Der Rückgang ist auf die restriktive Aufnahmepraxis gegenüber deutschen Aussiedlern aus Rumänien zurückzuführen. Aber auch die gesamte Zahl der nach der Einreise registrierten Spätaussiedler und ihrer mit nach Deutschland eingereisten Angehörigen ist im Jahr 2003 erneut stark gesunken. Mit gut 72 000 Personen (Vorjahr 91 416), die zu 99 Prozent aus der ehemaligen Sowjetunion zuziehen, wurde ein Rückgang von rund 20 Prozent verzeichnet. Angaben des Aussiedlerbeauftragten der Bundesregierung, Jochen Welt (SPD), zufolge sei die Zahl der Aufnahmenanträge sogar um rund 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken (66 833 zu rund 46 000). Der Aussiedlerbeauftragte nutzte die aktuelle Statistik, um abermals für ein neues Zuwanderungsgesetz zu werben. Mit dem Zuwanderungsgesetz würden sich die Integrationsvoraussetzungen deutlich verbessern, beispielsweise durch Erweiterung der Personen, die einen Anspruch auf Sprachkurse haben, erklärte Welt. Der SPD-Politiker warnte vor dem „sozialen Sprengstoff“, den verschärfte Integrationsprobleme jugendlicher Aussiedler in sich bergen. Die Meinung, wonach jugendliche Aussiedler besonders anfällig seien für Drogenkonsum und Kriminalität, die auch Jochen Welt vertritt, wird allerdings durch empirische Studien widerlegt.
sb
(gedruckte Ausgabe: Siebenbürgische Zeitung, Folge 1 vom 20. Januar 2004, Seite 1)
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