Jaad - Informationen

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HOG-Informationen / Geschichte

erschienen in der Siebenbürgischen Zeitung, 20.Mai.1995

Historischer Rückblick in Stichworten
Jaad, sieb.-sächsisch Good bzw. bei Nichtjaadern: Jood, rum. Iad (aus slav. "Hölle"?) (seit 1968: Livezile, d.h. "Die Obstgärten"), ung. Jad, lat. auch Venatio (=Jagd!). 1930: 1638 Einwohner, davon 895 Deutsche, 543 Rumänen, 25 Ungarn, 30 Juden, 143 Zigeuner, gegenwärtig weniger als zehn Deutsche; 1943: 342 Hausnummern. Deutsche Grenzgemeinde auf Königsboden, etwa 8 km östlich von Bistritz (Nösen). Erstmals 1311 urkundlich unter König Karl I. Robert erwähnt (UB 325). Evangelische Kirche, ältester Teil vor der Reformation, neuer Chor 1831, Glockenturm 45 m hoch, zweimanualige mechanische Orgel, mit Pedal und 18 Registern von 1865, Turmuhr (Georg Rammensee/Gräfenberg bei Nürnberg) 1911, wertvoller Kelch aus vergoldetem Silber um 1500; erster evangelischer Pfarrer: der Bistritzer Rektor Valentin Schwarwarius 1561-1565, letzter eigenständiger evangelischer Pfarrer in Jaad: Andreas Domby 1977-1981. Neue orthodoxe rumänische Kirche 1939. Gebäude der deutschen evangelischen Schule 1856, Schüler waren Deutsche und Zigeuner; Flachmühle 1850, Kunstmühle 1875, Sägemühle 1890; 16. November 1898 Eröffnung der Eisenbahnlinie Bistritz-Borgo Prund mit Jaader Bahnstation, 1900 Jaader Elektrizitätswerk, erstes Elektrizitätswerk im Nösnerland, (gebaut von Notär Thomas Frühm, sein Sohn Dr. Thomas Frühm, geboren 1884 in Jaad, gestorben 1961 in Hannover, Germanist von Rang [1907 Dissertation in Tübingen zum Thema: "Vergleichende Flexionslehre der Jaader und moselfränkischen Mundart"] und letzter Direktor des deutschen Gymnasiums Bistritz, 1944 evakuiert, gibt 1957 sein Erinnerungsbuch "Wetterleuchten über Siebenbürgen" heraus). 1905 Raiffeisenverein, 1911 Landwirtschaftlicher Verein, Viehversicherungsverein, Freiwillige Feuerwehr (z.B. 1911: 90 Mitglieder); Spar- und Darlehenskasse, Molkerei 1927. Haupterwerbszweige: Ackerbau, Viehzucht, Obstbau, Forstwirtschaft (Zipser!). Reges deutsches Leben bis 1944. Staatswirtschaft 1948, LPG 1949. Hauptstrasse betoniert, Wasserleitung 1968, neues rumänisches Schulzentrum 1984. Ab 17. September 1944 "Evakuierung" der Deutschen hauptsächlich in den Raum Linz/Perg in Oberösterreich, Großteil 1945 von Sowjets zurückgeführt, verfolgt, einteignet, entrechtet, als Minderheit unterdrückt und der siebenbürgischen Heimat entfremdet; ca. 1970 - 80 massive Aussiedlung der Deutschen.

