Dieser Beitrag ist in der "Siebenbürgischen Zeitung" (SbZ) vom 15. Dezember 1998 erschienen.
Die Ringmaster des Siebenbürgen Webrings, Jochen Philippi und Robert Sonnleitner, laden alle Anbieter von Seiten zum Thema Siebenbürgen ein, Mitglied im "Siebenbürgen Webring" zu werden.
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Das Internet ist ein weltumspannendes Computernetzwerk, das ein unbegrenztes Angebot an elektronisch gespeichertem Wissen und eine Fülle von Diskussions- und Kommunikationsmöglichkeiten bietet. Redefreiheit, Meinungsvielfalt und Toleranz sind oberste Gebote in der Internet-Gemeinde, zu der jeder der Millionen Nutzer dieses neuen Mediums gehört. Die Vision eines weltumspannenden Dorfes (global Village) schließt auch die Möglichkeit ein, daß jede Kultur, Volksgruppe, Interessengruppe, jeder Verein und auch jede Privatperson vertreten ist und sich selbst darstellen kann. Da beim Internet räumliche und zeitliche Grenzen keine Rolle spielen, bietet es vor allem für ethnische Minderheiten wie die der Siebenbürger Sachsen, die verstreut in der ganzen Welt leben, einen virtuellen Lebensraum.
Internet-Angebote privater Personen und Organisationen, die schon seit längerer Zeit im WWW Informationen rund um Siebenbürgen publizieren, haben sich in diesem Sommer zu einer Homepage-Gemeinschaft, einem sogenannten Webring, zusammengeschlossen. "Siebenbürgen WebRing" ist einer von über 40 000 Webringen des weltweit größten Webring-Verbundes. Robert Sonnleitner hat diese kostenlose Dienstleistung initiiert und gemeinsam mit Jochen Philippi am 25. Juli 1998 im Rahmen eines Multimedia-Seminars der Siebenbürgisch-Sächsischen Jugend in Deutschland (SJD) in Nürnberg ins Leben gerufen.
Vereine und Organisationen stellen im "Siebenbürgen Webring" aktuelle Nachrichten und Hintergrundinformationen über die Geschichte und Kultur der deutschen Minderheiten in Siebenbürgen, Literatur- und Reisehinweise, Übernachtungsmöglichkeiten in den Gästehäusern Siebenbürgens, virtuelle Rundgänge durch die Städte Siebenbürgens, Wappen- und Bildersammlungen, Diskussionsforen, Adressdatenbanken und sogar eine Mitfahrzentrale zur Verfügung.
Das Internet besitzt keine zentrale Verwaltung, das würde der Kultur des Internets widersprechen. Um Angebote im chaotischen Datennetz jedoch leichter aufzufinden, organisieren sich immer mehr Webringe: Leute, die Seiten zu verwandten Themen anbieten, verbinden ihre Seiten über ein gemeinsames Logo. Webringe sind also eine hervorragende Möglichkeit, ein umfassendes Thema vielschichtig und unbürokratisch zu präsentieren. Der "Siebenbürgen Webring" macht es möglich, von Angebot zu Angebot zu surfen, ohne eine Suchmaschine zu benutzen und ohne das eigentlich Thema aus den Augen zu verlieren. Er oder sie klickt dann jeweils auf den Verweis "Nächste", um die verschiedenen Angebote zu durchblättern. Wer den Hinweis "Mitglieder" anklickt, erhält eine Liste aller Ring-Seiten und kann diese gezielt anspringen.
Es ist nicht nur guter Stil, Seiten mit ergänzenden Inhalten zu "verlinken" (d.h. auf andere Angebote zu verweisen) oder interessante Dokumente aufzuführen, sondern es ist auch ein grundlegender Vorteil hypertextbasierter Informationen. Links sind also ein Schlüssel für den Erfolg des eigenen Auftritts im World Wide Web. So erkennt man Sites, die die Möglichkeiten des WWW nicht erkannt haben, daran, daß solche Links fehlen. Andererseits gibt es Angebote mit wahllos zusammengestellten und unkommentierten Linkwüsten, die vollkommen nutzlos sind.
Es gibt viele unentdeckte Schätze im Netz. Geben Sie Ihrer Seite die Chance, im Datendschungel Internet entdeckt zu werden! Mit jedem neuen Mitglied des "Siebenbürgen WebRings" steigt die Wahrscheinlichkeit, daß die Seiten der einzelnen Anbieter öfter gefunden werden, denn die abgefragten Suchmaschinen liefern mit großer Wahrscheinlichkeit mindestens ein Angebot, das am Siebenbürgen Ring beteiligt ist. Auch für viele, die sich mit Siebenbürgen austauschen oder Anregungen von Ringmitglieder erhalten wollen, kann durch den Beitritt zu diesem Ring nur gewinnbringend sein. Jeder einzelne Anbieter behält dabei nach wie vor die volle Kontrolle über seine Inhalte, für die er auch verantwortlich ist. Bei einer Neuanmeldung wird lediglich geprüft, ob die angebotenen Seiten zum Thema Siebenbürgen passen.
Das bisher sehr spärliche Angebot zu Siebenbürgen kann nur durch mehr Web-Autoren quantitativ und vor allem qualitativ erweitert werden. Durch Arbeitsteilung lassen sich schnell die wichtigsten Themen abdecken. Der Webring kann eine Eigendynamik mit selbstregulierenden Eigenschaften entwickeln. Damit auch neue Anbieter Such- und Querverbindungserfolge erzielen und nicht warten müssen bis sie in der Linkliste bestehender Angebote auftauchen, ist der "Siebenbürgen Webring" unserer Meinung nach die technisch und demokratisch beste Lösung. Die steigende Zahl der Zugriffe bestätigt, daß der Webring nicht nur den gruppeninternen Dialog gefördert hat, sondern auch oft die Neugierde von Außenstehenden befriedigen konnte. Das motiviert die beiden Webmaster immer wieder aufs neue, ihre Freizeit in diese gemeinnützige Arbeit zu investieren.