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Saksesch Wält
Geschichte der siebenbürgisch-sächsischen Dichtung. Teil 1.

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Autor Thema:   Geschichte der siebenbürgisch-sächsischen Dichtung. Teil 1.
Oswald-Otto Kessler
Moderator

Beiträge: 46
Von:D 81549 München
Registriert: Dez 2002

erstellt am 07.05.2004 um 14:11 Uhr    Klicken Sie hier, um sich das Profil von Oswald-Otto Kessler anzusehen!   Klicken Sie hier, um Oswald-Otto Kessler eine eMail zu senden!     Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
Oswald Otto Kessler; München, 5. Mai 2004

Laiw Lieser der „Sakseschen Wält“, schün än der Programmschräft vum Ufung ases Diskussions- uch Baidrochsforums „Saksesch Wält“, hat ech uch Baidrach iwer de
Geschicht aser sakseschen Literatur ä Siweberjen versprochen. Et hot e wenich gedouert, bäs ich derza ku’ bän. Na äs et esi färr, ech begden dem interessierten Lieser en Bibliographie aller bekunten Sakseschen Publikationen vun den Ufengen bäs hegt. De afgezohlt Publikationen sen än mih Bibliotheken vürhunden. Derza zillt än ierschter Rend de Bibliothek des Brukenthalmuseums än Hermannstadt, dro än der „Siebenbürgische Bbibliothek“ (nebst Archiv), Schloss Horneck, 74831 Gundelsheim / Neckar, Tel. 06269-42150, uch än der Bibliothek äm „Haus des Deutschen Ostens“ (HDO), am Lilienberg 5, 81669 München, Tel. 089-449993-0.

Af’t ierscht hai:

OSWALD-OTTO KESSLER

DIE SIEBENBÜRGISCH-SÄCHSISCHE DICHTUNG,
EIN BIBLIOGRAPHISCHER UMRISS

DE SIWEBERJESCH – SAKSESCH DICHTUNG,
EN BIBLIOGRAPESCH AFSTÄLLUNG

TEIL I
VON DEN ANFÄNGEN BIS ZUR JAHRHUNDERTWENDE DES 20. JAHRHUNDERTS

(ANGDER UNDERM UCH FÜR DE FORSCHER DER LETZEBUERGER SPROOCH NÄTZLICH)

Für det allgemien Verständnes än detscher Sprooch verfasst.

1. Die wahrscheinlich ersten in siebenbürgisch-sächsischer Mundart gedruckten Texte sind das „Vaterunser“ (Seite 194) und der „Lobgesang des Zachariae“. ( Seite195) in Johannes Trösters „Das Alt/ und Neu/ Teutsche DACIA...“ erschienen in Nürenberg/ Verlag Johann Kramers, gedruckt bey Christoph Gerhard/ 1666. Johannes Trösters Familie könnte nach Ernst Wagner, bzw. nach SCHEINER aus Kerz stammen. Seine Ausbildung begann am Gymnasium in Hermannstadt, Siebenbürgen, er Studierte unter anderem in Nürnberg.
Quelle: „Das Alt und Neu-Teutsche Dacia...“ von J. Tröster, unveränderter Nachdruck der Ausgabe Nürnberg 1666 mit einer Einführung von Ernst Wagner, Böhlau Verlag Köln Wien, 1981

2. Erster bis heute bekannter und gedruckter, Gelegenheits-Text in siebenbürgisch-sächsischer Mundart ist ein wertvolles Glückwunschgedicht des Kronstädter Studenten Paulus Francisci, welches er seinem Freund und Landsmann Johannes Czekelius aus Deutsch-Kreuz gewidmet hat. Das Gedicht erscheint im Anhang an eine Disputation die am 19. Juni 1668 im „Großen Auditorium“ in Strassburg von Czekelius verteidigt wurde. Das Original der Disputation, als auch das Mundartgedicht wurden in den 80-er Jahren (1980) in der vom Rektor Martin Kelp im Jahr 1684 gegründeten Bibliothek der Schäßburger Bergschule in Siebenbürgen entdeckt.
Quelle: Wochenzeitschrift "Karpatenrundschau" vom 09. 01. 1987

