Der Siebenbürgisch-sächsischer Kulturpreis, die höchste von Siebenbürger Sachsen vergebene Ehrung wissenschaftlicher und künstlerischer Leistungen, wird für das Jahr 2010 zu gleichen Teilen dem Lexikographen, Mediziner und Biologen Hermann A. Hienz sowie dem Schriftsteller und Literaturwissenschafter Joachim Wittstock zuerkannt. Der Preis wird in feierlichem Rahmen am Pfingstsonntag während des Heimattages der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl verliehen.
1924 in Hermannstadt geboren, hat Hermann A. Hienz als Professor der Medizin und der Biologie durch Forschung und Lehre insbesondere zur Entwicklung seiner Schwerpunktgebiete Pathologische Anatomie und Zellenlehre beigetragen. Ehrenamtlich hat er das von Joseph Trausch, Friedrich Schuller und seinem Vater Hermann H. Hienz begonnene „Schriftstellerlexikon der Siebenbürger Deutschen“ ergänzt, in fünf Bänden bis zum Buchstaben P fortgeführt und die Vorarbeiten für weitere Bände abgeschlossen. Mit diesem bio-bibliographisches Handbuch hat er der Wissenschaft ein Referenzwerk an die Hand gegeben, das es so für keine andere deutsche Gruppe außerhalb des binnendeutschen Sprachraums gibt.
In Hermannstadt wurde auch Joachim Wittstock geboren, 1939. Dort lebt und wirkt er heute noch als herausragender Vertreter der deutschen Literatur in Rumänien. Im Zentrum seiner literarischen und literaturwissenschaftlichen Aufmerksamkeit stehen die Siebenbürger Sachsen mit all Implikationen, denen sie durch die Umbrüche des 20. Jahrhunderts ausgesetzt waren. Weit über die Siebenbürger Sachsen hinaus gehen aber Bedeutung und Wirkung seines Werkes, das alles andere ist als – so die Selbstaussage – „ein bescheidener Beitrag zum imaginären Erinnerungswerk der Siebenbürger Sachsen“.
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