Zu einem wissenschaftlichen Kolloquium über Geopolitik und Minderheitenliteratur im mittel- und osteuropäischen Raum hatte der Fremdsprachenlehrstuhl der Universität Paris XII vom 4. bis 6. März mehrere Forscher aus Frankreich, Deutschland, Ungarn, Rumänien und Russland eingeladen.
Auf der von Prof. Dr. Anita Zumpe (Paris) in Zusammenarbeit mit Dr. Peter Motzan und Dr. Stefan Sienerth vom
Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (München) veranstalteten Tagung wurde, so die Programmanzeige, „die Literatur und die Geschichte der drei bedeutendsten, noch existierenden deutschen Minderheiten in den mittel- und osteuropäischen Ländern – Rumänien, Ungarn und der ehemaligen UdSSR“ thematisiert. Ziel des Kolloquiums war es, deutschkundigen französischen Studenten und Interessenten einen „Gesamtüberblick“ über die Literaturentwicklung dieser drei Minderheiten zu bieten. Über die deutschsprachige Literatur in und aus Rumänien referierten neben Peter Motzan und Stefan Sienerth auch die Germanistikprofessoren Dr. George Gutu (Bukarest) und Andrei Corbea-Hoisie (Jassy) sowie Axel Barner, zurzeit Studienrat am Internationalen Gymnasium in Saint Germain-en-Laye. Zu den Schwerpunkten des Kolloquiums gehörte auch die Diskussion über den Fragenkreis „Heimat, Identität, Sprache“. Anregungen dazu lieferte besonders ein Vortrag von Richard Wagner (Berlin) über „Sprachdesaster und Identitätsfalle. Der Schriftsteller als Rumäniendeutscher“.
Die Veranstalter des wissenschaftlichen Symposiums beabsichtigen, die auf der Pariser Tagung präsentierten Referate in einem Sammelband herauszugeben, der voraussichtlich 2005 im Verlag des
Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) erscheinen wird.
(gedruckte Ausgabe: Siebenbürgische Zeitung, Folge 5 vom 31. März 2004, Seite 8)
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