9. August 2005

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Auf den Spuren der Religionen in Wien

Nach den Kamingesprächen, in denen Obfrau Martina Niestelberger über die Religionen in Siebenbürgen referiert und mit uns darüber diskutiert hatte, besuchten wir an drei verschiedenen Nachmittagen zwei Kirchen und die Synagoge in Wien. Die Führungen in den drei Gotteshäusern brachten uns die Materie näher, wobei das profunde Wissen der Führenden besonders lobenswert ist.
Als Erstes besichtigten wir die Mechitaristen Kirche im 7. Gemeindebezirk, die zum gleichnamigen Kloster des armenischen katholischen Ordens nach der Benediktinerregel, seit 1810 in Wien, gehört. Die Kirche und Teile des Klosters wurden 1873 im Stile der Frührenaissance neu erbaut. Interessant sind das Museum und die Bibliothek des Klosters, wo anhand der wertvollen Handschriften die orientalischen Sprachen und vor allem die armenische Literatur ab dem 12. Jahrhundert erforscht wird.

Die russisch-orthodoxe Kirche, als Kathedrale dem Heiligen Nikolaus geweiht, war 1899 das geistliche Zentrum aller Slawen in der Donaumonarchie. Der russisch-byzantinische Backsteinbau mit vier Zwiebeltürmen bietet einer ungewöhnlichen Anblick im dritten Bezirk und ist im Inneren in eine Ober- und Unterkirche geteilt. Die Ikonastase ist beeindruckend und vermittelt die Mystik dieser christlichen Glaubensrichtung. Unterstützt wird diese Kirche von Russland.

Die Synagoge in der Seitenstettengasse im ersten Bezirk ist das Zentrum der israelitischen Kultusgemeinde in Österreich. Wir besuchten diesen klassizistischen Bau von Josef Kornhäusl, einem bekannten Architekten im Wien des 19. Jahrhunderts. 1824-26 wurde er in ein fünfstöckiges Haus hineingebaut, damit die Synagoge, gemäß des Toleranzpatents von Josef II., 1781, nicht von außen erkennbar war. Die zwölf Säulen und Balustraden der zwei Galerien für die Frauen - unten dürfen nur Männer beten - wirken wie aus Marmor, sind aber nur aus Holz und bemalt. Die Tür, hinter der sich die Lade mit der Thora befindet, und das Betpult sind sinngemäß gestaltet. All dieses wurde 1938 schwer beschädigt, aber nicht total zerstört, da das Gebäude mitten im engverbauten Teil der Stadt steht. Jetzt ist natürlich alles wieder hergestellt worden.

Das Interesse der 20 Teilnehmer war bei allen Führungen groß. Wir hoffen auf eine Fortsetzung im Herbst und danken Obfrau Martina Niestelberger für ihre Bemühungen.

GP

Schlagworte: Wien

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