26. August 2026

Heimat im Herzen: Zweites Begegnungsfest der Brenndorfer aus aller Welt

Es war ein schönes Gefühl zu sehen, wie sich am Vormittag des 8. August die neu renovierte evangelische Kirche in Brenndorf mit Menschen füllt. Über 200 Gäste sind von nah und fern angereist, um beim zweiten Begegungsfest der Brenndorfer aus aller Welt teilzunehmen. Das Fest, das am 8. und 9. August stattfand und mit einem Gottesdienst mit Abendmahl, gestaltet von Pfarrer Dr. Peter Klein startete, wurde von der „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ (HOG Brenndorf), dem Ortsforum Brenndof und der evangelischen Kirche der Ortschaft organisiert.
Die evangelische Kirche in Brenndorf wurde von ...
Die evangelische Kirche in Brenndorf wurde von 2004 bis 2019 in fünf Bauetappen renoviert. Drohnenaufnahme: Rudolf Girst, 2022
Zu diesem festlichen Anlass wurde der Kirchenaltar mit Sonnenblumen geschmückt. Und die strahlende Sonne begleitete diese Begegnung das ganze Wochenende hindurch. Es war eine Freude für die Teilnehmer, an diesen schönen Sommertagen Heimat, Freunde und Bekannte wieder zu sehen. Viele, die ihren Heimatort seit Jahren nicht mehr gesehen haben, sind an diesen Tagen wieder nach Brenndorf gekommen.

Beim diesjährigen Heimatag zu Pfingsten in Dinkelsbühl und beim Heimattreffen in Brenndorf feierte die „Dorfgemeinschaft der Brenndorfer“, die zu Pfingsten 1976 gegründet worden war, ihr 50-jähriges Bestehen. Ein halbes Jahrhundert, in dem die Brenndorfer zusammenhalten, ihre Kultur pflegen und die Gemeinschaft lebendig halten. Mit dem Begegnungsfest im August wurde wieder einmal ein Zeichen der Hoffnung und der Zuversicht gesetzt – es gibt eine Zukunft für die siebenbürgisch-sächsische Gemeinschaft in dieser Ortschaft.

„Gemeinschaft, Bräuche und Kultur sind uns wichtig“

Nach dem Gottesdienst wurden die Gäste im Gemeindesaal mit einem Mittagessen, Kaffee und Baumstriezel verwöhnt, zu Blasmusik der Burzenländer Blaskapelle.

In seinem Grußwort an die Teilnehmer und Ehrengäste erwähnte Siegbert Bruss, der Vorsitzende der „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“, dass alle Ziele, die sich die HOG vor fünf Jahrzehnten gesetzt hat, erfüllt wurden und doch aktueller denn je sind. „Die ausgewanderten Sachsen haben ihre Heimat in ihren Herzen lebendig gehalten, sie pflegen die Kontakte zueinander, sie treffen sich jedes dritte Jahr in Brackenheim und heute zum zweiten Mal in unserer Heimat in Brenndorf. Die Gemeinschaft, die Bräuche, die Kultur, die uns in die Wiege gelegt wurden, sind uns wichtig.“ Bruss zählte die vielen Projekte auf, die in den letzten Jahren gelungen sind: eine Dorfchronik, ein Wörterbuch der Ortsmundart, eine DVD mit Hochzeitsbräuchen, vom Gründungsvorsitzenden Otto Gliebe erstellt, die Zeitschrift „Briefe aus Brenndorf“, die seit einem halben Jahrhundert ein wichtiges Bildeglied und Kommunikationsmittel ist. Und nicht zuletzt das größte und wichtigste Projekt: die Kirche aus Brenndorf, die in fünf Bauetappen von 2004 bis 2019 renoviert wurde.

