächlich darin, verirrte Bergtouristen aus Rumänien wieder zurück über die Grenze zu schicken, denn die Grenze zwischen der EU und dem Osten verläuft hier beinahe unbemerkt - und unbefestigt. Die Reise führt auf einen der höchsten Berge, wo riesige verwaiste Radardome einer ehemaligen sowjetischen Abwehranlage stehen. Ein Lokalpolitiker sucht noch Investoren, die diese Ruinen in Karpatenhotels umwandeln wollen. Im Moment aber haben Schäfer sie zu Unterständen für ihre Schafherden umfunktioniert. Schließlich begleitet Ina Ruck eine Blasmusikkapelle durch die Dörfer - sie spielen bei Hochzeiten und Beerdigungen auf und kennen jeden in der Gegend. Die Hochzeiten sollen hier die längsten der Welt sein.

NDR Fernsehen, Mittwoch, 8. Februar, 11:30 bis 12:15
Der Siegeszug der Wölfe
Nur noch in wenigen Regionen lebt der Wolf so ursprünglich wie im Norden Kanadas. Von dort ziehen alljährlich im Frühling hunderttausend Karibus in die Tundra, um ihre Jungen zu gebären. Und immer sind die Wölfe in ihrer Nähe.
Der Biologe Dave Jones folgt ihnen mit dem Kanu den Porcupine hinab, einem Nebenfluss des Yukon, und hat dabei ein ganz besonderes Erlebnis: Über mehrere Stunden hinweg "unterhält" er sich - Auge in Auge über den Yukon hinweg - mit einem wilden schwarzen Wolf. Indem er dessen Heulen imitiert, fordert er das Tier immer wieder zur Antwort heraus und lockt ihn immer weiter den Hang hinab.
Ein solches Verhalten wurde wohl noch nie gefilmt, und selbst erfahrene Wolfsbiologen bestätigen, so etwas so gut wie nie erlebt zu haben. Später erfährt Dave, warum es den Wolf so hartnäckig an diesem Uferabschnitt hielt: Er beobachtete eine weiße Wölfin mit ihren Jungen - in freier Wildnis trotz modernster Technik noch immer ein ausgesprochen seltenes Erlebnis. Jahrhundertelang wurde der Wolf fast überall gnadenlos verfolgt. In Deutschland war er seit 150 Jahren ausgestorben. Doch dann entdecken Förster Spuren auf einem Truppenübungsplatz in Sachsen. Die Biologin Gesa Kluth bestätigt: Es sind eindeutig Wolfsspuren. Einige Wochen später sieht sie ihn dann zum ersten Mal: den ersten deutschen Wolf, den Spuren nach Mitglied eines mindestens sechs Köpfe starken Rudels.
Verquickt mit diesen beiden Erfolgsstorys zeigt der Film Wölfe weltweit, von der Wüste Israels über die Savanne Indiens bis zur Arktis. Weitere Hauptdarsteller sind jene Menschen, die mit vollem Einsatz um den Schutz und das Comeback der Wölfe kämpfen, unter anderem im US-amerikanischen Yellowstone National Park, in den rumänischen Karpaten und in den Sümpfen Russlands.

rbb, Freitag, 10. Februar, 15:15 bis 16:00
Das vergessene Bergvolk
Bei den Huzulen in Rumänien

