INHALTSVERZEICHNIS
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1. VORWORT
Liebe Leserinnen und Leser,
Wollen Sie in Urlaubsstimmung versetzt werden? Sommer, Sonne, Sand und viel braungebrannte Haut hat nicht immer etwas mit Urlaub zu tun. Siebenbürger aus ganz Bayern haben sich am vergangenen Wochenende in Königsbrunn bei Augsburg zu dem Sport-Event des Jahres - dem 6. Beach-Volleyball-Turnier - eingefunden. Eine Fotodokumentation dieser Veranstaltung wartet darauf, von Ihnen betrachtet zu werden.
Unsere Umfrage befindet sich im Sommerloch, sie wartet nämlich noch immer darauf von Ihnen beantwortet zu werden. Wie informieren Sie sich über die aktuelle Lage in Rumänien. Nur via Internet oder auch über Zeitungsabonnements? Gar nur über Mundfunk? Fragen über Fragen, die darauf warten, beantwortet zu werden. Die Ergebnisse unserer aktuellen und alten Umfragen können Sie sich dort sofort ansehen.
Was ist von "Harry Potter" zu halten? Diese Frage und viele andere mehr beantwortete uns die Kinderbuchautorin Karin Gündisch in unserem heutigen Interview.
Jetzt aber viel Spaß beim Lesen und einen schönen Sommer wünscht Ihnen das SiebenbuergeR.de-Team.
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2. SBZ-ARTIKEL
3. BUCH-TIPP
Zwei Neuerscheinungen aus Anlass des 200. Jahrestages seit dem Tode von Baron Samuel von Brukenthal (1721-1803)
Gudrun-Liane Ittu: Geschichte des Brukenthalmuseums. Monumenta Verlag, Hermannstadt 2003, 114 Seiten und 33 Abbildungen, ISBN 973-99735-7-4.
Doina Udrescu: Arta germana din Transilvania în colectiile Muzeului Brukenthal din Sibiu 1800-1950. Pictura si sculptura. Die deutsche Kunst aus Siebenbürgen in den Sammlungen des Brukenthalmuseums. Malerei und Skulptur. Herausgegeben vom Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien. Hermannstadt 2003, 268 Seiten und 90 Abbildungen, ISBN973-651-072-7.
Die beiden hier anzuzeigenden Bücher sind in Hermannstadt aus Anlass des 200. Jahrestages seit dem Tode von Baron Samuel von Brukenthal (1721-1803) erschienen und beschäftigen sich mit der bedeutenden Stiftung des namhaften siebenbürgisch-sächsischen Staatsmannes, Mäzen und Museumsgründers. Der kinderlose Baron hatte nämlich testamentarisch verfügt, dass seine reichen Sammlungen - Gemälde, Kupferstiche, Bücher, Münzen Mineralien, Antiquitäten - nach seinem Tode der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten und dafür aus seinem Vermögen die Summe von 36 000 Gulden auszuscheiden sei, um mit den daraus erzielten Zinsen einen Bibliothekar (Kustos) und Besorger zu bezahlen. Im Falle des Aussterbens der Brukenthalnachkommen im Mannesstamme sollte die Sammlung in den Besitz des evangelisch-deutschen Gymnasiums von Hermannstadt übergehen.
Mit den Sammlungen Brukenthals wurde in seinem Palais auf dem Großen Ring in Hermannstadt 1817 ein Museum eröffnet, das bis heute seinen Namen trägt und das erste Museum Siebenbürgens und des heutigen Rumänien ist. Mit der Geschichte dieses Museums befasst sich das Buch von Gudrun-Liane Ittu.
Nach dem Tode des letzten männlichen Brukenthal-Erben, Hermann von Brukenthal, im Jahre 1872, konnte die evangelische Kirche von Hermannstadt als Trägerin des Gymnasiums weder die Sammlungen des Museum übernehmen, noch in den Besitz einer weiteren Stiftung von Georg Peter Karl Brukenthal gelangen. Sie musste vorerst einen Prozess um die ihr vermachten Stiftungen führen, weil ein ungarischer Angehöriger einer Brukenthalischen Seitenlinie das Erbe anfochte, was zu einer spannenden und die Öffentlichkeit erregenden Auseinandersetzung führte. Der Prozess wurde schließlich 1878 vom Obersten Gerichtshof von Budapest zugunsten des deutschen Gymnasiums und der evangelischen Kirche entschieden. Seither war die evangelische Kirche bis 1948 unangefochten im Besitz des Museums, des Palastes und anderer Liegenschaften. Das Museum wurde gegen Ende des 19. und in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu einer sächsischen Nationalanstalt und einem Forschungsmittelpunkt. Diesen Charakter verlor das Museum, als es widerrechtlich 1948 verstaatlicht wurde. Zudem wurden aus allen Sammlungen wertvolle Objekte entwendet und anderen Museen Rumäniens zugeteilt, so etwa 19 Gemälde der Pinakothek, die das Nationale Kunstmuseum von Bukarest übernahm. Zurzeit sind, wie durch die Presse bekannt wurde und wie der Herausgeber Hermann Fabini im Vorwort hinweist, Bemühungen zur Rückgabe des Museums an die evangelische Kirche und um Rückführung der entwendeten Museumsstücke im Gange.
