Dummheiten mit Lehrer und Tokana beim Sittag

Feuerwehrmann, 43 Jahre, aus Pretai

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Die Faschingszeit, also die Zeit vor dem Aschermittwoch wird in Siebenbürgen Fastnacht genannt. Zu dieser Zeit wurden verschiedene Bräuche in Ausgelassenheit und überschäumender Lebensfreude gefeiert. Der sogenannte Sittag wurde in Pretai von den Nachbarschaften organisiert. Jede Nachbarschaft hat ihren Richttag abgehalten, wo unter anderem auch das Fernbleiben Einzelner bei Pflichveranstaltungen (z.B. Begräbnissen) gerügt wurde. Den Statuten folgend wurden Geldstrafen verhängt bzw. eingefordert. Am Abend wird Tokana gegessen und danach geht man auf den Ball. [mehr...]
Aufnahmejahr zwischen 1966 und 1975 - Veröffentlicht am 27. Januar 2011 • Kommentieren
Aus Mitteln des Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen gefördert.

Fastnacht in Großpold

Mann, 35 Jahre, aus Großpold
Mit den Vorbereitungen für die Fastnacht begann man in Großpold zwei Tage vorher. Die Frauen haben für gewöhnlich mehr Arbeit, sie müssen das Essen vorbereiten und das Brot backen. Die Buben hatten die Aufgabe das Brennholz und Backholz aus dem Wald zu holen. Zum Fest bringt jede Hausfrau die Mehlspeisen von daheim mit. Die Teller werden so auf den Tischen verteilt, dass keiner vom eigenen Kuchen essen kann. Zu all dem kommt dann noch der Großpolder Wein, der das Fest erst lustig werden laesst. Vorbereitet und vorgetragen werden auch lustige Gedichte, die für gute Stimmung im Saal sorgen. [Aufnahme anhören »]
7:38 Minuten, 7 MB • Aufnahmejahr: 1970 - Veröffentlicht am 26. Februar 2009

Neppendörfer Fastnacht

Blumenfrau, 40 Jahre, aus Neppendorf
Früher feierte man in Neppendorf drei Tage lang Fastnacht - der karnevalistische Ausnahmezustand scheint also nicht eine Erfindung unserer Tage zu sein. Die Vorbereitungen nahmen zusätzlich noch zwei bis drei Tage in Anspruch. Es wurde gebacken und gebraten wie vor einer Hochzeit, und entsprechend kräftig wurde dann gefeiert. Selbstverständlich gehörte auch die Verkleidung dazu. So wie heute ein Scheichs- oder Indianerkostüm sorgte in alten Zeiten die geborgte städtische Kleidung für exotisches Flair. Da es im Ort zuwenig Musikanten gab, um bei allen Nachbarschaften aufzuspielen, holte die Kirchnachbarschaft die Musikanten mit einem vierspännigen Wagen aus dem benachbarten Großscheuren. Im zehnten Jahr spielten diese dann aus Dankbarkeit für die zuvorkommende Behandlung ohne Bezahlung. Aber nicht umsonst - so wie es heißt, wurde ihnen dann was anderes spendiert ... [Aufnahme anhören »]
3:11 Minuten, 2.9 MB • Aufnahmejahr zwischen 1966 und 1975 - Veröffentlicht am 24. Februar 2009

Von Nachbarschaften und Weihnachten

Frau, 50 Jahre, aus Wolkendorf bei Kronstadt
Die Nachbarschaft ist da, wenn ein Nachbar beerdigt wird oder wenn ein Nachbar baut. Die Frauen der Nachbarschaft kümmern sich um die Bedürftigen und die Kranken. Vor Weihnachten gehen sie sammeln und machen auf dem Pfarrhof Päckchen für die Alten und die Kinder. Nach dem Gottesdienst wird Heiligabend in der Familie gefeiert. Die Essgewohnheiten haben sich jedoch im Laufe der Jahre geändert. Am Christtag müssen die Arbeiter allerdings zur Arbeit. [Aufnahme anhören »]
5:27 Minuten, 5 MB • Aufnahmejahr zwischen 1966 und 1975 - Veröffentlicht am 21. Dezember 2007

Die Nachbarschaft - Organisation und Aufgaben

älterer Mann, 69 Jahre, aus Frauendorf
Ein Frauendorfer erzählt von der Nachbarschaft. Er beschreibt die Organisation und die Aufgaben der Nachbarschaft sowie die Pflichten des einzelnen Nachbarn. Zudem schildert er, wie der Sittag bzw. Zugang abgehalten wurde. So erfahren wir, daß der alte Nachbarvater jeweils zwei Jahre amtierte, der junge Nachbarvater jedoch nur ein Jahr im Amt war. Es gab nämlich so viele junge Männer im Dorf, daß bei einer zweijährigen Amtszeit der ein oder andere schneller Alt- als Jungnachbarvater geworden wäre. So ändern sich die Zeiten ... [Aufnahme anhören »]
8:49 Minuten, 8.1 MB • Aufnahmejahr zwischen 1966 und 1975 - Veröffentlicht am 29. Oktober 2007

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Aufnahmen aus dem Schallarchiv der in Rumänien gesprochenen deutschen Mundarten des Linguistikinstitus Bukarest aus den Jahren 1966-1975.
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