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1. VORWORT
Liebe Leserinnen und Leser,
am 1. Dezember 2009 haben wir in diesem Newsletter auf zwei ungarische Persönlichkeiten hingewiesen, die ihre Securitate-Akten publiziert haben. Im heutigen Buch-Tipp legen wir Ihnen nun eine Publikation von Johann Lippet ans Herz, in der der "Informative Vorgang Luca" dargestellt wird; es ist seine eigene Securitate-Akte.
Unsere aufmerksamen Leser haben es inzwischen bemerkt: Das Archiv der gedruckten Ausgabe der Siebenbürgischen Zeitung steht nun seit der ersten Nummer von Juni 1950 als wertvolles Recherchemittel für alle Premiummitglieder unter www.siebenbuerger.de/zeitung/pdfarchiv bereit. Die Digitalisierung ist zwar noch nicht komplett abgeschlossen, aber als Mitglied des Verbandes der Siebenbürger Sachsen e.V. können Sie sich bereits jetzt auf eine interessante Reise durch die siebenbürgische Zeitgeschichte begeben.
Vor genau neun Jahren starteten wir die erste Umfrage auf Siebenbuerger.de. Seither haben wir Sie nach verschiedenen Themen befragt: Es ging um den Erhalt der siebenbürgisch-sächsischen Kultur und Identität, um Rentenkürzungen, die Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit, um Eigentumsrückgabe, den EU-Beitritt Rumäniens, die Integration in Deutschland bis hin zur Zukunft des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland. Aber auch Themen wie Mitgliedschaften, Wahl- oder Urlaubsverhalten oder die Teilnahme am Heimattag in Dinkelsbühl waren dabei. Die höchste Resonanz fand unsere vierte Umfrage: "Soll Rumänien in die EU aufgenommen werden?" (1098 Stimmen), am geringsten war die Teilnahme an der recht komplexen Umfrage Nr. 89 über die Zukunft des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland (87 Stimmen).
Alle 99 Umfragen wurden nun übersichtlich neu gestaltet. Jede Umfrage wird auf einer einzelnen Seite angezeigt, auf der Übersichtsseite wird sie nur noch verlinkt. An vielen Umfragen können Sie auch jetzt noch teilnehmen. Die neuen Umfragen sind übrigens über RSS empfangbar.
In unserer 100. Umfrage wollen wir wissen, welche Themen nach Ihrer Ansicht in unseren künftigen Umfragen stärker berücksichtig werden sollten.
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2. SBZ-ARTIKEL
Bayerischer Ministerpräsident empfängt Urzeln
In den vergangenen Jahren hat der Ministerpräsident Bayerns regelmäßig am "unsinnigen Donnerstag" Abordnungen von Faschingsgesellschaften im Kuppelsaal der Bayerischen Staatskanzlei empfangen. Diese Tradition führte Ministerpräsident Horst Seehofer 2010 fort. Anwesend war viel Politprominenz: Dr. Beate Merk, Bayerische Staatsministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, Helmut Brunner, Bayerischer Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Staatsminister Siegfried Schneider, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, und Alexander König, MdL, stellvertretender CSU-Fraktionsvorsitzender.
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Kompromisslösung im Streit um Stiftungsbeirat
Berlin - Der Konflikt über die Besetzung des Beirats der Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" ist beigelegt. Bei einem Spitzentreffen am 11. Februar in Berlin vereinbarten die Koalitionsfraktionen mit der Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach (MdB, CDU), dass künftig der Bundestag die Beiratsmitglieder benennen soll und nicht wie bisher die Bundesregierung. BdV-Präsidentin Steinbach verzichtet auf einen Sitz im Stiftungsrat.
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Glanzvoller Siebenbürgerball mit Barbara Stamm und Peter Maffay
Der Große Siebenbürgerball 2010 des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V. fand am 30. Januar im Festsaal des Hofbräukellers in München statt. Die rauschende Ballnacht stand unter der Schirmherrschaft von Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtages, und des Rockstars Peter Maffay, die beide anwesend waren und mit den 380 Gästen feierten. Dr. Bernd Fabritius, Bundesvorsitzender des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V., wurde zum "Siebenbürgischen Ritter wider den tierischen Ernst" gekürt. Für beste Tanzstimmung sorgte die "Franz-Schneider-Band".