Was den willkürlichen Umgang der kommunistischen Machthaber mit dem Museum betrifft, weist die Verfasserin darauf hin, dass es trotz allem auch nach der Verstaatlichung eine Forschungsstätte blieb, die eine beachtliche Förderung erhielt, die um vieles über das hinausging, was vor 1948 möglich gewesen war. Durch die Erweiterung des Museums mit neuen Abteilungen entstand der "Complexul Muzeului Sibiu" aus dessen offizieller Bezeichnung in den 80er Jahren der Name Brukenthal verschwand und nur auf die Gemäldegalerie beschränkt blieb. Es sollte dadurch der sächsische Charakter der Institution ausgelöscht werden.
In ihrem Buch bietet Ittu eine einführende Kurzbiographie des Stifters, zeichnet dann die verschiedenen Entwicklungsphasen des Museums nach, präsentiert die Entstehung und Erweiterung der Bestände nach Brukenthals Tod. Im Anhang werden einige Dokumente veröffentlicht, so das Testament des Stifters, das Gesetz zur Verstaatlichung des Museums und das Übergabeprotokoll von 1948 u.a.
Doina Udrescu bietet im ersten Teil ihrer Arbeit eine kunsthistorische Übersicht über die Entwicklung der siebenbürgisch-sächsischen bildenden Kunst bis um 1950, wobei den Schwerpunkt ihrer Darstellung die Malerei und Skulptur von 1800 bis 1900 bildet. Die Verfasserin belegt ihre Ausführungen mit Stücken aus den Sammlungen des Museums.
Der zweite Teil der Arbeit ist ein Katalog mit den Werken deutscher bzw. siebenbürgisch-sächsischer Maler und Bildhauer des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den Sammlungen des Brukenthalmuseums. Es handelt sich dabei um Gemälde und Skulpturen, die nach dem Tode Brukenthals erworben wurden und eine neue Abteilung bilden. Im Katalog sind die Künstler alphabetisch angeordnet und die von ihnen im Museum befindlichen Werke mit technischen Angaben, Daten über Erwerb, mit bibliographischen Hinweisen u. a. versehen. Es werden insgesamt 358 Werke genannt, wobei alle namhaften siebenbürgisch-sächsischen bildenden Künstler bis Mitte des vorigen Jahrhunderts erfasst werden.
Michael Kroner
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4. DISKUSSIONEN
5. TV-TIPPS
BR3, Sa., 02. August, 15.15 - 16.00 Uhr
Die Donau, Folge 6, "Zwischen Rumänien und Bulgarien", Dokumentation
Ziemlich exakt 2 000 Kilometer von der Quelle entfernt beginnt der Film am Dreiländereck Serbien, Bulgarien, Rumänien - und er endet gut 750 Kilometer weiter, ebenfalls an einem Dreiländereck: Rumänien, Moldawien, Ukraine.
Auf etwa 500 Kilometern Länge bildet der Fluss die Grenze zwischen Rumänien und Bulgarien. Eine Grenze, die für ihre Anwohner immer spürbar bleibt. Es gibt auf der gesamten Strecke nur eine einzige Brücke über die Donau! Das andere Ufer fotografieren? Oder einfach so hinüberfahren? Verboten! Schließlich handelt es sich ja um eine Staatsgrenze: militärisches Gebiet! So beginnt der Film auch im Morgengrauen mit der Festnahme von Benzinschmugglern durch die rumänische Grenzpolizei. Das Filmteam begegnet Menschen, die ihr ganzes Leben am Ufer der Donau verbracht haben und noch nie auf die andere Seite hinübergekommen sind.
Die traumhaft schönen Landschaften, die das Team unterwegs durchquert, waren seit jeher "Grenzregionen": für die alten Griechen am Rande der ihnen bekannten Welt, für die Römer bitter umkämpfte Grenze ihres Riesenreichs, für Bulgarien und Rumänien jahrhundertelang Schauplätze blutiger Auseinandersetzungen, besonders im Kampf um die Befreiung vom "Türkenjoch".
