Großscheuern - Informationen
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Geographische Lage in Siebenbürgen
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Geographische Lage im Großraum
Die Ortschaft
Großscheuern / Şura Mare liegt in Siebenbürgen Rumänien, in unmittelbarer Nähe der Kreisvorstadt
Hermannstadt / Sibiu, ca 7 Km nördlich auf dem Hauptverkehrsweg, der Nationalstraße DN 14, die von Hermannstadt in Richtung Mediasch führt.
Großscheuern ist eine der ältesten Ortschaften, die einst von deutschen Siedlern im 12. Jahrhundert in Siebenbürgen gegründet wurden, einem ehemals von den Magyaren eroberten Gebiet, Trans-Silvanien, Land jenseits des Waldes genannt.
Die Ortschaft trägt den offiziellen rumänischen Namen Şura Mare, ungarisch Nagy Csür, beide sind Übersetzungen aus dem deutschen „Große Scheuer“ bedeutend, (lat. Magnum Horeum)
Großscheuern befindet sich auf einstigem
Königsboden, im so genannten „
Alten Land“ rund um Hermannstadt, dem einstigen Hermannsdorf, mit dem es ungefähr zeitgleich entstanden ist.
Vollständige Literaturliste (Ortsmonografien, Belletristik etc.) anzeigen
Organisationsstruktur HOG in Deutschland Stand 2010 / 2011
Organisationsstruktur der HOG Großscheuern in Deutschland Stand 2010 / 2011
I. Heimat Orts Gemeinschaft Großscheuern = HOG Großscheuern ist ein Loser Dachverband
(mit zwei Eingetragenen Nachbarschaftsvereinen)
und vertritt die Interessen aller Großscheuerner,
ist Mitglied im Verband der Siebenbürgisch - Sächsischen Heimatortsgemeinschaften e. V.
1. Sprecher: Fuss Christian Fusscri@t-online.de, Stellvertreter: Groß Stefan, Stock Gerhard
Ehrenvorsitzender: Grau Johann
Leiter Projekt Ortsmonographie: Groß Stefan
Genealoge und Schriftführer: Groß Lukas
Gebietsvertreter: Müller Katharina, Hartmann Friedrich, Guist Michael, Kautz Georg Dr.-Ing.,
Gabel Simon, Gierlich Thomas
II. HOG Großscheuern/Nachbarschaft Frankfurt/M e.V.
Eingetragener Verein ab 1983
1. Vorsitzender: Stock Gerhard 06142-797542 gerhardstock@arcor.de
Stellvertreter: Hermann Simon 06190-72923, Gierlich Walter 06142-82105 wgierlich@gmx.de
Ehrenvorsitzender: Drothler Johann sen (+ 2011)
