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| Einen längeren Prosatext in mehreren Fortsetzungen will ich hier herein setzen. Er ist in meinem Heimatdialekt geschrieben und anschliessend in die Schriftsprache übersetzt worden. Leider ist es mir nicht möglich Texte im PdF zweispaltig nebeneinander herein zu setzen. Ach wär´ich doch ein Weihnachtsbaum! Ein Regentröpfchen war meine Mutter und mein Vater ist der Wind. Der Berg auf dessen Schulter ich geboren bin, nannte mich sein Patenkind. Er selbst, der Berg, wurde von den Menschen Sonnenaufgang genannt. Die beiden Flüsse aber, welche links und rechts aus dem Inneren dieses Berges sprießen, nannten wir, Kleine Sorge und Große Zuversicht. Dort bin ich geboren im Lande Jenseits der Wälder. Der Tag meiner Geburt jedoch, hat keinen Namen. Auch das Jahr ist nicht bekannt, denn mitten in der Ewigkeit bin ich geboren. Auch der Berg sowie die Flüsse und das Land hatten Anfangs keine Namen. Doch es zogen Menschen durch die Länder diesseits der Wälder, und gaben dem Land den Namen Jenseits der Wälder. Eines Tages kamen Menschen bis zu meinem Heimatberg, blieben in seiner Nähe, um in seinem Schatten zu wohnen. So bekam der Berg den Namen Sonnenaufgang. Das Land nannten sie Zuhause. Kleine Sorge und Große Zuversicht nannten sie die beiden Flüsse. Damals war ich noch nicht geboren. Aber während meines Lebens habe auch ich die beiden Flüsse, meine Lieblinge, immer bei ihrem Namen genannt. Am Tag meiner Geburt soll es einen heftigen Sturm gegeben haben. Der Wind soll alles sehr bewegt haben. Mich soll er von einer Tanne mitsamt dem Wassertröpfchen welches ich meine Mutter nannte, gerissen, und den Berg hinauf getragen haben. Dort bin ich dann aufgewachsen. Die Menschen aber diesseits, und jenseits der Wälder sind immer hin und her gezogen. Ich habe ihnen zugeschaut. Wä jearren wer iech a Kreastbam! (Roder Dialekt) An Triepes Woasser wos men Muetter, und me´ Vööter äs der Wäänt. Der Bairch åf des siener Össelt iech jebauren ben, soit Poot ke´ miech. Ean soalwest, den Bairch, hiessen de Mienschen Sonnenåfjaung. Dä zwien Fleass åwer, dä ois diesem Bairch lürz uch raichts aroisfliessen, hiesse´mir Klinzich Soarch uch Jrüs Zeuversicht. Doi bän iech jebauren, an dem Lamd åf jiener Siet vüm Besch. Di Duch åwer, un dem iech jebauren ben, hüt nichan Nümen. Uch dot Joihr es net bekammt, denn mettelt an der Iiwijet ben iech jebauren. Wedder di Bairch niuch dä Fleass, niuch dot Lamd håtten üm Üfaung Nümen. Åwer et jiengen Mienschen dürch dä Lunder åf dieser Siet vüm Besch und joiwen dem Lamd den Nümen, åf jiener Siet vüm Besch. Aist an Duch kwoimen Mienschen bäs za menem Haimetbairch, und bliewen a´ siener Neet, am a sienem Schåden ze wünnen. Asü bekwam di Bairch den Nümen Sonnenåfjaung. Dot Lamd hiessen sä dehaim. Klienzich Soarch uch Jrüss Zeuversicht hiesse´sä dä zwien Fleass. Deu wos iech niuch net jebauren. A menem Laiwen åwer, hün uch iech dä zwien Fleass, men Läfleng än mät dem Nümen bestiemmt. Üm Duch mener Jebürt soll et an störke´Stürem jejain hün. Der Wäänt soll oalles jer bewaicht hün. Miech soll a vün ar Dunn, mät samt der Triepes Woasser, dä iech mean Muetter hiess, jereassen uch åf de´ Bairch jedrån hün. Doi bän iech droi åfjewössen. De Mienschen åwer, åf dieser, uch åf jiener Siet vüm Besch sien än hänen uch doinen jezaucht. Iech hün ´en zeujesähn. --Fortsetzung folgt--- |
