Siebenbürger Sachsen in Berlin

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köp
Erstellt am 17.03.2009, 00:35 Uhr
Gedanken und Fragen zur Vereinsmisere
der Siebenbürger Sachsen in Berlin

"...und um alle deine Söhne schlinge sich der Eintracht Band!".
Diesen Auftrag gab uns schon 1846 der deutsche Sachse Max Moltke, mit dem letzten Vers seiner Sachsenhymne. Der Mann, der sogar einige Jahre in Berlin lebte, konnte damals nicht ahnen, dass wir anno 2009 mit den hohen Worten wie Eintracht und Einheit ausgerechnet in Berlin Schindluder betreiben würden. Die sonst funktionierende Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen und der dazugekommenen neuen Bundesländer, ist nun innerlich zerstritten, scheinbar unversöhnliche Argumente beherrschen die Streitlager. Die Lage ist sehr bedenklich und macht auch mir, einem Provinzler aus Eberswalde, große Sorgen.
Ich wohne seit 1970 in Eberswalde, als einziger Siebenbürger Sachse unter den 42 517 mehr oder weniger Einheimischen und habe mich sehr bemüht den Begriff Siebenbürger Sachse hier überhaupt bekannt zu machen. Ja, von Walachei hatte man schon gehört, aber Siebenbürgen, eine absolute terra incognita! Aber bis zur Wende war ja in der DDR sowieso jede landsmannschaftliche Verbandstätigkeit total tabu, und schon per ideologischem Staatsgehabe, einen staatsfeindlichen und revanchistischen Akt. Nach der Wende war ich sehr froh, die Gnaden der neuen Freiheiten genießen zu dürfen. Endlich auch in Form einer siebenbürgisch-sächsischen Interessengemeinschaft, als Einheit der Berliner und ostdeutschen Siebenbürger Sachsen, mit dem Ziel die spezifischen Traditionen zu wahren und diese noch irgendwie über die Zeiten zu retten. Sicher sind wir uns alle bewusst, dass wir den morbiden Zustand des ureigenen Sachsentums nicht retten können, aber wir sollten diesen Niedergang auch nicht durch eigenes Zutun beschleunigen. Nun sind wir in Berlin in der tragischen Lage, dass der Verein dabei ist, den persönlichen Querelen einzelner Mitglieder zum Opfer zu fallen. Und das sollte doch jeden Sachsen betroffen machen müssen!
Ich bin empört und traurig über die am 9. November 2009 faktisch vollzogene und möglicherweise endgültige Abspaltung eines Teiles des Vereines und kann darin weder eine zwingende Logik noch eine angemessene Pragmatik und schon gar keine objektiven Gründe erkennen. Statt einen ehrenswerten Konsens, hat man scheinbar die pure Konfrontation gesucht. Statt die Emotionen zu zügeln, dann lieber Haut- den- Lukas! Scheinbar großartig für die einen, ein Desaster für die anderen! Und da kann und darf sich niemand herausreden.
Die Darstellung in der SbZ vom 30. Nov. 2008 zur Wahl eines komplett neuen Vorstandes, logo auch eines neuen Vereins, lässt die Deutung mindestens im Konjunktiv zu, dass es sich in der Argumentation der Abspalter eher um scheinheilige, nichtschlüssige, zurechtgezimmerte und passfähig gemachte Vorwürfe handelt. Denn zu dem Vorwurf, es wären seit 1997 keine Vorstandswahlen gemacht worden und dass dieses angebliche Vergehen ein radikales Handeln unumgänglich gemacht haben soll, muss doch die Frage gestatten sein, wieso das denn erst 2008 aufgefallen ist und trotzdem die Veranstaltungen frequentiert wurden? Und wieso kommt der Vorwurf, der Landesvorsitzende Herr Schöpf hätte 2004 einen neuen Verein gegründet erst 2008? Alle waren ja dabei, auch die Fahnenträger des jetzigen Protestes! Z.B. auch am 21.Nov. 2005 mit der Singegruppe, wo die Auszeichnung durch Herrn Prof. Dr. Zeno Pinter von Seiten der rumänischen Regierung mit der Silberplakette für Herrn Schöpf quasi besungen wurde!!!? Quasi ein Loblied! Oder war dann doch alles in Ordnung? Denn in der Siebenbürger Zeitung vom 15. 