16. März 2009
Unter dem Namen „Eutopia“ will Hariet Wolff (hier vor dem Pfarrhaus) in Hamlesch ein Begegnungsprojekt realisieren. Foto: Holger Wermke
Gäste sind willkommen, ja sogar ein elementarer Bestandteil ihres Projektes. „Ich möchte einen Ort schaffen, an dem die verschiedensten Menschen zusammenkommen mit unterschiedlichen Meinungen. Die Leute sollen hier reden, sich austauschen und diskutieren. Auch Handfestes will sie künftig anbieten. Sie könne sich vorstellen, Seminare zu Handwerk, Religion, Natur anzubieten, ebenso wie Koch-, Musik- und Malkurse. Auch Theater, ihre große Leidenschaft, möchte sie in das 370 Seelen zählende Dorf am Fuß des Zibinsgebirges bringen. Mit ihrer Idee konnte sie auch den Regisseur Radu Gabrea und die Schauspielerin Victoria Cocias begeistern. Beide unterstützen Wolff, die sie während der Dreharbeiten zu „Der geköpfte Hahn“ kennengelernt haben. Im Namen der Firma S.C. Total TV S.R.L. hat Cocias den Mietvertrag für das Pfarrhaus unterschrieben.
Als dieses Bild Anfang Januar entstand, lag der Pfarrhof von Hamlesch noch im Winterschlaf. Rechts das frisch renovierte Pfarrhaus, links die ebenfalls 2008 sanierte neuromanische Kirche (siehe Siebenbürgische Zeitung vom 15.12.2008). Foto: Konrad Klein
Die ehemalige Schauspielerin des Hermannstädter Staatstheaters will beispielsweise die alte Schule, die sich derzeit in einem traurigen Zustand befindet, wiederherrichten und darin Künstlerateliers und Proberäume etablieren. Etwa 150 000 Euro wären für die Sanierung nötig, schätzt sie. Geld, von dem sie allerdings nicht weiß, woher es kommen soll. Deshalb sei sie auf Sachspenden angewiesen. Jeder, der will, könne für Kost und Logis am Projekt mitarbeiten. Demnächst soll ein Verein gegründet und EU-Gelder beantragt werden. All das braucht Zeit. In Anlehnung an frühere Zeiten hat sie ihren persönlichen Fünf-Jahres-Plan aufgestellt. Da die intensive Arbeit vor anderthalb Jahren begonnen hat, liegen also noch dreieinhalb weitere Jahre vor ihr. Wenn alles nach Plan läuft. Für die sympathische, tatkräftige Frau ist das Leben in Hamlesch trotz aller Unwägbarkeiten ein Schritt in die richtige Richtung, wie sie selbst sagt. Noch vor wenigen Jahren litt sie an den Folgen einer schweren Krankheit, war depressiv und unfähig, ein normales Leben zu führen. Ein Arzt empfahl ihr damals, einen Ausbruch aus dem damaligen Leben zu wagen. Das hat sie getan. Es scheint ihr gut zu tun.
Holger Wermke
Schlagworte: Kirche und Heimat
42 Bewertungen: ![]()
Artikel wurde 4 mal kommentiert.
Zum Kommentieren loggen Sie sich bitte in dem LogIn-Feld oben ein oder registrieren Sie sich.
Schmökern und recherchieren im Archiv der SbZ von 1950-2010.
Die letzten Kommentare
Neueste Artikel zum Thema Rumänien und Siebenbürgen
Alle neuesten Artikel
13. Juni 2012
11:00 Uhr