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| Zuerst waren sie alle Heiden. Sie sammelten Beeren, Früchte, Nüsse und Pilze, Sie jagten das Wild und töteten es. Sie trieben das Vieh, schlachteten und töteten. Bekämpften sich untereinander und töteten sich gegenseitig. Dann kamen Christen, aber auch sie brachten das Schwert mit, und haben viel Blut fließen lassen. Die Christen nannten die anderen Menschen alle Heiden. Unter denen waren auch welche, die nannten alle andern Barbaren. Dann waren wieder welche da, die nannten sich selbst Awaren, andere wurden Kumanen, Petschenegen und Mongolen genannt. Diese wiederum nannten andere Szekler, die Szekler nannten die andern Sachsen, die Sachsen aber nannten die übrigen Walachen und die sagten zu den letzten Zigeuner. Zu der Zeit hatte der Weihnachtsbaum weder für die Heiden noch für die Christen eine Bedeutung, wäre dem nicht so gewesen, hätten sie sicher einen aus mir gemacht. Doch so blieb ich gottlob verschont und bin mit der Zeit zur prächtigsten Tanne des Berges hochgewachsen Einige Jahrzehnte später geschah es dass ich eine Schwester bekam. Sie wuchs in meiner Nähe, gedieh in meinem Schatten und erlebte eine friedliche glückliche Kindheit. Schlank und in strahlender Frische strebte sie nach oben, reifte heran und übertraf bald alles was sich an vollkommener Schönheit und jugendlicher Anmut vorstellen lässt. - Es überkam mich Eifersucht ob ihrer Schönheit. Mit Mühe nur gelang es mir, dieses Laster abzuschütteln. Und nicht selten verwandelte sich dies in Mitleid, ja in Herzzerreissende Sorge um meine jüngere Schwester. --------- Denn zu der Zeit begannen die Menschen Interesse an jungenTannen zu zeigen, welche sie als Weihnachtsbäume opferten. Und meine jüngste Schwester wünschte sich nichts sehnlicher, als weg von hier, heraus aus der Eintönigkeit unseres alten Heimatberges. Das Leben draußen auszukosten und ihr jugendliches Leben in vollen Zügen zu genießen. In ihrer kindlichen Unerfahrenheit ließ sie sich vom grellen Licht, und vom glitzerndem Geschmeide der leichten Modewelt blenden und verführen. Sie sehnte sich nach etwas wofür sie nicht geschaffen war, fand das Leben hier oben langweilig und konnte bald, nicht einmal den Ruf des Habichts mehr ertragen. So kam nun der Mensch mit der Axt- Meine Schwester verkannte Sinn und Zweck ihres Lebens, sie glaubte fest daran das strahlende Kinderaugen, das Produkt des Weihnachtsbaumes seien, für das es sich lohnen würde, Stamm und Wurzeln zu verlassen, um dann einige Tage später auf der Müllhalde in Flammen unterzugehen. Von Schmerz und tiefer Trauer war die nächste Zeit meines Lebens geprägt. Das Eichhörnchen welches in meinem Geäst nistete war ein Trost für meinen Verlust. Täglich brachte mir der Nebel frischen Tau aus dem Tal der Großen Zuversicht, und wenn er sich dann wie ein Vorhang über unsere Wipfel lüftete, bekam ich freie Sicht bis weit ins Tal hinunter. Mit Wehmut schaute ich dem geschlängelten Lauf des Flusses nach, den ich am liebsten auf seinen Wellen begleitet hätte.