12.2005 (!!) stand fettgedruckt: Berliner Landesvorsitzender geehrt". Wieso hat man dann dem Herrn Schöpf nicht damals schon die Silberplakette der rumänischen Regierung streitig machen wollen und ihm das Vertrauen entziehen wollen? Oder wurde Herr Schöpf nicht für langjährige, hervorragende Arbeit vorgeschlagen? Und von wem? Und bei vielen anderen späteren Veranstaltungen waren die Kritiker ja auch dabei, ohne in der Sache was entsetzlich Ungesetzliches zu entdecken! Seltsam auch die Tatsache, dass die von Herrn Schöpf, mit der einstimmigen Zustimmung der Mitglieder umgesetzte Umbenennung des Verbandes von "Landsmannschaft" in "Landesverband", vor allem bei einigen im Bundesvorstand auf Protest stieß und sogar übertriebenermaßen als Verbandsneugründung bewertet wurde. Noch seltsamer und scheinheiliger dann allerdings, dass der Bundesverband selbst auf die Bezeichnung Landesverband verzichtete und den Herrn Schöpf kopierte!!! Da kann man sich mehr als nur wundern. Aber auch, ein mehr als nur ironischer Beweis für die sehr dünne Argumentation!! Allerdings scheinbar gewichtig genug um den Berliner Verband noch kleiner zu bewerten als er ist!!! Auch hätte man ja bei den "eklatanten Verstößen" das einzig demokratische Prozedere erwägen können, das heißt bei den nächst möglichen, und vom legal amtierenden Vorstand (!) einzuberufenden Wahlen, entsprechende Gegenkandidaten zu stellen, statt vergnatzte Sektiererei zu betreiben und die beleidigte Weißwurst zu spielen! Offene demokratische Wahl für alle,- Ergebnis Landesvorsitzender Schöpf ja oder nein! Klare unzweifelbahre Verhältnisse! Aber so sieht mir das zu sehr scheinheilig aus, Schelme könnten sagen, das war wie in einer Bananenrepublik und das könnte mir, einem an Anstand und Würde gewohnten Sachsen, keinen Applaus entlocken. Mir ist nicht bekannt, dass Herr Schöpf 2004 einen neuen Verein gegründet haben soll, das ist eher ein unplausibler, konstruierter und nach eigener Strategie im Nachgang erhobener Vorwurf! Vorwurf, der als Denkzettel für einen Befehlsverweigerer zurechtgeschneidert (?) werden sollte? Und was ist mit dem Eindruck der sich aufdrängte, die Lunte die zur Verbandsneurose führen sollte, könnte schon in den z.T. familiären Kontroversen und den vereinsinternen Interessenkonflikten gelegt worden sein? Statt einer internen Klärung, - Alarm beim Bundesvorstand! Die Eskalation rollte an, aus einer kleinen Kontroverse musste nun ein Kapitalvergehen gemacht werden! Das Gefühl, dass hier ferngelenkte und hintergründige Animositäten bedient werden sollten, ist nur schwer von der Hand zu weisen, denn bereits bei der klärenden Veranstaltung am 14. April 2008 im Evangelischen Jugendzentrum wurde soviel Gift versprüht, dass der zwar formell stattgefundene Vergleich, nur eine Farce werden konnte. Selbst der anwesende Bundesvorsitzende hatte Mühe die Kontrahenten zu mäßigen. Vordergründig immer wieder der u.a. aufflammende Familienkonflikt, unhaltbare Vorwürfe zum Vereinsstatus, Kulturpolitik etc., und dazu einige aufschreiende, indoktrinierte Fanatiker, unwürdig aggressiv, verletzende zwischenmenschliche Atmosphäre. Von einigen Anwesenden Sektierern war nur Rache angesagt! Und das sollte ein Vergleich sein? Und dafür war ich nun als ehrlicher Sachse, hoffnungsvoll aus Eberswalde angereist, als Staffage leider, um eine Versammlung zu erleben die nicht viel anders, auch auf einem Kesselflickerhof im siebenbürgischen Kokelburg hätte stattfinden können? Sollte das nun die beschworene und viel gelobte Einheit der Siebenbürger Sachsen, diese traditionelle Erhabenheit in Ethik und Moral, sein? Nein, die war schon längst begraben. Zu Hause angekommen, ahnte ich dass das der Exitus des einheitlichen Vereines war.
