TV-Tipp: Liebesgrüße nach Moskau - Der große Radiokrieg

(13.03.2010)

Weltweit

BR Fernsehen, Samstag, 13. März, 22.10 Uhr bis 23.40 Uhr
Liebesgrüße nach Moskau - Der große Radiokrieg
Dokumentarfilm, Deutschland 2008
Ohne "Radio Freies Europa" wäre die Geschichte des Kalten Krieges anders verlaufen. Dass es nicht zu einem atomaren Holocaust kam, ist nicht zuletzt auch ein Verdienst von RFE. Zunächst heimlich von der CIA finanziert, später offiziell durch die amerikanische Regierung, sendete "die Stimme der Freiheit und Demokratie" - so RFE über sich selbst - von 1951 an in den jeweiligen Landessprachen nach Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und in die Tschechoslowakei. RFE war die wohl ungewöhnlichste und dabei erfolgreichste Waffe der USA im Kalten Krieg. "Liebesgrüße nach Moskau" zeigt die Erfolge und Fehlschläge des Senders. Der Film zeigt, welchen Aufwand die Regimes in Osteuropa betrieben, um die Bevölkerung am Empfang von RFE zu hindern. Störsender machten das Programm fast unhörbar. Aber RFE wehrte sich dagegen, indem es seine Frequenzen ständig wechselte - ein Katz-und-Maus-Spiel auf höchstem technischen Niveau, an dem die Hörer aktiv teilnahmen. Sie ihrerseits lebten in ständiger Angst, entdeckt zu werden. RFE berichtete nicht nur über das Geschehen im Westen, viel wichtiger noch waren die Nachrichten über das Geschehen in den Vasallenstaaten der Sowjetunion selbst. Die Machthaber selbst nutzten begierig die Nachrichten von Radio Freies Europa als verlässliche Informationsquelle über den Ostblock. Der Sender in München war in den Augen der CIA ein Tummelplatz östlicher Agenten. Es gab in jeder Abteilung Informanten, die zum Teil erpresst, zum Teil freiwillig ihre Informationen nach Osten lieferten. Es gab Morde und Mordversuche, Attentate mit vergifteten Regenschirmen und Salzstreuern, und schließlich auch eine Bombenattacke auf den Sender selbst - all das, was eine gute Spionagegeschichte ausmacht, war Teil des Alltags bei RFE. Der Zusammenbruch des kommunistischen Regimes in Osteuropa und der Fall der Berliner Mauer im Herbst 1989 war ein Triumph des in München beheimateten Senders. Fast vier Jahrzehnte existierte dieses enorm wichtige Medium, um die Menschen im Herrschaftsbereich der Sowjetunion und des Warschauer Pakts mit pro-westlichen Informationen zu versorgen: Sie arbeiteten stets unter dem Motto: Unser Ziel ist es, die Herrschaft des Kommunismus zu beenden - und uns damit selbst abzuschaffen!

Veranstalter: BR Fernsehen

Schlagworte: TV, Medien

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