3. Als dritte Quelle siebenbürgisch-sächsischer Dichtung gelten die in den „HECATOMBE SENTENTIARUM OVIDIANARUM, Germanice imitatarum... Aufgesetzt von Valentino Franck, Patricio. Typis Cibiniansis, Excudebat Stephanus Jüngling Anno 1679“ enthaltenen Texten. In diesem Werk bringt der Hermannstädter Königsrichter Valentin Franck von Franckenstein Übersetzungen von "Hundert auserlesener Sprüche deß berühmten röhmischen Poeten Ovidii Nasonis“, in den Sprachen deutsch, ungarisch, rumänisch und in siebenbürgisch - sächsisch.
Quellen: Dr Egon Hajek, „Die Hecatombe Sententiarum Ovidianarum des Valentin Franck von Franckenstein, Verlag des Südosteuropäischen Forschungsinstitutes, bei W. Krafft, Hermannstadt,1923, dieses Buch ist zu finden u.a. in der Martin Opitz Bibliothek in Herne, Deutschland. Siehe auch der Zeitungsartikel „Umb das Gemeinde Wesen hab ich mich sehr bemuehet, Vor 300 Jahren starb der Sachsenkomes Valentin Franck von Franckenstein“ , von Oswald Kessler, in der Siebenbürgischen Zeitung vom 31. Okt. 1997.

4. Johann Seivert, „Lob des Winters“ ein Gedicht als Muster für Bauernmundart, erschienen in einem Kalender, 1781.
Quelle: Quelle: Horst Schuller Anger, „Vill Sprochen än der Wält“ (Seite 10), Dacia Verlag, Klausenburg, 1988.

5. Johann Seivert, „Das hohe Lied Salomos in siebenbürgisch-sächsischer Sprache“, in „Ungarisches Magazin oder Beyträge zur ungarischen Geschichte, Geographie, Naturwissenschaften und der dahin einschlagenden Literatur“ bei Anton Löwe, Pressburg 1787.

6. Andreas Wolf, ein schmales, bisher übergangenes Bändchen mit zum Teil recht derben Hochzeitsversen in siebenbürgisch.-sächsischer Mundart, bei Hochmeister, 1792 erschienen.
Quelle: Horst Schuller Anger, „Vill Sprochen än der Wält“ (des weitern mit "Vill Sprochen..." angegeben)

7. Josef Filtsch, Büchlein mit Gelegenheitsversen, erschienen 1802.
Quelle: „Vill Sprochen...“

8. Ein Flugblatt und dessen Parodie, 1809, Quelle. „Vill Sprochen...“

9. Johann Karl Schuller, „Gedichte in Siebenbürgisch-Sächsischer Mundart“, Hermannstadt, 1840... „Der Berliner Gesellschaft für deutsche Sprache gewidmet“. In dieser Sammlung erscheint u.a. „Die Bauernhochzeit“ (wohl in Kleinscheuern bei Hermannstadt) der Susanne Löprich: „Woram klappert em mät Schellen,“ / Föng mö Moan iest un, ...
Ebenfalls in dieser Sammlung ein Gedicht in Kleinbistrizer Ortsdialekt, von Andreas Bayer. Dieses Gedicht ist ein schönes Beispiel Nordsiebenbürgischer Mundart, bei der die Ähnlichkeit mit der LËTZEBURGESCH SPROOCH am deutlichsten zu erkennen ist.

10. Friedrich Wilhelm Schuster „Siebenbürgisch-sächsische Volkslieder, Sprichwörter, Räthsel, Zauberformeln u. Kinder-Dichtungen“, Mit Anm. u. Abh. hrsg. Hermannstadt; Steinhaussen 1865. Das Buch ist vorhanden u.a. in der Bibliothek im "Haus des Deutschen Ostens" (HDO), Am Lilienber 5, in 81669 München, Tel. 089-449993-0.

11. Viktor Kästner, „Gedichte in siebenbürgisch-sächsischer Mundart“, Hermannstadt 1862, vom Vater des 1857 verstorbenen Dichters herausgegeben, zweite Auflage 1885 von Adolf Schullerus herausgegeben. Es folgten weitere Ausgaben.
Quellen: Lexikon d. sb. Sachsen.

12. G. A. Schullerus, sieben Predigten in Mundart, 1881,
Quelle: Rdolf Hörler, „Die mundartliche Kunstdichtung der Siebenbürger Sachsen“ Hermannstadt,1915.