Trauriger Höhepunkt soll dann der 24. Mai 2008 gewesen sein, als es bei der Mitgliederversammlung im Jugendklub Heckerdamm zu, von den Schöpf-Gegnern und vom Bundesvorsitzenden per Handy ferngesteuerten provozierten Tumulten gekommen sein soll. Sogar mit Hilfe von Odungshütern, um Ruhe zu schaffen! Peinlich auch für alle Nachbarn. Ja diese Ausländer, könnten sie vielleicht gesagt haben! Bis jetzt habe ich noch kein Wort des Bedauerns von Seiten der provozierenden "Möchte-gern-Revoluzzern" gehört! Aber auch kein Bericht in der Siebenbürger Zeitung darüber! Dieser beschämende Eklat, ob fahrlässig, inszeniert oder gewollt, besiegelte die endgültige Spaltung. Sollte das der ultimative Dolchstoß in das Herz der sächsischen Einheit sein? Wie konnte der sog. kommissarische Vorstand denn so naiv sein, zu hoffen, dass diese geschmähten Mitglieder überhaupt zu den Vorstandswahlen kommen würden, ohne dass vorher eine Versöhnung stattgefunden hätte? Aber die absolute Vision der "Separierer" stand wahrscheinlich längst fest, dabei verurteile ich nicht nur die Abspaltung als solche, sondern vor allem die Machenschaften, die diese erst möglich machten. Auch wenn man sich in München durch die angeblichen Abweichungen von der „reinen Lehre“ von Herrn Schöpf provoziert gefühlt haben sollte, und dies als Majestätsbeleidigung missdeutet hat, hätte der Bundesvorstand mit Fingerspitzengefühl und sächsischen Tugenden reagieren müssen, statt mit bayerischen Kanonen auf Berliner Spatzen zu schießen. Oder wollte man dem Osten inklusive Berlin, einen bajuwarischen Denkzettel verpassen? Verletzte Eitelkeiten und die Retourkutsche für juristische Einsprüche, Maßregelungen für einen „Ungehorsamen“? Das opportunistische Prinzip und das Koste- es- was- es- wolle, schien viel, viel wichtiger zu sein als die in den Hintergrund geratene Bewahrung der Einheit der Sachsen! Diese traurige Schlussfolgerung wird einem ja durch die Fakten regelrecht aufgezwungen. Das nahm man eben billigend in Kauf, denn so leichtgläubig kann man nicht sein, um zu erwarten, das zerschlagene Porzellan ließe sich wieder ad hoc und sogar aus dem Lamäng kitten, gerade so als wäre nichts gewesen. Schade für alle Sachsen und beschämend zugleich! Der Aufruf zur Einheit zurückzufinden, aber zu den Konditionen einer Minderheit, wird so lange verhallen bis die Einheitsflüchtigen nicht bereit sind auch mal selbstkritisch zu werden und die Schuld nicht ausschließlich nur bei den anderen suchen. Dabei wird niemand so blauäugig sein zu glauben, dass Herr Schöpf völlig unbeteiligt am Hochschaukeln der Misere war! Wie sagte mal der alte Berthold Brecht: "Jeder spreche über seine Schande, - ich spreche über meine!" Das sollten sich mal die Kritiker unter den Spiegel schreiben, statt dem Irrsinn zu verfallen, allein das Monopol auf die absolute Wahrheit zu haben. Aber eine derartige Überreaktion von oben und deren Folgen, war der Sachsensache schädigender als alle, wie auch immer gearteter Vorwürfe. Nichts, überhaupt nichts, kann die Folgeschäden rechtfertigen!! Also pure Muskelspiele, Egozentrik, Arroganz, Rachegelüste und exklusive Gegnerschelte, haben noch nie weiter geholfen! Von solchen Strategien hatten wir schon in Rumänien bzw. in der DDR mehr als genug! Warum müssen nun gerade die Sachsen die Tradition der Berliner