Ukrainer dessertieren nach Rumänien

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joachimroehl
schrieb am 02.10.2026, 09:55 Uhr (am 02.10.2026, 10:00 Uhr geändert).
Meine Partnerin war jetzt vier Wochen in der Westukraine und berichtet über fast männerleer Städte in Teschernowtzi und Lviv. Cernăuți gehörte wie Lemberg lange Zeiten zu Österreich-Ungarn und heute flüchten zehntausende Desserteure über die Theiß nach Rumänien. Sie bezahlen für die Schleusung ab 10.000 Dollar aufwärts, andere lassen sich gegen Bares ärztliche Atteste schreiben oder sie tauchen auf dem Land und besser noch in den grenznahen Karpaten unter, um dem ukrainischen Fleischwolf zu entkommen. In zwei uns bekannten Fällen werden sogar Soldaten die nicht an die Front wollen dort nominell (!) geführt, die rekrutierenden Offiziere teilen sich den im Ende von Brüssel und Berlin bezahlten Wehrsold von umgerechnet dreitausend Dollar monatlich und lachen uns im Westen aus. Auch Fahnenfluchten gehören in allen Kriegen zur Realität, aber hier erschreckt die enorm hohe Zahl im sechstelligen Bereich. Gestern stieß ich auf das entlarvende Interview mit Klitschko, dem Kiewer Bürgermeister, kommentiert von der bei uns lebenden Ukrainerin Krissy Rieger, welches das ganze Kiewer Regime in wenigen Minuten entlarvt.
lauch
schrieb am 02.10.2026, 10:25 Uhr
Wie aktuell ist denn diese Meldung?
Peter Otto Wolff
schrieb am 02.10.2026, 14:21 Uhr
Alles was Recht ist, bin als Sachse in Krasnodon, heute Ukraine, im Arbeitslager geboren! ALLE Ukrainer sind zu bedauern, ob Zivilisten, ob Kämpfer an der Front, selbst Deserteure! Denen zu helfen ist eine moralische Pflicht eines Staates wie Deutschland. Kommt das ABER. Nicht normal ist die Sonderbehandlung bez. s.g. Bürgergeld. Schon gar nicht der s.g. Altfälle! Inzwischen sind es insgesamt 1,25 MIO. Deren Bereitschaft zu arbeiten, ist mehr als dürftig, verglichen mit allen anderen Ländern! Warum sollten sie auch, alle üblichen Prüfungen der Bedürftigkeit, Regeln des Nachweises eigener Bemühungen, gelten für sie nicht! Auch nicht die Angemessenheit der Größe der bezogenen Wohnung. Staat zahlt ALLES!!! Da kann man sich schon fragen, bei dieser gigantischen Zahl, wäre es nicht möglich, für Ihresgleiche Kindergärten zu organisieren, damit die Mütter arbeiten können? Muss man wirklich fahnenflüchtige Männer ausgiebig subventionieren, einmal als pauschale Hilfe für die Ukraine, und dann hier voll als Sozialfall? Fließen die großzügigen Zahlungen der EU nicht zu einem Großteil in die Korruption? Wieso prüft das niemand, so schwer es sei? Selbst der Präsident, bei allen Meriten, ist nicht ein Kind der Traurigkeit i.S. eigenes Eigentum. Es gibt ja die KI, die findet ALLES, wenn man sie darauf ansetzt!
POW
joachimroehl
schrieb am 03.10.2026, 14:52 Uhr (am 03.10.2026, 14:58 Uhr geändert).
Krasnodon im jetzt russischen Donbass östlich von Stalino? meine Oma wurde am 15.Januar 1945 von Hahnbach nach Dnjeprodscherschinsk in die Ukraine verbracht und erst 2 Jahre später nach Frankfurt/Oder entlassen. Sie bekam außer einer ärztlichen Untersuchung mit anschließender Entlausung, Essen, Klamotten und einem Freifahrtschein für die Deutsche Reichsbahn nichts und hat sich schon wenige Tage später in Sachsen bei einem Bauern verdingt. Klar, die heutigen Verhältnisse sind anders und provozieren aber Ärger und Mißstimmung. Was mir auffällt, wenn man die Nummernschilder der ukrainischen Kfz liest, kommen die meisten aus der vom Krieg fast nicht betroffenen Westukraine, vor allem Lviv mit dem Kennzeichen BC oder Iwano-Frankiwsk mit AT stechen ins Auge. In Polen gibt es maximal sechs Monate Sozialgeld und danach nichts mit dem Ergebnis, daß über 90% der Flüchtlinge arbeiten gehen. Wenn ich hier im Zug ukrainische Männer sehe, frage ich sie gern "Чому ти не на фронті?" warum bist Du nicht an der Front? und sofort kucken sie erstaunt, manche auch böse, wenn ich dann antworte sie unterstützen damit doch Putin! danach lachen wir meist alle zusammen..
Nimrod
schrieb am 03.10.2026, 16:19 Uhr