13. G.A. Schullerus, Kantorgeschichten (z.B. "Wä en praf sachsesch Gebeiran aren klenen San Manier geliert huet“, Jahrgänge 1884, 1886, 1888, des Neuen und alten Hauskalenders. Ebenfalls G.A Schuller, zwölf kleine Schnurren in den "Landwirtschaftlichen Blättern", 1888.
Quelle: R. Hörler. »Die Munartliche Kunstdichtung . der Siebenbürger . Sachsen“ Hermannstadt,1915.

14. Michael Prall, „Bauernschwänke aus dem Nösnerland“ und Jakob Friedrich Graef, „Det irscht Brud“ und „Det Usterbued“, ebenfalls in Nösner Mundart, im Sonntagsblatt „Der siebenbürgische Volksfreund“ 1888, 1895.
Quelle: R. Hörler « Die Ma. Kunstd. d. Sb. Sachsen“ Hstdt. 1915

15. Franz Herfurth, Herausgabe des Sonntagsblattes „Der siebenbürgische Volksfreund“, in welchem in der Blütezeit dieses Blattes fast in jeder Nummer ein mundartlicher Beitrag zu finden ist. (wahrscheinlich ab 1898) Unter seinen bekanntesten Geschichten sind zu erwähnen: „Katreny – kost te schwejen“, Der.sb. Volksfreund, 1894, Nr.8, „Wann enner zem Aglack geburen ass“ (Kronstädter Mundart), ebenda, 1893, Nr.19, „Wuel äs Quuel“, in „Volksfreund-Kalender“ 1898, und „Ous der hemmleschen Housapentiek“, in „Neuer Volkskalender“ 1898.Quelle: R. Hörler, „Die ma.-Kunstdi. d.Sb. Sachsen“ Hermstdt, 1915.

16. Franz Herfurth hat auch Rosegger in die siebenbürgisch-sächsische Mundart übertragen, „Wei et dem Lurmes Krastel mat seynen pantalonigen Hosen gegange wor“, in „Volksfreund-Kalender“1898.

17. Als die beste mundartliche Predigt, stuft Rudolf Hörler, Franz Herfurts Vesperpredigt vom 3. Dezember 1893 in Wolkendorf bei Kronstadt, mit dem Titel „Ansprache an die Wolkendorfer“
Quelle: R. Hörler, „Die mundartliche Kunstdichtung der Siebenbürger Sachsen“, Hermannstadt 1915. Franz Herfurth wird im „Lexikon der Siebenbürger Sachsen“ nicht erwähnt.

18. Andreas Scheiner „De Wasserlidung“ (Marktschelkener Mundart) im Sonntagsblatt „Der Siebenbürgische Volksfreund“ 1894
Quelle: R. Hörler

19. Georg Alfred Scherg, „Der Flischer und der Gebauer“, (Kronstädter Mundart), im Sonntagsblatt „Der Sb. Volksfreund“ 1890 Nr.40
Quelle: R. Hörler.

20. Erwin Sachs (Gottfried Henning d. Ä.): „Der nåst Schaser Spass“ Sonntagsblatt des.Sb.Volksfreundes. 1893 Nr.26, „Wä der Deiwel än de Kirch wor geroden“ (Schässburger Mundart) Ebenda. 1894 Nr. 42, „Ugeluhnt uch berohmt“ Ebenda 1895 Nr.2, Wä’m än de Schiellihn änhieft und de Lieregehålt afbiessert“ Ebenda 1894 Nr.52, „Do hiert der Spass af“Volksfreund-Kalender1896, „Dät Wätlufen“ Ebenda 1896, „Iwerraschungen“ Landwirtschaftliche Blätter 1899, „De irscht Fort mät der Agnitler Bahn“ Ebenda 1899,
K. Gutt: „Wä de Schaser...“ Ebenda 1898, 13, und „Wä schwechsem de Hännän Rosina Schweigerin wor“ (Eine der besseren Humoresken) Volksfreund-Kalender 1904, H. B. „Wä em fuir fafzig Johren Risen måcht“ Landwirtschaftliche Blätter“ 1907, Nr. 4, u.a.m.
Quelle: Rudolf Hörler, „Die mundartliche Kunstichtung der Siebenbürger Sachsen“ Hermannstadt, 1915

21. Novellen aus den 90-er Jahren des 19. Jh..
Dr. Adolf Schullerus, „Wedmed“, Romanbeilage des Sonntagsblattes „Der siebenbürgische Volksfreund“ 1891, “De Dielung“, Ebenda 1892, Nr. 16.
“Af dem Fräenveriensball“ (Kindergeschichte) Ebenda 1893, Nr. 21.
“Vun em Daskel, diden näst zäklesch kangd, und em Schilinspekter, diden uch gat blesch ze schimpfe verstand“ Volksfreund-Kalender 1896.
Emmi Kapesius, Wä en hart Knorren mär wird“ Sonntagsblatt „Der siebenbürgische Volksfreund“ 1892.
Marie Capesius, „Wo äs de Brokt“ Ebenda 1892.