Jaader Heimatortsgemeinschaft in der freien Welt -
Sammlung in der Zerstreuung

Die innerhalb von Jahrhunderten gewachsene Gemeinschaft konnte in Siebenbürgen bis 1944 ohne weiteres existieren und sich entfalten, weil die materielle und geistig-kulturelle Grundlage dafür in Siebenbürgen vorhanden war. Nach der Katastrophe von 1944/1945 fanden diesbezüglich radikale Veränderungen statt. In Jaad selber wurde versucht, unter widrigen wirtschaftlichen, politischen, ideologischen Bedingungen am siebenbürgisch-sächsichen Erbe festzuhalten, was mehr schlecht als recht bis zur massiven Aussiedlung der 70er Jahre gelang. Hier in Deutschland und Österreich wird Gemeinschaftspflege nur so lange möglich sein, solange sich Jaader und deren Nachkommen zur Jaader Heimatortsgemeinschaft bekennen. Bis heute - 1995 - ist dieses Bekenntnis noch sehr wach, was auch die breite Teilnahme der Jaader Landsleute an verschiedensten Treffen der Heimatortsgemeinschaft Jaad unter Beweis stellt. Motor der ersten Treffen war Lehrer Walter Engler. Das erste große Jaader Treffen - initiiert von Thomas Streifert, Walter Engler und Horst Göbbel - fand am 11./12. September 1981 in Nürnberg statt. Bestärkt vom großen Widerhall, folgten weitere Treffen 1983, 1986, 1988 und 1990 in Nürnberg, 1992 in Schwäbisch Gmünd. 1986 wurde während des dritten Jaader Treffens am 13. September in Nürnberg die Jaader Heimatortsgemeinschaft als Verein der Jaader gegründet. Zweck und Aufgabe des Vereins ist es, die zwischenmenschlichen Verbindungen und Bindungen aller ehemaligen Bewohner von Jaad und deren Freunde zueinander und zu den im Heimatdorf Verbliebenen zu erhalten und weiterzuentwickeln. Die Pflege des aus Siebenbürgen überlieferten heimatlichen Kulturgutes in Wort, Schrift, bild, Kunst und Volkskunst, Dichtung und Musik, Brauchtum und Tradition oder jeder anderen Äußerungsform ist all seinen Mitgliedern aufgegeben. Sie sind bestrebt, alle zugänglichen Kulturgüter der siebenbürgischen Heimat, die zu ihnen in Bezug stehen, zu sammeln, zu dokumentieren und in ihrem Bestand zu erhalten. Die HOG Jaad stellt sich voll hinter die Ziele und Aufgaben der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland und Österreich. HOG-Vorsitzender: Horst Göbbel, Geschäftsführerin: Erika Hoos, Kassenwart: Thomas Frühm (alle Nürnberg), Nachbarschaftsvertreter: Michael Penteker für den Raum Schwäbisch Gmünd, Andreas Benesch für den Raum Heilbronn, Simon Klössler für den Raum Bietigheim-Bissingen/ Großsachsenheim/Stuttgart, Simon Bidner für den Raum Karlsruhe, Michael Broser für den Raum Leverkusen/Köln, Walter Engler für Hannover/Hessen /Niedersachsen/Hamburg/Berlin, Simon Engler für Österreich; Kassenprüfer: Thomas Frühm und Alwin Streifert.
1987, 1988, 1989 und 1990 fanden in Nürnberg "Jaader Maria- und Faschingsbälle" statt. Alle Überschüsse dieser Bälle dienten dem Zweck, das 1990 erschienene Heimatbuch "Abschied aus der Geschichte" (Herausgeber Horst Göbbel) mitzufinanzieren. Das Bedürfnis, die ursprünglich auf das überschaubare siebenbürgische Dorf begrenzte Zusammengehörigkeit der Jaader auch im geographisch weitläufigen Raum Bundesrepublik Deutschland und Österreich zu dokumentieren, das Bedürfnis, Jaader Gemeinschaftssinn auch weit über die zerstreut liegenden neuen Wohnorte zu erleben, führt die ältere und zunehmend auch Teile der mittleren Generation von Jaadern auch bei Begräbnissen - kleine "Jaader Treffen" - zusammen. Dies überrascht kaum einen der Jaader, dafür um so mehr unsere deutschen Mitbürger, die sich oft wundern, wie zahlreich und geschlossen die Jaader Gemeinschaft an Begräbnissen von Landsleuten teilnimmt.

Kontaktadresse:
Horst Göbbel, Weberplatz 6, 90403 Nürnberg, Telefon (0911)558749.


von Horst Göbbel


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