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Aktuelle Schlagzeilen:
» Einladung zur Hauptversammlung der Landesgruppe Baden-Württemberg
» Hessens Ministerpräsident Koch empfängt Vertriebenenverbände
» Kernanliegen erreicht - Bundesvorsitzender würdigt Berliner Einigung
» "Geteiltes Berlin?" - Offene Aussprache mit dem Bundesvorstand
» Helge Fleischer ist neuer Unterstaatssekretär in Bukarest
» Die Landesgruppe Baden-Württemberg auf ein tragfähiges Fundament gestellt: Richard Löw zum Gedenken
» Ausstellung im IKGS München
» Ausgewählte Stimmen zur Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller
» Werner Söllner tritt zurück
» Tagung in Bad Kissingen: "Kirchen und Staatssicherheit in Ostmitteleuropa"
» Archiv des Senders Freies Europa wird digitalisiert
» "Die Agnethler sind stolz auf die Urzeln"
» 30 Jahre Urzeln in Traunreut
» Aktive Geretsrieder Urzeln-Zunft
» Stimmungsvoller Fasching in Stuttgart
» Kreisgruppe Heilbronn: Faschingsball in der Harmonie
» Heiße Faschingsparty in Erding
» Ski-Freizeit im Kleinwalsertal: Fettbrot on Ice
» Rumänien leidet unter Wirtschaftskrise
» Deportation vor 65 Jahren: Zeitzeugin erinnert an schweres Leid und ruft zur Versöhnung auf
» Ausstellung in München: Sieglinde Bottesch
» Oskar-Pastior-Preis an Südtiroler Lyriker
» Olympia-Gold für Willi Schneider
» Interesse an erneuerbaren Energien in Siebenbürgen
» Victor Ponta neuer Vorsitzender der Sozialdemokraten in Rumänien
» Zwei Singwochen in Bad Kissingen
» Karpaten statt Kanada
» Frühjahrstagung der Sektion Naturwissenschaften
» Aufruf zur Subskription: "Städte im südlichen Siebenbürgen"
» Ein Buch über uns: "Siebenbürger Sachsen in Baden-Württemberg"
» Heinz Schunn stellt in Ebersberg aus: "Wie eine Auferstehung in Weiß"
» Walter Krafft im HDO-Erzählcafé
» Ausstellung in Roth zeigt Lassels "Narrenschiff"
» CD zugunsten der Siebenbürgischen Bibliothek
» Organist, Chorleiter und Musikpädagoge: Hans Eckart Schlandt zum 70. Geburtstag
» Kreisgruppe Nieder-Olm, Saulheim, Alzey: Jahreshauptversammlung
» Ausschreibung: Praktikum bei der Siebenbürgischen Zeitung
» Internationales Laientheaterfestival in Temeswar
» In Stuttgart: Wirtschaftstag Rumänien und Bulgarien
» Kristian Schuller bei GNTM
» "Europäerin des Jahres 2010" kämpft gegen Zwangsprostitution
» Brukenthalmuseum in Hermannstadt gut besucht
» Cioloş als EU-Agrarkommissar bestätigt
» US-Abwehrraketen in Rumänien?
» 55 Kilometer neue Autobahn nach Kronstadt
» SiebenbuergeR.de freut sich über 5000 Benutzer
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3. BUCH-TIPP
"Wie die Diskussion mit diesen Elementen organisiert wurde"
Eine Geschichte sei erst zu Ende gedacht, wenn sie die schlimmstmögliche Wendung genommen habe, meinte Friedrich Dürrenmatt. Ein solches Denken setzt allerdings eine Übersichtlichkeit voraus, die einer wohl am eigenen Schreibtisch herzustellen vermag, wenn er in der Schweiz steht. Was aber, wenn dieser Schreibtisch in Ceauşescus Rumänien stand, die Schreibstube verwanzt war, wenn die Briefe, die an diesem Tisch geschrieben wurden oder auf diesen Tisch kamen, von anderen gelesen wurden, wenn die Worte, die einer hier schrieb oder draußen sagte, ohne sein Wissen erfasst und "übersetzt" wurden - übersetzt in die Sprache der Staatsmacht? Und dies hieß im Fall eines deutschen Schriftstellers im kommunistischen Rumänien nicht nur, dass man sie ins Rumänische übersetzte, sondern dass man ihn damit als Staatsfeind überführen wollte. Das alles gab es in der Geschichte des Johann Lippet, die ihre schlimmstmögliche Wendung zwar nicht genommen hat, die er nun aber doch zu Ende zu denken versucht in einem Buch, indem er das, was die Staatsmacht vulgo Securitate über ihn zu Papier gebracht hat, seine, die Akte des "Informativen Vorgangs Luca" chronologisch aufblättert und zum Sprechen bringt.