22. Johann Karl Rösler, gebürtig aus Reen, veröffentlichte seine im Reener Ortsdialekt verfasssten Geichte in Volksfreund – Sonntagsblatt und in der „Festschrift zur Einweihung des Gymnasialgebeudes in sächsisch Reen“ 1893, gezeichnet mi „R.H.v.R“ (Rösler Hanno von Reen). Wegen dieser schwer zu erkennenden Signatur wird, J. K. Rösler in den Bibliographien selten erwähnt. Quelle. R. Hörler, „Die Mundartliche Kunstdichtung der Siebenbürger sachsen“, Hermannstadt 1915.

23. zur Jahrhundertwende erlebte die sächsische Mundartdichtung, (vor allem die Lyrik) in Siebenbürgen ihre Blütezeit. Von 1888 – 1901 kamen (nach Horst Schuller Anger, „Vill Sprochen... insgesamt in Liedersammlungen 72 neue Verfasser hinzu. Noch vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges schien es so, als ob die mundartliche Dichtung den Vorrang behalten werde. (A. Scheiner, 1940). Des Sächsischen bediente man sich auch in der Korrespondenz; z.B. Briefe von Hermine Welter an den rumänischen Publizisten Valeriu Braniste, 1887 (H. Schuller Anger).

24. Viele der neu geschaffenen Texte wurde vor allem als Lieder Vertont verbreite, so in der von Franz Herfurth 1895 und 1900 herausgegebenen Liedersammlung. Zu den heute noch bekannten Autoren zählten u.a. Ernst Thullner, Friedrich Wilhelm Seraphin, Franz Herfurth, Anna Schullerus, J. W. Litschel, Georg Meyndt, Fr. Ernst, Carl Römer, Hermann Kirchenr.

25. „Ous der Rokestuw“. Lastich Gedichten ä saksesche’ Reimen, vun Ernst Thullner, Härmestadt 1892.

26. Nach der Jahrhundertwende erscheinen mehrere Einzelausgabeb sächsischer Autoren, so z.B. „Was die Bauern singen und sagen“ von Josef Lehrer, Mediasch, 1903 ( „Äm Ären, äm Ären...“, „Det Kati huot zwin hiesch lonk Zep“ u.a.)
27. „Himwih, kleine sächsische Erzählungen“ von Anna Schullerus, Hermannstadt, 1904, ( ... „Pärli“, „Der Chrästman“, u.a.)


An diesem Punkt angelangt, wäre die Geschichte der Siebenbürgisch – Sächsischen Dichtung, von den Anfängen bis zur Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert in Form einer Bibliographie skizziert.

Was in dieser Aufstellung noch fehlt, sind die Theaterstücke der sächsischen Bühne. Eine nähere Betrachtung verdienen auch die Liedersammlungen.
All dieses, als auch die Fortsetzung der Bibliographie bis in die Gegenwart folgt demnächst.

Oswald – Otto Kessler, München, den 07. Mai. 2004

[Dieser Beitrag wurde von Oswald-Otto Kessler am 07.05.2004 editiert.]

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E.Eitel
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erstellt am 18.09.2004 um 12:53 Uhr    Klicken Sie hier, um sich das Profil von E.Eitel anzusehen!   Klicken Sie hier, um E.Eitel eine eMail zu senden!     Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
Law Lieser uch Interessenten un der "Sachseschen Wält"

En Härzlechen Dunk un asen geihrten Herrn Kessler fiur desen interessanten Bädroch
iwer de Sprochengeschicht/ Literatur vun
der Siweberjesch Sachseschen Sproch.


De irscht Wierter än Siweberjesch-Sachsesch
foint em än dien áolden Schräftstäcken (Urkunden) eus dem 13 Jorhangdert.
Et äs awer sihr schwer de Wierter än ärer Bedegdung ängden gená zeazeiurdnen.

Esi hun ech et vun der Frä
Dr. Siegrid Haldenwang
Sieweberjesch - Sachsesch Wierterbachställ än Harmestadt gelihrt.