Mauerbauer fortsetzen? Da wäre Selbstkritik die ultimative und einzig machbare Chance für das Widerzusammenfinden. Und was macht man in unserem Verband? Statt das sowieso minimale Potential der Sachsen zu bündeln, bedient man a priori Aversionen, Besserwisserei und übertriebene Egoismen. Dabei wäre sogar ein fauler Kompromiss im Sinne der Sache, besser gewesen als das jetzige Desaster. Im Internet werben die Sachsen für eine starke Gemeinschaft. Ist das denn an unserem Bundesvorsitzenden vorbei gegangen? Da hätte doch auch Herr Dr. Fabritius jenseits von Justizereien, Hickhackereien, Recht-oder Unrechthaberei und Richterurteilen, die Tragweite erkennen müssen, - und auch die Gefahr für die sächsische Einheit! Ist es da nicht verständlich und völlig legitim, dass viele Mitglieder enttäuscht sind? Allerdings hat ja der Bundesvorstand diese zu erwartenden Kolateralschäden scheinbar billigend und sogar einstimmig(?), in Kauf genommen. Statt mit dem Vorschlaghammer hätte man die Sache lieber minimal invasiv und mit psychologischem Feingefühl angehen sollen. Schwache Kür!
Außerdem gibt es jetzt schon nicht wenige Berliner die sagen werden, dass der Westen mal wieder den Ossis die Marschrichtung vorgegeben hat. Auch das ist nicht gut! Eine Steilvorlage für PDS/Linke
und für das ND, und ein Eigentor für die Sachsen! Das Thema, trotz politischer Marginalie, könnte sogar im Berliner Wahlkampf von den Linken ausgeschlachtet werden! Darüber würde sich Dr. Gysi mehr freuen als Dr. Fabritius, samt seiner braven Sachsen.
Vielleicht fühlt sich Frau Dr. Gabanyi, die ich als absolut integre und weitsichtige Persönlichkeit schätze, bewogen als Mediatorin die Mauern in den Köpfen abzubauen und fehlgeleitete Emotionen in objektive Wahrheitsfindung und pragmatisches Handeln umzuwandeln. Anspielen möchte ich dabei auf einen publizistischen Beitrag von Frau Dr. Gabanyi zum Jalta-Syndrom. Nun, Jalta in allegorischem Miniformat? Trennen statt vereinen? Aber auch der 1998 veröffentlichte Beitrag von Frau Dr. Gabanyi "Rumänien. Eine inszenierte Revolution" drängt sich mir schon wegen dem Titel auf. Nomen est omen, könnte man nun zu den Ereignissen um den "Novembervorstand" meinen,- eine inszenierte und diktierte Revolution!? Trotz allem, sei auch die Psychologie der Berliner zu bedenken, die sich auch historisch bedingt, nie gerne aus München dirigieren ließen!! Eigentlich dürfte niemand von uns, angesichts der Berliner Tatsachen, ein beruhigendes Gewissen haben. Eine Zerkrümelung und Austrocknung dieses sowieso spärlichen Pflänzchens der Berliner sächsischen Einheit (der ganze Landesverband mit ca.150 Mitglieder, da hat ja allein meine Dorf - HOG Seiden 400!) ist unverantwortlich und egoistisch zugleich. Und von uns allen mitverursacht, - und vor allem von denen die nun glauben sie wären der sächsische Messias.! Außerdem vermisse ich bis jetzt eine zielorientierte, konkrete und gewollte Versöhnung von Seiten des "Novembervorstandes", bei dem eigentlich die Bringepflicht liegt. Allerdings wäre ein Konzept zur versöhnenden Einheit, ohne Einbindung von Herrn Schöpf sicherlich chancenlos. Ohne ein gegenseitiges, persönliches Zugehen, bleibt die Vision eines einheitlichen Verbandes nicht machbar, eine fast demagogische Illusion. Und eine Schande für uns alle! Aber Auftrag aus München erfüllt, schreibt die SbZ.(Abgewandelt erinnert mich der Satz sehr an "Scinteia" oder "Neues Deutschland"!)