- - Von sanften Winden umschaukelt träumte ich dann, von den Wellen des unendlichen Meeres, vor dem ich mich zu verneigen, bestrebt war. ---------------- Dirscht woire´ sä oalles Haiden. Sä sümmelten Braimen, Wåld-Frücht, Neass uch Schwimm. Sä jiuchten Wåold-Jedairer an deeden öi. Sä driewen det Veih, an deden öi. Bekrächten siech oinderanamder an schleagen siech düt. Dråi kwoimen Kreasten, åwer uch sä bröchten det Schwairt meat, an hü´viel Bleut låsse fliessen. De Kreasten hiessen dä amder Mienschen oalles Haiden. Zwäschen den woiren uch ear, dä hiessen dä amdern oalles Barbaren. Dåi woiren uch ear dä hiessen siech sålwest Awaren, amdern hies em Kumanen, Petschenegen uch Mongolen. Dies hiessen dä amdern Zoitchel, de Zoitchel hiessen dä amdern Såksen, de Såksen åwer hiessen dä iewrijen Bloich, und de Bloich soiden ken dä letzten Zijünnen. An der Ziet håt der Kreastbam wedder far de Haiden niuch far de Kreasten an Bedädeng, wer dot net asü jewaist, hatten sä, sächer ienen ois mir jemucht. Åwer asü bliew iech Gottseidaunk verschünt und, ben mät der Ziet zer stierkester Dunn füm jamzen Bairch jewössen. Noi an wiefel Joirzienten kwam et dezeu dått iech an Seaster bekwam. Dä wues a´mener Neet, bekliew siech a´menem Schåden, und arlaiwt an friedlich, jeloatchlich Kändhait. Rüm uch strohlend freasch, straift sä an de Leaft, an wörd asü haisch, dåt sä bold oalles iewertröf wut em siech ü´vollkommener Schinheit uch jügentlicher Freasch, vaurstållen kam. Iech wörd eifersüchtich åf men Seaster. Mät Moi når jelång et mir diet Loster öizeschirreln. Und net sålden verwamdelt et siech droi a´ Metlaid. Iech wörd zem Hoarzzerreissen besoarcht am men joinest Seaster. -------------- Denn za der Ziet fiengen de Mienschen ün, siech far jång Dunnen ze interessiiren, dä säi droi åls Kreastbaim ünzången. Und men joinest Seaster woanscht siech neast siinlicher, ås awiech häiher. Arö fün diesem lungweelijen olden Haimetbairch. Det Laiwen dertnieden ze jeniessen, uch fün der Jügend dot ze bekün wut dem Laiwen jebiirt: Frauhait. An ärihrer kändlichen Oiarföhrenhait lies sä siech vüm Jelieser, uch vüm låchten Verspriechen der modernen Welt blenden uch verfoiren. Sä sihnt siech nåi east, far wot sä net jeschuffen wos. Sä famd det Laiwen häi auwn lungweelich, an koind bold nameal den Hainevaugel mi kreien hiiren. Asü kwam dråi der Miensch mät der Åkkes- - Men Seaster verkammt Senn uch Zwäck äres Laiwens. Sä jelauft feest drün; dått det strohlen der Känderaugen dem Kreastbam ze verdaunken wer, far wot et siech lühnen miest, Ståmp uch Würzeln ze verlåssen, am droi an wiefel Dåich lamzemer, åf am Meastploatz ze verbroien. Schmearz uch Troor wos dernåi a menem Laiwen åf der Duchesaurneng. Dot Aichhearrenchen wut a´menen Eesten wünt, wos an Trüst far mene Verloast. Jeden Duch bröcht mir der Naiwel Freaschen Tau ois dem Tol der Jrüssen Zeuversicht. Und wun di siech droi wä a´Vaurhaung iewer eus Speatzten höw, bekwam iech frau Sicht bes fear eanen an dot Tol. Mät Wimeut such iech dem Floas, a jeder Kråmmeng nåi, mät dem iech am läwsten metjeschwåmmen wer- - . Sööcht schoikelt miech der Wäänt, und dråi draimt iech, vün den Wållen am Mair. Vüm Mair draimt iech, var dem iech miech ze vernaijen bestraift wos. Fortsetzung folgt--- |