Schriftführer: Kieltsch Waltraud 06142-958697 rowa1401@yahoo.de,
Stock Annemarie 06142-797542
Kulturreferat: Blam Maria 06142-72795 mblam@LEAR.com,
Melchior Heidemarie 06142-976970
Gabel Dieter 06142-561478 dieterundkatharina@googlemail.de,
Gierlich Reinhard 06142-82235 reini1967@web.de,
Gierlich Ewald 06142-797840 bgierlich@gmx.de
Kassenverwalter: Gabel Katharina 06142-561478
Stellvertreter: Gierlich Monika 06142-82235
Kassenprüfer: Gierlich Rosina 06142-82105,
Gierlich Helmut 06142-162710 hgierlich@lear.de
Berater: Müller Johann 06039-43962
III. HOG Großscheuern/Nachbarschaft Ingolstadt e.V.
Eingetragener Verein ab 1992
(vorher Loser Verein 1985-1992)
1. Vorsitzender: Groß Stefan
0841-71894 stgross-ingolstadt@t-online.de
Stellvertreter: Gräf Hans Martin 08406-91448 Hans_Graef@t-online.de,
Grau Christian 08458-382209 KikGrau@gmx.de,
Hiesch Helmut 08458-382180 Helmut.Hiesch@gmx.de,
Grau Hans-Uwe 08458-381472 UweGrau@gmx.de
Schriftführer: Groß Lukas 0841-61719 LGross8556@aol.com,
Grau Edeltraut 08458-382211,
Müller Regina 08450-923812 Reg.Mueller@online.de
Kulturreferent: Fuss Hans Paul 0841-482013 Leiter Blaskapelle,
Grau Edeltraut 08458-382211,
Guist Anna-Rita 08458-5788
Frauenreferat: Roth Susanna 0841-73696,
Hiesch Maria 08458-342438 mhiesch@aol.com,
Guist Elfriede 08458-382005
Jugendreferat: Grau Hans-Uwe 08458-381472 UweGrau@gmx.de,
Guist Elfriede 08458-382005,
Hiesch Thomas 08458-342438 mhiesch@aol.com
Kassenverwalter: Mai Simon 08458-2056 Mai.Simon@t-online.de,
Kassierer: Guist Reinhard 08458-382005,
Fröhlich Michael 08406-91379,
Hiesch Thomas 08458-342438,
Müller Johann 0841-39664
Kassenprüfer: Gräff Simon 08458-5153,
Guist Anna-Rita 08458-5788,
Müller Simon 08450-923812 Reg.Mueller@online.de,
Späck Andreas 08456-7797
Berater: Grau Johann 08458-9131,
May Gerhard 08458-1554,
Groß Lukas 0841-61719,
Müller Michael 0841-61487,
Späck Andreas 08456-7797,
Gierlich Georg 0841-42502 georg@gierlich.net
Zeittafel zur Geschichte der Gemeinde Großscheuern
Zeittafel, Daten aus verschiedenen Quellen
1142-1162 -Ansiedlung - Um die Mitte des 12. Jahrhunderts, während der Regierungszeit des ungarischen
Königs Geza II, kommen deutsche Siedler als Gäste (Hospites) nach Siebenbürgen.
Großscheuern gehört zu den ersten Siedlungen im „Alten Land“ (Hermannstädter Provinz)
1238 -wird die Kirche als dreischiffige romanische Basilika mit Westturm gebaut
(Müller 1858/42, Horwath 1936/177, Vătăşianu ,1959/51, Dancu KM 1979/ 145 f)
Atlas der siebenbürgisch-sächsischen Kirchenburgen und Dorfkirchen - 1999 Hermann Fabini
1240/42 -Mongoleneinfall in Siebenbürgen
1332- Erste urkundliche Erwähnung: In päpstlichen Steuerlisten wird erstmals erwähnt Pfarrer
„Christianus de Magno Horreo“. Magnum Horreum ist der lateinische Name des Ortes (Monumenta
Vaticana.I/ 144, DIR, C, XIV III/221); Atlas der siebenbürgisch-sächsischen Kirchenburgen und Dorfkirchen –
1999 Hermann Fabini)
1349 Pfarrer Christian wird als Dechant des Hermannstädter Kapitels erwähnt. (Ub II -638-58)
Damit ist die Zugehörigkeit dieses Ortes zum Hermannstädter Kapitel erwiesen.
1359 der Kirchenvater (vitricus ecclesiae) nimmt an einer Gerichtsversammlung der Hermannstädter
Provinz teil (ein früher Nachweis für das Vorhandensein des Kirchenvateramtes) (Ub II-760-174)
1364 Pfarrer Martin von Großscheuern wird als Dechant des Hermannstädter Kapitels genannt.(Ub II-813-215)
9 Jahre später ernennt ihn der König zum Probst von Hermannstadt (Ub II-1011-407)
1365 u. 1372 Urkunden in denen Adalbertus de Herreo als einer der führenden Männer in der Versammlung der „Sieben Stühle“ genannt wird, ohne aber den Titel „Gräf“ zu führen
1375 tun sich zur gefahrvollen Fahrt auf die Hochschule zusammen Pleban Leo von Großscheuern, Pfarrer Thellmann von Hammersdorf und Pfarrer Johannes von Petersdorf. Zuerst betreiben sie in Prag 2 Jahre kanonische Studien u. dann in Wien theol. Uni phil. Studien. (Teutsch, KG 1/134).
1376- Von 1376 bis 1386 ist Goblinus, gebürtiger Großscheuerner, als einziger Sachse Bischof von Siebenbürgen in Weißenburg. Sein Vater war Adalbertus de Magno Horrea, von dessen Grabstein ein Fragment in der Altarstufe der Großscheuerner Kirche aus der vorreformatorischen Mensa aufgefunden worden ist (siehe „Die Woche“ Nr. 76-Gernot Nußbächer)( Martin Rill „Hermannstadt und das Alte Land“ 2002)
1378 -der älteste bekannte datierbare Grabstein eines Siebenbürger Sachsen - Bestattung von Albertus an dieser Stelle(Grabinschrift in gotischen Minuskeln: d. mg.° hor/reo. pr. R.i. x°. p, was zu lesen wäre:....de magno horreo, pater Reverendi in christo patris....)
1382 Leo, ein Bruder von Bischof Goblinus ist als Pfarrer von Großscheuern erwähnt. 1383 wird er schon als Archidiakon des siebenb. Bistums und Kanoniker desselben genannt. (Ub. II, Nr.1154, 1177, 1179).
