Junge Leute erkunden ihr reiches siebenbürgisch-sächsisches Kulturerbe: Kanadischer Jugendreferent berichtet über das Föderationsjugendlager
Das Föderationsjugendlager 2026 brachte junge Siebenbürger Sachsen aus Deutschland, Kanada, Rumänien und den USA zwei Wochen lang, vom 25. Juni bis 9. Juli, zu kulturellem Austausch, gemeinsamem Lernen und Begegnung zusammen (siehe „Wir sind Heimat“: Nordamerikanischer Heimattag 2026 in Aylmer bezeugt grenzüberschreitenden Gemeinschaftsgeist). Die Teilnehmer konnten ihre sächsischen Wurzeln vertiefen und zugleich die Traditionen, Geschichte und Gemeinschaft kennenlernen, die Siebenbürger Sachsen auf der ganzen Welt bis heute miteinander verbinden.
Schon am ersten Tag entstand eine herzliche Atmosphäre, in der trotz unterschiedlicher Herkunft und verschiedener Lebenswege schnell neue Freundschaften geschlossen wurden. Das Jugendlager zeigte einmal mehr, wie wichtig es ist, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich kennenzulernen und gemeinsam das reiche kulturelle Erbe der Siebenbürger Sachsen zu erleben und weiterzutragen.
Ein besonderer Höhepunkt war die Möglichkeit, siebenbürgisch-sächsische Traditionen unmittelbar zu erleben. Das Kronenfest in Böblingen zeigte eindrucksvoll, wie lebendig dieses Brauchtum auch heute noch in Deutschland gepflegt wird. Ebenso beliebt war der Baumstriezel-Workshop, bei dem die Teilnehmer das traditionelle Gebäck selbst herstellen konnten. Dabei blieb es nicht beim Zuschauen – alle wurden eingeladen, die Bräuche aktiv mitzuerleben und dadurch eine noch engere Verbindung zu ihren Wurzeln zu entwickeln.
Die kanadischen Teilnehmer des Föderationsjugendlagers vor dem Münchner Rathaus, von links nach rechts: Helena Maiterth, Jacob Werner, Josh Steele, Jackson Schaus, Ryan Hesch, Ethan Hesch und Xander Werner. Foto: Ryan Hesch
Einen bleibenden Eindruck hinterließ auch der Besuch von Schloss Horneck mit der Siebenbürgischen Bibliothek und Museum. Die Ausstellungen, Artefakte und Archive vermittelten einen umfassenden Einblick in die Geschichte der Siebenbürger Sachsen, ihre jahrhundertelange Heimat in Siebenbürgen und die zahlreichen Herausforderungen, denen sie im Laufe der Zeit begegneten. Die Geschichte an einem so bedeutenden kulturellen Ort zu erleben, machte sie besonders greifbar und vertiefte das Verständnis für die wichtige Arbeit, mit der Geschichte, Kultur und Identität der Gemeinschaft für kommende Generationen bewahrt werden.
Neben den kulturellen Programmpunkten kam auch das gemeinsame Erleben nicht zu kurz. Die Teilnehmer erkundeten München, unternahmen eine Schifffahrt auf dem Chiemsee zum Schloss Herrenchiemsee und verbrachten einen abwechslungsreichen Tag im Erlebnispark Tripsdrill. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Mercedes-Benz Museums, das einen spannenden Einblick in die Geschichte eines der bekanntesten deutschen Automobilhersteller bot. Die abwechslungsreiche Gestaltung des Programms verband Kultur, Geschichte und Freizeit auf gelungene Weise und bot zugleich viele Gelegenheiten, die neu entstandenen Freundschaften zu vertiefen.
Unvergesslich war auch die Unterbringung bei Gastfamilien. Dank ihrer Gastfreundschaft und Herzlichkeit und fühlten sich die Teilnehmer vom ersten Augenblick an willkommen. Gemeinsame Mahlzeiten, Gespräche und Einblicke in den Alltag ermöglichten persönliche Begegnungen, die weit über das offizielle Programm hinausgingen und bleibende Erinnerungen hinterließen. Diese Erfahrungen spiegelten den ausgeprägten Gemeinschaftssinn wider, der die Siebenbürger Sachsen bis heute auszeichnet.
Der wohl größte Gewinn des Jugendlagers waren jedoch die Freundschaften, die während der zwei Wochen entstanden. Ob bei Tanzveranstaltungen, Grillabenden, Ausflügen oder einfach im gemeinsamen Alltag – überall ergaben sich Begegnungen, aus denen enge Verbindungen zu anderen jungen Siebenbürger Sachsen entstanden. Gerade diese Freundschaften machten das Jugendlager für viele zu einem unvergesslichen Erlebnis und unterstrichen den Wert solcher internationalen Begegnungen.
Insgesamt übertraf das Jugendlager 2026 alle Erwartungen. Die gelungene Verbindung aus kultureller Bildung, geschichtlicher Auseinandersetzung, gemeinsamen Freizeitaktivitäten und gelebter Gemeinschaft stärkte das Bewusstsein der Teilnehmer für ihre siebenbürgisch-sächsischen Wurzeln und machte deutlich, wie wichtig deren Bewahrung für kommende Generationen ist. Für junge Menschen, die ihre Herkunft besser kennenlernen und gleichzeitig Freundschaften fürs Leben schließen möchten, bietet das Jugendlager eine einzigartige und bereichernde Erfahrung. Viele Teilnehmer kehrten mit großer Dankbarkeit nach Hause zurück – und mit dem Wunsch, sich auch künftig aktiv in der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft einzubringen.
Ryan Hesch, Jugendreferent der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Kanada
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