Das Leben hier ist geprägt von extremen Gegensätzen - menschlich, landschaftlich, klimatisch, wirtschaftlich und ökologisch. Lorenz Knauer begegnet den unterschiedlichsten Menschen in ihrem Alltag und ihren Erinnerungen: einem Schafhirten, Schmugglern, einem Schiffskapitän, Bauern, Zigeunern, einem "Donau-Dichter", ehemaligen Zwangsarbeitern am Donau-Schwarzmeer-Kanal und anderen mehr.
ZDF, Dienstag, 5. August, 14.15 - 15.00 Uhr
ZDF Expedition, "Spartacus - Gladiator gegen Rom", Wissenschaftliche Reportage
Gut 70 Jahre vor Christi Geburt rebelliert ein bis dahin unbekannter Sklave gegen die römische Unterhaltungsindustrie, die mit ihren Gladiatorenspielen Menschen zu blutrünstigen Monstern degradiert. Sein Name wird durch seinen Aufstand unsterblich: Spartacus, der römische Kriegsgefangene aus dem heutigen Rumänien.
Mit 70 Gefährten überwindet er im Jahre 73 v. Chr. die Gefängnismauern der berühmten Gladiatorenschule zu Capua, um den gewaltigsten Sklavenaufstand zu entfesseln, den die Antike je erfahren hat. Eine Revolution, die sich gegen Unmenschlichkeit und den Terror Roms richtet und ganze drei Jahre lang die römischen Streitkräfte in Atem hält. Zuletzt werden Spartacus und seine Gefährten tragische Opfer der römischen Militärmaschine, die mit einem gewaltigen Heer aus über 50000 Soldaten die Freiheitsbewegung gnadenlos niederwalzt. Gemeinsam mit Spartacus durchziehen wir das antike Italien und erleben die Welt der Gladiatoren aus ihrer Sicht. Eine Welt, über die antike Schriftsteller in ihren Geschichtswerken kaum etwas erzählen. Denn die sportlichen Großveranstaltungen auf Leben und Tod mobilisieren seinerzeit zwar ein Massenpublikum, der gebildete Römer aber rümpfte die Nase.
BR3, Samstag, 9. August, 00.30 - 01.25 Uhr
Schöne Stimmen, "Julia Varady - Gesang als Passion", Biographie/Musik
Die Sopranistin Julia Varady ist mit ihrer wundervollen Stimme, ihrer fesselnden Bühnenpräsenz und ihrer hinreißend spontanen Persönlichkeit ein Liebling der Dirigenten und Intendanten - ein Medienstar, um den sich Mythen ranken, ist sie nicht.
Während des Zweiten Weltkrieges wird sie als Tochter ungarischer Eltern in Rumänien geboren, wo sie auch studiert und ihre ersten Erfolge hat. Ende der 60er Jahre gelingt ihr die Flucht aus ihrer Heimat. Sie kommt nach Deutschland, absolut unbekannt und ohne Beziehungen, mit nichts als ihrer großen tragischen Stimme, die sie mit der Zeit zu einer der besten lyrischen Sopranstimmen verfeinert. Im italienischen Fach ausgebildet, lernt sie hier nun auch das große deutsche Repertoire: Mozart, Strauss, Wagner, ebenso wie das Lied. Ihr Entschluss, sich in Deutschland niederzulassen, bestimmte in gewisser Weise die wesentliche Richtung ihrer Karriere. 1977 heiratet sie den Bariton Dietrich Fischer-Dieskau. Der Film von Bruno Monsaingeon betrachtet die verschiedenen Stationen ihrer Karriere, zeigt sie im Gespräch, bei Proben, Aufnahmen und Auftritten und stellt die Begegnung mit einer leidenschaftlichen und faszinierenden Künstlerpersönlichkeit her.
BR3, Samstag, 9. August, 15.15 - 16.00 Uhr
Die Donau, Folge 7, "Im ukrainischen Delta", Dokumentation
Drei gewaltige Flussarme bilden das Donaudelta. Der nördlichste ist der größte: der Kilia-Arm. Über 130 Kilometer bildet er die Grenze zwischen der Ukraine und Rumänien. Das Filmteam folgt ihm dem ukrainischen Ufer entlang bis zur Mündung ins Schwarze Meer. Es trifft auf bulgarische und auf moldauische Dörfer und auf die Stadt Ismail mit ihrem Hafen, den Werften und dem Markt, auf dem jeder feilbietet, was er entbehren kann, und auf dem kaum einer so viel kaufen kann, wie er bräuchte.
