Felmern - Informationen

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Zur Geschichte des Ortes

erschienen in der Siebenbürgischen Zeitung, 31.Januar 1998
Felmern, rumänisch Felmer, ungarisch Felmir und sächsisch Fålmern, wird erstmals am 6. September 1206 in einer Urkunde erwähnt: In der Grenzbeschreibung einer Schenkung des Königs Andreas II. an Johannes Latinus (den Wallonen) wird auch "villa Welmer" genannt. Siedler waren schon früher da und lebten verstreut auf dem Hattert. Um ca. 1206 kamen weitere Siedler hinzu, darunter ein Pfarrer Namens Felmer samt Familie. Sie beschlossen eine Gemeinschaft zu gründen, so erhielt das Dorf den Namen des Gründers Felmer, später Felmern genannt.

Ein weiterer berühmter Träger dieses Namens war der Pfarrer, Lehrer und Wissenschaftler Martin Felmer. Er wurde am 1. Oktober 1720 in Hermannstadt geboren und starb am 28. März 1767. Seine „Abhandlung von dem Ursprung der Sächsischen Nation in Siebenbürgen“, aus dem Jahre 1764, bekannt unter dem Namen "Die Martin Felmer-Handschrift", ist eine bedeutende Darstellung der Geschichte und Volkskunde der Siebenbürger Sachsen .

Die Familiennamen Felmer und Felmerer gibt es auch heute noch. Pfarrer Georg Felmer, lebt heute in Deutschland und war von 1960-1961 Seelsorger in Felmern.

Bevölkerung
Bei der ersten bekannten Volkszählung der Sieben Stühle im Jahre 1488 zählte Felmern 34 Wirte, einen Schulmeister und eine Mühle. Nach den Türkeneinfällen im 15. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts (1532) hatte Felmern nur noch 21 Wirte. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts stieg dann die Einwohnerzahl. 1848 starben an der Cholera 112 Deutsche sowie 58 Rumänen und Zigeuner. 1871 lebten in Felmern 47 Deutsche und 33 Rumänen und Zigeuner. Im Jahr der Spanischen Grippe starben 14 Deutsche und 55 Rumänen und Zigeuner.
1862 lebten im Ort 656 deutsche Einwohner, 1883: 443, 1927: 569, 1934: 603. 1929 gab es in Felmern 569 evangelische und 920 nichtevangelische Bewohner. 1941 betrug die Gesamtbevölkerung 1.367 Einwohner, davon 564 Deutsche (39,9%) sowie 803 Rumänen und Zigeuner. Neben der deutsch evangelischen Gemeinde lebte im geschlossenen Dorfteil mittlerweile auch eine ungefähr gleichstarke rumänische orthodoxe Gemeinde, zu der auch die gesondert wohnenden Zigeuner gehörten.

Kirche, Vereine und Verwaltung
Seit dem 14. Jahrhundert gehörte Felmern mit einigen Unterbrechungen zum Repser Stuhl. Das Dorf besaß von alters her einen großen Hattert von 7.614 Joch. Um diesen kam es mit den Nachbardörfern Kiewern (Cobor, hauptsächlich von Ungaren bewohnt) und Schönen (Şona, von Rumänen bewohnt) häufig zu Streitigkeiten.
Der Kirchenbau in Felmern wird urkundlich 1494 erwähnt, doch stammen seine romanischen Teile schon aus dem 13. Jahrhundert; 1250 wurde mit dem Bau der Kirche begonnen. Der Turm wurde erst 1795 fertig gestellt. Um die Kirche wurden Ringmauern und zwei Basteien errichtet. Diese dienten früher als Getreidekammern, später wurde dort der Speck der Dorfbewohner aufbewahrt.
Das neue Pfarrhaus wurde 1896 gebaut. Die Gesamtkosten von 14.000,00 Kronen wurden aus den Umlagen der Gemeindemitglieder und einer Leihgabe des Gustav-Adolf-Vereins gedeckt. Seit 1906 bestand ein Raiffeisenverein, der 1907 schon 45 Mitglieder zählte. 1909 wurde die neue Schule errichtet.
Es gab vier Nachbarschaften, eine Bruder- eine Schwesternschaft und eine Musikkapelle, die von Michael Figuli geleitet wurde.
Der Bürgermeister (Honn) wurde von den Sachsen gewählt; Der am längst amtierende Bürgermeister war Michael Knall mit neun Jahren. Der letzte deutsche Bürgermeister war Michael Kiltsch und wurde 1918 gewählt.
Die Bewohner von Felmern waren vorwiegend Bauern, zudem gab es ungefähr 50 Handwerker, die im Dorf ihre Tätigkeit nebenbei ausübten; Maurer, Tischler, Schuster und Kürschner.
Im Zweiten Weltkrieg wurden 80 Männer eingezogen, davon fielen 31 in der deutschen und drei in der rumänischen Armee. Von den 94 Personen, die nach Rußland verschleppt wurden, starben elf.
Heute (1998)leben in Felmern noch 15 Personen deutscher Volkszugehörigkeit. In Fogarasch und Umgebung leben ungefähr 65 aus Felmern stammende Deutsche. In der Bundesrepublik und Österreich leben an die 395 Felmerer, also insgesamt 475. Das entspricht etwa der früheren sächsischen Einwohnerzahl von Felmern: 1910 waren es 488 Seelen, 1930: 525 Seelen.

Die Heimatortsgemeinschaft in Deutschland
Die Heimatortsgemeinschaft (HOG) Felmern wurde 1982 gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrten nur wenige Männer nach Siebenbürgen zurück. Die meisten blieben in Deutschland, ebenso die aus Rußland kommenden Kranken. Ab 1957 wanderten, im Zuge der Familienzusammenführung, immer mehr Felmerer in die Bundesrepublik ein. 1980 lebte der größte Teil der Felmerer in Deutschland, Österreich und Kanada. Das erste Felmerer Treffen fand 1982 in München statt, dieses bedeutete für viele ein erstes Wiedersehen nach 40 Jahren. Seither finden die Heimattreffen regelmäßig alle zwei Jahre statt. Das neunte Treffen ist für den 13. Juni 1998 geplant.
Wir sind bemüht, ein Heimatbuch herauszugeben und bitten alle Felmerer, mitzuhelfen und uns Erzählungen sowie Erlebnisberichte aus der alten Heimat zu liefern. Ebenso bemüht sich die HOG, nach Möglichkeit die Landsleute in Siebenbürgen zu unterstützen.
Im Jahr 2006 werden wir das 800jährige Bestehen von Felmern feiern. 1981 wurde schon in Felmern der 775. Geburtstag groß gefeiert.


von Georg Welther


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