Walter-Georg Kauntz
Zwischen drei Welten
Ein autobiographisches Werk, das die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts in Siebenbürgen und Südrumänien beschreibt.
Der Autor ist bemüht, ein realistisches Bild von Land und Leuten aufzuzeigen, ohne auch nur ein Blatt vor den Mund zu nehmen. So greift er das totalitäre Regime mal direkt, mal indirekt mit beißendem Spott, Ironie und Sarkasmus an. Gleiches geschieht mit hochnäsigen Landsleuten, aber auch mit sich selber.
Es wird auch Rücksicht auf Geschichte sowie Sitten und Bräuche genommen. Nicht zuletzt erscheinen herrliche Landschaftsbeschreibungen, die aufzeigen, wie sehr er seine Heimat liebt, obwohl er sich offiziell davon distanziert, mit dem Argument, einer Minderheit angehört zu haben, deren tatsächliche Heimat nicht in Siebenbürgen, sondern in Deutschland liege, eine Behauptung, über die seit vielen Jahrhunderten gestritten wird.
Unvergesslich sind die mit sehr viel Humor beschriebenen Erlebnisse aus der Kindheit und Jugend, eine Seite, die den Siebenbürger Sachsen eher fremd ist.
Irgendwie hat das Werk m. E. auch eine triste Seite. Zwischen den Zeilen kann man Leben, dass dieser Mensch tatsächlich zwischen den Welten lebt und nie richtig weiß, wohin er eigentlich gehört. Vielleicht finden wir ja des Rätsels Lösung in Band IV, in dem er seine neue - oder alte (???)- Heimat unter die Lupe nimmt. Wir sind gespannt.
Ach, noch etwas: Das Werk ist reich bebildert, was seine Attraktivität noch mehr stärkt.
Wiltrud Schobel