Ismail war bis 1791 eine türkische Festung, dann hat General Suworow sie für den Zaren erobert. Fortan war Ismail russisch, dann rumänisch und nach dem Zweiten Weltkrieg sowjetisch. Jetzt ist Ismail ukrainisch, Heimathafen der ukrainischen, ehemals sowjetischen Donauschifffahrtsgesellschaft. Hinter Ismail beginnt das eigentliche Delta. Das letzte Städtchen vor der Mündung heißt Vilkovo. Vilkovo ist nicht alt. Vor 300 Jahren erst sind die Menschen in diese Wildnis aus Schilf, Sumpf und Wasser gekommen. Sie wurden von den Soldaten des Zaren verfolgt, weil sie sich der Glaubensreform des Patriarchen Nicon widersetzten. Man nennt sie deshalb bis heute die Altgläubigen oder Lipovaner. Die Lipovaner sind Fischer. Sie und die Naturschützer vom Biosphärenreservat nehmen das Filmteam schließlich auf ihren Booten mit hinaus in das Delta, in eine Wildnis aus Seen, Inseln, Lagunen, Schilf und Urwald, in der es über 300 verschiedene Vögel, darunter Pelikane, gibt und man 111 Fischarten zählt.
Phoenix, Sonntag, 10. August, 18.45 - 19.15 Uhr
Phoenix, Montag, 11. August, 00.45 - 01.15 Uhr
Die Gipsy-Kings der Blechmusik, Dokumentation
Der Film erzählt von einer rumänischen Zigeuner-Band auf dem Weg zu internationalem Ruhm. Das kleine Dorf, aus dem sie stammt, profitiert davon ebenso wie die Dorfgemeinschaft, die dadurch erschüttert und entzweit wird.
ARTE, Sonntag, 10. August, 20.15 - 20.40 Uhr
ARTE, Dienstag, 12. August, 15.55 - 16.20 Uhr
Aeros, Tanz
"Aeros" ist eine originelle Kombination aus athletischer Gymnastik und "Modern Dance". Die Choreografie ist von Daniel Ezralow, David Parson und Moses Pendleton. Sie haben die erfolgreiche Bühnenshow "Stomp" entwickelt.
Die Inszenierung "Aeros" ist eine originelle Kombination aus athletischer Gymnastik und "Modern Dance". Die drei Choreografen, Daniel Ezralow, David Parson und Moses Pendleton, sind die Urheber von "Stomp", einer der erfolgreichsten Bühnenshows der letzten 10 Jahre. Die Darsteller sind rumänische Athleten und gehören zur Spitzenklasse der Turner. Sie sind Mitglieder des rumänischen Gymnastikverbands und einige von ihnen waren bereits Weltmeister unter anderem in rhythmischer Sportgymnastik. Die Performance verbindet Leichtigkeit in der akrobatischen Überwindung der Schwerkraft mit der Muskelkraft einer Truppe von Weltklasseathleten. Licht-Design, Kostüme und Bühnenbild stammen von Broadway-Spezialisten. Musikalisch untermalt ist die Show von eingängigem Pop, der speziell für diese Produktion komponiert wurde. "Eine Mischung aus Humor und Erotik, aus tänzerischem Experiment und Muskelkraft", schrieb die Chicago Sun-Times.
"Das Stück endet und beginnt mit einer Art gymnastischem Feuerwerk, mit großen Sprünge, Überschlägen und Saltos zu synkopischen Rhythmen. Eine Truppe bewegt sich zu den Klängen von New Age auf einem Trampolin, gekleidet in engen roten Anzügen, so dass die Performance ins Tänzerische über geht. (Los Angeles Times, 2001)
WDR, So., 10. August, 20.15 - 21.00 Uhr
Gerd Ruge unterwegs, Folge 1, "Rund um den Balkan", Reisereportage
Geburt im Kloster, Waldbrand mit Rentnern und die Autobahn nach Deutschland
Zehntausend Kilometer und neun Grenzen mit teils unerwarteten Schwierigkeiten sind die Eckpunkte der Reise, die Gerd Ruge rund um den Balkan machte. Er suchte nicht die Politiker in den Hauptstädten und blieb nicht an den Hauptstraßen, er brachte Bilder aus einem Teil Europas mit, von dem wir meist nur hören, wenn es Krisen und Kriege gibt:
Die Aufregung der Nonnen während des Gottesdienstes im rumänischen Sankt-Anna-Kloster, als im Stall unter der Kirche ein Kälbchen geboren wird. Der Mann auf dem Viehmarkt im Kosovo, einziger Überlebender nach einem Massaker in seinem Dorf. Er muss den Schimmel verkaufen, der zu den Trümmern seines Stalls zurückgekehrt war. Diese und andere Szenen haben Gerd Ruge und sein Team zurückgebracht - von einer Sommerreise rund um den Balkan, dieser wichtigen Region im Südosten Europas. Rund um den Balkan hieß im letzten Sommer noch rund um Jugoslawien, weil es Gerd Ruge trotz Verhandlungen in Belgrad nicht gelang, Kamerateam und Ausrüstung beim Zoll freizubekommen. So begann er seine Reise an der rumänisch-jugoslawischen Grenze, wo die Donau durchs Balkangebirge bricht. Er besuchte kleine, zerfallene Industriestädte und abgelegene Dörfer, sprach mit Bäuerinnen und Professoren, sah Klöster, Moscheen, antike Ruinen, und was aus einem großartigen Beispiel moderner Kunst, der "unendlichen Säule", einer Skulptur von Constantin Brancusi, geworden ist.
