Lichtert/Weihnachten in Deutsch-Weißkirch/Repser Ländchen

In Deutsch-Weißkirch gab es früher den Brauch an Weihnachten mit dem Lichtert, der wunderschön geschmückt wurde. Ein besonderer Weihnachtsbrauch in Siebenbürgen war der „Christleuchter “, noch Lichtert genannt. Der "Christleuchter" ist weder ein Vorläufer noch ein Ersatz des Christbaumes, der, erst um 1830 durch einen eingewanderten Dänen in Kronstadt/Siebenbürgen erstmals bezeugt ist und sich in der Kirche nur langsam durchsetzte, sondern es handelt sich dabei um einen eigenständigen Brauch, bei dem die Kinder in die Geburt Christi einbezogen werden, indem sie ihn im Gesang loben und preisen. In siebenbürgisch-sächsischer Mundart „Lichtert“ oder „Lichterchi“ genannt, wurde der Leuchter in den verschiedenen Gegenden und Ortschaften Siebenbürgens unterschiedlich angefertigt. Das Grundgerüst bestand aus einem Holzgestell mit einem Aufsatz in Kronen- oder Pyramidenform und wurde mit dem Wintergrün umwickelt und mit Papierblumen, Stroh- und Hagebuttenketten verziert sowie mit Keksen, Nüssen und Äpfeln geschmückt und mit Kerzen besteckt. Oder der Lichtert war über und über mit vielen bunten Papier- und Seidenblumen und zwölf großen Kerzen besteckt und mit einer Friedenstaube gekrönt. Während des Jahres wurden die Lichtertgestelle dann in der Sakristei verwahrt. Wenn am Christsonnabend (Heiliger Abend) zur Vesper geläutet wurde, wurden die Leuchter von den gesamten Schulklassen in die Kirche getragen und vor dem Altar, der Empore sowie den anderen dafür vorgesehenen Plätzen aufgestellt (überall mindestens vier, in manchen Gemeinden auch 6 oder 8 Leuchter!) Das Singen unter dem Christleuchter erfolgte in der Frühkirche des ersten Christtages (25. Dezember) um 6 Uhr früh! (Mancherorts sogar noch früher)
An diesem Tag war die Frühkirche immer besonders gut besucht. Nach der Liturgie begann der Wechselgesang der Gruppen. Die Knaben und Mädchen sangen abwechselnd mit der Gemeinde den auf langer Tradition beruhenden Wechselgesang, der auf dem lateinischem „Quem pastores laudavere“ aus dem 9. Jahrhundert beruht (daher auch der Ausdruck „Quempas-Singen“). Meist wurden die Verse von „Dies ist der Tag, den Gott gemacht“ abwechselnd gesungen. Zum Schluss sangen alle gemeinsam mit Orgelbegleitung. Die Schulkinder wurden dann von der Lehrerschaft mit Blei- oder Farbstiften, Radiergummis und ein paar Keksen beschenkt. Beim Verlassen der Kirche durfte jedes Kind sich auch noch eine Kerze am großen Christbaum anzünden, um den Heimweg zu erhellen. Literatur/Quelle: Dorfleben der Siebenbürger Sachsen/Scola Acker-Sutter

  • Deutsch-Weißkirch-Kirchenburg im Haferland-Repser Ländchen
  • Deutsch-Weißkirch-Kirchenburg im Haferland-Repser Ländchen
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