1386 Auf der Hochschule von Wien wird eingeschrieben: „Jacobus plebanus de Magno Horreo de Septemcastrie“. (Südostd. Vierteljahresblätter 1973-1-45, Archiv 16/322)
1406 König Sigismund bestätigt das zu Gunsten von Großscheuern gefällte Urteil der Hermannstädter Provinz vom Jahre 1349 (Im Hattertstreit mit Stolzenburg) (Ub III-1502-311)
1433 wird gemeldet - ein Stück Weideland u. ein Rohrschlag befinden sich in gemeinsamen Besitz der (Großscheuerner u. Hahnbacher) (Th. Nägler - Geschichte der siebenbürgisch-sächs. Landwirtschaft)
1445 ist die ungarische Bezeichnung „Nagycsür“ nachweisbar
1445 VII 29 Der siebenbürgische Woiwod Johann von Hunyad urkundet in „Nagycsür“(Ub V-2519-158)
1468 erstmals die deutsche Benennung „Großschewren“,
erst in der 2.-ten Hälfte des 19. Jahrhunderts die heutige Form „Großscheuern“
1468 Durch den Ortsrichter und durch andere Vertreter des Ortes zahlt Großscheuern Steuern als Gemeinde
des Hermannstädter Stuhles. (Quellen: Rechnungen aus sächs. Archiven S. 13,22,24,26 f)
1488 lebten im Ort 78 Hauswirte, 4 Arme, 1 Hirte, 2 Höfe unbewirtet, 1 Haus unbewohnt
(Martin Rill „Hermannstadt und das Alte Land“ 2002)
1493 Türkeneinfall, der auch mehrere Nachbarorte verheerte
1494 wird durch die Hermannstädter Provinz der „Sieben Stühle“ eine Unterstützung für Bauarbeiten
gewährt(Aus 2421 Rechnungen aus dem Archiv der Stadt Hermannstadt und der sächsischen Nation,
Hermannstadt,,,,1880,S. 176)
1497 Renovierungsarbeiten an der Kirche .(die Jahreszahl 1497 ist über dem Nordfenster des
umgebauten Chores angeschrieben. (siehe „Die Woche“ Nr 76-Gernot Nußbächer)
1500 die Kirche wird zur Wehrkirche nach gotischem Stil neu errichtet. - nach den Türkenkriegen
1512 Erstmals werden Schulkinder erwähnt
1529 II. 1 -der Ort u. die Kirche wird niedergebrannt von Moldauischen Truppen. Der Hermannstädter
Notär Joh. Mildt zeichnet auf: „1.Sept. idem exsusserunt (haben verbrannt) Kleyn et gross Schyr et hanbach“ ( Archiv 15/59, Klima)
1529 Der Ort wird durch moldauische Truppen niedergebrannt. (Müller 1880/59)
(Atlas der siebenbürgisch-sächsischen Kirchenburgen und Dorfkirchen - 1999 Hermann Fabini)
(Martin Rill „Hermannstadt und das Alte Land“ 2002)
1572 97 Wirte leben in Großscheuern (Gernot Nussbächer, Dr. Helmut Klima, Neuer Weg 18.Nov.1986)
1600 die Kirche wird niedergebrannt von Michael dem Tapferen (Teutsch 1925 / I / 345)
1643 finden Umbau- und Reparaturarbeiten an der Kirche statt, auf die eine Inschrift auf der Nordwand des
Chores hinweist.
