28. April 2026
Siebenbürgen-Vortrag von Volker Petri in Wien
Nach zwei Vorträgen im Westen Österreichs beehrte uns Mag. Volker Petri, Pfarrer im (Un)ruhestand, im Haus der Heimat in der Wiener Steingasse mit derselben, für die jüngeren, der Erlebnisgeneration nicht mehr angehörigen Sachsen wichtigen und interessanten Thematik der ab 1944 und nach dem Friedensschluss am 8.Mai 1945 nach Österreich gespülten Trecks der flüchtigen Siebenbürger Sachsen.
Die Freude ob des lang erwarteten Endes des Weltgemetzels wurde bald gedämpft vor allem durch die sich mehrfach anhäufenden Sorgen vor allem der Frauen der Dorfgemeinschaften: Wo befinden sich die weiteren, während der Flucht vom Treck abgekommenen Nachbarn, wo die zurückgelassenen und kranken Kinder? Was ist mit den männlichen, in den letzten Volkssturm eingezogenen Mitgliedern der Gemeinschaft passiert, wann und wohin sollte es nun, in Österreich angekommen, wohl gehen? Man fand zunächst in Lagern, Erdhütten oder auch Bauernhöfen Aufnahme, doch wich die anfängliche Aufnahmebereitschaft der autochthonen Bevölkerung mit der zunehmenden Masse der Ost-Flüchtlinge, aber auch durch eigene Bedürftigkeit, einer gewissen Härte den Ankommenden gegenüber. Die verantwortlichen österreichischen Stellen fühlten sich damals als die ersten Opfer der Hitlerschen Aggression und schoben damit die Zuständigkeit für die „volksdeutschen Flüchtlinge“ Deutschland zu. Natürlich wünschten anfangs die meisten die Rückkehr in die Heimat, doch all ihr dortiger Besitz wurde von der siegreich einmarschierenden Roten Armee beschlagnahmt; ihrer Bürgerrechte verlustig, war, obwohl sie auch in Österreich von den Alliierten als „displaced persons“ bezeichnet wurden, an eine Heimkehr in den meisten Fällen nicht mehr zu denken. Auch plagten die vorrangig weiblichen, wie auch die alten, hier als Hitler-Kollaborateure gebrandmarkten Siebenbürger Sachsen die Frage: Was ist mit unseren im Krieg gestandenen Vätern und Söhnen passiert, leben sie noch (und suchen uns vielleicht) oder findet man sie nur mehr auf den Vermisstenlisten des Roten Kreuzes?
„Es begann nun der verzweifelte, mutige und zäh geführte Kampf um die neue Heimat“ beschreibt Volker Petri die mühsame, zehn Jahre andauernde Situation der in Österreich befindlichen Sachsen, bis sie endlich 1954 zu Staatsbürgern des neuen, auch 1955 von den letzten Besatzern befreiten Österreichs wurden. Der Durchhaltekraft vor allem der Frauen, dem Beistand der Vertreter der schon immer als Volkskirche sich auch in der Diaspora verstehenden evangelischen Minderheitenkirche ist es zu verdanken, dass „wir heute bewusst in unserem Österreich leben, in dem wir durch Fleiß und unseren Fähigkeiten, durch Loyalität und Treue schon längst Anerkennung und Wertschätzung gefunden haben.“
Wie auch in seinen bisher erschienenen zwei Büchern zur Sachsenthematik in Österreich zeichnete Volker Petri auch hier mit viel Detailkenntnis, mit verständnisvollen und warmherzigen Worten das Leid und den schwierigen Anfang der Siebenbürger Sachsen in Österreich nach, was bei dem Publikum – der rauschende Beifall war dafür eine Bestätigung – bestens ankam.
„Es begann nun der verzweifelte, mutige und zäh geführte Kampf um die neue Heimat“ beschreibt Volker Petri die mühsame, zehn Jahre andauernde Situation der in Österreich befindlichen Sachsen, bis sie endlich 1954 zu Staatsbürgern des neuen, auch 1955 von den letzten Besatzern befreiten Österreichs wurden. Der Durchhaltekraft vor allem der Frauen, dem Beistand der Vertreter der schon immer als Volkskirche sich auch in der Diaspora verstehenden evangelischen Minderheitenkirche ist es zu verdanken, dass „wir heute bewusst in unserem Österreich leben, in dem wir durch Fleiß und unseren Fähigkeiten, durch Loyalität und Treue schon längst Anerkennung und Wertschätzung gefunden haben.“
Wie auch in seinen bisher erschienenen zwei Büchern zur Sachsenthematik in Österreich zeichnete Volker Petri auch hier mit viel Detailkenntnis, mit verständnisvollen und warmherzigen Worten das Leid und den schwierigen Anfang der Siebenbürger Sachsen in Österreich nach, was bei dem Publikum – der rauschende Beifall war dafür eine Bestätigung – bestens ankam.
Dr. Kurt Thomas Ziegler, Obmann
Schlagwörter: Wien, Petri, Vortrag, Flucht
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