30. April 2003

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Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Bundesvertriebenengesetzes

Berlin. - Einen Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Bundesvertriebenengesetzes veranstaltet der Bund der Vertriebenen (BdV) am Dienstag, dem 6. Mai, 10.00 Uhr, im Festsaal des Abgeordnetenhauses in Berlin, Niederkirchnerstraße 5, in Berlin. Bundesinnenminister Otto Schily wird mit der Wenzel-Jaksch-Medaille ausgezeichnet.
Bundesinnenminister Otto Schily als Festredner beim Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl. Foto: Josef Balazs
Bundesinnenminister Otto Schily als Festredner beim Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl. Foto: Josef Balazs

Unter der Moderation von Guido Knopp, Leiter der Redaktion Zeitgeschichte beim Zweiten Deutschen Fernsehen, werden Filmausschnitten aus großen Serien des ZDF zu den Themen „Flucht und Vertreibung“ sowie „Integration der Heimatlosen“ gezeigt.
Anlass ist die Verabschiedung des Bundesvertriebenengesetzes vor 50 Jahren. Am 5. Juni 1953 trat das Gesetz über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge (Bundesvertriebenengesetz BVFG) in Kraft. Das BVFG habe zusammen mit anderen Kriegsfolgengesetzen entscheidend dazu beigetragen, Millionen von Menschen in Deutschland die Lebensgrundlagen zu sichern und ihnen ein Leben als gleichberechtigte Bürger unseres Landes zu ermöglichen, teilte der BdV mit.

Während des Festaktes in Berlin wird Bundesinnenminister Otto Schily vom Bund der Vertriebenen mit der Wenzel-Jaksch-Medaille ausgezeichnet. Das Präsidium des Bundes der Vertriebenen hat einstimmig beschlossen, die Wenzel-Jaksch-Medaille, die an einen kämpferischen Sozialdemokraten erinnert, dem Bundesinnenminister als Nicht-Vertriebenen zu verleihen, weil er durch sein Verhalten gegenüber den Heimatvertriebenen und seine Rede im Berliner Dom im Jahre 1999 für die Sozialdemokratie die Tür für einen Teil deutscher und europäischer Geschichte und Gegenwart neu geöffnet hat. Wenzel Jaksch war vor dem Krieg Führer der sudetendeutschen Sozialdemokraten und wurde vom Nationalsozialismus verfolgt. Nach dem Krieg setzte er sich als erster sozialdemokratischer BdV-Präsident (1964-1966) entschieden für die Rechte der Heimatvertriebenen ein. Die Medaille wird nach dem Verleihungs-Statut an Persönlichkeiten vergeben, die sich hervorragende Verdienste um die Zusammenarbeit der europäischen Völker im Geiste von Recht und Freiheit und um die Verwirklichung der in der Charta der deutschen Heimatvertriebenen niedergelegten Grundsätze erworben haben. Sie wurde in der 45-jährigen Geschichte des Bundes der Vertriebenen bisher erst einmal an einen Außenstehenden und Nichtvertriebenen vergeben.

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