1700-1710 die Kirche wird niedergebrannt von den Kurutzen
1704 Großscheuern wird durch die Kurutzen verbrannt. Es wird beschlossen, daß, wenn jemand in schweren
Zeiten fortzieht, er sein Vermögen verlieren soll und nicht wieder zurückkehren darf. (Trauschenfels 1860 / 367, Teutsch; Kbl. 1903 / 55)
1714 ist eine Bruderschaftsempore in der Kirche datiert. (Verzeichnis 1934)
1720-21 ist Großscheuern von den Kriegswirren erholt u. größter Steuerzahler des Hermannstädter Stuhls,
es gibt bereits Steinhäuser mit breiten Hofstellen (Schuller, 1903 / 146f); (Arch. 32 / 146 ff) (Klima)
1720 gibt es 10 rum. Wirte im Ort, andere 25 wohnen im Wald, alle zahlen ab 1740 Steuern
(Martin Rill „Hermannstadt und das Alte Land“ 2002)
1724 Reparaturkosten für Schulgebäude werden erwähnt(Rechnungsbuch Pfarrarchiv)
1738 Letzte Pestepidemie in Großscheuern, es starben fast 200 Menschen (Manuskript Karl Hermann 1950)
1740 werden größere Renovierungs- u. Umbauarbeiten an der Kirche gemacht (Inschrift am Triumphbogen;
Roth 1915 / 601)
1765 Ev. Seelen in Großscheuern: 222 Männer u. Frauen (Wirte/Wirtinnen), 248 Kinder, 4 unverh., gesamt: 474
(Quelle: Stat. Jahrbuch d. Ev. Ki. A.B. Hermannstadt/München)
1775 ließ der Hermannstädter Magistrat die Rumänen aus den Waldungen vertreiben, doch bereits
ein Jahr später (1776) kam der Befehl aus Wien, sie wieder anzusiedeln; 1782 erhielten sie
auch Ackerboden. ( Martin Rill „Hermannstadt und das Alte Land“ 2002)
1778 ein 400 jähriger Hattertstreit wird gegen die Stolzenburger gewonnen (die Wiesen „Wasem“ und die
„Broit“ gehen endgültig an Großscheuern (Plattner, 1907 / 32)
1824 ein Teil der Waldungen „Em Braunesch“ (Branisch) muss an Hermannstadt abgetreten werden
(Urteil im Hattertplan im Pfarrarchiv Burgberg) Klima)
1837 Orgel wird gebaut von den Brüdern Friedrich u. Wilhelm Maltz aus Bierthälm ( rum. Statistik Bacau)
1847 - 1859-1862 Zuwanderer aus Württemberg kommen nach Großscheuern
1849 General Bem mit Truppen „zu Gast“ bei Pfarrer Andreas Dendler (od. = siehe Pfarrerliste)
Pfarrer Dendler stirbt 09.04.1849 (Plattner, SDT 25.06.1927)
1854 Größere Renovierungs- u. Umbauarbeiten (entsprechend einer Inschrift am Triumphbogen)
.......Kirche u. Turm erhalten das heutige Aussehen (Roth, 1915 / 601)
1854 in einer Urkunde wird erstmals der rumänische Name „Sura Mare“ erwähnt
1863 neue Schule (für 8400 Gulden) wird gebaut
1865 -gab es in Siebenbürgen noch zu 95% Holzpflüge
-in Großscheuern wurde ein sogenannter Obertscher Wendepflug mit Erfolg erprobt (C. Göllner:“Die Siebenbürger Sachsen in den Jahren 1848-1918“)
1881 wurden in Großscheuern, Frauendorf u. Arbegen die ersten Kreditvereine (REIFEISENVEREIN) von Karl Wolf gegründet (ebenda)
1883 Am 17. April 1883: starb hier auf dem Pfarrhof Michael Fuß ( Pfarrer in Gr. von 1878 -1883 ).
1886 Gründung des „Landwirtschaftsvereins“-Ortsverein (Th. Nägler-Geschichte der siebenbürgisch-
sächs. Landwirtschaft)
1892 Kommassation in Großscheuern (Ulrich Groß-1927- Betriebswirtschaftliche Lage der sieb.-sächs. Landwirtschaft)(Bibliothek Gundelsheim)
1893 wird in Großscheuern ein Zuchtverein für Pinzgauer Rinder gegründet. (Th. Nägler-Geschichte der siebenbürgisch-sächs. Landwirtschaft)
1895 Jubiläumszug 1895 (Bauernzug) in Hermannstadt zur Feier des 50-jähr. Bestehens des Landwirtschaftsvereins, mit Darstellung der Arbeiten und Feste der Landbauern.
Die Großscheuerner stellten den "Sommer" dar.
(Bericht zur Feier 1895 des 50 jährigen Bestehens des Landwirtschaftsvereines in den „Landwirtschaftlichen Blättern"(Seite 162, 183 und 184), zugeschickt 2008 von Herrn Dipl.-Ing.agr. Hermann Schobel(Würzburg), dem Sohn des früheren Wanderlehrers Sepp Schobel
1896-1903 D. Friedrich Teutsch, (der spätere Bischof), ist Pfarrer in Großscheuern
1897 Am 29. Jan. wird die erste Laterne an die Schule angemacht durch den Notär auf
Gemeindekosten. Große Freude im Ort u. Anfang der Gassenbeleuchtung.
