Dracula und Ceausescu sind die mythischen Figuren, durch die Rumänien im Westen bekannt ist. Die gebürtige Hermannstädter Künstlerin Siegmar Zacharias macht sich demnächst in Berlin mit sechs rumänischen Schauspielern auf die Suche nach Geschichten aus dem Land, dessen Hauptstadt auf Fernsehwetterkarten im Westen nicht existiert.
Persönliche Erzählungen von Vampieren, von Popstars aus den Achtzigern, vom Fliegen, von Tyrannen und von toten Tieren mischen sich mit Projektionen von Dokumentaraufnahmen und tradierter Geschichtsrepräsentation.
Nach der Premiere in Amsterdam (19. März) ist diese Produktion von Siegmar Zacharias, dem Künstlernetzwerk
fishing enterprise sowie dem
Theater Gasthuis Amsterdam in Zusammenarbeit mit
ARCUB (Arts & Culture Bukarest) und
Toaca Studio, Bukarest, in weiteren Vorstellungen vom
28. bis 30. März und vom
3. bis 6. April, jeweils um 20.00 Uhr, in den
Berliner Sophiensälen, Sophienstraße 18, zu sehen sein. Die Recherchen zu diesem Theaterevent in rumänischer und englischer Sprache machte Siegmar Zacharias, die verantwortlich zeichnet für Idee, Konzept, Text und Regie, in Bukarest, wo auch der erste Abschnitt der Probenzeit stattfand.
In "Dracula 89/03" sind Bram Stoker's „Dracula“ oder die (Medien-)Revolution in Rumänien von 1989 der Ausgangspunkt, um Menschen aus diesem Land zu Wort kommen zu lassen. Gemeinsam zeichnen sie eine persönliche, überdeterminierte Landkarte ihrer heutigen Situation. Ihre von den Schauspielern erzählten Biographien werden mit medialer Geschichtsrepräsentation, mit Videos aus offiziellem (Fernsehen) und privatem Dokumentarmaterial konfrontiert und ergänzt. Die Kostüme sind inspiriert von rumänischen Märchen, Mythen und den vielen toten Hunden auf Rumäniens Straßen. Die Musik benutzt traditionelle Zimbalklänge in Verbindung mit Elementen zeitgenössischer elektronischer Musik.
Siegmar Zacharias, 1972 in Hermannstadt geboren, studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften und Philosophie in Freiburg, London und Berlin. 1999 studierte sie am Amsterdamer Theaterinstitut
DasArts. Seither arbeitet sie in den Bereichen Theater, Performance und Installation in Berlin, Amsterdam und London. 2000 gründete sie mit A. Momber das Künstlernetzwerk
fishing enterprise. Im vergangenen Jahr präsentierte Siegmar Zacharias im Theater Gasthuis in Amsterdam ihre Videoperformance
"here is looking at you kid".
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