Der siebenbürgisch-deutsche Lyriker und Prosaautor Dieter Schlesak liest am Donnerstag, dem 15. November, 19.00 Uhr, im Münchner Haus des Deutschen Ostens (HDO) aus seinem kürzlich erschienenen Roman "Der Verweser" und anderen Werken.
Schriftsteller sind Seismographen des Zeitgeistes, Beobachter mentaler Erschütterungen, manchmal sogar Propheten. Nach der ersten Metamorphose vor über zehn Jahren, die im Osten stattfand und auch den Westen veränderte, blieb vorerst der Okzident verschont, stand sogar als „Sieger“ da, so Dieter Schlesak; doch ein zweiter Schock am 11. September 2001 erzwingt nun eine radikale Veränderung unserer Wirklichkeit.
Dieter Schlesak hat seit seinem Roman
Weisse Gegen. Fühlt die Gewalt in diesem Traum und seinem Roman
Vaterlandstage. Oder die Kunst des Verschwindens, einer Trilogie zur Ost-Revolte und zur posttotalitären Zeit, immer wieder historische Katastrophen, Diktaturen und Revolutionen, aber auch die als lebensbedrohlich empfundenen Auswirkungen des westlichen Lebensstils literarisch gestaltet, über Umkehr und „Notwende“ nachgedacht.
Schlesak liest in München aus eben erschienenen und älteren Werken, die durch den Krieg in Afghanistan äußerst aktuell geworden sind:
Wenn die Dinge aus dem Namen fallen,
Tunneleffekt,
Der Verweser und
Romans Netz.
Dieter Schlesak wurde am 7. August 1934 in Schäßburg in Siebenbürgen geboren, übersiedelte 1969 aus Bukarest in den Westen und lebt in Stuttgart und Camaiore/Lucca in der Toskana (Italien). Er hat zahlreiche Gedichtbände, Essays und Prosaarbeiten veröffentlicht, ist Mitglied des P.E.N. und wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, zuletzt, am 8. November 2001, mit der Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung.
Das Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, ist mit allen Münchner S-Bahnen über die Haltestelle "Rosenheimer Platz" zu erreichen.
Links zu Dieter Schlesak:
http://geocities.com/transsylvania/ oder
www.dieterschlesak.de/
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