22. September 2010
Vorstandsmitglieder und Moderatoren von RTI beim Musik- und Kulturfest in Unterhaching, erste Reihe, von links: Reinhardt Linder, Hildegard Kijek, Marie-Laure Schiel, Jürgen Schiel, Lilli-Christine Schuller, Hans Detlev Buchner: zweite Reihe, von links: Thomas Schenk, Lucia Widmann, Eric Scherer. Foto: Heide Stefani
Auf keinem siebenbürgischen Fest dürfen Tanz und Tracht fehlen. So präsentierte sich unter Leitung von Heidi Krempels und Andreas Roth die Jugendtanzgruppe aus München, die auch durch ihre schönen Trachten bestach. Den meisten Beifall bekam die Kindertanzgruppe aus München. Auch die Tanzgruppe Augsburg mit ihrem Tanzgruppenleiter Helmut Schwarz hatte es sich nicht nehmen lassen, eigens anzureisen, um dem Publikum neben ihren Back- auch ihre Tanzkünste unter Beweis zu stellen. Einen gelungenen Abschluss bildete der gemeinsame Tanz der drei Gruppen.
Ute Bako, geborene Schuller, bei der Vorstellung der Trachten. Foto: Eric Scherer
„Die siebenbürgische Tracht ist nicht nur ein Kleidungsstück. Sie ist ein Identifikationsmittel. So verschieden die Trachten auch sind, bilden sie doch eine Einheit.“, begann Ute Bako die anschließende Vorstellung der von Tal zu Tal unterschiedlichen Trachten, um vor allem auch den nicht-siebenbürgischen Besuchern diese Kultur nahezubringen. Hierbei führten die Tanzgruppenmitglieder u.a. Trachten aus dem Burzenland, Galt, Reußmarkt und Hermannstadt, aber auch die Landlertracht und Kindertrachten sowie die vergleichsweise schlichte Männertracht vor. Zur Erheiterung des Publikums trugen nicht nur die Reaktionen Uneingeweihter, wie: „Sind das Eingeborene von denen?“ bei, sondern auch der unvergessliche Auftritt des begeisterten Unterhachingers Adolf, der sich mehrmals am Mikrofon zu Wort meldete, um zu betonen, wie schön die siebenbürgischen Trachten seien und wie nett es sei, dass sich „so eine Gruppe“ hier in Unterhaching treffe.
Von links: Fritz Bretz, Ingmar Eiwen (Memories Duo) sowie Uwe Pelger, Uwe Orendt (Uwe und Uwe). Foto: Eric Scherer
Während der Betrieb auf dem Platz weiterlief, fand in der Hachinger Halle eine Präsentation Siebenbürgens und seiner Kultur statt. Neben zahlreichen interessierten Nicht-Siebenbürgern, die an dem Fest teilnahmen, lauschten auch viele Landsleute dem Vortrag über die Heimat. Hildegard Kijek und Reinhardt Linder, beide Moderatoren beim RTI, nahmen ihre Zuhörer dabei mit auf einen „Streifzug durch die über 800 Jahre Siedlungsgeschichte der Siebenbürger Sachsen“ und sprachen dabei neben der wechselnden Staatszugehörigkeit Siebenbürgens und den Gründen für die Abwanderung auch die Kultur der Siebenbürger an. Nicht nur die Mundart und deren regionale Unterschiede, sondern auch die traditionsreiche Küche, die Feste und Bräuche wurden erläutert.
Die Strangers-Band beim RTI Musik- und Kulturfest in Unterhaching. Foto: Eric Scherer
Der Festveranstalter, Radio Transsylvania International, ist seit 2006 auf Sendung. Schon 2008 zeichnete das Bundeswirtschaftsministerium den Sender mit dem dritten Preis für „Wege ins Netz“ aus. Auch auf den jüngsten Heimattagen in Dinkelsbühl waren die Radiomacher mit einem Stand vertreten. Mittlerweile bietet RTI seinen Hörern zwei Stationen: Während sich RTI 1 „Saksesch Radio“ vorwiegend siebenbürgisch-sächsischer Kultur und Mundart widmet, wendet sich RTI2 „international“ an ein deutsch- und rumänischsprachiges Publikum. „Unser Ziel ist es, die siebenbürgische Kultur zu erhalten und auch junge Menschen zu erreichen. Wir wollen gut machen, was viele Eltern versäumt haben, und die Jugendlichen ermutigen, selbst sächsisch zu sprechen“, bekräftigt RTI-Moderator Reinhardt Linder. An das gelungene, gut besuchte Fest schloss sich der Ball an, auf dem die Gäste zur Musik der Band „Strangers“ und mit rumänischem Wein aus Jidvei bis in die Nacht hinein feierten.
Barbara Eggers
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