Erste urkundliche Erwähnung der Adjuvanten in Brenndorf

Allgemeiner Bericht

26. Juni 2005

Brenndorf hat eine lange Blasmusiktradition. Die erste urkundliche Erwähnung der Adjuvanten in Brenndorf geht auf das Jahr 1816 zurück.
An das Löbliche Local Consistorium!
Das von einem löbl. Local Consistorium festgelegt halbe Jahr ist, mit Gottes Hilfe vergangen, wo dasselbe im Einvernehmen mit der ehrsamen Communität, uns als Adjuvant anzustellen die Güte hatte, gegen eine Belohnung von 50 Fl. W.W. Wir hoffen nun, nach Verfluß dieser halbjährigen Probezeit, daß es uns gelungen sein möchte, ein löbl. Local Consistorium, die ehrsame Communität und die übrigen Mitglieder unserer Gemeinde, von unserem Fleiß und Können in der Kirchenmusik überzeugt zu haben, indem wir auf`s feierlichste versichern, uns in derselben immer mehr zu verbessern, daß wir auch hierhin eine größere Fertigkeit erlangen.

Jedoch sehen wir uns gedrungen ein löbl. Local Consistorium schon wieder mit einer Bitte zu behelligen, indem der äußerst kleine Lohn von 50 Fl. W.W. für 6 Adjuvanten so sehr gering ist, daß wir die Zeit, die wir zur Einübung der Kirchenstücke und zur weiteren Fortbildung in der Musik benötigen und oft die dringensten Feldarbeiten hintansetzen müssen und durch diesen Zeitverlust in der Wirtschaft mehr Schulden als Nutzen haben.

Wir bitten gehorsamst, ein löbl. Local Consistorium, mit Einverständnis einer ehrsamen Orts-Communität, unser Gehalt als Adjuvanten den übrige Ortschaften gleichzustellen. Betreff der Leichen wollen wir uns, wenn ein löbl. Local Consistorium unsere Bitte gewährt, mit dem uns bestimmten 1 Fl. – selbst in der dringendsten Feldarbeit, begnügen.

Schließlich versprechen wir feierlich, daß wir durch die Erfüllung unserer gewiß billigen Bitte alle Mitbürger überzeugen wollen, uns durch immer größere Befähigung und Tüchtigung würdig machen werden.

In der getrosten Hoffnung, daß ein löbl. Local Consistorium unsere Bitte gehorsamst begnadigen wolle, verbleiben wir dankbar eines löbl. Local Consistoriums gestandene Diener: Andreas Klein, Johann Mechel, Georg Tontsch, Johann Klees, Johann Mechel und Georg Teutsch.
Brenndorf, den 21. Juni 1816

Das Consistorium in Brenndorf stimmte der Gehaltserhöhung zu.

30 Jahre später, im Jahre 1844, finden wir wieder eine Eingabe der Adjuvanten an das löbl. Local Consistorium mit der Bitte um Erhöhung und Anpassung ihrer Remuneration an die der übrigen Ortschaften des Burzenlandes. Gezeichnet vom Leiter der Adjuvanten, Rektor Johann Schuster.

Die Antworten der Burzenländer Rektoren sind sehr unterschiedlich. So bekommen die Adjuvanten in Honigberg 100 Fl. W.W. aufs Jahr und 20 Kreuzer von jeder Leiche.

In Heldsdorf sind die Adjuvanten von der kleinen und großen Gemeindearbeit befreit.

Ein hochinteressantes Schreiben kommt aus Weidenbach. Der dortige Rektor Johann Groß schreibt am vorletzten Dezember 1844:
Die Adjuvanten besitzen als Remuneration für ihre Dienstleistung bei der Kirche, von dem Kirchengrund, einzeln ½ Erdoch. Außerdem sind denselben die Nominalien der Neujahrsgratulationen abgetreten worden. Durch letztere Conzession hat sich besagter Chor in etwa 4 Jahren ein Kapital von 360 Fl. W.W. erworben, welches Geld zu Winterszeit in die Kronstädter Sparkasse, den Sommer über aber in Ochsen angelegt wird, welche sich auf der hiesigen Viehweide mästen und besonders im verflossenen Jahr schöne Zinsen getragen hat.

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