Sprachaufnahmen in siebenbürgisch-sächsischer Mundart
In den Jahren 1966-1975 wurden vom Linguistikinstitut Bukarest und Klausenburg über 400 Stunden Tonbandaufnahmen von siebenbürgisch-sächsischen Mundarten aus 143 Ortschaften gemacht. Diese Aufnahmen dokumentieren einerseits die Vielfalt der Ortsdialekte und sind andererseits auch wertvolle Zeugnisse siebenbürgisch-sächsischen Lebens aus dieser Zeit.
Hier auf diesen Seiten können sie Ausschnitte aus dem Schallarchiv anhören. Dabei wollen wir sowohl ein vielfältiges und interessantes thematisches Spektrum abdecken, als auch möglichst viele Regionen bzw. Ortschaften berücksichtigen. Schauen Sie regelmäßig hier vorbei, alle paar Tage werden neue Aufnahmen veröffentlicht.
Da die Auswahl und Aufbereitung der Aufnahmen sehr zeitaufwendig ist, kann das Projekt nur dann längerfristig weitergeführt werden, wenn hierfür die nötige finanzielle Unterstützung gewährleistet ist. Wir suchen daher Förderer für dieses Projekt. So können auch Sie die Veröffentlichung weiterer Sprachaufnahmen unterstützen!
Neben der auszugsweisen Veröffentlichung planen wir ein umfangreicheres Projekt zu wissenschaflichen Erschließung und Katalogisierung aller Aufnahmen.
Tischler, 27 Jahre, aus Kelling
Dauer ca. 0:08 Minuten
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Am Neujahrstag gingen die Kinder zu Verwandten, Bekannten und Nachbarn "ein gutes Neues Jahr" wünschen. In Kelling im Unterwald wurde seinerzeit folgender Spruch zum Besten gegeben: "Ech wängschen Noijohr, gläckselig Johr, aser Härrgot erhold ech den Kierebum uch den Wengstoch uch ech, dot er long long liewt." [
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Aufnahmejahr: 1969-06-20 - Veröffentlicht am 29. Dezember 2009 • Kommentieren
Tischler, 27 Jahre, aus Kelling
Dauer ca. 3:13 Minuten
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Am Silvester Abend kommen die Bewohner von Kelling zusammen um zu feiern. Sie bringen einen Krug Wein und gebratene Wurst mit. Kurz vor Mitternacht versammelt sich die ganze Gemeinde auf dem Marktplatz. Mit Glockengeläut wird das Neujahr eingeläutet. Vom Kirchturm aus, begrüßen die Adjuvanten mit Blasmusik das Neue Jahr. Die Jäger schießen mit ihren Gewehren. Danach gehen alle zurück in ihre Räumlichkeiten um bis in die Morgenstunden durchzufeiern. Am Vormittag gehen die Kinder Neujahr wünschen. Folgender Spruch wird dabei vorgetragen: "Ech wängschen Noijohr, gläckselig Johr, aser Härrgot erhold ech den Kierebum uch den Wengstoch uch ech, dot er long long liewt."
Der Neujahrsengel kommt zu den kleinen Kindern um ihnen eine Freude zu machen. [
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Aufnahmejahr: 1969-06-20 - Veröffentlicht am 8. Dezember 2009 • Kommentieren
Mann, 35 Jahre, aus Großpold
Dauer ca. 3:16 Minuten
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Bei der Kollektivwirtschaft in Großpold gab es seit 1958 eine Rebschule.
Die Weingärten der Kollektivwirtschaft wurden auf die Familien aufgeteilt. Jede Familie hatte ihre "Reihen" zum bearbeiten.
1964 wurden drei Proben nach Erfurt zum "medailieren" geschickt, dabei wurde Riesling und Gutedel mit Gold und Mädchentraube mit Silber ausgezeichnet. [
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Aufnahmejahr: 1970 - Veröffentlicht am 14. September 2009 • Kommentieren
Mann, 35 Jahre, aus Großpold
Dauer ca. 6:16 Minuten
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Bei der Weinlese ist die ganze Verwandtschaft beteiligt. Es ist eine schöne Arbeit bei der es auch meist lustig zugeht. Es wird immer wieder eingeschenkt und Witze gemacht. Gegessen wird gemeinsam unter dem großen Nußbaum. Die Kinder haben auch ihren Spass, vor allem beim Most probieren, dass nicht selten auch zu "Magenstörungen" führt.
Aus den Weintrebern wird Schnaps gebrannt. Schnaps trinkt man stampelweise vor dem Essen und vor der Arbeit - er verleiht dem Großpolder Kraft, Lust und Fleiß für die Arbeit. [
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Aufnahmejahr: 1970 - Veröffentlicht am 1. September 2009 • Kommentieren
Frau, 79 Jahre, aus Hermannstadt
Dauer ca. 9:38 Minuten
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Als Sommerfrischler erlebten die wohlhabenden Hermannstädter Familien paradiesische Zeiten in Michelsberg, im sogenannten "Land der Wonnen".
In der Schwimmschule gab es ein Herrenbad und ein Damenbad. Es wird auch von den ersten Bizykelausflügler und den ersten Kurgästen in Michelsberg berichtet. Im Kasino konnte man Domino und Schach spielen. Jeden Sommer haben die Sommerfrischler ein Konzert veranstaltet. Die Einnahmen kamen dem Verschönerungsverein zugute, der dann Bänke aufgestellt hat oder beispielsweise das Schwimmbad renoviert hat. Spannend waren auch die Veranstaltungen der Studenten und Studentinnen mit ihren Hochschulgebahren im Burghof. Unvergessen bleiben auch die Unterhaltungen im Tanzschuppen, die Dummheiten der "Hermania"-Jugend im Mondschein bis hin zu den sogenannten Mondscheinbäder. [
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Aufnahmejahr zwischen 1966 und 1975 - Veröffentlicht am 17. August 2009 • Kommentieren
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