Der Härr Johannes Tröster hat det Voteraser
esi afgeschriwen:

Das Vatter User Siebenbürgisch Teutsch:

Foater auser dier dau best em Hemmel,
geheleget verde deing numen, zaukomm
aus deing rech,deing vell geschey aff ierden
als vey em hemmel, auser däglich briut gaff
aus heigd, ond fergaff aus auser schuld, vey
mir fergien auser en schuldigen. Feir aus
nét en fersechung, saunderen erlüs aus von
dem üvvell. Denn deing ess dat rech , dei
krafft , ond dei herrleget , von ieveget, zau ieweget , Amen


Quellenlage:

Die wahrscheinlich ersten in siebenbürgisch-sächsischer Mundart gedruckten Texte sind das „Vaterunser“ (Seite 194) und der „Lobgesang des Zachariae“. ( Seite195) in Johannes Trösters „Das Alt/ und Neu/ Teutsche DACIA...“ erschienen in Nürenberg/ Verlag Johann Kramers, gedruckt bey Christoph Gerhard/ 1666. Johannes Trösters Familie könnte nach Ernst Wagner, bzw. nach SCHEINER aus Kerz stammen. Seine Ausbildung begann am Gymnasium in Hermannstadt, Siebenbürgen, er Studierte unter anderem in Nürnberg.
Quelle: „Das Alt und Neu-Teutsche Dacia...“ von J. Tröster, unveränderter Nachdruck der Ausgabe Nürnberg 1666 mit einer Einführung von Ernst Wagner, Böhlau Verlag Köln Wien, 1981


Eduard Eitel


[Dieser Beitrag wurde von E.Eitel am 18.09.2004 editiert.]

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E.Eitel
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der Ijel
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erstellt am 20.09.2004 um 13:31 Uhr    Klicken Sie hier, um sich das Profil von der Ijel anzusehen!   Klicken Sie hier, um der Ijel eine eMail zu senden!     Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
-Em bedunkt sech uch bam Herrn Eitel fuir dát Saksesch "Fuater auser"- esi schwer sen da Wierter guer net ze verstoon, wiel em wiis fu´wát de Ried as. Z.B
-zaukomm aus deing rech- = zukomme uns dein Reich. d.h.: dass wir Teilhaber in deinem Reich seien,- - - -

Men Froch es : kán em en Olden Text vun Johannes Tröster, oder fum Studenten Paulus Francisci sengem Gedicht kopiiren,scannen uch hai ziijen?
wii keent dát besoarjen ?
Ech wett mech nochiist bedunken.

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Robert
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erstellt am 25.09.2004 um 00:58 Uhr    Klicken Sie hier, um sich das Profil von Robert anzusehen!   Klicken Sie hier, um Robert eine eMail zu senden!     Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
Ganovend,
Härr Kessler hut mich gebidden, djet hai ze publizieren:

23.09.04, Oswald Kessler. Untere Hälfte des Titelbildes von Johannes Trösters „Das Alt / und Neu Teutsche Dacia, Nürnberg, 1666
In welcher siebenbürgischen Mundart könnte dieses Vaterunser geschrieben sein?

23.09.2004 / Oswald – Otto Kessler / München, Beschreibung der Tracht der siebenbürger Frauen bei Johannes Tröster in „Das Alt und neu Teutsche Dacia“, Nürnberg, 1666.


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Oswald-Otto Kessler
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erstellt am 27.09.2004 um 21:47 Uhr    Klicken Sie hier, um sich das Profil von Oswald-Otto Kessler anzusehen!   Klicken Sie hier, um Oswald-Otto Kessler eine eMail zu senden!     Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
Hieschen Dunk, laiwer Robert, für deng Hälf, hieschen Dunk Herr Eitel für de unerkennend Würter uch für det Textbaispäll, det Vueter Aser vum Tröster.
Gena esi wul ech dot uch wekter fahren, doram kit hai det zwet Baispäll, ois des Valentin Franck sengen "Hecatombe Sententiarum..." vun 1679:

Examina est virtus praestare silentia rebus,
Et contra gravis est culpa tacenda loqui.
(II: Art. 603/4)

E Klager moss werlech net allezegt rieden /
Noch allerloj Pedlen de ugen ausstrieden.

(Den Text mät der (äldesten)Beschreiwung aser Truecht hun ich angder underm uch wiejen den Saksesche Würtern: "Geschlieger", "Maschen" uch "Hefftlen" har än as Rubrik gestolt.

