Mitteilungen der HOG
15. September 2005
Liebe Bistritzer, liebe Nösner Landsleute, liebe Siebenbürger Landsleute,
In außergewöhnlichen Situationen sind außergewöhnliche Maßnahmen erforderlich.
Als Vorsitzender der HOG Bistritz-Nösen e.V. spreche ich heute nicht nur die mittlerweile 235 Mitglieder sondern alle die an, denen die Geschichte unserer alten Heimat am Herzen liegt.
Wir haben unsere nordsiebenbürgische Heimat verlassen, weil wir da keine Zukunft mehr hatten und unsere Existenz als deutschsprachige Volksgruppe nicht mehr gewährleistet war. Wir haben die politischen Entwicklungen in den Ostblockstaaten nicht absehen können und mit einer Wende hat niemand, nicht mal in kühnsten Träumen, rechnen können. Ich bin überzeugt, dass es bis auf wenige Ausnahmen, für alle ein Zurück nicht mehr gibt.
Auch das Überleben der 290 Mitglieder zählenden evangelischen Kirchengemeinde in Bistritz ist fraglich. Die Situation auf den umliegenden Dörfern ist bekannt, evangelische Kirchen wurden verkauft oder überlassen und die Kirchengemeinden haben sich aufgelöst oder sind in Auflösung.
Liebe Landsleute, all dies ist Ihnen bestens bekannt und es bedarf eigentlich keines erneuten Herumstocherns in einer alten schmerzhaften Wunde.
Ich bitte Sie, lesen sie beiliegendes Info-Blatt aufmerksam durch und helfen Sie, ein kirchliches Denkmal zu retten. Ich weiß, dass viele sagen werden was hab ich damit zu tun? Ich bin Wallendorfer, Jaader, Mirnarkner, Budaker, Lechnitzer usw. wir haben unsere eigene Kirche im Dorf. Sie werden sagen, ich habe zwar einige Jahre in Bistritz gelebt, oder ich bin zwar in Bistritz zur Schule gegangen, aber so richtig habe ich mich nicht als Bistritzer gefühlt, bzw. manche Bistritzer haben mich nie als Bistritzer angesehen.
Darauf kann ich nur antworten: Wir sind alle Nordsiebenbürger und Bistritz war immer unser aller kulturelles, wirtschaftliches und kirchenpolitisches Zentrum. Die Bistritzer Kirche ist ein Baudenkmal mit dem wir uns alle identifizieren.
Sie werden sagen, wir haben so oft gespendet und haben den Eindruck, das Geld ist nicht angekommen oder zweckentfremdet verwendet worden.
Darauf kann und muss ich antworten: an der Bistritzer Kirche ist schon sehr viel am Anfang der 90-ger Jahre gearbeitet worden.
So wurden aus dem Dachstuhl 400 Tonnen Vogelmist und alte Dachziegeln entfernt, die auf dem Kirchengewölbe lagen. Laut Gutachten der Statiker bestand akute Einsturzgefahr. Die Mauern des Kirchenschiffs wurden mit einem stählernen Ringanker gefestigt. Dies sind Maßnahmen, die bei einer Betrachtung als Besucher gar nicht erkennbar sind, aber viel Geld gekostet haben. Zusätzlich haben, leider, die Verantwortlichen versäumt, dies alles transparent und nachvollziehbar zu machen.
Ich versichere Ihnen für die Zukunft Offenheit und Transparenz.
Wir haben uns als eingetragener Verein organisiert, die Finanzbehörde hat uns die Gemeinnützigkeit anerkannt. Wir werden kontrolliert und überprüft. Zusätzlich werden alle Mitglieder, bis auf den letzten Cent genau, eine Auflistung der Einnahmen und der Ausgaben jährlich erhalten. Wir werden in der Mitgliederversammlung Rede und Antwort stehen, für alles was getan wurde. Wir werden nur Projekte unterstützen für die konkrete, überprüfte Angebote vorliegen.
Die HOG Bistritz-Nösen hat als erstes Projekt die Instandsetzung des Kirchendaches in Angriff genommen. Die Arbeiten laufen auf Hochtouren und wurden von allen Besuchern als sehr gut bewertet. Dafür brauchen wir noch dringend Geld. Ca. 42.000, € soll die Sanierung kosten und wir haben zurzeit nur 27.000, €.
Als nächstes Projekt haben wir die Instandsetzung der Kirchenfenster ins Auge gefasst. Nach und nach soll alles geschehen, damit die Kirche in Bistritz wieder mit Stolz gezeigt werden kann. Natürlich kann dies nicht allein die HOG Bistritz-Nösen leisten. Die Stadt Bistritz, der rumänische Staat und die Landeskirche sind auch gefordert und werden ihren Beitrag erbringen. Die Sanierung der Westfassade wird in diesem Jahr beendet, diese Maßnahme wird mit Mitteln der Bistritzer Stadtverwaltung finanziert.
Liebe Landsleute ich weiß, das die Kirche langfristig nicht als evangelisches Gotteshaus erhalten werden kann, trotzdem sehe ich es als unsere Pflicht an, das Erbe unserer Vorfahren, in einem geordneten Zustand, der Zukunft zu überlassen und ich weiß das viele ebenso denken.
Liebe Landsleute, bitte spendet zum Erhalt des von unseren Vorfahren erbauten Kulturdenkmals, Zeuge einer bewegten aber auch erfolgreichen Vergangenheit.
Liebe Bistritzer, liebe Nösener werdet Mitglieder der HOG Bistritz-Nösen e.V.
Nur gemeinsam können wir diese wichtigen Ziele erreichen.
Ihr
Dr. Hans Georg Franchy
PS: Informationen über unsere HOG gibt es auch unter: http://www.siebenbuerger.de/ortschaften/bistritz/news/1117196667.html
Das für 2006 geplante Bistritzer Treffen, findet am 30.09. – 01.10.2006, im Gesellschaftshaus Gartenstadt, Buchenschlag 1,
90469 Nürnberg, statt. Die Bekanntgabe des genauen Terminplans, erfolgt zu gegebener Zeit, auch in der Siebenbürger Zeitung.
Das Infoblatt mit Anschreiben wurde an alle, der Landsmannschaft bekannten Anschriften der Nordsiebenbürger versendet.
Wir bitten Sie, diese Informationen auch all Ihren Bekannten mitzuteilen, welche wir auf diesem Wege nicht erreichen konnten.