Broos - Informationen

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HOG-Informationen / Geschichte

Orastie/Broos befindet sich am westlichen Rande des siebenbürgischen Gebiets und gehört als eine der legendären sieben Burgstädte zu den geschichtlich interessantesten Orten dieses Raums. Nach der Eroberung der Daker duch die Römer, zogen sich die römischen Legionen anschließend aus der Provinz Dacia Felix im Jahre 275 zurück. Diese blieb den Angriffen der Wandervölker ausgesetzt. Eine vollständige Romanisierung der abtrünnigen dakischen Bevölkerung in knapp 150 Jahren ist eine reine Phantasievorstellung.
Geisa II siedelte später in den Jahren 1141-1161 die ersten Sachsen auf dem Königsboden der Hermannstädter Provinz an. Auch Flandern und Walonnen kamen nach Broos. Der Begriff Saxones bezeichnet noch nicht die spätere sächsische Ethnie, sondern er steht für einen sozialen Stand, nämlich denjenigen von Kriegern oder Rittern. Demnach waren die ersten Ankömmlinge unter den vom König Eingeladenen Siedler aus dem Ritterstand. Urkundlich erwähnt wird die Stadt unter den Namen Waras, im Jahre 1224 durch den Freibrief des ungarischen Königs Andreas II, der grundlegenden Urkunde, die den deutschen Einwanderern ihren rechtlichen Sonderstatus verlieh. Auch heute noch gibt es in Orastie/Broos eine deutsche Minderheit.
Das Jahr 1241 brachte weitere Tatarenangriffe, die Rotonde, ein frühchristliches Bethaus aus dem 10-11-Jh. im heutigen Bereich des Kirchenkastells wird zerstört. Die Stadt erholt sich trotzdem rasch, dank der Sonderrechte. 1332-1337, Broos (civitas Waras nominata) zählt laut päpstlichen Urkunden insgesamt 334 Familien. In 1420 zerstören die Türken Broos und verwüsten den Unterwald. Vier mal wird im 15- ten Jahrundert die Stadt von Türken heimesucht und geplündert. In diesen geplagten Zeiten wird auch ein Schutzpatron gesucht. So bekommt die Stadt Saxopolis den Heiligen Ambrosius aus Trier als Schutzpatron (Saxopolis- Saxobánya - Villa sancti Ambrosii - Bros - Bross) der sich besonders für der Umkehr zum katholischen Glauben der Sachsen und Franken einsetzt. Zwischen 1717-1718 bricht der erste Pestanfall aus. Im zweiten Pestanfall aus dem Jahr 1738 werden 156 Tote gezählt. Im 18. Jahrhundert ziehen Ländler (Protestanten) aus Kärnten und der Steiermark nach Broos ein. Später, um 1830 lassen sich am Böhmischen Berg deutschsprachige Kolonisten aus Böhmen (Katholiken) nieder, und um 1848 werden zusätzlich Württemberger in Broos angesiedelt. Gegen Ende der NS-Zeit, werden die deutschsprachigen Familien vertrieben, nach Sibirien verschleppt, jahrzehntelang bis heute verfolgt. Vielen gelingt die Auswanderung doch die meißten Aussiedler kamen erst 1990 in den alten Sprachraum zurück. Besondere Sehenswürdigkeit in Broos sind zunächst das Kirchenkastell als historische Keimzelle der Stadt. Hier wurde in der Vorphase des 775-jährigen Ortsjubiläums von 1999 eine alte Rotonde ausgegraben, die ihr Gegenstück im Raum Aachen hat. Im mauerumschlossenen Burghof stehen nebeneinander die um 1500 bzw. von 1820-23 errichteten Kirchen der Deutsch-Evangelischen und der Ungarisch-Reformierten Gemeinde. Heutiges Wahrzeichen der Stadt ist die überdimensionierte, im Inneren voll ausgemalte Rumänisch-ostkirchliche Kathedrala, die 1936 auf dem historischen Marktplatz durch legionari erbaut wurde.
In der landschaftlich schönen Umgebung lohnen sich Besuche im schon zur Römerzeit bedeutsamen Thermalbadeort Geoagiu (Germisara) sowie in den Bergen um Costesti. Ausflüge sind möglich zum imposanten Schloss des Matthias Corvinus im nahen Hunedoara, auf die Festung von Alba Julia (Karlsburg), nach Sarmiszegetusa, der ausgegrabenen Metropole der Römer, oder auch in die "Hauptstadt" Siebenbürgens, Sibiu/Hermannstadt (100 km). Ebenso locken die landestypischen siebenbürgischen Kirchenburgen und die bis über 2000 m aufragenden Berge des Karpatenbogens, der Siebenburgen nach Norden, Osten und Süden abschirmt.
Orastie / Broos liegt verkehrsgünstig an der Hauptverbindungsstraße DN 7, die von Arad über Deva, Sebes (Mühlbach) nach Sibiu(Hermannstadt) führt. Hotelunterbringungen sind möglich und erreichen durchaus mitteleuropäischen Standard. Auch Gruppenunterkünfte für Jugendliche können vermittelt werden. Das Evangelische Gemeindehaus bietet auch vorübergehende Unterkunft. Sprachliche Probleme (Rumänisch steht dem Italienischen und Spanischen recht nahe) lassen sich gut durch die Mitglieder der deutschsprachigen Gemeinde überbrücken, die auch bei der Beschaffung von Privatquartieren auf Wunsch behilflich ist.

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