Brenndorf ist „ein Stück Identität“

Manfred Binder, Leiter der HOG-Regionalgruppe ...
Manfred Binder, Leiter der HOG-Regionalgruppe Burzenland, begrüßt die Teilnehmer. Foto: Siegbert Bruss
Manfred Binder, Vorsitzender des Landesverbands Bayern des Verbands der Siebenbürger Sachsen in Deutschland und Leiter der HOG-Regionalgruppe Burzenland, lobte die Brenndorfer, die es verstanden haben, ihre Verbindung zu ihrem Heimatort über Jahrzehnte lang lebendig zu erhalten. „Nun, zehn Jahre nach dem ersten Heimattreffen in Brenndorf, kehren wir an den Ort zurück, der eure Geschichte geprägt hat und mit dem euch bis heute eine tiefe Verbundenheit verbindet. Brenndorf ist für viele weit mehr als ein Heimatort. Es ist ein Stück Identität, ein Ort der Erinnerung und der Begegnung, an dem Vergangenheit, Ggenwart und Zukunft unserer Gemeinschaft zusammenfinden“, meinte Binder in seinem Grußwort. Er dankte Siegbert Bruss für seinen unermüdlichen Einsatz und sein großes Verantwortungsbewusstsein, mit denen er die Brenndorfer Gemeinschaft über Jahrzehnte maßgeblich mitgestaltet hat, und forderte die Beteiligten auf, gemeinsam „das Erbe zu bewahren, mit Leben zu erfüllen und verantwortungsvoll an die kommenden Generationen weiterzugeben“. Ein besonderer Dank galt auch Manfred Copony, Vorsitzender des Ortsforums Brenndorf, der mit großem Engagement und viel Herzblut die Organisation vor Ort übernommen hat.

Uwe Leonhardt, Vorsitzender des Kronstädter Kreisforums, versicherte dass die Institution, die er leitet, weiterhin ein verlässlicher Partner der Brenndorfer Gemeinschaft sein werde. „Die Welt verändert sich, aber die Sehnsucht nach Heimat und Verbundenheit bleiben t bestehen. Unsere Aufgabe ist es, Traditionen nicht nur zu bewahren, sondern auch für die jungen Generationen attraktiv zu machen. Wir müssen sicherstellen, dass die Geschichten unserer Vorfahren weitergegeben werden. Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, dass die kommenden 50 Jahre genauso fruchtbar sein werden wie die letzten 50“, sagte er in seinem Grußwort.

Gedenkfeier an Opfer der beiden Weltkriege und der Russlanddeportation

Nach dem Essen folgte der gemeinsame Gang zum Friedhof, wo die Teilnehmer den Opfern der zwei Weltkriege und der Russlanddeportation gedachten – an einem Denkmal, das vom Brenndorfer Künstler Reinhardt Schuster gestaltet wurde und vor zehn Jahren eingeweiht wurde. Die Gedenkfeier wurde von Pfarrer Dr. Peter Klein und der Burzenländer Blaskapelle gestaltet.
Gedenken an die Opfer der beiden Weltkriege und ...
Gedenken an die Opfer der beiden Weltkriege und der Deportation auf dem Friedhof in Brenndorf. Foto: Siegbert Bruss
Das Treffen ging im Gemeindesaal mit dem gemeinsamen Abendessen weiter. Das Folkloreensemble „Mugurelul“ („Die Knospe“) aus Risenau begeisterte das Publikum mit sächsischen und rumänischen Volkstänzen und bezog sie zum Abschluss in einen großen Tanzreigen mit ein. Die Brenndorfer machten beim rumänischen Volkstanz begeistert mit und tanzten dann bis spät abends zur Schlager- und Pop-Musik, die DJ Benno auflegte.

Am Sonntag, dem 9. August, ging es mit einem Brunch im Pfarrhof weiter. Anschließend nahmen die Gäste am Gottesdienst in Petersdorf teil. Am Nachmittag besuchten sie dann die Ritterfestspiele im Rahmen des „Teutonic-Fest“ in Honigberg.
Die Rosenauer Tanzgruppe „Die Knospe“ (Mugurelul) ...
Die Rosenauer Tanzgruppe „Die Knospe“ (Mugurelul) führte im ersten Teil der Darbietung siebenbürgische Tänze auf. Foto: Siegbert Bruss
Es waren schöne Tage, die alle Teilnehmer in Erinnerung behalten werden. Das diesjährige Treffen hat wieder einmal bewiesen: die Brenndorfer Sachsen halten zusammen und haben ihre Heimat im Herzen.

Elise Wilk

(Nachdruck aus der Karpatenrundschau vom 13. August 2026)

Bildergalerie des Heimattreffens 2026 in Brenndorf (www.brenndorf.de)

Lesen Sie auch (in rumänischer Sprache):

Sașii din Bod emigraţi în Germania au revenit pe meleagurile natale, Radio România Brașov FM, 10 August 2026

Schlagwörter: Brenndorf, Heimattreffen

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