15. Januar 2011

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Neujahrsempfang in Gundelsheim

Der traditionelle Neujahrsempfang der siebenbürgisch-sächsischen Kultureinrichtungen in Gundelsheim am Neckar – Siebenbürgisch-Sächsischer Kulturrat, Siebenbürgisches Museum und Siebenbürgen-Institut – fand am 8. Januar 2011 im Zeichen der 800. Wiederkehr der Berufung des Deutschen Ordens ins Burzenland statt. Rund 120 Gäste folgten der Einladung und füllten den Festsaal von Schloss Horneck bis auf den letzten Platz, einige fanden nur noch Stehplätze.
Der Kulturratsvorsitzende Dr. Dr. h.c. mult. Christoph Machat begrüßte die Gäste und gab einen kurzen Überblick über die im Jahr 2010 geleistete Tätigkeit der „Gundelsheimer“ und hob deren Engagement hervor, das in krassem Gegensatz zur Entlohnung stünde, die wegen der finanziellen Engpässe nach wie vor gering sein muss. Die Bürgermeisterin von Gundelsheim, Heike Schokatz, betonte die Bedeutung, die die Kultureinrichtungen der Siebenbürger Sachsen für die Stadt haben und erntete großen Applaus für ihre Feststellung, die Siebenbürger gehörten zu Gundelsheim wie der Neckar, der Michaelsberg oder das Deutschordensschloss. Dessen „Hausherr“, Dipl.-Ing. Bernd Schütz, der Vorsitzende des Hilfsvereins „Johannes Honterus“, begrüßte die Gäste herzlich und sagte die weitere Unterstützung der kulturellen Einrichtungen zu, die auf Schloss Horneck „residieren“.

Den Festvortrag hielt der renommierte Mediävist Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Harald Zimmermann, dessen fundamentales Buch über den „Deutschen Orden im Burzenland“ soeben in zweiter Auflage im Böhlau-Verlag Köln erschienen ist. Er sprach über den Burgenbau des Deutschen Ordens und verband ihn launisch mit Kindheitserinnerungen an den Bau einer „Kalib“ im heimatlichen Kronstadt.

Danach wurde ein Film von Hannelore und Erwin Kraus über die fünf Deutschordensburgen im Burzenland vorgeführt und eine Ausstellung mit Fotografien des Kronstädter Berufsfotografen Heinrich Gust (1887-1969) gezeigt, der schwerpunktmäßig in der Zwischenkriegszeit wirkte, ergänzt durch originale Fotoapparate und Gerätschaften aus Gusts Atelier (die Ausstellung haben Jutta Fabritius, Heike Roth und Ingrid Schiel vorbereitet). Dass die Technik nicht immer mitspielte, war ein anschauliches Zeichen für die dringend erneuerungsbedürftige Ausstattung des Instituts. Musikalisch wurde die Veranstaltung von der jungen Pianistin Miriam Wien (Landau) talentiert umrahmt, sie spielte Werke von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Karel Swoboda.

Schlagworte: Gundelsheim, Neujahrsempfang, Siebenbürgen-Institut, Siebenbürgisches Museum, Kulturrat

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