Reußdörfchen - Gästebuch

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14.08.2006, 16:25 Uhr

martin der Ijel [derijel[ät]yahoo.de]

Sagen sagen sicher sehr viel-- so auch diese über die Entstehung des Ortes---
und weil Schnaps von Natur aus eine Beteubende Wirkung hat, leuchtet es locker ein--
Zur HP von Christian Agnetler ist erst recht zu gratulieren.
Siebenbürgische Balladen.siehe unter www.rodevandox.de

24.10.2003, 12:52 Uhr

Christian A. [none]

Die Ortsgründungssage

Einst führte durch dieses Tal, in dessen Schoß Reußdörfchen heute liegt, die Haupthandelsstraße zwischen Hermannstadt und Weißenburg. Der alte Weg ging über Magendorf, Kleinpold, Reußmarkt und Mühlbach, wurde aber abseits der Schutz bietenden Dörfer von zahlreichen Räuberbanden unsicher gemacht. Die Wegelagerer hatten es vor allem auf das Gold und die Waren der vorbeifahrenden Kaufleute abgesehen, überfielen aber oftmals auch ganz gewöhnliche Reisende, wenn sie Hunger, oder Lust auf Rauben und Morden hatten.
Auf diesen Weg nun machte sich einmal auch eine arme Witwe von Hermannstadt aus auf - sie wurde aber bald, an der Stelle, die heute "padina" genannt wird, von Räubern überfallen und ausgeraubt. An dem von der Frau mitgeführten Schnaps hatte die Räuberbande ihre besondere Freude, und als das Fass leer war, schickten sie die Witwe zurück nach Hermannstadt, ein neues Fässchen davon zu holen. Als Geisel behielten sie den Sohn der armen Frau, der mit seiner Mutter mitgereist war.
Die Witwe kehrte also nach Hermannstadt zurück und machte sich am folgenden Tag mit dem Fässchen wieder auf denselben Weg. In den Schnaps hatte sie vorher allerdings ein Betäubungsmittel gemischt, so dass die Räuber, als sie den Schnaps genüßlich austranken, von dem Gift betäubt, in einen tiefen Schlaf sanken.
Die tapfere Frau zog daraufhin ein Schwert, dass sie im Lager der Bande fand, und hieb den Schlafenden damit die Köpfe ab. Nachdem sie das Tal auf diese Weise von den Räubern befreit hatte, holte sie sich in Hermannstadt die Belohnung, die auf den Kopf des Räuberhauptmanns ausgesetzt war, und erhielt zudem die Erlaubnis, an der Stelle, an der sie ausgeraubt wurde, die Gemeinde Reußdörfchen zu gründen. Zum Andenken an diese Heldentat führt die Gemeinde bis heute in ihrem Siegel ein Schwert.
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