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| Oft wurde ich vom Schrei des Bussards aus meinem träumen geweckt.- und wie glückselig empfand ich, in voller Nüchternheit Freude darüber,dass die Menschen keinen Weihnachtsbaum aus mir gemacht hatten. Es war ein friedliches, ruhiges Leben oben im Bereich meiner Berge. Nur die Menschen in den Tälern gönnten sich den Frieden nicht, und ließen sich gegenseitig nicht in Ruhe. Kaum waren Kuruzen raubend und mordend durchs Land gezogen, kamen Szekler, Kroaten, Serben und bewaffnete Husaren, um dem Kaiser das Land streitig zu machen. Bald darauf geschah es auch, das ein Szekler mit einer scharfen Axt, daher kam, der suchte die schönsten Tannen des Sonnenaufgangs heraus, und hieb sie der Reihe nach ab.- - Dies bedeutete für uns den Tod. Und eines Tages, kam die Reihe auch an mich. Doch wie seltsam, und merkwürdig ja unglaublich es klingen mag, - es begann für mich ein neues Dasein. Es kam mir vor als sei dieses zweite Leben Belohnung dafür, dass ich mich von Jugend an, blindlings und bedingungslos im Vertauen dem Menschen zur Verfügung gestellt hatte. Nun wusste ich mit Gewissheit ; Es sollte aus mir noch etwas werden. Meinen schönsten Jugendtraum hatte ich nicht vergessen, und wieder sah ich mich von den Wellen der Großen Zuversicht getragen - - Könnte es denn wahr werden ? Sollte ich vielleicht doch noch der Mastbaum eines stolzen Segelschiffes werden, um Weltmeere zu durchkreuzen ? ----------------------------- Zietchliech arwucht iech dråi, vüm kreischen des Hainefaugels ois menem Draimen- Und wä jeloatchlich fealt iech miech, an koint miech wärläch noachtern froien drief, dått de Mienschen nichan Krweastbam ois mir jemuecht hoatten. Et wos a´friedlich, reuich Laiwen doi Auwen åf menem Bairch. Når de Mienschen an den Teelern jånden siech den Frieden niet, an liessen siech gejesietich net a´ Reu. Kum woiren Kuruzen rauwend uch maurdend dürch´d Lamd jezaucht, kwoimen Zåtchel, Kroaten, Serben uch bewaffent Husaren, am dem Kaiser det Lamd striedich ze muchen. Bold dernåi wos et asü fear dått, an Zåtchel mät ar schörfer Åkkes kwam, di seak siech dä hieschest Dunnen üm Soannenåfjaunk arois, und häch se der Riend noi öi - - Dot håt far eus den Düd ze bedäden. Und aist an Duch, kwam de Riend uch ü´miech. Doch wä merkwiirdich, uch net zem jelaiwen dot klaune´maich, et fieng a freasch Laiwen far miech ün. Et kwam mir faur, wä wun diet zweit Laiwen Belühneng weer far dot, dått iech miech vü Jügend åf, bländ uch bedaunengslüs am Vertrauen dem Mienschen zer Verfoijeng jestolt hoat. Neu woast iech mät Jewesshait ; Et sal ois mir niuch east werden. Menen hieschesten Jügenddram håt iech net verjessen. Und wieder such iech mich vün den Wållen der Jrüssen Zeuversiecht jedrån- - Sal dot neu niuch woihr wearden. Wer iech villiecht niuch der Scheafbam åf am jrüssen Scheaf wearden am det Mair an der Wärelt ze dürchkruizen ? ------------------------------------- Das Rasseln einer schweren Eisenkette weckte mich diesmal aus meinem Traum. Die Kette wurde mir um den Leib geschlungen. Von einem Büffelpaar wurde ich bis dicht ans Wasser der Großen Zuversicht geschleppt. Das Wasser aber wurde über ein riesiges Rad geleitet, welches eine kreischende Säge bewegte, und diese schließlich, wurde durch meinen Leib auf und ab gezogen. Dies war eine schmerzliche Behandlung. Doch das Wasserrauschen der Großen Zuversicht, und ein Gefühl der Dankbarkeit half mir den Schmerz verkraften, so dass es geschehen konnte. Dies Schicksal teilten alle meine Geschwister mit mir. So