21. August 2026
Ein Leben für die Musik und Gemeinschaft: Nachruf auf Georg That
Der Tod des bedeutenden Brenndorfer Musikanten Georg That erfüllt die „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ (HOG Brenndorf) und einstigen Musikkollegen mit tiefer Trauer. Über Jahrzehnte hat er sich mit großer Hingabe für den Zusammenhalt der Blaskapellen eingesetzt – auch in der neuen Heimat.

Georg besuchte die Volksschule, wurde 1951 in Brenndorf konfirmiert und begann anschließend eine Lehre als Schreiner in Kronstadt. Nach der Militärzeit begann für ihn 1960 ein neuer Lebensabschnitt. Gerlinde, aus dem gleichen Ort, war ihm schon aus Kindheit und Jugend bekannt, doch nun wurde aus Vertrautheit Liebe. 1963 wurde geheiratet – mitten in der Meisterschule, die Georg That in Abendkursen besuchte. Noch in dieser fordernden Zeit wurde 1964 der Sohn Norbert Georg geboren, 1968 kam Ursula dazu. So wuchs Schritt für Schritt das gemeinsame Leben, getragen von Arbeit, Verantwortung und Zusammenhalt. Später bereicherten die Enkel Bernd und Ines die Familie.
Ein weiterer großer Einschnitt war 1990, als die Familie beschloss, nach Deutschland zu übersiedeln. Der Bruder und auch der Sohn waren diesen Schritt schon vorher gegangen. So fand die Familie im mittelfränkischen Ansbach recht schnell eine neue Heimat, Arbeit und ist dort in den vergangenen Jahrzehnten gut eingewurzelt.
Schon in der Zeit seiner Berufsausbildung entstand seine Liebe zur Blasmusik. Das Flügelhorn wurde sein Instrument, dem er ein Leben lang treu blieb. Es gehörte zu ihm, und mit ihm die Gemeinschaft der Musikanten. 1955 gründete er gemeinsam mit anderen jungen Brenndorfern die „Junge Blaskapelle“ mit. Nach der Ausreise des Dirigenten Otto Gliebe übernahm er ab 1970 zusammen mit weiteren Kollegen Verantwortung im Leitungsteam und trug wesentlich zur Entwicklung und zu den Erfolgen der Kapelle bei. Das gemeinsame Musizieren bei Gottesdiensten, Feiern, Hochzeiten, Trauerfeiern, Konzerten und Kameradschaftsabenden war ihm stets ein Herzensanliegen. Auch nach seiner Ausreise 1990 in die Bundesrepublik blieb er der Musik treu: Er spielte viele Jahre in der Siebenbürger Blaskapelle Nürnberg, gelegentlich auch in der oberfränkischen Kapelle „Lillachtal“ und war 1994, zusammen mit Otto Gliebe und Helmuth Homm, Gründungsmitglied der Siebenbürgischen Blaskapelle Ansbach, damals das Aushängeschild der Kreisgruppe Ansbach.
Der Fall des Eisernen Vorhangs in Rumänien 1989 brachte der Heimatkapelle aus Brenndorf ein vorläufiges „Aus“, da ihre Bläser sich verstreut in Deutschland niederließen. Rettend war der Beschluss des Vorstandes der „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“, Mitglied im Verband der Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatortsgemeinschaften, die diese hervorragende Kapelle zu allen ihren Festveranstaltungen einlud und sie finanziell unterstützte. Die Musikanten trafen sich zu Pfingsten in Mönchsroth und probten für die Teilnahme am Trachtenumzug am Pfingstsonntag in Dinkelsbühl. Die musikalische Tradition lebte weiter und am 8. Oktober 2005 konnte in Drabenderhöhe das 50-jährige Jubiläum der „Jungen Blaskapelle“ gefeiert werden. Georg That, Walter Dieners und Hans Otto Martini wurden für die 50-jährige Treue als Gründungsmitglieder mit einer Ehrenurkunde der HOG Brenndorf gewürdigt. Bis ins hohe Alter übte Getz, wie er von den Bläserkollegen genannt wurde, täglich auf dem Flügelhorn und freute sich daran, sein Instrument zu spüren und zu hören.
Auch beruflich und im Dienst der Gemeinschaft hinterließ er bleibende Spuren. Als Zimmerermeister setzte er sein Können besonders bei der Renovierung des Kirchturms in Brenndorf ein, der durch das Erdbeben vom 4. März 1977 beschädigt worden war, und trug dazu bei, dieses wichtige Wahrzeichen für kommende Generationen zu erhalten. Über viele Jahrzehnte war er eine tragende Säule seiner Heimatgemeinde und ihrer Blasmusik. Mit Liebe zur Musik, Verlässlichkeit und Gemeinschaftssinn prägte er das musikalische Leben in Brenndorf nachhaltig. So erfüllte die Blaskapelle in Brenndorf, mit Getz als Vorreiter, sowohl kulturelle als auch gemeinschaftliche Aufgaben überall dort, wo gemeinschaftliche Hilfe nötig war.
Um die Jahrtausendwende ging er in den Ruhestand und fand mehr Zeit für seine Hobbys. Er schnitzte, bastelte und baute die Brenndorfer Kirche aus Holz im Maßstab 1:100 nach und bemalte sie originalgetreu. Darin zeigten sich seine Liebe zur alten Heimat und die große Geduld seiner Hände.
Als aufrichtiger, fleißiger und hilfsbereiter Mensch stand er seinen Kindern und vielen Freunden beim Hausbau zur Seite und gab sein fachmännisches Wissen rund um die Bauarbeiten weiter. Sein Verantwortungsbewusstsein, seine Treue und sein Gemeinschaftssinn bleiben in den Herzen seiner Familie, seiner Musikkollegen und seiner Freunde lebendig.
Am 30. Juni 2026 verstarb Georg That mit 89 Jahren. Er wurde von seinem Krebsleiden erlöst. Diese Schattenseite seines letzten Lebensabschnitts hat er aber mit viel Geduld und Beherrschung getragen. Die Familie, viele Freunde, die „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ sowie einstige Kollegen der Blaskapellen Ansbach, Lillachtal und Nürnberg begleiteten ihn mit großer Beteiligung am 23. Juli zur letzten Ruhe und betteten ihn am Ansbacher Waldfriedhof in Gottes Hand. Sein Wirken sowie seine Verbundenheit werden uns in dankbarer Erinnerung bleiben, und wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
Harald Johannes Zelgy
Schlagwörter: Nachruf, Musik, Blasmusik, Brenndorf, Ansbach
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