Der junge Banater Schriftsteller gerät ins Fadenkreuz des kommunistischen Geheimdienstes, gemeinsam mit einer ganzen Gruppe von Kollegen, die in den frühen siebziger Jahren in der Universitätsstadt Temeswar politische Frühlingsluft wittern und meinen, Ceauşescus Staat habe es ernst gemeint mit der Abkopplung von der Prager Invasion und einer Öffnung nach außen wie nach innen. Ernst meinen dessen Schergen etwas ganz anderes und werden es beim Meinen nicht bewenden lassen. Zu wenig noch ahnen die denkenden Dichter von der paranoid-aggressiven Schizophrenie des Systems, mit poetisch beseelter Treuherzigkeit und einem von der 68er Linken inspirierten Fortschrittsglauben machen sie sich ans Sinnieren, Schreiben, Diskutieren.
Es entstehen Texte, die nicht nur aus der schicksalhaft dramatischen neueren Geschichte der deutschen Minderheit in Rumänien und der Gegenwart einer zwischen ideologischem Anspruch und miserabler Wirklichkeit sich windenden "vielseitig entwickelten sozialistischen Gesellschaft" schöpfen, sondern auch in die prekäre Öffentlichkeit dieser Gesellschaft zielen, etwas bewegen sollen in den Köpfen der deutschsprachigen Leserschaft, aber auch darüber hinaus. An Zielgruppen denken diese jungen Leute nicht, dass sie aber selbst zu einer werden, ist ihnen zu jener Zeit, wenn überhaupt, nur vage bewusst.
Dass Manuskripte zurückgewiesen werden, dass "Quellen" (Informanten) auf sie angesetzt, Gespräche abgehört oder per Spitzelbericht kolportiert werden, das ist ihnen bekannt, Johann Lippet weiß es nicht nur aus der Erinnerung, sondern findet es belegt: "Die Abhörprotokolle belegen zudem, dass die Annahme, abgehört zu werden, immer gegenwärtig war, denn ich sprach mit meinen Schriftstellerkollegen in codierten Sätzen. Und wenn in der Leitung ein Knacken oder Geräusch zu hören war, wurde die Befürchtung geäußert, dass die Aufpasser mal wieder mithören, auch diese Aussagen sind in den Abhörprotokollen vermerkt. Am meisten aber war ich darüber verwundert, dass die Securitate schon 1975 Kopiergeräte besaß, wie es die Kopien der Briefe in meinen Unterlagen bestätigen." Des Wunderns ist kein Ende, wohl auch über das eigene und kollektive Draufgängertum.
Was aus heutiger Sicht als Leichtsinn erscheinen mag, war schlicht der naive Glaube an Vernunft, das Beharren auf der Hoffnung, dass gesunder Menschenverstand sich durchsetzen würde, obwohl das System derlei noch nicht einmal zum Schein wahrte. Dazu kam wohl auch die Selbstgewissheit einer solidarischen Gruppe, dabei war gerade diese Gemeinsamkeit und Geistesverwandtschaft etwas, was sie besonders verdächtig machte. Sie taten - in der Wahrnehmung der Behörde: rotteten - sich zusammen in einer "Aktionsgruppe Banat" und schritten zu allerhand Untaten: öffentlichen Literaturkreisen, Diskussionen und Publikationsvorhaben, die schon im virtuellen Stadium, geschweige denn nach sporadisch gelungener Drucklegung, harscheste behördliche Rügen herausforderten. Selbst in der deutschen Übersetzung hallt die hohle Sprache und die um so kernigere Drohung der Büttel nach:
"Durch die Art und Weise(,) wie die Diskussion mit diesen Elementen organisiert wurde, durch die Zusammensetzung unseres Kollektivs, gelang es, ihre Behauptungen anhand konkreter Beispiele aus ihren Schriften zu bekämpfen und ihre Tätigkeit zu entlarven, sie gerieten in eine unangenehme Situation und mussten schließlich zugeben, dass ihnen Entgleisungen und Fehler unterlaufen sind, sie führten an, nicht ausschließlich unter diesem Aspekt beurteilt zu werden. Sie wurden darauf hingewiesen, ihre Tätigkeit zu korrigieren, andernfalls würden auch andere Maßnahmen gegen sie ergriffen werden, einschließlich Strafverfahren." So klopfen sich Propagandisten und Securisten nach einem "Gespräch" auf die Schulterstücke. Das kann Johann Lippet jetzt in seiner Akte lesen, weit handfester noch ist aber, was ihm von jener Begegnung im Gedächtnis geblieben ist: "Ich erinnere mich, dass Oberst Cristescu zu Propagandasekretär Florescu sagte, dass er uns alle erschießen würde, ginge es nach ihm."