wurden wir zu Brettern gesägt. Weil mein Stamm nun die breitesten Bretter geliefert hatte, wurde ich gesondert zum trocknen auf einen Stapel geschichtet. Es vergingen nun nur noch einige Jahre, bis der Schreiner aus Weiskirch mich abholte. Man kann sich denken was der mit mir vorhatte. Es sollte aus meinen Brettern ein klassisches Möbel hergestellt werden. Weil nun der genannte Schreiner mit Vorliebe Truhen machte, hatte er den Namen Trunnebutzer bekommen. Meine Bretter waren für die Herstellung einer Truhe auch sehr geeignet. Die Breite eines Brettes ergab die benötigte Fläche zu einem Truhendeckel. Vorderwand, Rückwand sowie der Boden, wurde jeweils aus einem Stück gefertigt. Aus der Werkstatt kam ich in eine andere, wo die Frau Trunnebutzers, mich mit bizarren Arabesken und wunderbaren Blumenmustern bemalte. Es war eine Freude und ein Genuss, von Frauenhänden so liebevoll behandelt zu werden. Und nicht zum erstenmal überkam mich heimlich dieses Gefühl der Genugtuung und der Dankbarkeit, dem Schicksal gegenüber, kein Weihnachtsbaum, aber auch kein Schiffbaum geworden zu sein. -------------------------------------- Det zingeln vün ar schweren eiserånen Kåten, wåtcht miech dietmeal ois menem Dram. Dä Kåten wörd mir iewer de Broast jewätchelt. Zwien störk Beaffel schloapten miech bäs fest ün´t Woasser mener Jrüssen Zeuversicht. Dot Woasser åwer wos iewer an jrüs Råd jelait, dot Råd bewaicht an launk Saich. Und dä Saich musst schließlich, dürch menen Kierper åfen uch öwen jedausen wearden. Dot wos an schmerzhåft Behamdleng. Åwer det Woasserroischen vün der Jrüssen Zeuversicht uch dot Jefoil der Daunkberkait, holf mir de Schmerz verkruften asü dått et jeschän koint. Diet sålf Lös trüf men Jeseasterer oalles. Asü wörden mir za Brådern jesaicht. Wol me´ Ståmp åwer dä braidest Bråder jeliewert hoat wörd iech jesoindert zem driechen åf an Schauwer jeschlicht. Et verjiengen neu når an wiefel Joir bes der Deschlar vü´ Weiskirch miech öihault. Am kam siech dinken wut di mät mir faur hoat. Et sal ois menen Brådern an oldvåtersch Möbel jemucht werden. Wol åwer di Deaschlar am läwsten når Trünnen mucht, håt hai den Nümen Trunnebutzer bekün. Men Bråder woiren, zem an Trünn drois muchen am beesten jeaijent. Ai´ Bråt wos asü brait dått an Trünnendåtchel arois kwam. Fedderschtdail, Haunderschtdail uch der Boadem wörd oalles ois ienem Stoatch jemucht. Ois der Wairkesch kwam iech an dä amder, woi de Frau Trunnebuzer miech mät besoinderen Arabesken uch mät woinderbören Mustern bemoilt. Et wos an Froid uch a´ Jenoas, vün Frauenhunden asü zörtlich behamdelt ze werden. Und net zem ierschte meal iewerkwam miech haimlich diet Jefoil der Zefriedenhait uch Daunkberkait, dem Schäksel kenief, dått iech net a´ Kreastbam, åwer uch nichan Scheafbam woarden wos. Fortsetzung folgt. |
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| Auf dem Jahrmarkt in Schässburg wurde ich aufgestellt. Es war der 11. November 1870 Bauern kamen aus umliegenden Dörfern, um Kleider, Stoffe, Schuhe und Werkzeug zu kaufen. Handwerker aus Agneteln, Reps, Mediasch, aus dem Burzenland, aus dem Unterwald, waren gekommen, auch Nösnerländer waren dabei, ihre Ware feilzubieten. Zwei Brautleute aus Rode waren auch zu diesem Jahrmarkt gekommen. Um die Aussteuer für die Braut zu besorgen. Mit