9. November 2011
SJD-Bundesjugendleiter Elmar Wolff begrüßt die Festgäste zur Jubiläumsfeier. Fotos: Christian Schoger
„Alle zusammen bilden wir eine starke Gemeinschaft!“, stellte Elmar Wolff in seiner kurzen Ansprache fest. Seine Botschaft untermauerte der seit Oktober 2010 amtierende 28-jährige Bundesjugendleiter mit der Zahl von derzeit mehr als 560 Mitgliedern, aber auch mit dem vielfältigen Veranstaltungsangebot. Um das Interesse weiterer Jugendlicher zu wecken und noch mehr Mitglieder zu gewinnen wolle man in Hinkunft mehr Veranstaltungen „für die ganz Kleinen unter uns anbieten, unsere Zusammenarbeit mit den Verbänden aus den anderen Ländern vertiefen“. Der Zusammenhalt der siebenbürgischen Jugend solle weiter verstärkt werden. „Wir sind modern und zeitgemäß, ohne mit den Traditionen zu brechen. Wir wollen die siebenbürgischen Jugendlichen, die in ganz Deutschland verstreut sind, wieder zusammenführen. Und deswegen gehört die Freizeitgestaltung bei uns genauso dazu wie die Heimatkunde!“, formulierte Wolff gleichsam als Credo. Nach seiner Empfehlung der 86-seitigen Festschrift „Ich gehör’ dazu! Du auch? Jung gewesen – Jung sein – Jung bleiben. 25 Jahre erfolgreiche Jugendarbeit der Siebenbürgisch-Sächsischen Jugend in Deutschland (SJD)“ dankte der SJD-Bundesjugendleiter den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern aus den Bundes- und Landesjugendleitungen („Ihr seid spitze und es ist unglaublich, wie ihr euch für die SJD engagiert – und das alles neben Schule, Studium oder Beruf!“).
Geburtstagstorte für die SJD
Der DJO-Landesvorsitzende von Baden-Württemberg, Hartmut Liebscher, würdigte „die seit vielen Jahren guten Verbindungen zur SJD Baden-Württemberg“ und nannte beispielhaft die gemeinsam veröffentlichte CD „Deutsche Volkstänze aus Siebenbürgen“. Die SJD beweise, dass es heute noch möglich sei, Jugend für Tracht und Volkstanz zu begeistern. Als Gastgeschenk zum Jubiläum verkündete Liebscher, dass dem Sieger des diesjährigen Volkstanzwettbewerbes ein freies Wochenende in der DJO-Jugendbildungsstätte in Bad Herrenalb winke.
Die Kindertanzgruppe Heilbronn trat unter der Leitung von Astrid Kelp auf.
Der Ehrenvorsitzende des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland erinnerte an die 1986 auf dem Verbandstag in Geretsried erfolgte Gründung der SJD „als Jugendorganisation der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland“, die dadurch eine Gliederung unseres Verbandes wurde. Siebenbürgisch-Sächsische Jugendgruppen und Jugendlager habe es freilich schon viel früher gegeben. Die Anfänge der Jugendarbeit reichten in die 1950er Jahre zurück. Nachdem ihre Intensität ab Mitte der 60er Jahre abgenommen habe, sei erst Ende der 70er Jahren ein erfolgreicher Neuanfang gelungen. Seit 33 Jahren würden Jugendliche „gezielt angesprochen, zusammengeführt, in Tagungen und Schulungen informiert und ausgebildet“, Jugendleiter- und Tanzleitertagungen sowie Tanzwettbewerbe abgehalten und Öffentlichkeitsarbeit betrieben.
Gleichgesinnte Generationen, der Jugendarbeit verpflichtet: SJD-Bundesjugendleiter Elmar Wolff beim Händedruck mit dem Ehrenvorsitzenden Dr. Wolfgang Bonfert.
Bonfert erwähnte u. a. die Initiierung (von Robert Gassner) der Internationalen Siebenbürgisch-Sächsischen Jugendlager (spätere Föderationsjugendlager). Nach der Wende in Rumänien im Dezember 1989 habe die SJD umgehend Kontakt mit den Vertretern der Demokratischen Foren in Siebenbürgen aufgenommen und 1990 im Auftrag des Sozialwerkes der Siebenbürger Sachsen und des Bundesinnenministeriums Hilfstransporte durchgeführt. Das oberste Organ der SJD, die in dreijährigem Turnus stattfindenden Jungsachsentage, erörtere grundsätzliche Fragen und fasse richtungweisende Beschlüsse. Wie der Festredner betonte, falle es auf, dass „viele Namen später häufig in Verbindung mit ehrenamtlichen Positionen in anderen Gremien unserer Gemeinschaft wiederkehren, ein Zeichen dafür, dass die Tätigkeit in der Jugendarbeit offensichtlich prägend auf die Einstellung zu den Aufgaben dieser Gemeinschaft wirkt.“ Dr. Wolfgang Bonfert wünschte der SJD eine „gute Weiterentwicklung“ und formulierte „für die Zukunft der Jugendarbeit und damit für den Bestand unserer siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft sowie zur Sicherung des kulturellen und geschichtlichen Erbes“ die Hoffnung, „dass Menschen siebenbürgisch-sächsischer Herkunft, aber auch andere, die an unseren Zielsetzungen und Aufgaben interessiert sind, für die Mitarbeit bei uns gewonnen werden können“.
25 Jahre Siebenbürgisch-Sächsische Jugend in Deutschland (SJD): Beim großen Finale der Festveranstaltung in Bad Rappenau singt die SJD-Bundesjugendleitung gemeinsam in Mundart.
Die Festveranstaltung schloss mit einem großen Finale: Elmar Wolff rief die Bundesjugendleitung zu sich auf die Bühne. Geschlossen angetreten, sang das Team mit Akkordeonbegleitung das Mundartlied „Wä deng Hor äm Wängd“. Der siebenbürgisch-sächsische Liedtext war auf dem Mundartseminar der SJD 2009 in Pfungstadt zur Melodie des Schlagers der „Klostertaler“, „Wie a Blatt im Wind“, geschrieben worden. Der begeisterte Applaus des Publikums belohnte den mitreißenden Auftritt.
Christian Schoger
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