(Gedenkbuch Großscheuern Teil 1 Pf. Dr. Fr. Teutsch, S. 9)
1898 Am 2. Adventsonntag Festgottesdienst aus Anlaß des 50 jähr. Regierungs Jubiläums des Kaisers.
(Gedenkbuch Gr. Teil 1 Pf. Dr. Fr. Teutsch)
1899 Heuer 36 Confirmanden – ungewöhnlich viel (Gedenkbuch Gr. Teil 1 Pf. Dr.Fr. Teutsch, S. 22)
1900 Im Sommer wird die Orgel einer völligen Reparatur unterzogen, die Orgelbauer Resch aus
Hermannstadt zur Zufriedenheit ausführte. Die Kosten betragen 470 Gulden. Der alte Organist
u. pers. Notär Simon Fuß läßt auf seine Kosten die Orgel anstreichen u. vergolden.(Gedenkbuch Großscheuern Teil 1 Pf. Dr. Fr. Teutsch, S. 22)
1900 Im Dez. 1900 wurde von der politischen Gemeinde die neue Turmuhr auf dem ev. Turm angebracht, ein Werk der bekannten Firma Fuchs aus Bamberg, die einen Monteur – J. Müller – zur Aufstellung geschickt hatte. (Gedenkbuch Großscheuern Teil 1 Pf. Dr. Fr. Teutsch, S. 22)
1900 Um 1900 wurde die Mühle v.d. kirchl. u. pol. Gemeinde errichtet (Elektromotoren) Eine ortseigene Ziegelei lieferte das notwendige Baumaterial.(Martin Rill „Hermannstadt und das Alte Land“ 2002)
1902 Ein neues böses Zeichen ist in die Gemeinde eingebrochen. Das Auswanderungsfieber nach
Amerika (Gedenkbuch Großscheuern Teil 1 Pf. Dr. Fr. Teutsch, S.33)
Schon 20 Personen, darunter einige mit Frau u. Kind, sind nach Amerika ausgewandert, ebenso
viele wollen nachfolgen. (Gedenkbuch Großscheuern Teil 1 Pf. Dr. Fr. Teutsch, S. 37)
1903 Der neugotische Altar ist 1903 aufgestellt worden. Das Hauptbild ist ein Werk des Malers F. Ziegler aus Berlin. Der Altar wurde nach Plänen von Architekt Eder vom Tischler Connerth aus Hermannstadt hergestellt. (KB 1903-1904/426)
1904, 19. April, Dr. Eugen Filtsch wird neuer Pfarrer in Großscheuern
1905 Bau des modernen, schönen Gemeindesaals. (Kb. 1904-1905 / 154) (Klima)
1905 -führte man in Großscheuern mit Hilfe des „Landwirtschaftvereins“ leichte Kaltblutpferde ein - den
sog. „Murinsulaner Schlag“ (Th. Nägler-Geschichte der siebenbürgisch-sächs. Landwirtschaft)
1906 Die Gustav – Adolf – Zweigsvereins – Versammlung hat in der gewohnten feierlichen u. erhebenden
Weise am 29. Juni 1906 in Großscheuern stattgefunden (Gedenkbuch, S. 60, Pf. Dr. E. Filtsch)
1907 Gemeinde wird ans Stromnetz angeschloßen
Am 18. September strahlte das elektrische Licht überall auf (Gedenkbuch, S. 70, Pf. Dr. E. Filtsch)
1910 Besuch des Bischofs D. Fr. Teutsch und des Prof. Rendtorff aus Deutschland
(Artikel in den LBl 1910, S.567 schreibt: Der Besuch gestaltete sich zu einem erhebenden Volksfest, das geeignet war den Gästen aus dem Reich ein unvergessliches Bild einer sächsischen Bischofseinholung und einen Ausschnitt aus dem siebenbürgisch.-sächsischen Volksleben zu bieten.)(zugesandt v. Hermann Schobel, Würzburg)
1911 Anfang Januar. Die Seelenzahl der Gemeinde betrug 645 männliche u. 635 weibliche
Gemeindemitglieder zusammen 1280 (Gedenkbuch, S. 82, Pf. Dr. E. Filtsch)
1913 ist die Seelenzahl auf 1322 gestiegen (Gedenkbuch, S. 82, Pf. Dr. E. Filtsch)
1914 2. Juli wird Karl Weber, neuer Pfarrer in Großscheuern (Gedenkbuch, S. 83)
1914 24. Juli Krieg! Beginn des 1. Weltkriegs. An jenem unheilvollem 28. Juni, war unser Thronfolger Franz Ferdinand von mörderischer Bubenhand getötet worden
In der Nacht vom 31. Juli zum 1. August traf die Mobilisierungsorder ein, binnen 24 Stunden mit Mann u. Ross einzurücken. (Gedenkbuch, S. 86, Pf. K. Weber)
1916 Am 23. August wurden ganz unvermittelt u. plötzlich die Glocken abgefordert Am nächsten Tage,
Freitag den 24. Aug. stürzten die beiden kleinen Glocken herunter um für Kriegszwecke aufgearbeitet
zu werden. (Gedenkbuch, S. 105, Pf. K. Weber)
1916 im ersten Weltkrieg kl. Kämpfe „em Milengreangd“ (Mühlengrund) zwischen österreichischen u. rum.
