28. Dezember 2009
Helmut Sadler. Foto: Heinz Acker
Für alle Bilder des Onkels findet Sadler eine adäquate musikalische Darstellung. Dabei erlebt seine musikalische Sprache nun im Alter jene Klärung hin zu einfachster Reinheit, die etwa ein aufgewühlter Gebirgsbach aufweist, wenn er lange über steinigen Boden läuft und dabei an kristalliner Klarheit zunehmend gewinnt. Rückkehr zu den Wurzeln auch im musikalischen Bereich. Das kann auch mit humorigen Andeutungen geschehen, wenn es beispielsweise im Text heißt: „Mit Neunzig – wieder ein Kind“ und Sadler dabei eine Kindermelodie wieder aufgreift, die bereits auf der ersten Lebensstufe als eingeblendetes Klangzitat aufscheint. Zu der Transparenz des Werkes trägt auch die dezente Besetzung bei, denn hier tritt zu dem gemischten Chor (für drei Frauenstimmen und eine Männerstimme!) nur ein unaufdringlich agierendes Streichorchester hinzu. Hier zeigt sich wieder Sadlers Meisterschaft, mit einfachen Mitteln überzeugende Wirkung zu erzielen. Dazu trug auch der gut disponierte evangelische Kirchenchor unter seinem Leiter Peter Mössle bei, begleitet von der einfühlsam mitgehenden Streichergruppe „Pro musica sacra“. Mit langanhaltendem und stehendem Applaus dankte ein äußerst zahlreiches Publikum für diesen musikalisch bereichernden Abend. Ob Sadler damit seinen eigenen „Schwanengesang“ geschrieben hat? Er werde wohl nicht mehr viel komponieren, so der bedächtige Kommentar des Komponisten. Doch bei der Rüstigkeit des bald 90-Jährigen wünscht man ihm und sich noch weitere Werke aus seiner Feder.
Prof. Heinz Acker
Schlagworte: Musik, Konzert, Kirche
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29. Februar 2012
11:00 Uhr