Insgesamt neun Länder bereiste Gerd Ruge auf dem Balkan. Bei seinen Begegnungen mit Menschen und ihren Schicksalen sammelte er Eindrücke von Fremdheit und Nähe, von europäischer Verbundenheit und stolzer Eigenart. Und er erfuhr in diesen Ländern mit alter und schwieriger Geschichte, wie sich die Menschen heute auf die Veränderungen einstellen, die die neue Beziehung zu Westeuropa mit sich bringt und wie sie teils mit Gleichgültigkeit einer europäischen Zukunft entgegensehen.
SWR/SR, Dienstag, 12. August, 21.15 - 21.45 Uhr
Der Herr der Wölfe, "Ein Wildbiologe in den Karpaten", Tierreportage
Christoph Promberger hat zwei junge Wölfe aus einer rumänischen Wolfsfarm gerettet und dafür gesorgt, dass ihnen das Fell nicht über die Ohren gezogen wird. Er erforscht das Verhalten der zahmen Welpen und führt sie Ökotouristen vor, die wilde Wölfe kaum zu Gesicht bekommen. Und genau denen gilt das Hauptinteresse Prombergers. In einer Lappjagd fängt er Timisch, eine stattliche Wölfin, und legt ihr einen Sender an. Geführt von der Peilantenne der Wildbiologen dokumentiert Kameramann Markus Zeugin das Leben der Karpaten-Wölfe. Er ist der erste, dem Bilder von der Aufzucht wildlebender Wölfe in Europa gelingen. In ihrem traditionellen Jagdrevier stehen heute Wohnblocks. Timisch zieht bis zum Morgengrauen durch die Straßen, und sogar Braunbären kommen in nach Kronstadt (Brasov) und plündern die Mülltonnen. In Deutschland wäre längst Panik ausgebrochen, doch die Rumänen lassen sich davon nicht irritieren. So kann Christoph Promberger, der "Herr der Wölfe", in Ruhe seine Forschungen durchführen. Sie sollen dazu beitragen, die bedrohte Tierart zu retten.
ZDF, Donnerstag, 14. August, 14.15 - 15.00 Uhr
ZDF Expedition, Folge 2/3, "Sturm über Europa: Varusschlacht und Gotensaga", Historische Dokumentation
Die Goten ziehen entlang der Weichsel flussaufwärts bis ans Schwarze Meer und die Donau. "Im Land des Volkes der Goten", auf der Krim, in Rumänien, Bulgarien und Ungarn gehen wir auf Spurensuche. Überall haben die Goten Gräber und Schätze hinterlassen. Was verraten sie über die germanischen "Barbaren", die einmal die antike Welt verändern werden? Wissenschaftler werden von ihren Erkenntnissen berichten. So zeigt die so genannte Wulfila-Bibel, die von unschätzbarem Wert ist, dass die Goten bereits im Jahr 350 aus Überzeugung Christen wurden. Die Donau war die Grenze zwischen dem Römischen Reich und dem Land der Goten. Deshalb trafen sich der Anführer der Goten, Athanarich, und Kaiser Valens im September des Jahres 365 in der Mitte des Flusses, um einen Friedens- und Freundschaftsvertrag zu schließen. Die Welt schien in Ordnung. Doch dann tauchten am Horizont Reiterhorden auf, die Hunnen, die "fürchterlichsten aller Krieger". Ein Sturm fegte über Europa.
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6. E-MAIL-INTERVIEW
Die preisgekrönte Kinderbuchautorin Karin Gündisch wurde 1948 in Heltau geboren. Seit ihrer Ausreise in die Bundesrepublik 1984 lebt sie als freischaffende Autorin in Bad Krozingen, einem Kurort südlich von Freiburg, wo ihr Mann, ebenfalls Heltauer, als Stadtbaumeister tätig ist. Was macht ein gutes Kinderbuch aus? Was ist von "Harry Potter" zu halten? Karin Gündisch nimmt im Gespräch mit Robert Sonnleitner kein Blatt vor den Mund.
