5. Dezember 2011
Margarete Depner: „Drei Generationen“, Öl, 80 x 105 cm.
Sämtliche Beiträge werden durch zahlreiche Kohlezeichnungen, Lithografien, aber auch Fotos aus Depners bildhauerischem Werk aufgelockert. Im Anhang finden wir ein Gedicht von Adolf Meschendörfer, in dem er die Göttlichkeit ihrer Bilderwelt suggeriert. Die folgende „Biografische Übersicht“ in Form eines tabellarischen Lebenslaufs enthält die wichtigsten Lebensdaten und ein Verzeichnis ihrer Exponate in deutschen und rumänischen Museen. Vor der Farbtafel-Sammlung befinden sich noch ein ausführliches Literatur- und Quellenverzeichnis, Kurzbiografien der drei Autorinnen und ein Register der Personennamen. Die bereits erwähnten Farbabbildungen geben einen umfangreichen Einblick in die Ölmalerei der Künstlerin, in ein Genre, das sie nach Meinung der Fachwelt als Vertreterin der klassischen Moderne ausweist. Über Depners künstlerisches Credo erfahren wir Näheres aus einem von ihr verfassten Artikel, der 1930 in den „Kronstädter Gärten“ erschienen war und hier abgedruckt ist (S. 13-17). Desgleichen enthalten Fischers Untersuchungen zahlreiche Zitate der Künstlerin („Wir malen nicht so, wie wir malen wollen, sondern wie wir malen müssen“, „In der Kunst ist alles Gnade – nichts Verdienst!“, S. 14). Depner bewahrte sich über die historischen Zäsuren hinweg einen zeitlos erscheinenden Stil, wie Fischer feststellt, und ließ sich weder vom Nationalsozialismus noch vom sozialistischen Realismus vereinnahmen. In dem vorher erwähnten Artikel formulierte das Depner so: „Das Schönheitsideal der Kunst wird in jedem Zeitabschnitt einer jeden Kultur wechseln, stets ein anderes sein – der menschliche und formale Wahrheitsgehalt derselben aber wird über Ewigkeiten hinweg derselbe bleiben“. Und diesem Credo ist Depner bis ans Ende ihrer kreativen Periode treu geblieben. Treu geblieben ist sie auch ihrer Heimat und ihrer Vaterstadt Kronstadt, wo sie im September 1970 beerdigt wurde.Dr. Wolfgang Knopp
Schlagworte: Rezension, Künstlerin, Kronstadt, Malerei
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