aufgeputztem Pferdegespann kamen die. Das gab Aufsehen. Einen Mastbullen hatten sie mitgebracht, um ihn beim Metzger abzuliefern. Im Vorbeigehen entdeckten sie mich, und die junge Frau, nahm ihre Augen nicht mehr von mir. Für den Preis des Schlachtviehes wurde ich dem Schreiner abgekauft. Doch bevor ich in dem Pferdewagen verpackt wurde, kam Frau Trunnebutzer mit Farbe und Pinsel, um die Namen der neuen Besitzer auf der Innenseite meines Deckels hinein zu malen. Die Jahreszahl durfte nicht fehlen, denn das war das Hochzeitsjahr der beiden . Johann Imrich und Katharina geborene Derra. Hochzeitstag 19. Jan 1871. In Rode gab es ein festliches Begrüßen. Von allen Seiten wurde ich bewundert und gelobt wegen der kunstvollen Bemalung und der echten Farben. Man nannte mich Hochzeitstruhe, und ich bekam in der guten Stube einen Ehrenplatz. An der Frontseite zwischen den Fenstern wurde ich aufgestellt Ich war das Prunkstück der Familie und Blickfang für Besucher. ------------ Åf dem Joirmert a Schessbrich wörd iech åfjestolt. Et wos der 11. November 1870 Jeboren kwoimen ois viellen Jemainen, am Klaider, Stuf, Scheagen uch Werkzuich ze kaifen. Hamtrengar ois Ångeniteln, Repes, Midwesch, ois dem Bürzelamd, ois dem Oinderwold woire´ kün, asüjör Nösnarlundar woiren derbäi, ärir Wör feilzebäden. A Bruitpör vü´Röd wos auch bä diese´Joirmert kün. Am de Oisstair far de Bruit ze besoarjen. Mät bekriindem Rössewiugen woiren dä kün. Dot juf Åfsän. A jemeest Raundchen håtte sä meatbröcht Am dot bäm Schlöchthois öizeliewern. Am Vebeijoan soigen sä miech, und dä jång Frau, nam de Augen vü´mir nieman awiech. Far dot Jeeld vü´m Raudchen, wörd iech dem Deaschlar öijekauft. Doch befaur iech an dem Rössewiugen verpåckt wörd kwam de Fra´Trunnebuzer mät Foarw uch Pinsel, am de Nümen vün den neuen Beseatzarn åf der weisser Siet menes Dåtchels åf ze måilen. De Joiresziul taurft net fehlen, denn dot wos det Bruilleftjoir der zweanen. Johann Imrich uch Katharina geborene Derra. Hochzeitstag 19. Jan.1871 A Röd wörde´ mir festlich bejrutzt. Vün ålle Sieten wörd iech bewoinderd uch jelauwt, am dä kunstviul Bemåleng uch dä echt Foarwen. Am hies miech neu de Oisstairtrünn und iech bekwam an der fedderster Stüw den Ihre-Ploatz, dertfaur zwäschen den Fienstern wörd iech åfjestolt. Iech wos det Pårådistoatch der Famili uch Blätchfaung far Besoatchar. ------------------ Meine Aufgabe war es nun dem jungen Bauern die Sonntagsstiefel, Anzug, Gürtel, Brustpelz den langen Kirchenpelz sowie die besondere Marderfellmütze von einem Sonntag zum andern aufzubewahren. 74 Jahre lang bin im selben Haus gestanden. Einmal, nein zweimal, hat man in dieser Zeit von Rode aus, das Nordlicht sehen können, und mir war es vergönnt von diesen seltenen Ereignissen Notiz zu nehmen. Denn die Leute die es mit ihren Augen gesehen hatten, schrieben es mit Bleistift auf der weißen Innenseite meines Deckels auf. Im Hause der Immrichs habe ich viele freudige Feste erlebt, aber auch traurige Tage. Da waren Zwei Kriege in der Zeit. Mein Besitzer war im ersten Krieg gefallen. Als der zweite Krieg ausbrach, zogen seine beiden Söhne an die Front und kamen nie wieder. Dann kam der Zusammenbruch und die Flucht. Das Haus in dem ich zusammen mit andern schönen Möbeln stand, wurde von seinen Besitzern plötzlich verlassen, und es