Patrouillen, viele Dorfbewohner fliehen nach Stolzenburg, Reussen, Marktschelken, Hahnbach
1916-18 -es fallen im 1. Weltkrieg 48 sächsiche Männer u. Burschen aus Großscheuern (Gedenktafel in d. Kirche)
1921 Ausmalen der Kirche, im Sommer die Kirche tadellos sauber u. schön wiederhergestellt (Gedenkbuch)
1924 7. Juli Generalkirchenvisitation in Großscheuern Bischofs D. Fr. Teutsch, der an der Hattertgrenze von einem Reiterbanderium von 60 Mann erwartet wurde. (Gedenkbuch)
1925 -Einweihung von 2 neuen Glocken in Großscheuern (im 1. Weltkrieg waren 2 Glocken zur Kanonenherstellung abgegeben worden)
Die Glockenweihe, fand am 18. Oktober in Gegenwart und unter Beistand Bischofs D. Fr. Teutsch statt (Zeitungsartikel)(Gedenkbuch) (Bild mit Pfarrer Karl Weber, Prediger Johann Rill, Notar Oswald Nemetz, Richter Simon Fuß, Kurator Michael Hiesch, Kirchenväter Stefan Groß, Stefan Depner u.a.)
1929 Gedenktafel Einweihung in der Kirche für die Gefallenen im 1.Weltkrieg
(Gedenkbuch S. 158, Pf. K. Weber)
1929 Am 9. Juni 1929 fand die Bezirks-Frauenvereinstagung in Großscheuern statt. Es hatten sich über 1000 Gäste gemeldet. (Gedenkbuch)
1930 In der Ortsamtskanzlei wird bereits fast nur rumänisch gesprochen, dort gibt es nun rum. Beamte, Notär, Sekretär, versch. Aushilfskräfte (Gedenkbuch, S. 168, Pf. K. Weber)
1930 Volkszählung in Rumänien : 1492 Deutsche (63,7%, 703 Rum., 138 Zigeuner, 10 Maghiaren
(Martin Rill „Hermannstadt und das Alte Land“ 2002)
1931 Großscheuerner Spenden für Winterschule Hermannstadt (Landwirtschaftliche Blätter Nr.27 Seite 381/5.Juli 1931)(Bibliothek Gundelsheim, Hermann Schobel, Würzburg)
1937 beträgt der Kartoffelanbau in Großscheuern 13% der Ackerfläche (Th. Nägler -Geschichte der siebenbürgisch-sächs. Landwirtschaft)
Die folgenden Daten sind aus Karl Hermann: „Großscheuern in den Jahren 1940-1965“
1938/39 - 1940 pfarrerlose Zeit in Großscheuern - länger als ein Jahr
1939 / 40 Kurator wird Georg Mieß Schriftführer Dr. Paul Hiesch,
Kirchenväter Paul Zackel u. Christian Grau
1940 -am 6. Januar Gastpredigt von Pfarrer Karl Hermann in Großscheuern
-am 28. Januar fand die Wahl statt
-am 03.März fand der Einzug in die Gemeinde statt mit einem Festzug durch Hermannstadt mit
Reiterbanderium u. Musikkapelle (zum ersten Mal Vereinigung der beiden Musikkapellen)
-am 07. März ist die Einsetzungsfeier (Präsentation) von Pfarrer Karl Hermann
1940 -Spätherbst, die ersten deutschen Truppen, die als Lehrtruppen kamen, werden in H-stdt begrüßt
1940 -großes Erntedankfest in Großscheuern ganz besonderer Art: Erntefestzug durch die Gemeinde
mit Blaskapelle u. vielen Wagen die Erntegaben für den neuen Schulbau sammelten.
-deutsche Soldaten werden gegen Abend zum Erntedankfest (aus Hstdt) geladen,Feier im Gemeindesaal
1941 -am 14. Dez. faßte die Gemeindevertretung den Beschluß die Schule an die Deutsche Volksgruppe
zu übergeben, 1942, am 1. April erfolgte die tatsächliche Übergabe
1943 -gesetzliche Möglichkeit zum Beitritt in die Waffen -SS, Osterwoche Musterung, am Peter- u.
Paulstag nach Abendmahl verließ der 1. Transport die Gemeinde um ins Reich zu fahren.