[Dieser Beitrag wurde von Oswald-Otto Kessler am 27.09.2004 editiert.]

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Oswald-Otto Kessler
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erstellt am 01.10.2004 um 08:54 Uhr    Klicken Sie hier, um sich das Profil von Oswald-Otto Kessler anzusehen!   Klicken Sie hier, um Oswald-Otto Kessler eine eMail zu senden!     Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
Oswald Kessler, 30.09.04, München.
Der Text des Gläckwänsch - Gedichtes vun Paulus Francisci ois Krunstadt, erschinen än Straßburg, 1668.

Um 19. Juni 1668 vertiedicht der Siweberjer Johannes Zekelius äm grüßen Auditorium vun Strassburg seng Disputationsarbet. Ugefächt un des Disputation, sen Gläckwänsch vun den Professoren uch vun sengen Kollegen. Ener vun den Kollegen äs der Paulus Francisci, die sich speter än Wunsiedel, ä Bayern als Uerzt nederlet, wo hie um 27. Apräl 1709, äm Older vun 67 Johren sterwt uch begruewe wird. Der Paulus Francisci wor fürhär, än der Matrikel des Kruner Gymnasiums mät dem Numen Paulus Literatii ägedrohn. Der Numen "Literatii" ziecht es, dat hi schun a Krunen, für allem latengesch Gedichter geschriwen hot. Sengen zweten Numen "Francisci" hot hi sich womöglich ä senger Studentenzegt ä Straßburg zageluecht. Dot awer beweist es, dät damols ener noch det Riecht hat, sengen "Nachnamen" sälwest ze wiëhlen. Esi hun et uch vill under Siweberjer än dier Zegt geholden, än diem se sich den zwëten Numen "Siebenbürger", "Hermannstädter", "Birthelmer" usw. gowen. Det Gläckwänschgedicht vum Paulus Literatii - Franciscii, äs uch en wichtij Baispäll für den Kruner oder en under Burzeloinder(?) Dialekt. Det Wurt "Freund" hot der Dichter net ois versahn detsch geschriwen, sondern äm Kruner Dialekt klaingt dot esu. No der Sakseschen Riechtschreiwung vun Dr. Bernhard Capesius, (äm "Kulturpfeifen" vum Schuster Dutz, 1957 pupiziert), messt em "Freundj" schreiwen. Awer na det Gedicht:

Un den Wul-Ihren-Fest-ond Wulgelirten Herrn
Johennes Zekelius.

Dier, welcher Dag ond Nuecht aff Konst ond Tugend striewet, / ond enn dienselwen sech ze eiwen einwreg liewet, / Diem folget endlich no dei schine Ihren-Krun, / Dei Pallas selwest gitt, als wulverdeinten Lun. / Dett wird dir, wierter Freund, no dise uch gelaingen, / Dat em for deinen Fleiss dir Ihr ond Romm wird braingen. / Fuer furt, su wird em grus ond nez dem Fueter-Land, / Jo uch no seinem dut der Klaghen Wält bekannt.
Ous Freund-breiderlichem Gemeit affgesatzt fun
Paulus Francisci, fun Krunstad aus Siwebergen.
(1668)
Notiz za dem Satz
"Dei Pallas selwest gitt..."
Pallas Athene, wor af dem grächeschen Olyp angder underm uch für de "Geschegthiet" zaständij. Zem Gymnasial-Angderricht ä Siweberjen hot vun Ufung un uch det Grächesch gehürt. Esi kit et, dät de saksesch Studenten vun den Verhältnessern äm Olymp gunz gat Beschied wassten und Pallas Athene wor vun änen sihr verihrt.

[Dieser Beitrag wurde von Oswald-Otto Kessler am 04.10.2004 editiert.]

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der Ijel
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erstellt am 02.10.2004 um 17:35 Uhr    Klicken Sie hier, um sich das Profil von der Ijel anzusehen!   Klicken Sie hier, um der Ijel eine eMail zu senden!     Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
Danke Robert fuir des "fac-simile" Danke Oswald fuir Deng Mäi.
Des Belder seng en Berechereng fuir as Diskusion uch fuir des Rubrik.
Wi Lóst huet kun sech det ereusdracken uch en de Mapp liejen- - - -
Awwer wa git et wegter, mat aser Literatur ?
Wátt kennen mir fuir as Mundart hegt noch derzea deaen ?Ausser easer Generation git et noch iin
janger dä hai gebiuren as, da frogen sich :-Wátt es un deser Sprooch ?
Ech miinen :
E Sáks kun sáksesch biaden,
e kuun uch sáksesch riaden.
E keent uch sáksesch schraiwen,
dro wett hi uch sáksesch blaiwen!