Hallo Röhl, in deinem Sinn würde ich für diesen Artikel auch ein „Daumen hoch“ vergeben. Du schilderst hier sehr interessant und aufschlußreich aus dem Schicksal deiner Großmutter und deine Begegnungen mit Ukrainern im Alltag. Toll finde ich auch, daß du russisch sprichst und dadurch im O-Ton mit den Leuten sprechen kannst. Ich habe an das aktuell umkämpfte Gebiet in der Ukraine familiär auch eine traurige Erinnerung. Der Bruder meiner Mutter ist im Herbst 1943 als Soldat der Wehrmacht in diesem Gebiet, angeblich bei der Überquerung des Dnjepr, verschollen und wurde von seinem Kp-Chef als „vermisst“ gemeldet. Das ist alles was wir über ihn wissen. Leider wird dieser Raum jetzt wieder mit Blut getränkt. Ich denke, ein „Nie wieder“ gibt es in der Menschheit nicht ! (Um dich jetzt nicht wieder zu erschrecken, habe ich unter Rücksichtnahme auf dein zartes Gemüt auf fettgedruckte Worte verzichtet).
joachimroehl
schrieb am 03.10.2026, 17:51 Uhr (am 03.10.2026, 18:15 Uhr geändert).
Danke Dir. Russisch hatte ich bis zur 12.Klasse zwangsweise, heute ist es gut die Sprache noch etwas zu beherrschen. Frag wegen Deinem Onkel beim Bundesarchiv in Koblenz nach. Nach wenigen Wochen bekommst Du eine Antwort oder den Hinweis wo Du weitersuchen kannst. Mein Opa hatte ja den Krieg als SS Angehöriger selbst auf der Krim und in der Schlacht von Tscherkassy überlebt, aber von seinen beiden gefallenen Brüdern haben wir die Einheit WIKING, den genauen Todeszeitpunkt und den Ort Narva erfahren, wo es heute auch ein Gräberfeld gibt. Beim Volksbund kannst Du auch selbst auf Suche gehen. Bei Oma hat uns das Rote Kreuz in München geholfen und nach einigen Monaten kam die vollständig kopierte Gefangenenakte vom Archiv des KGB aus Moskau mit den Daten des Arbeitslagers Nr.1415 im heutigen Kamjensk am Dnjepr. Tja, daß Deutschland nach seiner Geschichte 1999 nochmals Bomben auf Belgrad warf, hätten wir sicher nie gedacht und heute fahren deutsche Panzer wieder gegen Russland und wir liefern mörderische Drohnen. Wollen wir hoffen, daß sich wenigstens diesmal von innen etwas ändert, bevor es ganz zu spät ist.
Hansi_42
schrieb am 03.10.2026, 23:35 Uhr
Hallo lauch,
Du wartest noch immer auf die Antwort zu Deiner Frage w.o. bzgl. der Aktuallität der Meldungen. Hier mein Versuch zur Klärung:
Der erste Bericht hinter dem Link "Rumänien" stammt von Mai 2024. Also, vor zwei und eine halb Jahre.
Das Video hinter dem Link "Ukrainerin" ist recht neu. Es stammt von einer AfD nahen Bloggerin, die den Vorspann aus einem 20 Minuten Interview, und somit aus dem Kontext, geschnitten hat, um ihren Senf dazu zu geben.
joachimroehl
schrieb am 04.10.2026, 08:43 Uhr (am 04.10.2026, 08:59 Uhr geändert).
Auf die Journalistin bin ich aufmerksam geworden, weil sie lustigerweise hochdeutsch wie eine waschechte Siebenbürgerin spricht und Klitschko sie in den letzten Jahren schon 4 mal zu sich gelassen hat. Sie arbeitet für das neutrale Schweizer online Portal 20 MINUTEN in Chefposition und dürfte keiner Moskau, Peking oder Washington geneigten Partei nah stehn, andernfalls hätte sie der medienerfahrene Klitschko kaum gesprochen. Der Bericht zeigt aber auch, daß beim Kiewer Regime die Kacke dampft, denn mittlerweile desertieren sogar ukrainische Soldaten, die ganz offiziell hier in der Bundesrepublik zur Ausbildung sind.
Hansi_42
schrieb am 04.10.2026, 10:25 Uhr
Das Interview von 20min.ch JA.
Der Blog unter dem Link "Ukrainerin" aus Deinem ersten Post NEIN. Denn Blog kann doch ein Mensch in Deinem und meinem Alter doch nicht ernst nehmen.
Das es Deserteure gibt ist bekannt und gab es in jedem Krieg. Das die Zahl sechsstellig, ist kann man durchaus anzweifeln.
joachimroehl
schrieb am 04.10.2026, 10:44 Uhr (am 04.10.2026, 10:54 Uhr geändert).
Warum sollten wir zwei altersstur sein und die Meinung einer jungen Ukrainerin, die noch dazu dort und auch in der Bundesrepublik lebt nicht ernst nehmen? Krissy Rieger ist sehr erfolgreich im Investmentgeschäft tätig und analysiert wie viele denkende Menschen das politische Zeitgeschehen.