1944 -23. August Staatstreich in Bukarest, Rumänien erklärt Deutschland den Krieg
-Am 4. September -Sowjetische Einheiten besetzen Kronstadt
-Am 7. u. 9. September wird Großscheuern von vier Kampfflugzeugen der deutschen Luftwaffe bombardiert. 4 Häuser werden zerbombt, 27 Scheunen u 7 Viehställe brennen ab (die Wohnhäuser von Gabel
Nr. 52, Groß Nr. 53 u. Adem Nr. 54 stürzen ein u. brennen, die Häuser von Fröhlich Nr. 182,
Schwarz Nr. 183, Drothler Nr. 184 erleiden starke Risse an der Vorderfront u. brennen an), unter den
Sachsen 4 Tote u. 3 Verwundete
-die Dorfbewohner flüchten für 2-3 Wochen auf den Hattert (Obstgärten) und jenseits von Hahnbach, in dieser Zeit werden die Häuser geplündert
1944-45 sind in Großscheuern russische Militäreinheiten u. ein Pferdespital untergebracht
-aus rumänischer Gefangenschaft entlassene russische Gefangene „die Zoderlumpen“ zerstören große Teile des Pfarr-, Schul-,u. Notenarchivs
1945 am 13. Januar werden 223 Männer u. Frauen aus Großscheuern in die Sowjetunion deportiert;
21 Männer u. 1 Mädchen sterben
1945 nach der Deportation sind die 2 Hilfslehrerinnen weg - Unterricht in der Schule wird zeitweise nur
vom Pfarrer u. Prediger erteilt (Pfarrer Karl Hermann u. Prediger Johann Rill; Rektor Klein war zum Militär eingerückt)
Vor dem Krieg waren noch folgende Lehrer zeitweise angestellt: Josef Beer, Balmer, Höllwart (die beiden letzteren beide aus Bessarabien), Michael Gergel, Lehrerin Fritzmann, Lehrerin Wiesen
1945 März Neuwahlen der kirchl. Körperschaften: neuer Kurator - Paul Zackel
Kirchenväter: - Christian Grau Nr. 199, - Johann Gabel Nr. 190
1945 es gibt 56 Konfirmanden
1945 am 6. März kommt Dr. Petru Groza an die Regierung
1945 am 23. März Dekret zur Bodenenteignung
1945 am Sonntag, den 21. Okt.: Komitatskommission mit Autos taucht auf, ziehen von Haus zu Haus u. nehmen mit Gewalt alles weg, bis auf das letzte Körnchen.
Es folgt die Evakuierung aus den sächs. Häusern, zunächst auf der Hauptstraße. Hausrat wird auf die Straße geworfen
1946/47 Kolonisation durch Rumänen aus den rum. Gebirgsdörfern - sie ziehen in die sächsischen Häuser ein
1948 Mit der Schulreform von 1948 und dem Gesetz der Verstaatlichung des Schulvermögens traten grundlegende Veränderungen gegenüber der Vorkriegszeit ein. Das Ziel die einheitliche Struktur u. Erziehung der Jugend im Sozialistischen/kommunistischen Geiste
1955 -Asphaltstrasse wird gebaut
-Kirche erhält elektrisches Licht (Ortselektriker sind Christian Fuss und Sohn Hans Paul Fuss)
1956 -Methangas wird in der ganzen Gemeinde eingeführt, zuletzt auch in die Kirche (Hauptverantwortliche mit viel freiwilligem Einsatz sind Johann Gabel, Michael Adem )
1961 -Kirche u. Pfarrhaus werden renoviert u. frisch ausgemalt
1962 -Johann Gabel (neben der Kanzlei) wird Kurator
(Ende Daten aus Pfarrer Karl Hermann: „Großscheuern in den Jahren 1940-1965“)
1962 -Hermann Gabber aus Hahnbach wird Bürgermeister - in seiner Amtszeit bis 1977 werden durch sein Bemühen in der Gemeinde - den Verhältnissen entsprechend auf kommunaler Ebene viele notwendige Arbeiten gemacht
1964/65 –die rumänische Schule wird neu gebaut, vergrößert
1965 -am 31. Januar 1965 tritt Pfarrer Karl Hermann nach 25 Dienstjahren in den Ruhestand. Mit seinem geistlichem Beistand hatte die Kirchengemeinde die schweren Kriegs- und Nachkriegsjahre überstanden, sich erholt und gefestigt.
1965 -Wahl, Präsentation am 30. Mai, und Einführung eines neuen Pfarrers: Kraus Hermann. Es folgte nun eine 17-jährige Amtszeit in Großscheuern, in welcher der Gemeinde einige außergewöhnliche Erfolge vergönnt waren, die dazu beigetragen haben, dass Großscheuern noch einmal eine schöne Blütezeit erlebte.
