Eintrag Nr. 7852

04.07.2008, 19:08 Uhr

Carmen Doina Vasiu [V.Carmen[ät]web.de]

Die Geschichte meiner Familie beginnt um das Jahr 1830 mit der Einwanderung der Böhmen auf dem Böhmischen Berg bei Broos. Sie waren Viehzüchter und Handwerker. Der Berg, der zum Teil von Wald bedeckt war haben sie gerodet und zu fruchtbares Ackerland und Wiesen für das Vieh umgearbeitet. Ihre Religion war Katholisch. Die Muttersprache Deutsch, aber sie sprachen auch Tschehisch, die Landessprache aus dem Herkunftsort.
Die Bekantesten Namen, die im Laufe der Jahre in Broos einen gewissen Bekannschaftsgrad erreicht haben waren: Posdina, Tschernahoski, Roschnafski, Kouba, Kollar, Sobeck, Zirnstein, Dörner, Redlich u. a.
Der Name Redlich ist für uns persönlich wichtig, weil dieser der Name meiner Großmutter mutterseits ist. Regine Maria Redlich geboren an 7.September 1888 am Bömischen-Berg bei Broos. (Ihre Mutter Karoline Kollar( verh. und verwitt. Redlich) war die Tochter der Margarethe Maria Kollar geb.Stawatinski in Bibersdorf Böhmen geboren und Ian Kollar geb. in Kissino Böhmen. Sie heiratete am 15. Aug.1914 meinen Großvater. Am ersten Tag des 1. Weldkrieges, Simon Dietrich geb. 20.Okt.1886 in Buck-arest.( Dieser Krieg brachte erst eine 2 jährige Trennung, dann den Verlust des gesamten Vermögens durch Enteignung sowie Überführung per kommunistische Verordnung ins Staatseigentum ) Seine Eltern stammten aus Martinsdorf und Eibesdorf in Siebenbürgen. Sie führten eine Mezgerei in Bukarest. Mein Großvater eröffnete nach seiner Pansionierung (Östereichischer Offizier) eine Weissbäckerei, die Bäckerei Dietrich auf der V.Alecsandi Str. 14 (später Str. Plantelor). sie hatten 6 Kinder: Karl (1917) Willi (1919), Josef (1921)(als Kleinkind gest.) Margarethe (Grete 1923), Rudi(1925 gest.1951) und Elisabeth (Ilse 1927). Der 2. Weltkrieg war für meine Großeltern der zweite große Verlust ihres Lebens. Die Söhne im Krieg: verwundet, Kriegsgefangenschaft, Arbeitslager, die Tochter Grete kam zur rapiden Heirat am 12.01.1945 mit meinem Vater(Aurel Oltean) um eine Russlanddeportation zu verhindern. Zu diesem Zeitpunkt beginnt das richtige deutsch-rumänische Zusammenleben in Broos und in fast allen Ortschaften mit deutscher Bevölkerung.
Ein Produkt dieses Zusammenleben bin auch ich.
Ich bin zweisprachig aufgewachsen. Habe sowol die ortsgegebenen als auch die deutschen Bräuche aktiv miterlebt. Habe deutsche und andere Schulen besucht. Habe Filologie studiert und fast den Rest meines Lebens Deutsch als Fremdsprache unterrichtet, obwohl ich Deutsch immer als meine Muttersprache betrachtet habe.
Ich lebe seit 15 Jahren in Deutschland und werde auch als Deutsche betrachtet. Ich bin froh vier Sprachen sprechen zu können, um in diesen großen Europa überall "zu hause" zu sein.
Über die Brooser Bräuche ein nächstes mal.

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