Quellen: zu den 200.000 Deserteuren bzw. den 2 Millionen Fahnenflüchtigen. Die westlichen Zahlen decken sich erstaunlicherweise mit denen, welche Moskau angibt, allerdings fehlen noch 2,8 Millionen Ukrainer die nach Russland geflüchtet sind und im Westen aus ideologischen Gründen gern ausgeblendet werden.
lauch
schrieb am 04.10.2026, 11:10 Uhr
Hallo Allerseits,

Hansi_42 vielen Dank du hast mir einiges erspart. Der Artikel vom 2.Oktober des Roehl ist tendenziös, vertauscht Opfer mit Täter,täuscht Aktualität vor wo keine ist. Das Video mit der jungen Göre ist einfach Bullshit und sagt vieles über den aus der es reinstellt. Und neu ist gar nichts, wir wissen , dass es Deserteure gibt und dass jede Menge werfähige Ukrainer in Europa unterwegs sind. Es fehlte nur noch der Satz, dass die Ukrainer mit ihren SUV den Deutschen die Parkplätze wegnehmen. Also das Ganze dümmer als die Polizei erlaubt!

Was mich aber besonders ärgert- es müsste hier Leute geben, die sich damit besser auskennen- ist die Behauptung des Roehl, dass sein Opa bei der SS war. ( 03.10.26) Dieses Behauptung, sofern der Opa aus Ro stammt, ist höchst unwahrscheinlich. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit war er bei der WAFFEN SS, das ist aber ein Unterschied.
Peter Otto Wolff
schrieb am 04.10.2026, 19:47 Uhr
OK lauch, mein Schwiegervater (persönlich nicht bekannt) wurde 1942, glaube 20-jährig, zur SS einberufen, nicht allein (lt. einem Gruppenbild) aus Birthelm. Obwohl es zu der Zeit eine rumänische Armee gab, mein Opa väterlicherseits, Kronstadt, war Oberst dieser rum. Armee. Einer seiner Söhne, mein Onkel, unbekannt, um die 20, ist in Russland gefallen. Ich hab es nicht so mit dem Militär, selbst die Grade waren mir zu blöd um sie mir zu merken. Es ist mir jedenfalls gelungen, durch Bestechung des Generals der Garnison Kronstadt (1980), der Einberufung zu entgehen, damals, kurz vor Ausreise, mit 32! Nun bin ich schon neugierig, was du bez. SS und Waffen SS weißt, und wieso das in Rumänien nicht möglich gewesen wäre. Man lernt nie aus, selbst wenn es nutzlos ist. Danke!
POW
Nimrod
schrieb am 04.10.2026, 20:10 Uhr (am 04.10.2026, 20:11 Uhr geändert).
Hallo Röhl, vielen Dank für die Hinweise zur Nachforschung vermisster und gefallener Soldaten des II. Weltkriegs. Leider bin ich auf diesem Gebiet aus leidvollem Anlass einigermaßen bewandert. Außer dem vermissten Bruder meiner Mutter hat meine Familie auch noch auf väterlicher Seite einen Kriegstoten zu beklagen. Der Bruder meines Vaters ist noch im Febr. 1945 in Frankreich gefallen und durch den Volksbund der Deutschen Kriegsgräberfürsorge auf einem riesigen Soldatenfriedhof in Frankreich zur letzten Ruhe gebettet worden. Deshalb bin ich dort (Kriegsgräberfürsorge) schon fast 50 Jahre Mitglied und unterstütze damit dessen Arbeit.
joachimroehl
schrieb am 04.10.2026, 20:43 Uhr
Das wußte ich nicht, aber oft helfen geschriebene Beiträge auch neuen oder stillen Mitlesern, war ja selbst einige Jahre hier nur ganz passiv dabei.
lauch
schrieb am 05.10.2026, 09:40 Uhr
Hallo Nimrod,

Respekt, riesengroßen Respekt für deine Mitgliedschaft bei der Deutschen Kriegsgräberfürsorge. Ich bin erst vor ein paar Jahren auf deren Arbeit aufmerksam geworden bzw. sprachen am Volkstrauertag auch rumänische Jugendliche. Ro scheint gut zusammen zu arbeiten. In einem Jahr sollte der Schröder das Grab seines Vaters besuchen, urplötzlich gab es eine asphaltierte Strasse.

Ich schreibe dir aber EXTRA deswegen: ich gehe davon fest aus, dass du dich auch mit Kriegsliteratur beschäftigt hast. In Ro neigt man immer noch stark zu Heldentum und es gibt doch noch laute Geschichtsklitterer. In OARBA DE MUREṢ, auf deutsch müsste es um das Miresch- Tal heissen, war eine Division rumänischer Soldaten regelrecht als Kanonenfutter der Sowjets missbraucht worden, angeblich von einer handvoll deutscher Soldaten niedergeschossen, Soldaten, die sich im Rückzug befanden. Da frage ich mich schon, wer waren die Helden?
Hast du darüber etwas gelesen?

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