15. April 2026

Goldene Ehrennadel des DFDR für Christel Ungar-Ţopescu

Hermannstadt – Eine besondere Ehrung stand in Hermannstadt am 27. März ins Haus: Im Georg-Daniel-Teutsch-Saal im Bischofspalais erhielt die Journalistin und Schriftstellerin Christel Ungar-Ţopescu die Goldene Ehrennadel des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR). Die Auszeichnung wurde nach der DFDR-Vertreterversammlung, die am selben Tag stattfand, verliehen.
Christel Ungar-Ţopescu nahm die Goldene ...
Christel Ungar-Ţopescu nahm die Goldene Ehrennadel und das dazugehörende Ehrendiplom vom DFDR-Vorsitzenden Dr. Paul Jürgen Porr entgegen. Foto: Laura Micu
Christel Ungar-Ţopescu war seit 1990 TV-Redakteurin beim rumänischen staatlichen Fernsehen TVR. 2003 wurde sie dort Chefredakteurin der deutschen Sendung „Akzente“ und war immer wieder Mitglied im dortigen Aufsichtsrat. Sie zeichnet außerdem verantwortlich für die „Frauenpower-Serie“, in der sie mit Dokumentarfilmen die Rolle und das Engagement von Frauen aus der rumäniendeutschen Minderheit beleuchtet.

Dr. Paul Jürgen Porr, DFDR-Vorsitzender, eröffnete die Feierstunde mit der Vorstellung von Christel Ungar-Ţopescu: „Mit ihren Beiträgen aus allen Landesteilen und auch aus dem Ausland hat sie zu viel zum Verständnis unserer verschiedenen Volksgruppen beigetragen“, so Porr.

Benjamin Józsa, Geschäftsführer des DFDR, hob in seiner Laudatio mit dem den Autor Erich Kästner paraphrasierenden Titel „Die dreifache Christel“ jene Vielseitigkeit hervor, die alle Redner anlässlich der Ehrung erwähnten. Die erste Christel habe beispielsweise Preise und Auszeichnungen für das Interview mit der weltbekannten Violinistin Anne-Sophie Mutter, für ein Porträt des Hermannstädter Malers Hans Hermann oder für die „Beste Sendung in der Sprache einer nationalen Minderheit“ erhalten. Die zweite Christel widme sich immer wieder der Poesie: Die Gedichtbände „So blau“, „Wenn wir jetzt“ oder „Du bist mein Kreuz“ legten Zeugnis darüber ab. Die dritte Christel habe sich der Musik verschrieben und punkte als Jazzsängerin mit unvergesslichen Interpretationen. Józsa schloss mit den Worten: „Wir sind heute zusammengekommen, um die Filmemacherin, die Moderatorin, die Dichterin und die Sängerin Christel Ungar zu ehren. Vor allen Dingen aber ehren wir den Menschen, ohne den man sich unsere deutsche Gemeinschaft nicht vorstellen kann, den Menschen, der zeit seines Lebens nicht nur gewusst hat, wo sein Platz ist, sondern diesen auch jedes Mal exemplarisch ausgefüllt hat und – das ist wichtig! – auch weiter ausfüllen wird. Der Vorstand des DFDR hätte keine bessere Wahl treffen können.“

Von Seiten der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien (EKR) ergriff Hauptanwalt Friedrich Gunesch das Wort: Die Sichtbarkeit der EKR sei ohne die Geschwister Ungar nicht auszudenken. Christel, Beatrice und Arno gehörten einfach mit dazu. Christel Ungar-Țopescu sei immer präsent gewesen: „Aktiv und herausfordernd einerseits, mit Verständnis und viel Liebe andererseits, mit der Poesie und dem Gesang, für die Gemeinschaft und für die Kirche.“

Die Gewürdigte stieß nach dem offiziellen Festakt mit den anwesenden Vertreterinnen und Vertretern von Forum und Kirche an: „Ich fühle mich erstens einmal geehrt, dankbar natürlich, aber auch motiviert weiterzumachen. Man fühlt sich auf dem richtigen Weg und erkannt auf dem richtigen Weg von anderen. Dadurch fühlt man sich zugehörig zu einer Gemeinschaft – zum Forum und zur Kirche. Es ist schon etwas ganz Besonderes, wenn einem aus seinen eigenen Reihen gedankt wird“, sagte Christel Ungar-Ţopescu.

Aurelia Brecht (Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien)

Schlagwörter: Christel Ungar, Auszeichnung, DFDR

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