Lehrer, 47 Jahre, aus Scharosch an der Kokel
Es wird sehr viel von den Kindern verlangt. Das Programm an sich ist schon überladen. Dazu kommen Lehrer, die unterschiedliche Anforderungen an die Schüler haben. Ein Mathematik-Lehrer in der Oberstufe überlegt zum Beispiel nicht, das ein Schüler für eine Textaufgabe, die der Lehrer in einer Viertelstunde löst, zwei oder drei Stunden braucht, um sie dann womöglich gar nicht lösen zu können. So bekommen die Kinder von allen Lehrern soviele Hausaufgaben, das sie von mittags bis abends mit dem Schriftlichen ausgelastet sind, und noch gar nicht dazu gekommen sind, sich anderweitig mit einem Buch zu beschäftigen. Das Schöngeistige kommt viel zu kurz. Dazu kommt noch ein großer Sprung im Lehrprogramm der verschiedenen Klassenstufen. Nach 10 Klassen muss der Schüler schließlich fit genug sein, um in den Produktionsprozeß eingegliedert werden zu können. Manche finden trotzdem noch Zeit zum Spielen - und kommen dann am nächsten Tag unvorbereitet zum Unterricht. Die Gewichtung des Unterrichtsstoffes liegt zwar nach wie vor in der Macht des Lehrers, aber der jeweilige Stoff muss im Rahmen des Programms immer abgearbeitet werden. Nebensächlichkeiten sollte man, wenn möglich, ausblenden. Im Geschichtsunterricht muss der Schüler z.B. die Verhältnisse der jeweiligen Zeit verstehen lernen, dann erfasst er den Stoff auch schneller. [
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8:21 Minuten, 3.8 MB • Aufnahmejahr zwischen 1966 und 1975 - Veröffentlicht am 4. März 2011