1971-1974 Gedenktafel auf dem Friedhof wird erstellt und eingeweiht
Der Glockenturm wird elektrifiziert (Amtszeit Pf. Hermann Kraus)
1978 Elektrisches Läutewerk wird eingerichtet, z.T. mit Spenden aus Deutschland (Amtszeit Pf. Hermann Kraus)
1979 Restaurierungsarbeiten auch in der Kirche. (KB 1 /1980 / 4) Gelegentlich dieser Arbeiten werden Reste von Wandmalerei aus vorreformatorischer Zeit und Dekorationen aus dem 18. Jahrhundert freigelegt. (Pfarrer Hermann Kraus)
1979/81 letzte Generalrenovierung der Kirche u. des Turms, unter der Leitung von Pfarrer Hermann Kraus
1982 13. Juli - Amtsniederlegung von Pfarrer Hermann Kraus (wegen Ausreise nach Deutschland)
1982 28. Nov. - Amtsbeginn von Pfarrer Günther R. Auner................(war vorher in Roseln)
1990 7. August - Amtsniederlage von Pfarrer Günther R. Auner (wegen Ausreise nach Deutschland)
1990 Amtsbeginn von Pfarrer Klaus Peter Barth in Großscheuern.....................(vorher Hahnbach)
1992 Am 1.1.1992 hatte die Kirchengemeinde in Großscheuern nur noch 86 Mitglieder. (Lexikon d.Sieb. 1993)
1995 Am 31.12. 95 hatte die Kirchengemeinde in Großscheuern nur noch 46 Mitglieder. ( SF 15. Jg. 1998)
2002 Anfang 2002 hat die Kirchengemeinde in Großscheuern nur noch 37 Mitglieder (Liste Gemeindemitglieder, Pfarrer Kl. Peter Barth)
20.11.2006 Nachdem Pfarrer Kl.Peter Barth in Rente gegangen ist, tritt für Großscheuern sowie für Hahnbach, Wassid und Reussen eine neue Regelung in Kraft. Die geistliche Betreuung übernimmt ab sofort Dr. Stefan Tobler, Professor für Systematische Theologie an der Evangelischen Fakultät Hermannstadt. (Mitteilung des Bezirkskonsistoriums Hermannstadt)
Für die Verwaltung ist bis auf Weiteres die Kanzlei des Evangelischen Bezirkskonsistorium Hermannstadt zuständig
Ab 03. Jan. 2008 Beginn Amtszeit von Pfarrer Klaus Martin Untch (Mitteilung des Bezirkskonsistoriums Hermannstadt)
Friedhofspflege in Großscheuern durch die HOG von Deutschland aus
Ab 1993 wird jährlich von Deutschland aus eine Geldsumme für die Instandhaltung des Friedhofs- in Großscheuern an die/den Bearbeiter bezahlt.
(Das Geld dafür kommt von Spenden u. Beiträgen der Gemeinde- u. Vereinsmitglieder in Deutschland, auf das Konto der HOG Großscheuern KtoNr. 44909, BLZ 721 500 00, Sparkasse Ingolstadt,Vermerk "Spende Friedhofspflege Großscheuern" ein)
Der Vertrag hierzu entstand ab 1993 durch das Bemühen der HOG-Vorstände u. der Ltg. von Johann Grau und Stefan Groß. (Somit wird indirekt die Kirchengemeinde in Großscheuern unterstützt)
Kirchenrenovierung in Großscheuern durch die HOG von Deutschland aus
Kleinere Reparaturen am Turm, Kirche und Pfarrhaus, wurden zeitweise vor Ort durchgeführt, zum Teil von den an Pfarrer Barth abgegebenen freiwilligen Spenden von Besuchern in Großscheuern.
Im Juni 2009 erfolgte ein Spendenaufruf besonders durch das Bemühen unserer HOG Vorsitzenden Stefan Groß und Christian Fuss,(Konto der HOG Großscheuern KtoNr. 44909, BLZ 721 500 00, Sparkasse Ingolstadt, Vermerk "Spende Kirchenrenovierung Großscheuern" und es wurden in Verbindung mit der Leitstelle Kirchenburgen, die beim Landeskonsistorium der Evangelischen Kirche A.B. in Hermannstadt angesiedelt ist, Reparaturarbeiten an der Kirchenburg in Großscheuern in die Wege geleitet.
Die Reparaturarbeiten wurden mit Hilfe einer Architektin und einer Baufirma mit Erfahrungen auf dem Gebiet von denkmalgeschützten Kirchenrenovierungen im Laufe des Jahres 2010 fortgesetzt, nach allen Regeln der Baukunst durchgeführt und im Außenbereich im November 2010 abgeschloßen.
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