As dátt esi áwwer hun ech Riacht ?

Wonn net dron blaiwt di hiisch Spreuch :
Mer welle blaiwen wátt mer seng,
en gewoldich Paradox- - -

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Oswald-Otto Kessler
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erstellt am 15.10.2004 um 17:19 Uhr    Klicken Sie hier, um sich das Profil von Oswald-Otto Kessler anzusehen!   Klicken Sie hier, um Oswald-Otto Kessler eine eMail zu senden!     Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
Textbaispäll za Nr. 4, än der Geschicht der Siweberjesch - Sakseschen Dichtung:

Johann Seiwert, "Lob des Winters" ein Gedicht als Muster...
Ous em Härmestädter Kalender vun 1781.

Lüwt ir de' Sommer, wä ir wällt;
Wäßt, mir gefällt hé net.*)
Ech lüwen dåt 1), wat mir gefällt,
Und wat sich lüwe' let.*)
Meing Lewken*) äs jo guor verbraat, 2)
Schär, wä geriechert Fliesch.
Sonst sekt*) et ous, wä Mälch uch Blaat,
Und tratz 3) er Städd'rän hiesch.

De' Wänkter nor lüwt me Gesong,
Nor hé verdänt de' Preis.
Der Dåg äs kurz, der Oowend lonk,
Und uch me*) Lewke' weiß.4)
Kom kit der Oowendstern erous,
Se giht et lastig zaa.
Mer rinzen, spile' Blängdermous
Und matzen es derbaa *).

En puer erklerend Notizen (vun Oswald Kessler):

Det Gedicht hun ich lieder net ois dem Härmestädter Kalender vun 1781, sondern ois dem Bach "Gedichte in Siebenbürgisch = Sächsischer Mundart, gesammelt und erläutert von J.K. Schuller, Hermannstadt / Friedrich August Credner / 1841".
De Texter für det Bach hot der J.K. Schuller alle sälwest noch iemol ämgeschriwen (umgeschrieben) und än Würtern wai Lekt (Leute), det (dieses), u.s.w. benätzt hie den Bachstuëwen "ö", alsi: Lökt, döt u.s.w.
De Begråindung derfür wäll ich noch erforschen uch hai driw Beschied gien.
Det Schreiwen mät "ö" fahrt än de Err (in die Irre), em dinkt alle Gedichter än desem Bach kemen ois er Ürtscheft, wo em allest mät "ö" oissprächt. Well dot awer net esi äs, hun ich det "ö" än desen Würtern mät dem neher klaingenden "e" ersatzt.

*) Alle des Würter hot der J.K. Schuller mät "ö" geschriwen: nöt, löt, Löwken, sökt, dörbaa.

1) Wohrschenglich wor der Bachstuëw (Buchstabe) "å" za J. K. Schullers Zegden noch net aiwlich, hie schreiwt nemlich "doat". (Vill speter wor et weder ähnlich, wel et än den Dräckeroaen der Kommunisteschen Zegt ä Siweberjen det Ziechen "å" net gow, hot em damols iefach mät "a" geschriwen, alsi "kald" ustatt "kåld").
2) Gemient äs: vun der Sann verbraat.
3) Äm Originaltext stand wohrschenglich: "Und tratzt er Städd'ran hiesch".
4) weiß, nämih vun der Sann verbraat.

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der Ijel
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erstellt am 25.06.2005 um 17:39 Uhr    Klicken Sie hier, um sich das Profil von der Ijel anzusehen!   Klicken Sie hier, um der Ijel eine eMail zu senden!     Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
Hallo Oswald
Dem no wát Ta zefiur beschriwwen huest, mät schwierijen diakriteschen Ziichen, wer et bold wedder esi far, datt em wedder iist akkustesch Áfziichnengen vun easen Dialektern máchen keent.

Än "Südosteuropäischen Virteljahresblätter" vun 1983 hun ech fangden datt Áfziichnengen gemácht wárden sen. Ze letzt 1906 Scheessbrijer Dialekt.
Ech bedunke mech.

[Dieser Beitrag wurde von der Ijel am 30.06.2005 editiert.]

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