dauerte nicht lange bis fremde Menschen darin Einzug hielten. Die nannten sich Besitzer, und führten sich auch so auf. 19 Jahre lang hat dieser Zustand gedauert. Dann kamen wieder neue Bewohner. Diese schoben mich in die Gerätekammer, wo ich zum Aufbewahren von Schweinefutter missbraucht wurde. Eine solche Erniedrigung habe ich 12 Jahre lang durchhalten müssen. Doch das schlimmste kam noch. Als die Bewohner auch wegzogen, weil in dem Haus eine öffentliche Einrichtung entstehen sollte, wurde ich rasch an Zigeuner veräußert. Aus dem Schuppen kam ich nun in einen Hof, wo Hühner und Gänse auf mir herumflattern durften. Da stand ich im Regen und im Schlamm eine Zeit lang. Man wollte mich zerlegen um meine Bretter für den Bau eines Hühnerverschlages zu verwenden. Doch zunächst diente ich dem Schweinenachwuchs als Kinderstube.- - --------------------- Men Åfjoiw wos et neu, dem jången Jeboren de Soindechstiewel, Ünzeach, Braide-Rämen, Bråstlåz, den launke´Kirchepelz uch, natirlich den besoinderen Förlenkhut vün ienem Soindech zem amdern åfzebewöhren. 74 Joihr bän iech am sålwen Hois jestamden. Aist, nei zweimel, hüt em an dieser Ziet vü´Röd ois, det Nordlächt jesän. Und mir wos et verjånnt vün diesem såldenen Arajnes Notiz ze niin. Denn dä Luit dä et mät äriiren Augen jesähn hoatten, schriewen et mät Reiseblei åf der weisser Siet menes Dåtchels åf. Am Aimrich–Hois hün iech viell froidich Fest arlaiwt, åwer uch troorich Daach. Et woiren zwiin Kräch an der Ziet. Mean Beseatzar wos am iirschte Kräch jefoallen. Wä di zweit Kräch oisbriuch, ziugen sien zwiin Sinn ün de Fruunt, an kwoimen net wieder. Droi kwam der Zesümmebrech uch de Flucht. Dot Hois an dem iech Zesümmen mät amder haische´ Möbeln steamd, wörd vü´sienen Beseatzarn jehlich verloassen, und et doort net lung bäs freamd Mienschen hair eanziugen. Dä hiessen siech Beseatzar, und feurten siech uch asü åf. 19 Joihr lung hüt dier Zeustamd jedoort. Dråi kwoimen wieder freasch Bewünar. Dä schierchten miech an de Kelterschuppen woi iech åls Mailtrünn far de Schwien mesbriecht wörd._Asunnan Arniedrijeng hün iech 12 Joihr lung oisholden miessen. Åwer dot lichtest kwam niuch. Wä dä Bewünar auch awiech ziugen, wol an dem Hois an Kunzelau eajericht wearde´sal, wörd iech kiernich bä de Zijünnen verkauft. Ois dem Schuppen kwam iech neu an den Höf, woi Juus uch Hainen åf mir amarentch ploaddern taurften. Dåi steamd iech dråi am Reen uch an der Möör an Ziet lung. Am wal miech zeklaiden uch ois menen Brådern an Hainestol muchen, Doch vaurlaifich muest iech droi klinzich Fårkeltcher herbrijen. Fortsetzung folgt. |
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| Es war dann im Jahre 1975 kurz vor meinem 105. Geburtstag, als ein Krämer bei den Zigeunern vorbeikam. Der erkannte meinen erbärmlichen Zustand, kaufte mich sofort für seine Sammlung. Ich gereinigt und anständig behandelt. Lang und abenteuerlich war dann mein Weg bis ich hierher kam, wo ich jetzt stehe. Darüber aber, möchte ich nichts erzählen. Nur zu gern möchte ich wissen, wie es meinen Schwestern gegangen ist, seit man uns wieder auseinander gerissen hat. Einem Gespräch habe ich gelauscht. Da hieß es, die eine sei in Münster, die andere in Berlin, die nächste in Gundelsheim, die vierte in Wien, die fünfte in Budapest. Jeweils ins Kunstmuseum seien