Dr. Gündisch ist gegenwärtig am Bundesinstitut für ostdeutsche Kultur und Geschichte in Oldenburg tätig. Den gebürtigen Hermannstädter (Jahrgang 1948) verbindet mit Klausenburg nicht nur der Umstand, dass er seit 1998, regelmäßig im Frühjahr, an der Fakultät für Europäische Studien Blockvorlesungen (vornehmlich in deutscher Sprache) abhält. Seit 1998 sitzt Gündisch auch im Vorstand des Instituts für deutsche Studien der Klausenburger Universität. An dieser Hochschuleinrichtung hatte Gündisch einst studiert und als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Historischen Instituts gearbeitet. Mit der Verleihung der Ehrenprofessur schließt sich für den nunmehrigen Honorarprofessor Konrad Gündisch in gewissem Sinne der Kreis. An diesen Ehrentitel knüpft sich überdies die Berufung in den Senat der Klausenburger Universität.
Der Mediävist, Sohn des Historikers Gustav Gündisch (1907 - 1996), ordnet sich keiner spezifischen Schule oder Strömung zu. Im Zentrum seiner Forschung und Lehre steht die südosteuropäische Geschichte. Umso gewichtiger ist das Urteil von Gündisch über die Arbeit seines Fachkollegen Prof. Dr. Dr. Dr. h. c. Harald Zimmermann. Dessen Werk
Der Deutsche Orden im Burzenland (im Jahr 2000 im Böhlau Verlag Köln/Weimar/Wien als Band 26 in der Reihe
Studia Transylvanica erschienen) wurde am 25. April, dem Anlass gebührend, in einer akademischen Feier vorgestellt. Dieser Veranstaltung wohnten unter anderem der Dekan der Geschichtsfakultät und Rektor Andrei Marga bei. Dieser würdigte in seiner Einführung Zimmermann, dem die Universität bereits 1991 die Ehrendoktorwürde verliehen hatte, als herausragenden Wissenschaftler.
Sodann äußerte sich auch Konrad Gündisch im Rahmen der Buchpräsentation. Mit seinem Buch
Der Deutsche Orden im Burzenland habe Zimmermann eine erstrangige Arbeit vorgelegt. Der Mediävist hatte sämtliche Urkunden zur Ordensgeschichte in Siebenbürgen analysiert. Dabei sei es Zimmermann gelungen, die These zu widerlegen, wonach die Übertragung des Burzenlandes an den Deutschen Orden auf gefälschten Dokumenten beruhe. Zimmermann habe nun den Nachweis für die Echtheit jener Urkunden erbracht. Mithin sei seine Arbeit bahnbrechend für die siebenbürgisch-sächsische Historiographie.
Harald Zimmermann, der als Professor für mittelalterliche Geschichte in Saarbrücken und Tübingen lehrte, ist der Großneffe von Frank Zimmermann (1850 - 1935), dem Herausgeber der ersten drei Bände des
Urkundenbuchs zur Geschichte der Deutschen in Siebenbürgen.
Christian Schoger
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