Aber wie soll es nun weiter gehen? Viele, wie ich, werden diesen von ganz oben mehr installierten, als gewählten Vorstand nicht anerkennen und dementsprechend auf die Brieflein, Einladungen oder Konto-Nr.(ohne Identitätsangabe! ) gar nicht reagieren. Sicher auch bedingt durch die Auswüchse vom 24. Mai, aber auch weil die sog. Wahl vom 9. November, zu der der Bundesvorstand über die Köpfe des regulären Landesvorstandes hinaus eingeladen hatte, kaum Resonanz (40 Anwesende! Etliche davon Nichtmitglieder) und noch weniger Akzeptanz fand. Dass bei der Wahl am 9.11.08 nur eine winzige Minderheit teilgenommen hat, etwa knapp 20% obwohl alle angeschrieben wurden, war ja zu erwarten und vielleicht auch so gewollt, denn nach den turbulenten Ereignissen vom 24. Mai sagten viele, mit den Randalierern will ich nichts mehr zu tun haben. Das heißt die Strategie des Bundesvorstandes fand nur geringen Zuspruch. Also sog. Landesvorstandswahl, als geschlossene Gesellschaft. Natürlich kann man der ganzen Sache einen legalen Anstrich geben, moralisch sicherlich nicht. Außerdem, empfanden viele diese „Wahl“ eher als Münchner Diktat von oben .Gerade so als würde von Brüssel aus die Kanzlerin abgesetzt werden weil sie auf dem Flur des Kanzleramtes geraucht haben soll, und eine wohlgesonnene Splitterpartei wäre dazu erkoren, eine neue Spitze zu wählen. In unserem Fall, wird ein direktes Gespräch mit beidseitigem Asche-auf den-Kopf-streuen unvermeidlich sein, soweit man die Einheit überhaupt will. So wie es sich unter vernünftigen Sachsen gehören sollte und zu erwarten gewesen wäre. Vorausgesetzt die Einheit ist wichtiger als das Verharren auf selbst gebastelter Rechthaberei.
Apropos, Nicolae Jorga soll mal gesagt haben: "Die Sachsen haben Rumänien das Mehr an Kultur gebracht!" Müssen wir denn nun unbedingt beweisen, dass wir diese bei der Ausreise dort vergessen haben??
Sollte es aber nichts mehr werden mit der Einheit, dann lassen wir uns von Frau Thatcher trösten die meinte, zwei deutsche Staaten wären ja mehr als einer! Dann wird es in Berlin eben zwei Sachsenvereine geben müssen: einen abgespalteten, sächsisch-folkloristischen, der die Fernbedienung beim ZK in München hat, und einen freiheitlich-unabhängigen, offen für alle Sachsenfreunde, tolerant, mündig und frei von jedem Diktat von irgendwo. Einige haben es so gewollt, die anderen werden sich damit abfinden müssen. Aber viele, und immer mehr, werden sich, der Intrigen satt, ganz abwenden oder sich in andere Verbände einbinden und diese mit ihrer Kompetenz bereichern. Eigentlich ein trauriges Resümee!! Da hatte Herta Müller doch recht, als sie vor Jahren in der Pause einer Podiumsdiskussion in Potsdam sagte, zu viele Berliner Sachsen und Schwaben wären unter sich zu intrigant! Damals hatte ich das noch nicht geglaubt! Damals!
Übrigens, eine Sache sei aber nicht vergessen. Wenn sich nun der "Novembervorstand" als einzig legitimer Vertreter der Sachsen Berlin / Neue Bundesländer versteht, müsste sich ja die Mehrheit der von den Ereignissen überrollten Mitglieder (auch ich!) ausgeschlossen und vor die Tür gesetzt fühlen! Auch das sollten wir beachten beim erhofften Bemühen, die Wunden zu glätten! Da wird viel Psychologie gefragt sein! Die Schrammen sitzen tief! Und die Auseinandersetzung Schöpf-Fabritius hat gezeigt: Justizereien helfen uns nicht weiter. Zurück zu einem menschlicheren Umgang, das entspricht in höherem Sinne dem Sachsentum!
Vielleicht kann ein neues Konzept zugeschneidert werden, aus dem man Mut schöpft und Zuversicht fabriziert!!
Ich wünsche uns allen in diesem o.g. Sinne viel Erfolg und hoffe mit meinem hiermit geäußerten sächsischen Herz- und Seelenschmerz, zur sachlichen Bewertung und zum Wachrütteln beigetragen zu haben!