In unserer hoch technisierten Welt träumen viele Menschen vom einfachen Leben auf dem Land. Bergbauer Dimitri Tomiuc führt dieses einfache Leben. Er gehört dem Volksstamm der Huzulen an und damit zu einer ethnischen Minderheit in Rumänien.
Dimitri wohnt oben auf dem Berg in einem blitzsauberen Häuschen. Das gusseiserne Bügeleisen, das die Eltern ihm hinterlassen haben, wird tatsächlich noch benutzt. Die Petroleumlampen hängen nicht zur Dekoration von der Decke, sondern dienen zur Beleuchtung, denn Dimitris Häuschen ist noch ohne Stromanschluss. Dabei trennen ihn nur rund 70 Meter Luftlinie von der elektrifizierten Zivilisation. Und zu gerne hätte er endlich Anschluss an die moderne Welt.
Der Film erzählt die Geschichte einer Zeitreise. Zunächst erlebt man aufgrund der Lebensweise des 50-jährigen Dimitri Tomiuc eine Welt, wie sie vor 100 Jahren alltäglich war. Nur bei seinen sehr seltenen Abstiegen ins Tal wird der Bergbauer mit der modernen Zeit konfrontiert. Er lebt nicht nur äußerlich sehr traditionell. Auch sein Denken und Handeln ist geprägt von der Überlieferung seines Volkes, den Huzulen, die sich seit jeher vorzugsweise auf Bergspitzen angesiedelt haben. Doch jetzt hält auch bei ihnen das Moderne Einkehr. Altes prallt auf Neues. Auf diese Weise zeigt der Film - quasi im Zeitraffer - was unsere Urgroßeltern, Großeltern und Eltern in den vergangenen 100 Jahren erlebten: die Elektrifizierung ihres Haushalts - mit der ersten Glühbirne, dem ersten Bügeleisen, dem ersten Fernseher.

3sat, Sonntag, 12. Februar, 10:45 bis 12:00
Hier Himmel
Aglaja Veteranyi

Dokumentarfilm Deutschland 2003
Als Tochter eines Clowns und einer Artistin wuchs Aglaja Veteranyi in Rumänien auf. Nach der Flucht in den Westen, der Trennung ihrer Eltern und dem Unfall ihrer Mutter trat sie mit 14 Jahren als Tänzerin in "Varietés" in Spanien auf.
Mit 17 Jahren überwand sie ihre Scham als Analphabetin und brachte sich selbst das Lesen und Schreiben bei. Gleichzeitig absolvierte sie bei ihrem Mentor Hannes Becher eine Schauspielausbildung. Es begann ein jahrelanger Kampf, der sie aus dem bücher- und bildungsfeindlichen Zirkusmilieu in die Welt der Literatur und des Theaters führte. Bekannt wurde Aglaja Veteranyi 1999 durch ihren autobiographischen Roman "Warum das Kind in der Polenta kocht". Darin beschrieb sie mit einer ebenso scharfsichtigen wie naiv-komischen Logik das Trauma der eigenen Kindheit. Im Herbst 2001 stürzte Aglaja Veteranyi in eine schwere psychische Krise. Am 3. Februar 2002 ertränkte sie sich im Alter von 39 Jahren im Zürichsee.
3sat sendet den Dokumentarfilm "Hier Himmel" von Ludwig Metzger anlässlich des 10. Todestages von Aglaja Veteranyi am 3. Februar.

KI.KA, Sonntag, 12. Februar, 15:00 bis 15:45
KRIMI.DE Hamburg - Das Klaukind
Deutscher Kriminalfilm 2007
Coco wird Zeugin, wie ein 13-jähriges Mädchen vor zwei Männern flieht. Spontan schlägt sich der deutsch-türkische Teenager Coco auf die Seite des Mädchens und bringt es bei ihrer besten Freundin Amelie in Sicherheit. Dort erfährt das Duo mit dem detektivischen Spürsinn, dass Lia aus Rumänien stammt und mit ihrem kleinen Bruder Cosmin in Hamburg zum Klauen gezwungen wird. Ein erster Versuch, Cosmin aus den Händen des Kinderhändlerrings zu befreien, scheitert und nun geraten auch der befreundete Anwalt und seine Freundin in Gefahr. Coco und Amelie müssen nun erst recht das Versteck der Bande finden, um ihre Freunde zu befreien und die Verbrecher zu überführen.

ARTE, Samstag, 18. Februar, 00:25 bis 02:35
KurzSchluss - Das Magazin
Beitrag u.a. Das erste Mal - Bogdan Mustaţă:
Seit der Rumäne Bogdan Mustaţă 2008 den Goldenen Bären der Berlinale für seinen Kurzfilm "A Good Day for a Swim" gewonnen hat, konzentriert er sich auf die Arbeit an seinem ersten langen Spielfilm, "Wolf", der 2012 fertig werden soll. Bogdan Mustaţă zählt zum inneren Kreis der neuen rumänischen Welle, die seit fast sieben Jahren die Aufmerksamkeit von Festivals, Filmkritikern und eines internationalen Publikums auf sich zieht. Authentizität und Relevanz vor dem Hintergrund einer Gesellschaft im Umbruch haben für außergewöhnlich erfolgreiche Filme gesorgt.

