18. November 2011
Mircea Cărtărescu vor deutschem Publikum in München. Foto: Konrad Klein
Die Lesung war zweisprachig: Nachdem der Autor eine Passage aus der rumänischen Fassung vorgestellt hatte, übernahm Peter Motzan die deutsche Fassung und erklärte den Zuhörern den historischen Hintergrund des literarischen Textes. Der präsentierte Abschnitt aus dem Band Der Körper entfaltete mit seiner bildreichen Sprache eine skatologische Dimension. Nach der Lesung entwickelte sich ein interessantes Gespräch aus Fragen des Publikums, auf die Mircea Cărtărescu eingehend antwortete. Das Werk wurde als „repertoire de imagini culturale“ [Repertoire kultureller Bilder] gepriesen, in dem Intertextualität und Interreferenzialität eine bedeutende Rolle spielen. Dieses Werk umfasst sowohl Romane als auch Gedichte und neuerdings Dramen. Man sprach über die Einstellung des Schriftstellers zu den verschiedenen Gattungen, der von sich behauptete, dass das Schreiben von Gedichten nicht mehr zu seinem Alter passe. Es gebe eine Zeit für Lyrik, eine Zeit für Epik und eine Zeit für Dramatik. Obwohl er keine Gedichte mehr schreibe, veröffentliche er Bände mit Gedichten, die er in seiner Jugendzeit geschrieben habe, und die nun „beim Frühjahrsputz“ zum Vorschein kämen. Derzeit widme er sich der Prosa und schreibe „leichte“ Romane für eine breite Leserschaft. Diese Romane werden in unterschiedliche Sprachen übersetzt. Von der Übersetzung des Orbitor ins Bulgarische habe Cărtărescu erfahren, als ihn – nach einer Veranstaltung – der Lektor für Bulgarisch an der Bukarester Universität angesprochen und ihm erklärt habe, dass er im Alleingang die ganze Trilogie des Vergnügens willens übersetzt habe, was beim Schriftsteller große Verwunderung auslöste.Andreea Dumitru
Schlagworte: Lesung, München, rumänische Literatur, IKGS
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