(17.11.2011) 11:05 - 11:25 Uhr
Österreich
ORF 2, Donnerstag, 17. November, 11:05 bis 11:25
Tierzuliebe Spezial
Wildlebende Pferde in Rumänien gerettet
Seit Ende der 90er Jahre beteiligt sich der Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel an der Erhaltung und Auswilderung der Przewalskipferde, der letzten echten Wildpferde, die hier in der Naturzone leben dürfen. Ein unschätzbares kostbares Erbe, das wir hüten und bewahren müssen.
So wie die wildlebenden Pferde in Rumänien. Warmblutpferde, Nachkommen einstiger domestizierter und in die Freiheit entlassener Pferde. Unbemerkt wurden 70 von ihnen "illegal" von der rumänischen Landbevölkerung eingefangen und an einen Schlachthof verkauft. Die österreichische Tierschutzstiftung Vier Pfoten hat alles getan um die Pferde zu retten. Gemeinsam machten wir uns mit den Tieren zurück auf den Weg in ihre Heimat - ins Donaudelta...
Tierzuliebe begleitete mit der Tierschutz Stiftung "Vier Pfoten" den Rücktransport der geretteten Wildpferde ins Donaudelta. Die Odyssee der Tiere dauerte 3 Monate: Eingefangen, an den Schlachter verkauft, in letzter Minute von der Tierschutz Stiftung "Vier Pfoten" gerettet, waren sie schließlich Ende August zum Rücktransport bereit.
Unsere Reiseeindrücke waren erschütternd, eine Berg- und Talfahrt an Hoffen und Bangen und schließlich, als wir die Heimat der Pferde das erste Mal sahen, überwältigend.
Was wir gelernt haben: Wie kostbar dieses Naturjuwel im Donaudelta ist, wie einzigartig diese Pferde sind und wie groß die Armut der Dorfbewohner. Eine Lösung für Mensch und Tier muss gefunden werden, damit sich diese Geschichte nicht mehr wiederholt.
Die Vorgeschichte: Im rumänischen Donaudelta leben etwa 2500 Pferde in freier Wildbahn. Früher dienten sie als Arbeitstiere in den Kolchosen des Kommunismus. In den späten 60er Jahren verloren sie, im Zuge der Industrialisierung, ihre Bedeutung als Arbeitskraft. Die Tiere wurden einfach sich selbst überlassen und passten sich an ein Leben in Freiheit an. Bis heute ist so eine große Wildpferdpopulation in Europa entstanden. Ihre Existenz ist nicht unumstritten - das Donaudelta stellt einen Schnittpunkt zwischen europäischer und asiatischer Flora und Fauna dar. Das Nahrungsangebot für Pferde ist begrenzt und seltene Bäume und Pflanzen werden im Winter von den Tieren gefressen.
So waren schließlich sogar Umweltschutzorganisationen für den Abschuss dieser Tiere. Nicht so die Tierschutz Stiftung "Vier Pfoten". 2010 brachten die Tierschützer über 100 Tonnen Futter ins Naturschutzgebiet und ein Kastrationsprojekt soll den Bestand der Tiere stabilisieren. Im Mai 2011 wurden 71 dieser Pferde von Dorfbewohnern und Kleinbauern aus Letea äußerst brutal eingefangen und an einen Schlachthof verkauft. Diese Aktion hatte ein großes Medienecho in Rumänien und "Vier Pfoten" gelang es mit Hilfe der Bevölkerung, den Transport zu beschlagnahmen und die überlebenden 51 Tiere wieder aufzupäppeln.
Ort: Österreich
Veranstalter: ORF
Schlagworte:
TV,
Medien