Die rumänische Tageszeitung
Adevarul enthüllte am 29. Juli, dass Hildegard Puwak im Handelsregister als Geschäftsführerin einer Firma, die ihrem Mann gehört, figuriert, Zudem hätten die beiden Firmen ihres Mannes und die Firma ihres Sohnes über das "Leonardo da Vinci"-Programm Zugang zu EU-Geldern in Höhe von über 150 000 Euro gehabt. Eine andere überregionale Zeitung kommentierte: Die Ministerin habe die europäische Integration Rumäniens offenbar im umgekehrten Sinne angepackt und zunächst europäische Gelder in ihre Familienbetriebe integriert. Die Demokratische und die Nationalliberale Partei forderten die Entlassung der Ministerin.
Hildegard Puwak stellte klar, dass sie seit drei Jahren nicht mehr Verwalterin der Firma ihres Mannes sei. Laut jüngster rumänischer Gesetzgebung sind politische Ämter und die Mitwirkung in Aufsichtsräten von wirtschaftlichen Unternehmen unvereinbar. Die Ministerin bestritt, dass ein Interessenkonflikt bezüglich der Verteilung von Fördergeldern der Europäischen Union bestehe, meldet die
Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien. Die drei Firmen ihrer Familienangehörigen seien zwar in den Genuss von EU-Fördergelder gekommen, die Bewerbungen seien jedoch eingereicht worden, bevor sie ihr Ministeramt angetreten habe. Puwak erklärte, dass die Bewerbungen bei derartigen Ausschreibungen von unabhängigen Experten, nach Kriterien der EU bewertet werden, von denen es keinerlei Abstriche gebe.
Puwak ist Vizevorsitzende der regierenden Sozialdemokratischen Partei (PSD). Sie stammt aus Reschitza, ist mit dem Sohn des Jagdschriftstellers Josef Puwak verheiratet und Mitglied des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien.
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