SWR Fernsehen, Samstag, 18. Februar, 06:00 bis 06:30
Schätze der Welt - Erbe der Menschheit
Wo die Uhren langsamer ticken
Sighişoara und Telc
Rumänien / Tschechische Republik

ARTE, Montag, 20. Februar, 00:15 bis 00:40
Der Blogger
Und mein Kredit?

Kredite werden in Europa immer seltener und teurer. "Der Blogger" hat sich in Spanien, Rumänien und Frankreich umgesehen. Er veranschaulicht das Thema mit Kartenmaterial und führt Expertengespräche, um eine pointierte Schlussfolgerung zu liefern.
Er zeigt die Situation in Spanien, wo selbstfinanzierte Kreditgemeinschaften das uralte Prinzip des Tontinengeschäfts wieder aufleben lassen, in Rumänien, wo Mikrokredit-Institute sich in bankenlosen Gegenden angesiedelt haben, und in Frankreich, wo der Verband für das Recht auf wirtschaftliche Initiative die Vergabe des 100.000. Mikrokredits feiert.

Weitere TV-Tipps demnächst auf Siebenbuerger.de.
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 6. INTERVIEW 
Bühnenwerke als Hobby-Beruf

Gespräch mit der jungen Autorin Elise Wilk

Der Kronstädterin Elise Wilk (Jahrgang 1981) gelingt es nach und nach, aus ihrem Hobby einen Beruf zu machen. Sie hat in Klausenburg Journalismus studiert, war als Stipendiatin der Robert-Bosch-Stiftung in einer Berliner Zeitungsredaktion tätig und verfügt über Berufserfahrung in den Bereichen Medien sowie Kultur- und Projektmanagement. Ihre große Leidenschaft ist aber das Verfassen von Bühnenwerken. Um diesem Interessengebiet nachzugehen, hat sie bereits ein Masterstudium in Literatur und Kommunikation (Kreatives Schreiben) in Kronstadt abgeschlossen und sommersüber regelmäßig Schreibworkshops für Jugendliche mitorganisiert. Seit 2010 lernt sie szenisches Schreiben an der Theaterhochschule Neumarkt am Mieresch. Vor allem ihre jüngsten zwei Theaterstücke, in denen es um Entfremdung und Probleme der "banalen" modernen Welt geht, erfreuen sich positiver Kritiken. In einem Gespräch mit Christine Chiriac stellt sich Elise Wilk den Lesern vor.

Wann hast du mit dem Schreiben begonnen? Wie kam es dazu?
Ich habe es mir schon immer gewünscht. Als Schülerin habe ich zuerst Gedichte und Kurzgeschichten auf Deutsch verfasst. Etwa in der zehnten Klasse habe ich begonnen, mich für Theater zu interessieren - ich machte damals in der Theatergruppe des Honterus-Lyzeums mit. Mein erstes Stück wollten wir in der Schule aufführen, aber letztendlich konnten wir uns nicht koordinieren. Später sah ich es von einer anderen Theatergruppe gespielt - und es gefiel mir überhaupt nicht mehr.