Sie stammen aus Heltau, haben dort Volksschule und Gymnasium besucht, gingen dann zum Studium nach Klausenburg und Bukarest.
Ich kam durch die Heirat schon während meines Studiums nach Bukarest. Mein Mann Dietmar Gündisch, der ebenfalls aus Heltau stammt, hatte nach seinem Studium eine Stelle als Ingenieur in Bukarest angetreten. Dann habe ich in Bukarest als Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache gearbeitet, Lehrbücher gemacht, drei Kinderbücher geschrieben und als freie Journalistin gearbeitet. Außerdem habe ich mit meinem Mann zwei Kinder großgezogen.
Was bewog Sie im Jahr 1984 Rumänien zu verlassen?
Mein Mann und ich empfanden die politische und wirtschaftliche Lage in Rumänien so aussichtslos, dass wir nur einen Ausweg sahen: die Aussiedlung.
Fiel es Ihnen schwer, das Land zu verlassen?
Die Trennung von Rumänien fiel mir nicht leicht, aber die Entscheidung wegzugehen finde ich für mich richtig. Im Übrigen kann ich mir gut vorstellen, dass ich später einmal den Sommer mit schöner Regelmäßigkeit in Michelsberg verbringe, wo wir ein Haus gekauft haben.
Wie sind Sie darauf gekommen, Schriftstellerin zu werden? Ein Kindheitstraum?
Nein. Die Menschen in meinem Umfeld waren Arbeiter und Handwerker, Beamte und Intellektuelle. Die Schriftsteller wie Andersen und die Brüder Grimm, Ion Creanga und Schuster Dutz waren alle schon längst gestorben.
Ich habe für die Lehrbücher kleine Geschichten geschrieben, immer wieder Kindern, auch meinen eigenen, Geschichten erzählt und sie auch aufgeschrieben. Die Geschichten erschienen im "Neuen Weg" und meine wunderbare Freundin Rohtraut Wittstock vermittelte den Kontakt zu Werner Söllner, der damals Kinderbücher im Ion Creanga Verlag machte. Er las meine Geschichten und sagte: "Schreiben Sie noch dreißig Seiten und ich mache ein Buch daraus." So einfach war es und so kompliziert.
Wie haben Sie in Ihrer Kindheit die Freizeit verbracht, lasen Sie viel?
Meine Eltern haben gearbeitet und waren also viel aushäusig. Mein Bruder und ich waren uns in dieser Zeit oft selbst überlassen, denn unsere Großeltern sind früh gestorben. Wir hatten viel Freiheit, die uns ganz gut bekommen ist. Wir sind durch die Wiesen gestreunt, haben auf Dachböden und auf der Straße gespielt. Mein Bruder hat Fische geangelt und wir haben sie paniert und gegessen. Ich habe meine Zeit sehr oft zum Lesen genutzt. Die Welt konnte untergehen, ich hätte beim Lesen nichts davon bemerkt.
Ihr erstes Werk?
Mein erstes Buch hieß "Didel und andere Dingsgeschichten". Der Titel weist auf einen spielerischen Umgang mit der Sprache hin.
Sie haben mittlerweile zahlreiche nationale und internationale Preise und Auszeichnungen für Ihre Publikationen erhalten. Auf welche sind Sie am meistens stolz?
Auf keinen. Ich habe mich über jeden einzelnen Preis oder über jedes Stipendium gefreut, wie man sich eben über Geld freut. Viel wichtiger ist mir jedoch, dass Preise Türen öffnen bei Verlagen und Veranstaltern von Lesungen. Preisgekrönte Bücher kommen in die Bibliotheken und haben eine größere Chance gelesen zu werden. Ein Preis, der ja Anerkennung einer Leistung ist, baut nach Niederlagen auf und macht Mut. So gesehen sind diese Preise natürlich sehr wichtig. Natürlich bin auch ich nicht ganz frei von Eitelkeit und ein Preis ist eine große Genugtuung. Als "Stolz" würde ich diese Gefühlsregung nicht bezeichnen, eher als ein Glück. Im besten Fall ist ein Preis so etwas wie ein Qualitätssiegel für ein Buch.
Als das beste aus einer Fremdsprache ins Englische übersetzte Kinderbuch des Jahres 2002 in den USA wurde "How I became an American" mit dem "Mildred L. Batchelder Award" des amerikanischen Bibliotheksverbandes ausgezeichnet. Wie kam es zu dieser Übersetzung?