... und um alle deine Söhne (und Töchter!), schlinge sich der Eintracht Band!

Hans Blahm


PS.1. Dieses Schreiben ist mit absolut niemandem abgestimmt, nicht einmal mit meiner Frau. Es ist die pur persönliche Meinung eines Sachsens dem das Sachsentum nicht egal ist(und schon gar nicht scheißegal!) und der noch an die moralische Erhabenheit der Sachsen glaubte!

PS.2. Apropos! Ich habe dieses Schreiben unter "Sachsenzirkus" gespeichert. "Affentheater" wäre genau so zutreffend gewesen. Über die Berliner Ereignisse könnte sich sogar mein Großvater in Seiden im Grabe umdrehn.
Awer ech hun nichen Schuld, Grissvoter!

PS.3. Mein hier geäußerter Unmut richtet sich gegen absolut niemanden persönlich. Ich verurteile nur die Verfahrensweise und deren nicht erkannte Konsequenzen. Nicht mehr und nicht weniger.

PS.4. Leider startet der „neue Verein“ u.a. mit einer Falschmeldung. Mit Brief vom 05.03. 09 schreibt mir Herr Graeff u.a., der neue Verein hätte einen Stammtisch eingerichtet. Das ist anmaßend, denn diesen Stammtisch besuche ich schon Jahre zusammen mit anderen Sachsen, Sachsenfreunden, Rumänen, Ungarn, und sogar Zigeuner waren da. Offen für alle. Verbandsmitglieder machen etwa 10% aus. Aber der Stammtisch gehört nicht dem Verein und nach meiner Kenntnis möchte kaum jemand aus diesem Kreis, in einem Verein sein.

Hans Blahm
Eberswalde, 16. März 2009

Schreiber
Erstellt am 17.03.2009, 09:35 Uhr
Sehr geehrter Herr Blahm,

dieses ganze Thema - nennen wir es "Schöpfiade" - wurde bereits diskutiert und geklärt. Informativ dazu der "offene Brief" von Lothar Petri und die Stellungnahme von Fabritius.

www.siebenbuerger.de/forum/allgemein/505-offener-brief-von-lothar-petri-an-bernd/