Wie ging es weiter?
Mein Debüt gab ich in der Zeitschrift Astra, dann erschien ein Theaterstück von mir in der Anthologie der jungen Kronstädter Schriftsteller "Junii 007". Während der Hochschuljahre habe ich leider sehr wenig geschrieben. Erst wieder in Kronstadt habe ich mich für das Masterstudium "Kreatives Schreiben" entschlossen, was ein Schritt nach vorne war: Wir haben uns sehr viel mit Theater, Prosa und Gedichten beschäftigt, selbst für den Abschluss musste ich zwei Theaterstücke verfassen.
Die nächste Etappe begann mit dem Preis "dramAcum": Eine Gruppe von Bukarester Regisseuren hatte sich zum Ziel gesetzt, neue Theaterstücke zu entdecken und aufzuführen. 2008 habe ich den Wettbewerb "dramAcum" mit dem Stück "Es geschah an einem Donnerstag" gewonnen. Es folgte eine szenische Lesung in Bukarest, nachher hätte das Stück aufgeführt werden sollen, leider kam es aus organisatorischen Gründen nicht mehr dazu. Erst im Juni 2010 hat der Regisseur Rareş Budileanu den Text im "Ariel"-Theater Neumarkt inszeniert. Ein anderes Stück von mir, "Die mittlere Lebenserwartung der Waschmaschinen", wurde im Oktober 2010 im Theater "I.D. Sârbu" aus Petroşani in der Regie von Eugen Făt uraufgeführt und nahm später am Festival der Rumänischen Komödie in Bukarest teil.

Und das nächste Theaterstück?
Es folgt bald. In Neumarkt wird zurzeit ein EU-Projekt für Theaterpraxis durchgeführt. Studententeams, in denen angehende Schauspieler, Regisseure, Dramatiker, Bühnenbildner und Manager vertreten sind, "üben" den Alltag einer Theatergesellschaft. Für die sechs Schauspieler aus meinem Team habe ich ein Stück geschrieben, dessen Premiere im März im Rahmen eines Festivals stattfinden soll. Kritiker werden die Arbeit aller Teams bewerten - die besten drei kommen auf den Spielplan des Hermannstädter Theaterfestivals. Das Schöne am Projekt ist, dass - auch wenn man nicht unter den ersten drei rangiert - man weiterhin als Team zusammenarbeiten kann. Bis dann werde ich dank eines Erasmus-Stipendiums im Theater "89" in Berlin hospitieren, Regieassistenz und Dramaturgie machen, die Proben verfolgen. Im Juni soll "Die mittlere Lebenserwartung der Waschmaschinen" als Hör­stück von Radio Neumarkt ausgestrahlt werden.

Das alles gehört jedoch zu deiner Freizeit. Wie passt es mit dem Berufsleben zusammen?
Ich habe fünfeinhalb Jahre als Redakteurin der Kronstädter Tageszeitung Transilvania Expres und eine Zeitlang auch als Korrespondentin der România liberă gearbeitet. Es war sehr spannend, vor allem im investigativen Journalismus. Wir waren immer unterwegs, mussten manchmal inkognito arbeiten. Leider gab es finanzielle Schwierigkeiten, das Erscheinen der Beilage wurde eingestellt und ich landete in einem Ressort, das mir nicht den gleichen Spaß machte. Ich wollte also eine Pause nehmen und die Arbeit im Kulturbereich kennen lernen. So wurde ich Anfang 2010 Kulturreferentin im Deutschen Kulturzentrum. Ich koordiniere Events, verwalte das Budget, betreue die Künstler. Es ist etwas ganz verschiedenes, aber ich kann nicht sagen, welches mir besser gefällt.

Ist in den Theaterstücken auch Autobiographie dabei?
Ein bisschen, natürlich. Es kann nicht sein, dass jemand literarische Texte schreibt, ohne ein wenig aus seiner eigenen Biographie einzubringen.

Du schreibst in rumänischer Sprache. Heißt das auch, dass du langfristig in Rumänien bleiben möchtest?
Es war für mich ziemlich frustrierend, dass in letzter Zeit viele meiner Freunde ausgewandert sind. Was hierzulande fehlt, ist Anerkennung und Geld - gewiss sind dies auch die Hauptmotive der Auswanderer. Ich selbst wollte schon immer in Rumänien leben und freue mich sehr, wenn jemand bleibt, obwohl es schwer ist. Im Ausland wird es wohl auch nicht viel einfacher sein.

Hast du Lieblingsschriftsteller?
Eher Lieblingswerke - Ich glaube nicht, dass es einen Schriftsteller gibt, von dem mir alles gefällt. Ich bin sehr begeistert von den Theaterstücken "Bash" von Neil la Bute und "Plastilin" von Wassili Sigariew. Eins der besten Bücher, die ich überhaupt gelesen habe, ist "Kaltblütig" von Truman Capote.
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 7. LESERECHO 

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