Angelegt, ein Leben, wie es sich dieser junge Mann und seine Freunde vorstellten, zu verhindern, bietet "das Dossier" jetzt einen Blick auf die ganze menschliche und unmenschliche Apparatur, die dazu eingesetzt wurde: "Es fallen die widersinnigen Anordnungen auf und die Vielzahl der Securitate-Offiziere, die an der Erarbeitung des Maßnahmenplans beteiligt sind. Die Securitate stand unter Druck, weil sie nicht einschätzen konnte, wie ich mich nach Stellung meines Ausreiseantrags verhalten werde, ob ich mit meinen Schriftstellerkollegen Aktionen plane. Man befürchtete eine Eskalation, deshalb sollten uns bei der Ausreise keine Schwierigkeiten gemacht werden."
Dies ist eine Momentaufnahme von 1986, zu einem Zeitpunkt, als der "Informative Vorgang" seinem vermeintlichen Abschluss entgegenstrebte, ohne dass er die "schlimmste Wendung" genommen hätte. Zu Ende gedacht ist er jedoch auch heute nicht, im Leben und Schreiben des Johann Lippet wird die Akte weiterleben.
Georg Aescht (KK)
Johann Lippet: "Das Leben einer Akte. Chronologie einer Bespitzelung durch die Securitate". Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2009, 159 Seiten, 18,90 Euro
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4. DISKUSSIONEN
5. TV-TIPPS
Quelle: Pressetexte der Sender
ARTE, Dienstag, 2. März, 0:25 bis 0:55
ARTE, Donnerstag, 4. März, 16:20 bis 16:50
ARTE, Sonntag, 7. März, 16:20 bis 16:50
Mozart der Taschendiebe
Frankreich, 2006
Philippe und Richard schlagen sich mit kleinen Diebstählen im Pariser Stadtviertel Barbès durch. Als sie einen taubstummen rumänischen Jungen in einen ihrer Diebstähle einbinden, werden sie ihn nicht mehr los. Da kommt ihnen die Idee, den Jungen für sich arbeiten zu lassen. Trotz Sprachbarrieren findet das Kind seine ganz eigenen Methoden, an lukrative Beute zu kommen. Für die beiden Männern steht schließlich fest: Der Kleine ist der "Mozart der Taschendiebe".
"Mozart der Taschendiebe" wurde unter anderem 2008 mit dem Oscar für den besten Kurzfilm sowie mit dem César für den besten Kurzfilm ausgezeichnet.
3sat, Sonntag, 7. März, 21:30 bis 23:15
Dieses Jahr in Czernowitz
Einst gehörte die ukrainische Stadt Czernowitz zur österreichisch-ungarischen Monarchie. Heute ist die Stadt im Westen der Ukraine nahe der Grenze zu Rumänien in Vergessenheit geraten. Doch bis 1941 war sie Heimat eines mythisch beschworenen Völkergemischs: Ukrainer, Rumänen, Deutsche, Polen, osteuropäische Juden. Doch viele haben den Ort verlassen.
Der preisgekrönte Filmemacher Volker Koepp kehrt mit diesem Film zurück nach Czernowitz in die Bukowina. Schon einmal war er für einen Kinofilm ("Herr Zwilling und Frau Zuckermann", 1999) in Czernowitz. Sein Dokumentarfilm "Dieses Jahr in Czernowitz" erzählt von Menschen, die nach vielen Jahren zum ersten Mal wieder das Land ihrer Vorfahren besuchen, unter ihnen der Schauspieler Harvey Keitel und der Schriftsteller Norman Manea.
ARTE, Samstag, 13. März, 14:00 bis 14:30
ARTE, Montag, 15. März, 7:30 bis 8:00
ARTE, Donnerstag, 18. März, 7:00 bis 7:30
Der Blogger
Heute: Schwarzarbeit in Europa
Die Schwarzarbeit - "moonlighting", wie die Engländer sagen - macht 5% des europäischen Bruttosozialproduktes aus, wobei die Spanne im Ländervergleich groß ist: In Rumänien schlägt sie mit 40% zu Buche, in Dänemark mit 4% und in Deutschland und Frankreich jeweils mit ca. 10%.