Interessant ist nur, mit welcher Leichtigkeit die durchsichtigen Strategien von Herrn Schöpf sich wohl auch bei Ihnen durchgesetzt haben. Ich habe mir die Mühe gemacht, den Registereintrag beim Vereinsregister in Berlin und die Protokolle dort einmal durchzusehen, diese wurden von Herrn Schöpf dort veranlasst (nicht von Herrn Fabritius oder dem damals tätigen Bundesvorsitzenden Dürr oder sonst wem im Bundesverband). Tip: lesen auch Sie die dort von Herrn Schöpf eingereichten Unterlagen, bevor sie deren Inhalt als "konstruiert" in Abrede stellen. Wenn - insoweit ertappt - Herr Schöpf nun alles als "Streit Fabritius-Schöpf" hinstellt, dann ist DAS konstruiert und ein Ablenkungsmanöver.

In einem stimme ich Ihnen zu: dem Bundesvorstand kann der Vorwurf gemacht werden, diese Machenschaften von Schöpf erst jetzt entdeckt zu haben. Doch wer ist schlimmer: der Schelm, oder der Gutgläubige, der diesen Schelm nicht rechtzeitig entdeckt hat? Wurde vielleicht schon damals der Bundesvorstand geschickt über diese Machenschaften von sieben Personen in Berlin getäuscht? Mitglieder in Berlin wissen wohl wenig davon und lassen sich auch heute noch ablenken.

In noch einem stimme ich Ihnen zu: die Streitigkeiten nutzen KEINEM. Haben Sie einen Vorschlag, wie diese beendet werden könnten?

Viele Grüße
Schreiber

pedimed
Erstellt am 17.03.2009, 10:24 Uhr
@ köp: Leider ist Herr Schöpf zu erst vor Gericht gegangen und hat dadurch die berliner Schererei erst angezettelt. Ein langjähriger Vorsitzender hätte sich ja auch an die Regeln der Verbandssatzung halten können und mit dem Bundesvorstand eine Regelung einleiten können.Aber passiert ist nun passiert und wie sich jetzt alle noch einigen können ist ein schwieriges Unterfangen. Hoffe, daß es doch noch zu einem gütigen Einigungsvorgang kommt. Vivat!!!

Schreiber
Erstellt am 29.03.2009, 18:15 Uhr und am 29.03.2009, 18:19 Uhr geändert.
Hallo Herr Blahm-Schöpf,

Ihr 4-fach wiederholtes "ich habe den Text mit keinem abgesprochen" wirkt sehr sonderbar, wenn Sie den Text nun auch noch 100-fach per Post in Deutschland herumschicken und als Absender LVB Johann Schöpf, Albrechtstr. Berlin angeben. welch zufälliges aber aufschlussreiches Versehen...

Noch eine Ihrer Geschichten kennt man in Berlin ganz anders: die Geschichte von den "per Handy ferngesteuerten Tumulten, sogar mit Hilfe der Ordnungshüter". Hier hat Herr Schöpf selbst per Handy die Polizei mit einer (falschen) Alarmmeldung anrücken lassen, um eine Versammlung, die kurz davor war, ihn als Vorsitzenden abzuwählen, vorzeitig zu beenden.

Die völlig überraschten Berliner Mitglieder - auch meine Verwandten, die dabei waren und die Situation als sehr peinlich schildern, haben versucht, den Bundesvorsitzenden telefonisch zu erreichen, was ihnen aber leider nicht rechtzeitig gelungen ist. Er war - wie sich herausgestellt hat - gar nicht in Deutschland sondern in Griechenland. Als man ihn dann endlich erreicht hat, konnte er nichts mehr schlichten, die Polizei war schon wieder abgerückt und die Versammlung beendet.

Lassen Sie sich von den Landsleuten in Berlin informieren, die dabei waren, bevor Sie von falschen Sachverhalten ausgehen.

Ich hatte nach einem Vorschlag gefragt, wie dieser Streit in Berlin beendet werden kann. Ihre Briefaktion ist wohl die falsche Antwort darauf?

Viele Grüße

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