Eine kleine Notiz von Brigitte von Sternheim in der Siebenbürgischen Zeitung, Folge 9 vom 31. Mai 2003 (siehe am Ende dieses Artikels), regt zu genealogischen Betrachtungen an. Die Sternheims veranstalten im nächsten Jahr in Erinnerung an die Namensbegründung und Adelsverleihung vor 200 Jahren ein Familientreffen und laden dazu interessierte Nachkommen jenes Martin Gottlieb Csech ein, der 80-jährig 1804 von Kaiser Franz Adel und Namen von Sternheim verliehen bekam. Der war als Franz II. noch letzter römischer, als Franz I. schon erster österreichischer Kaiser, aber auch Großfürst von Siebenbürgen.
Genealogische Forschung geht immer in zwei Richtungen. Vorfahren und Nachkommen. Im Fall von Sternheim haben wir es mit beiden zu tun, und das macht die Sache so interessant.
Zunächst die
Vorfahren. Über Martin Csech, der 60 (!) Jahre lang Beamter war, ist viel bekannt. Er war Königsrichter in Schäßburg und drei Jahre „dienstlos“, wonach er als Administrator des Brooser Stuhls die verlotterte Verwaltung in Ordnung brachte. Das lässt sich im Schriftsteller-Lexikon und anderen Werken nachlesen. Nur seine historischen Schriften müssen noch gefunden werden.
Fast nichts wissen wir hingegen über seinen Vater Jacobus Csech. Er kam als Kaufmann und Witwer aus Bistritz nach Schäßburg, heiratete dort 1722 Sara, geborene Kleisch, Witwe des Kaufmanns Michael Schell. Seine kaufmännische Laufbahn liegt völlig im Dunkeln, er muss früh gestorben sein, aber wann und wo? Auch seine Frau ist bald gestorben, denn Martin Csech wurde schon früh Waise.
Sein Großvater hieß ebenfalls Martin Csech. Er gilt bisher als Stammvater der Csech von Sternheim. Gesichert sind bisher nur Sterbedatum: 16. November 1710 als Pfarrer in Nagybanya (heute Baia Mare), sowie vorher Aufenthalte in Hermannstadt als Glaubensflüchtling aus Eperies und Heirat 1682 mit Maria, einer Jungfrau. Und als Allerältestes: 1669 war zu Eperies in der Klasse der Syntaxisten Martin Czech aus Plaunitz eingeschrieben. Das war ein Dorf in Oberungarn, heute in der Slowakei.
Dem großen Siebmacher-Wappenbuch zufolge flüchtete ein „Csech“ zu Beginn des 30-jährigen Krieges wegen religiöser Verfolgung aus Böhmen nach Oberungarn. Sollte das vielleicht der Vater oder Großvater unseres Martin sein? Es bleibt noch viel zu erforschen.
Und jetzt die
Nachkommen: Das ist noch spannender, weil man hier gleich Kontakt herstellen kann, wenn jemand gefunden wurde. Eine Linie geht beispielsweise von Johanna Regina Csech aus, die mit dem Schäßburger Stadtpfarrer Johann Gottfried
Schenker (1744-1819) verheiratet war. Hier gelangt man über
Wenrich natürlich nicht nur zu
Leicht oder
Ackner, sondern auch zu
Kauntz, Schiffbäumer, Leonhardt, Lingner, Folberth, Heitz, Adleff oder
Schuller, um nur Namen aus der vierten Generation nach dem Schäßburger Bürgermeister Michael Wenrich zu nennen. Die sind einigermaßen erforscht.
Nur andeutungsweise nennt eine Nachfahrentafel aber die Nachkommen des Schäßburger Bürgermeisters Julius
Mätz, der mit Maria Wächter, einer Schenker-Enkelin, verheiratet war. Hier tauchen von den zehn Kindern bisher die Namen
Terplan, Markus, Booth, Broser, Capesius auf. Mit einigen ist schon Verbindung aufgenommen worden, wie auch mit Nachkommen des Pfarrers und Weißkircher Landwirts Michael
Orendi.
Die neueste „Errungenschaft“ an Csech-Nachkommen ist noch am wenigsten erkundet, aber vielversprechend, weil sie von einer Tochter des ersten Sternheim (verheiratet mit dem Rothberger Pfarrer Paul Gottlieb Leonhardt) u.a. auch zum Vorsitzenden der Sektion Genealogie des siebenbürgischen Landeskundevereins, Dr. Christian
Weiß, führt. Offene Stellen gibt es noch bei den Nachkommen des 1828 verstorbenen Mühlbacher Stadtpfarrers Johann Michael
Herbert. Hier gibt es Namen wie
Wendler und
Meister, die bisher nur mit Fragezeichen versehen sind.
Die vielen Namen in diesem Beitrag sollten den einen oder anderen anregen, darüber nachzudenken, ob er nicht auch zu den Nachkommen der Familie von Sternheim gehört. Hier noch einmal die Kontaktadresse: Astrid von Sternheim, Hamburger Straße 1-3, 65760 Eschborn, Telefon: (0 61 96) 95 44 33, E-Mail:
von_sternheim@t-online.de.
Aber vor allem wollen wir zu Familienforschungen insgesamt und zum Kontakt mit anderen Genealogen aufrufen. Die Sektion Genealogie des
Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde in Gundelsheim/Neckar (Schloss Horneck, 74831 Gundelsheim/Neckar) mit ihrer Zeitschrift
Siebenbürgische Familienforschung wünscht sich noch viele Interessenten und Forscherkollegen.
Richard Ackner
(gedruckte Ausgabe: Siebenbürgische Zeitung, Folge 12 vom 31. Juli 2003, Seite 5)
Familientreffen - 200 Jahre Csech von SternheimSeit 200 Jahren gibt es den Namen Csech von Sternheim. Aus Anlass der damaligen Adelsverleihung, laden wir die Nachkommen des
Martin Gottlieb Cesch von Sternheim (1724-1807) für Samstag, den 20. November 2004, zu einer Familienfeier ein. Eine bisher vorliegende Nachfahrentafel enthält viele Namen, deren Träger vielleicht gar nicht wissen, dass sie auch diesen Vorfahren haben. Es sind vor allem Schäßburger Familien. Wer sich in die Nachfahrenreihe einordnen kann, vielleicht selbst Familienforschung betreibt und Interesse an unserem Familientreffen hat, kann sich melden bei Astrid von Sternheim, Hamburger Straße 1-3, 65760 Eschborn, Telefon: (0 61 96) 95 44 33, E-Mail:
von_sternheim@t-online.de. Den Ort des Treffens (vorzugsweise in einem Schloss), geben wir noch rechtzeitig bekannt.
Brigitte von Sternheim
(gedruckte Ausgabe: Siebenbürgische Zeitung, Folge 9 vom 31. Mai 2003, Seite 23)
Artikel wurde bis jetzt noch nicht kommentiert.