16. Juni 2012
Musik und Gesang fesseln seit jeher Jung und Alt. Aus vielen Stimmen wird schnell ein Chor, ein Chor der Freundschaft! Fotos: Don Alfredo
Die Stimmung war unbeschreiblich, es ist fast unmöglich sie in Worte zu fassen! Junge Damen, man könnte sie „Jürgens Groupies” nennen, reihten sich hinter der Band auf und tanzten, die Kleinsten, vor der Band am Boden sitzend, warteten gespannt, was jetzt kommen werde, lauschten aber aufmerksam. Obwohl ihnen die Neugier ins Gesicht geschrieben stand, kannten sie das eine oder andere Lied. An den Bewegungen ihrer Lippen konnte man erkennen, dass sie fleißig mitsangen. Beim Erklingen wohlvertrauter Lieder, hackte man sich spontan unter den Arm, Eltern, Großeltern, Geschwister, Freunde und der Nachbar. Man schunkelte und sang gemeinsam mit. Pärchen hielten sich zu den Klängen von „De Astern” verträumt im Arm, und Mamis lächelten sanft, als Jürgen seine „giad Mami” zum Besten gab.
„De Astern, bläihn iiensem äm Guerten...”, eines der schönsten und ältesten Liebeslieder in sächsischer Mundart, lässt Pärchen träumen und sich liebevoll umarmen.Nicht viele Musiker und Künstler besitzen die Fähigkeit, ein Riesenpublikum zum Mitmachen zu animieren. Peter Maffay, mittlerweile ein Weltstar, der mit seinen Fans am Freitagabend auf der Schwedenwiese rockte, hat es einfacher, meint man. Doch Jürgen Dörr, ein junger Mann aus Siebenbürgen, verlieh seinem Publikum Gefühl und den Hauch der Zusammengehörigkeit, so wie wir sie von daheim kennen. Jürgen und seine Band haben es, auf eine wunderbare und sehr sympathische Art, geschafft, möglicherweise auch einen Gotthilf Fischer, den bekannten „Chorkönig”, in den Schatten zu stellen. In vielen Gesichtern konnte man nebst der Fröhlichkeit des Augenblicks auch ein bisschen Wehmut und Traurigkeit erkennen. Obwohl wir nun schon lange aus der Heimat weggezogen und in der neuen Heimat gut angekommen sind, bleiben wir in Gedanken immer mit unserer Geburtsstätte verbunden. So auch an diesem Abend, an dem die süßesten und schönsten Erinnerungen erwachten. Die eine oder andere Träne floß vielen übers Gesicht, doch niemand machte sich die Mühe, sie wegzuwischen. Keiner schämte sich seiner Tränen. Eine Träne war für die Erinnerung, eine für die Sehnsucht und sehr viele für in manchem Herzen noch verbliebenes Heimweh.
Begeisterung trägt einen Namen: „Jürgen aus Siebenbürgen”! Danke dafür.
„Siebenbürgen, mein Heimatland”, Musik und Text vom jungen Kurt Bretz, der uns mit seinen Werken die Heimat in Erinnerung behält. Sie wird immer ein Teil von uns sein, selbst wenn wir weit entfernt davon sind, denn WIR sind Siebenbürgen! Wir werden es immer im Herzen tragen und erst „wenn der Tod uns nimmt das Leben, werden wir aufhören treu zu sein”, denn DAS ist „wahre Freundschaft”!
Henricke Gunesch
Schlagworte: Heimattag 2012, Musik
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