Ich habe einen Brief einer mit ihren Kindern nach Amerika ausgewanderten Mutter aus dem Jahr 1902 gelesen und dieser Brief, in dem sie ihre Ausreise aus Siebenbürgen (aus Heltau) und ihre Ankunft in Amerika schildert, hat mich nicht mehr losgelassen. Ich habe ein Buch darüber schreiben müssen: "Das Paradies liegt in Amerika", ein Kinderbuch über die große Hoffnung von Emigranten auf ein besseres Leben. Ich kann nicht genau nachvollziehen, wie es zur amerikanischen Übersetzung kam. Mein deutscher Verlag hat das Buch amerikanischen Verlagen angeboten, aber auch ich selbst habe mir über Mary Jane, Enkelin der ausgewanderten Mutter, Adressen von Verlagen verschafft, die sich vom Profil her für mein Thema eigneten. Es kann sein, dass meine Hartnäckigkeit etwas bewirkt hat, aber letztendlich hat mein deutscher Verlag die Lizenz an einen amerikanischen Geschäftspartner verkauft.
Sie thematisieren in diesem Kinderbuch die Erfahrungen des Weggehens und Ankommens. Handelt es sich um autobiografische Erfahrungen?
Das kann gar nicht anders sein.
Verfolgen Sie als Kinderbuch-Autorin pädagogische Ziele?
Ja und nein. Ich nehme mir beim Erzählen oder Schreiben kein pädagogisches Ziel vor. Ich vertrete aber eine Haltung, eine gewisse Moral, die sich auf den empfänglichen jungen Leser auswirken könnte. Dessen bin ich mir bewusst. Erwachsene können zwischen sich und ein Buch einen Filter einbauen. Das können Kinder auf Grund ihrer geringen Lebenserfahrung nicht. Diesen Umstand muss ein Kinderbuchautor berücksichtigen.
Was macht Ihrer Meinung nach ein gutes Kinderbuch aus?
Eigentlich gelten dieselben Kriterien wie für jedes gute Buch. Ich bin keine Theoretikerin des Kinderbuchs. Für mich ist ein gutes Kinderbuch eines, das ich gern lese und das mich nicht langweilt.
Wie sehen Sie die Rolle der Eltern bei der Leseerziehung? Sehen Sie Unterschiede zu Kindern aus Aussiedlerfamilien?
Ich glaube, das Leseverhalten der Eltern ist in den meisten Fällen entscheidend. Eltern, die vorlesen, tun ihren Kindern und sich selbst den besten Dienst. Ich glaube nicht, dass in Aussiedlerfamilien im Allgemeinen viel gelesen wird.
Was kann Ihrer Meinung nach Leseförderung leisten?
Leseförderung in der Schule kann im besten Fall Kinder zum Buch heranführen, die aus so genannten "bildungsfernen" Schichten stammen. Über den Sinn des Lesens zu reden ist müßig.
Macht Lesen Kinder zu Einzelgängern?
Nein. Kinder, die viel lesen, bekommen einen Erfahrungs- und Wissensvorsprung vor ihren Altersgenossen. Ihre Phantasie entwickelt sich. Lesen schützt vor Langeweile etc. etc.
Nun möchten wir etwas über die Entstehung Ihrer Bücher erfahren. Wie kommen Sie zu Ihren Buchideen?
Ich finde ein Thema, oder genauer: Das Thema findet mich. Ich recherchiere zu dem Thema gründlich, lese viel, befrage Fachleute, eigne mir auf mannigfaltige Art Wissen an, das ich fürs Schreiben brauche und sitze dann eines Tages vor einem weißen Blatt Papier. Das ist dann die eigentliche Herausforderung. Wie die einzelnen Geschichten entstehen und warum sie so und nicht anders sind, kann ich nicht erklären. Ich kann lediglich nachher die Ingredienzien wieder erkennen und erklären, von wo sie kommen.
Wann und wie kommen Ihnen die Ideen für ihre Geschichten. Welchen Weg geht so eine Idee, bis sie zu einem Buch wird?
Jedes Buch hat eine eigene Entstehungsgeschichte. Jede Idee, die zu einem Buch wird, hat einen Bezug zu meinem eigenen Leben, muss mich intensiv beschäftigen. Es sind also keine zufälligen Ideen, die zu Büchern werden, auch wenn der Zufall manchmal beim Finden der Idee eine Rolle spielt. Bis aus einer Idee ein Buch wird, vergeht bei mir viel Zeit. Es ist wie beim Striezelbacken: Das Material muss aufgehen, muss werden. Ich kann nicht zaubern und ich schüttele nichts aus den Ärmeln. Hinter jedem fertigen Buch steckt viel Arbeit.