Ähnlich unterschiedlich ist auch der Umgang mit diesem Gesellschaftsphänomen. In Sofia zum Beispiel ermöglicht ein privater Sozialfonds Schwarzarbeitern, in die Legalität zu wechseln. In Luxemburg ist ein interministerielles Team tätig, um die Schwarzarbeiter unter Angestellten und Arbeitern ausfindig zu machen. Das Beispiel Italien dagegen zeigt, dass in Krisenzeiten die Schwarzarbeit massenhaft Menschen über Wasser hält und ganze Wirtschaftszweige fortbestehen lässt.
Hintergrundinformationen:
"Der Blogger", präsentiert durch den französischen Journalisten Anthony Bellanger, widmet sich jede Woche einer europarelevanten Fragestellung und vergleicht die Lösungsansätze der verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten. Er recherchiert im Internet, wertet Statistiken und Pressestimmen aus, veranschaulicht das jeweilige Thema mit dynamisch animiertem Kartenmaterial und führt Expertengespräche, um schließlich eine pointierte Schlussfolgerung liefern zu können.
BR Fernsehen, Samstag, 13. März, 22:10 bis 23:40
Liebesgrüße nach Moskau - Der große Radiokrieg
Dokumentarfilm, Deutschland 2008
Ohne "Radio Freies Europa" wäre die Geschichte des Kalten Krieges anders verlaufen. Dass es nicht zu einem atomaren Holocaust kam, ist nicht zuletzt auch ein Verdienst von RFE. Zunächst heimlich von der CIA finanziert, später offiziell durch die amerikanische Regierung, sendete "die Stimme der Freiheit und Demokratie" - so RFE über sich selbst - von 1951 an in den jeweiligen Landessprachen nach Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und in die Tschechoslowakei. RFE war die wohl ungewöhnlichste und dabei erfolgreichste Waffe der USA im Kalten Krieg. "Liebesgrüße nach Moskau" zeigt die Erfolge und Fehlschläge des Senders. Der Film zeigt, welchen Aufwand die Regimes in Osteuropa betrieben, um die Bevölkerung am Empfang von RFE zu hindern. Störsender machten das Programm fast unhörbar. Aber RFE wehrte sich dagegen, indem es seine Frequenzen ständig wechselte - ein Katz-und-Maus-Spiel auf höchstem technischen Niveau, an dem die Hörer aktiv teilnahmen. Sie ihrerseits lebten in ständiger Angst, entdeckt zu werden. RFE berichtete nicht nur über das Geschehen im Westen, viel wichtiger noch waren die Nachrichten über das Geschehen in den Vasallenstaaten der Sowjetunion selbst. Die Machthaber selbst nutzten begierig die Nachrichten von Radio Freies Europa als verlässliche Informationsquelle über den Ostblock. Der Sender in München war in den Augen der CIA ein Tummelplatz östlicher Agenten. Es gab in jeder Abteilung Informanten, die zum Teil erpresst, zum Teil freiwillig ihre Informationen nach Osten lieferten. Es gab Morde und Mordversuche, Attentate mit vergifteten Regenschirmen und Salzstreuern, und schließlich auch eine Bombenattacke auf den Sender selbst - all das, was eine gute Spionagegeschichte ausmacht, war Teil des Alltags bei RFE. Der Zusammenbruch des kommunistischen Regimes in Osteuropa und der Fall der Berliner Mauer im Herbst 1989 war ein Triumph des in München beheimateten Senders. Fast vier Jahrzehnte existierte dieses enorm wichtige Medium, um die Menschen im Herrschaftsbereich der Sowjetunion und des Warschauer Pakts mit pro-westlichen Informationen zu versorgen: Sie arbeiteten stets unter dem Motto: Unser Ziel ist es, die Herrschaft des Kommunismus zu beenden - und uns damit selbst abzuschaffen!
ARTE, Sonntag, 14. März, 17:45 bis 18:15
ARTE, Dienstag, 16. März, 7:30 bis 8:30
ARTE, Freitag, 19. März, 7:00 bis 8:00
Yourope
Europa im Blickpunkt: das moderne und interaktive Europamagazin - "Yourope", jeweils sonntags um 17.45 Uhr. Im Fokus der jeweils 26-minütigen Sendungen stehen nicht nur die großen politischen Fragen, sondern auch die ganz alltäglichen Herausforderungen der Europäer. Heute: Europa emanzipiert - oder doch nicht?
