13 in- und ausländischen Instituten haben kürzlich den Trägerverein des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas in München gegründet. Damit wird in besonderer Weise der Kulturkonzeption des Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien, Staatsminister Prof. Dr. Nida-Rümelin, entsprochen, die Wissenschafts- und Kulturförderung aus seinem Hause zu internationalisieren, zu professionalisieren und zu modernisieren.
Das Institut wird mit Bundesmitteln institutionell gefördert und sieht seine Hauptaufgaben in der Erforschung der deutschen Literatur und Sprache sowie der deutschen Geschichte im Beziehungsgeflecht der multiethnischen Regionen Südosteuropas, insbesondere in den Staaten Rumänien, Ungarn, Kroatien, Jugoslawien, Slowakei, Slowenien und Ukraine. Das Institut unterstützt die Herausgabe wissenschaftlicher Arbeiten und fördert den nationalen und internationalen wissenschaftlichen Diskurs durch gemeinsame Forschungsprojekte, Veranstaltungen und entsprechende Publikationen, wie es die soeben verabschiedete Institutsatzung festlegt.
Am 17. November 2001 ist in München das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas e. V. (IKGS), der Trägerverein des gleichnamigen Instituts, gegründet worden. 13 Institutionen aus fünf Ländern (Ungarn, Rumänien, Jugoslawien, Österreich, Deutschland) bringen sich in die neue Trägerkonstruktion ein. Hierzu erklärte die Direktorin des Instituts, die Historikerin
Dr. Krista Zach, gegenüber der Presse: „Die in der Konzeption des Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien (BKM) vom 20. September 2000 dargestellten Kriterien werden mit der Neugründung des Instituts, das bisher vom Südostdeutschen Kulturwerk getragen wurde, umgesetzt. Das Interesse unserer Nachbarn an der deutschen Kulturgeschichte ist groß. Das spiegelt sich auch in der Gründungsversammlung wider. Das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas setzt in europäischer Perspektive seine Arbeit fort."
In die Gründungsversammlung wurden Mitglieder, d. h. Universitäten und Forschungsinstitute, aufgenommen, mit denen bereits in der Vergangenheit besonders erfolgreich zusammengearbeitet wurde: die
Universität Bukarest (dessen Institut für Germanistik von Prof. Dr. George Gutu vertreten wird), auf die von Prof. Dr. Paul Niedermeier vertretene
Rumänische Akademie, die
Universität Budapest (dessen Institut für Germanistik von Prof. Dr. Ferenc Szász vertreten wird) und auf die
Universität Belgrad, die sich mit dem Institut für Germanistik (Prof. Zoran Ziletic) einbringt.
Der Konzeption des Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien zufolge - so Frau Krista Zach weiter - wird eine Anbindung an die
Universität München, an der die beiden Kollegen, die Germanisten Dr. Peter Motzan und Dr. Stefan Sienerth mit Lehraufträgen wirkten, angestrebt. Deshalb begrüße sie es, dass die Universität München durch das Institut für Romanische Philologie (Prof. Dr. Thomas Krefeld) an der Gründung ebenfalls mitgewirkt hätte.
Die weiteren Gründungsmitglieder sind das
Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde (Prof. Dr. Horst Förster / Universität Tübingen), die
Südostdeutsche Historische Kommission e.V. (Prof. Dr. Harald Heppner / Universität Graz), die Stiftung Martin-Opitz-Bibliothek in Herne (Dr. Wolfgang Kessler), das
Institut für Germanistik der Universität Erlangen-Nürnberg (Prof. Dr. Jürgen Lehmann), der
Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde e.V. / Siebenbürgen-Institut (Dr. Harald Roth / Heidelberg) sowie das
Deutsche Kulturforum östliches Europa e.V. in Potsdam (Dr. Hanna Nogossek). Die Kontinuität zum bisherigen Träger des Instituts, dem
Südostdeutschen Kulturwerk e.V., ist dadurch gewährleistet, dass dieses durch den ersten Vorsitzenden Franz Hutterer bei der Gründungsveranstaltung vertreten war. Das Südostdeutsche Kulturwerk wurde 1951 gegründet und rief 1998 das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas ins Leben, das kürzlich einen neuen Trägerverein (unter dem gleichen Namen, mit dem Zusatz e.V.) erhielt.
Dr. Krista Zach wird als geschäftsführendes Vorstandsmitglied die Leitung des Instituts übernehmen. Ihr zur Seite stehen im Vorstand Prof. Dr. Thomas Krefeld von der Universität München, Franz Hutterer vom Südostdeutschen Kulturwerk e. V. sowie Dr. Peter Motzan, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts.
Kontaktadresse: Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas
Halskestraße 15, D-81379 München
Tel.: 089/783744; Fax: 089/7851190
E-Mail:
sokw@sokw.deInternet:
www.sokw.deArtikel zu ähnlichen Themen:
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