Wie lange dauert es durchschnittlich bis ein Buch fertiggestellt ist?
Zwei Jahre und mehr. Für ein Bilderbuch, für das ich den Text schreibe, brauche ich natürlich weniger.
Haben Sie einen Lieblingsschriftsteller?
Nein.
Lassen Sie uns über ein aktuelles Phänomen reden: Was halten Sie von Joanne K. Rowling, der Buchautorin von "Harry Potter", und ihrem sensationellen Erfolg?
Sie hat Glück gehabt, dass ihre Bücher gut vermarktet worden sind. Gewiss haben ein großer Werbeetat und das ganze Brimborium ums Buch herum zu dem Erfolg beigetragen. Der Werbeetat bestimmt aber nicht, ob ein Buch zu einem Bestseller wird oder nicht. Das kann man nicht bis ins Letzte erklären. Sicher hat der Erfolg gerade dieser Bücher etwas mit dem Zeitgeist zu tun: Der Leser kommt in eine Welt, in der sich die Probleme durch Hokuspokus lösen. Das wünschen wir uns.
Erkennen Sie weiterreichende, positive Auswirkungen der "Harry-Potter-Manie"?
Ich glaube nicht, dass die Kinder wegen Harry Potter mehr lesen und dass aus Nichtlesern automatisch Leser werden, wie uns das die Werbung suggeriert. Wer diese dicken Bücher liest, muss eine gewisse Lesefertigkeit besitzen, die durch Lesen anderer Bücher erworben worden ist. Ich hatte den Eindruck, dass in diesem Fall immer mehr Kinder immer weniger Bücher bzw. nur noch ein Buch lesen, weil es gerade Mode ist. So wie es Mode ist, dass man diese oder jene Marke trägt.
Ich habe lediglich den ersten Band der Harry-Potter-Bücher gelesen. Grundsätzlich halte ich von diesem Schema nicht sehr viel: Autor murkst Eltern ab, damit das Kind sich in einer feindlichen Welt bewährt. Mir persönlich gefallen die Bücher von Lemony Snicket "Die schaurige Geschichte von Violet, Sunny und Klaus", die ich für eine intelligente Parodie auf die Harry-Potter-Bücher halte, unvergleichlich besser. Auch hier müssen die Eltern schon auf den ersten Seiten sterben und der böse Onkel Olaf macht den Geschwistern das Leben schwer. Harry-Potter-Bücher als Belletristikausgabe ist für mich ein gut sichtbares Zeichen für Infantilismus in der Erwachsenenliteratur.
Sie geben auch Lesungen, haben eine eigene Homepage: http://www.guendisch.de/karin. Ich nehme an, Ihre Fanpost muss sich durch das Internet enorm vermehrt haben.
Wenn ich vor Schulklassen lese, kann es vorkommen, dass mir danach die ganze Klasse Briefe schreibt.
Schreiben Sie gerade an einem neuen Buch?
Ja. Noch zwei Kapitel muss ich schreiben. Wann aus dem Manuskript allerdings ein Buch wird, kann ich nicht voraussagen.
Wir danken Ihnen für dieses Gespräch!
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7. LESERECHO
Wir freuen uns über jeden Leserbrief und sind bemüht, den Newsletter so interessant wie möglich zu gestalten. Deshalb
sparen Sie bitte nicht mit Kommentaren zu Artikeln, Kritik, Hinweisen,
Verbesserungsvorschlägen, Meinungen, Ideen usw.
Auch über Linktipps und sonstige Informationen freuen wir uns.
Schicken Sie Ihre Kommentare bitte an die E-Mail-Adresse:
leserecho@siebenbuerger.de
[Leserecho von Dieter Pelger]
"fürs Kochen hat sich der in Rumänien Gebürtige allerdings nie so brennend interessiert"
(diese Version wäre richtiger - host mi ?)
mfG pedimed
SiebenbuergeR.de: Stimmt! Im letzten Newsletter ist uns die Formulierung des TV-Senders (WDR) über Peter Maffay tatsächlich durchgeschlüpft. Es kommt in TV-Ankündigungen leider öfter vor, dass jemand zum Rumänen gemacht wird.
[Leserecho von Jeanette Stein]
Einen Reiseführer wie den Lonely Planet habe ich für die östlichen Länder noch nicht gefunden.
SiebenbuergeR.de: Sehr geehrte Frau Stein,
eine Leserin unseres Newsletters hat uns darauf hingewiesen, dass es sehr wohl einen "Lonely Planet" zum Thema gibt. Das Buch heißt "Romania and Moldova" und kann auch bei Amazon bestellt werden.
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