Emma CZELL, geborene Bretz

08.09.2017, 17:01 Uhr

HG

Emma CZELL, geborene Bretz

geb. 20.12.1918 in Schellenberg
gest. 28.08.2010 in Setterich

Meist wenig spektakulär, eher mit einer ruhigen, fast lautlosen Selbstverständigkeit wirkten die siebenbürgischen Frauen und bewirkten dabei viel. Eine dieser Frauen, die viel zu wenig geehrt und hervorgehoben werden, ist Emma Czell, geborene Bretz. ihre Eltern waren Heinrich Emil Bretz, Rektor in Schellenberg, Hahnbach und Großscheuern und die Heltauerin Emma Bretz geborene Gündisch. Ihre Geschwister sind Walter Bretz, Rektor i.R., und Gerda Bretz-Schwarzenbacher, Hochschullehrerin i.R.
Nach vier Volksschulklassen in Schellenberg besuchte sie das Untergymnasium Hermannstadt und absolvierte im Sommer 1938 als Klassenbeste die Lehrerinnenbildungsanstadt / Seminar in Schäßburg. Im gleichen Jahr wurde sie zur Lehrerin nach Kleinprobstdorf gewählt. Am 26. August 1939 heiratete sie Albert Czell, damals Lehrer in Schellenberg. Ihnen wurden zwei Söhne geschenkt: Hans-Albert (1940 - 1999) und Gernot (geb.1943). Während ihr Mann im Krieg war, wohnte sie zunächst in Hermannstadt, dann in Hahnbach. Dank dieses Wohnortwechsels wurde sie bei der Deportation nach Russland im Januar 1945 übersehen. So war sie zunächst Lehrerin in Hahnbach und Großscheuern und ab September 1946 für dreieinhalb Jahre Rektorin der Volksschule in Scharosch bei Fogarasch. Es war ihr schon damals eine Herzensangelegenheit, ihre Fähigkeiten für Bildung und sächsische Kultur (Chor, Tanz- und Theatergruppe) einzusetzen. Sie bemühte sich vor allem um den Fortbestand der deutschen Oberstufe.
Im März 1950 reiste sie mit ihren beiden Söhnen nach Oberösterreich, wo ihr Mann inzwischen eine Anstellung als Lehrer in Kammer / Schörfling am Attersee gefunden hatte. Sie lebten im Barackenlager 526 unter vielen Nordsiebenbürgern. 1954 zog die Familie nach Setterich bei Aachen um, wo damals Bergleute, aber auch evangelische Lehrkräfte gesucht wurden. Hier bekamen sie 1956 noch eine Tochter. Bis Juni 1978 unterrichtete sie vorrangig in der Hauptschule. An einen kundigen, anschaulichen Unterricht erinnern sich auch heute noch gern die ehemaligen Schülerinnen und Schüler.
Schon im "Lager" in Österreich hat das Ehepaar Czell mit Schwung eine Volkstanzgruppe geleitet, in Setterich gründeten sie dann eine neue Tanzgruppe. Mit zunehmender Freude organisierte sie in der Frauenschaft, der Gemeinde und der Volkshochschule Handarbeitskurse in Weben und Stricken, Bauernmalerei und Knöppeln. Darüber hinaus setzte sie sich initiativ für die Siebenbürgenhilfe ein.


Aus der Broschüre: FRAUENGESTALTEN - FRAUEN GESTALTEN
Herausgeber:
Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V.
Landesgruppe NRW
Datum: Mai 2017

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