Bezeichnend genug: Die ganze Dokumentarreihe auf dem europäischen Kulturkanal "arte" steht unter dem Leitwort "Der wilde Osten". Zum Auftakt am l. Mai, 19.00 Uhr, zeigt der Sender einen 45-minütigen Film des Franzosen Gilles Chevalier einen oberflächlichen Reisebericht über Rumänien.
Die ziemlich beziehungslos zusammengeschnittenen Berichte dokumentieren Szenen aus Bukarest am Dâmbovita-Stausee, aus Herkulesbad, Schäßburg, Vama Veche, Konstanza und dem Donaudelta. Die Menschen, die hier gezeigt werden, sind meistens arm und führen ein hartes Leben. Einer Dorfkirmes mit einem primitiven Karussell stehen Fahrgeschäfte modernster westlicher Bauart am Strand von Konstanza gegenüber. Die offenbar mit einer Videokamera gefilmten Szenen haben keine Tendenz - sie dokumentieren offensichtlich zufällig angetroffene Situationen.
Ein sehr schlicht gestrickter Reisebericht, der über das Land, seine politische und wirtschaftliche Situation keine Erkenntnisse vermittelt. Ein sehr oberflächlicher Bericht, der dem unbefangenen und unkundigen Zuschauer höchstens die Erkenntnis vermittelt: ein Land voller Naturschönheiten.
Horst Schinzel
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