sie gelangt. Die sechste jedoch sei auf dem Weg nach Amerika verschollen. Von der ältesten war mir bekannt das sie sehr lange in Bonn bleiben musste, wegen der UNESCO. Die jüngste aber, sei von der Frau Holle in Heidingsfeld eingesperrt, und bis auf den heutigen Tag nicht abgelöst worden. Sie sei in die, nur zu gut bekannte Affäre um des Bürgermeisters Tochter tief verwickelt. Was mich betrifft, stehe ich nun schon 25 Jahre lang auf diesem Platz *. Habe nichts zu bereuen, wie bewegt und abenteuerlich meine Vergangenheit auch war. Es hat sich gelohnt zu vertrauen. Meine Aufgabe ist es nun, den Menschen aus der Vergangenheit zu erzählen. Obwohl es auch eine Zukunft gibt, haben sie es nicht gerne,darüber nachzudenken. Bestimmt gibt es eine Zukunft. Sagte ich doch am Anfang meiner Erzählung dass ich mitten in der Ewigkeit geboren bin, und die Ewigkeit besteht aus zwei Teilen; Die Zeit vor meiner Geburt ist Vergangenheit. Und die Zeit nach meiner Geburt ist Zukunft. Die Zukunft jedoch, hat kein Ende. Nur die Menschen sind der Meinung,dass diese im Dunkeln liege,und niemand in der Lage sei, sie zu durchleuchten. Durch-leuchten ? Bei diesem Gedanken stockt mir der Atem. Ach, wär´ ich doch ein Weihnachtsbaum geworden. -Ende- *Im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg Martin Hedrich 25 Okt.2002 -------------------------------------- Et wos dråi am Joir 1975 kürtsch var menem 105. Jebürtsduch, wä a´ Krēmar za den Zijünnen kwam. Di arkamt menen Zeustamd zem arboarmen, kauft miech far sien Sümmleng. Iech wörd jerainicht uch üständich behamdelt. Launk uch jefeerlich wos dråi me Wiech bäs iech hair kwam woi iech ienzet stoan. Iewer dot åwer, wal iech neast arzailen. Når ze jearen wail iech weassen wä et menen Jeseastern es jejungen sänt em eus oisanamder jereassen hüt. An am Jespriech hün iech meatjehürt Dåi wos de Raid, dä ain wer a Münster, dä amder a Berlin, dä dreat a Gundelsheim, dä viirt an Wäänen, dä fuuft a Budapeast. Oalles wēre sä ant Museum jelungt. Dä saist åwer wer åf dem Wiech ken Amerika verlauren jejungen. Vün der åldester woast ich dått sä lung a Bonn bleiwen muest. Am de UNESCO. Dä joinest åwer, wēr vün der Frau Holle an Heidingsfeld ejespeart, und bäs åf den huidijen Duch net öijelüst woarden. Sä wer an der Jeschicht mät des Birjarmaister seiner Dauchter dief verwätchelt. Wut miech betreft Stoan iech neu schün sänt 25 Joihren häi åf diesem Ploatz.* Doch hün iech neast ze beroien, wä bewaicht uch jefeerlich men Verjungenhait uch wos. Et hüt siech jelühnt ze vertrauen. Men Åfjoif es häi neo, de Mienschen ois der Verjungenhait ze arzailen. Mēr et uch an Zeokunft jiet, hün dä et net jären drif noizedinken. Bestiemmt jiet et an Zeokunft. Såit iech doch üm Üfaung mener Arzaileng dått iech mettelt an der Iiwijet jebauren bean, und de Iiwijet bestait ois zwean Dailen; Dä Ziet far mener Jebüürt es Verjungenhait. Und dä Ziet noi mener Jebüürt es Zeokunft. De Zeokunft åwer, hüt nichan Unt. Når de Mienschen sien der Maineng dått sä am Denkeln lau, und niemest wer am stamden se ze dürchschienen- - - Dürch-schienen ? Bä diesem Jedaunken stockt mir der Oidem. Wer iech doch läwer a Krestbam woarden . *Im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg Martin Hedrich 25 Okt. 2002 |
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