Am 14. März beschäftigt sich "Yourope" mit der Frage, wie es in Europa um die vielbeschworene Gleichberechtigung der Frauen steht. Zum Beispiel in der Armee, der Männerdomäne schlechthin. "Yourope" schaut einer Generalin der rumänischen Armee beim Kommandieren zu - unterscheidet sich ihr Führungsstil von dem ihrer männlichen Kollegen? Die ukrainischen "Femen" machten Furore, als sie nur leicht beschürzt gegen Sextourismus protestierten - inzwischen ist daraus eine landesweite Bewegung mit klaren Forderungen an die Politik geworden. Die hat auch die österreichische Männerpartei - ihre Mitglieder sehen den Mann bereits als Verlierer im Kampf um die Gleichberechtigung. Emanzipation in Europa - heiß umkämpft und vielerorts noch reine Utopie. Trotzdem: Ein hoffnungsloser Fall ist sie nicht.
ZDFneo, Dienstag, 16. März, 19:00 bis 19:30
Wiedersehen macht Freude (5)
Der verlorene Bruder
Uwe Mürkens-Döpker hat vor kurzem seinen langjährigen Lebensgefährten Karl geheiratet. Sie sind ein glückliches Paar, und doch fehlt etwas in Uwes Leben. Als Kinder wurden er und sein Bruder unter nie ganz geklärten Umständen getrennt. Seitdem hat Uwe vieles unternommen, um seinen Bruder wieder zu finden: Anzeigen, Suchanfragen beim Roten Kreuz und bei der Polizei. Die Spuren des Bruders führten nach Venezuela. Auffindbar war er dort jedoch nicht. Uwes letzte Hoffnung ist nun "Wiedersehen macht Freude".
Auch Elena Schenk ist eigentlich glücklich mit ihrem Sohn und ihrem Leben in der Nähe von Frankfurt. Diese Region ist für sie mit sentimentalen Erinnerungen verbunden. Zur Zeit des Kalten Krieges ging die junge Rumänin mit einer Ausnahmegenehmigung für ein Gastronomie-Praktikum in die Mainmetropole. Der rumänische Geheimdienst verbot jeglichen privaten Kontakt, aber gegen die Liebe war Elena machtlos als sie Josef traf. Eigentlich wollte sie nie nach Rumänien zurück, doch ihre Familie wäre in Gefahr gewesen, wenn sie sich in den Westen abgesetzt hätte. Durch den Eisernen Vorhang den Kontakt zu halten, war praktisch unmöglich. So riss die Verbindung ab. Nun möchte Elena ihre erste große Liebe wieder sehen.
Uwe erhält unterdessen den erlösenden Anruf: Sein Bruder ist gefunden! Er lebt nur zwei Autostunden entfernt in Hamburg. Wenige Tage später fallen sich beide tränenreich in die Arme. Auch der Bruder hat viele Jahre nach Uwe suchen lassen. Unglaublich, dass sie sich nicht eher wieder gefunden haben. Von nun an gilt es, die verpassten gemeinsamen Jahre wieder aufzuholen.
Auch Elena hat Grund zur Freude. Susanne hat Josef in Tirol ausfindig gemacht. Auch er freut sich auf ein Wiedersehen. Mitten in den Bergen erzählen sich die beiden, wie ihr Leben verlaufen ist. Josefs Frau und Kinder nehmen Elena direkt in ihren Familienkreis auf. Ist das der Beginn einer neuen Freundschaft?
3sat, Samstag, 20. März, 0:10 bis 0:35
Alexandra
Tavi, ein Mann um die 30, stellt bei einem Ausflug mit seiner vierjährigen Tochter Alexandra fest, dass sie ihn nicht mehr "Papa" nennt. Als er die Kleine zurück zur Mutter bringt, beginnt eine heftige Diskussion. Tavi lebt getrennt von Alexandra und ihrer Mutter, die inzwischen einen neuen Lebensgefährten hat. Tavi befürchtet, der neue Mann seiner Exfrau könne ihn auch bei seiner Tochter von seinem Platz verdrängen.
Mit seinem neuen Film "Alexandra" knüpft der rumänische Filmemacher Radu Jude nahtlos an den Erfolg seines letzten, mehrfach preisgekrönten Kurzfilms "Der alte Fernseher" (2006) an. "Alexandra" wurde auf den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen 2008 mit dem Großen Preis der Stadt Oberhausen ausgezeichnet.
Weitere TV-Tipps demnächst auf Siebenbuerger.de .
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6. LESERECHO
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