20. September 2010
Die Singgruppe vor dem Eingang des Staatsministeriums Stuttgart.
Am nächsten Tag (7. September) erlaubte das regnerische und kalte Wetter keinen Besuch des zoologisch-botanischen Gartens Wilhelma und auch keinen Stadtrundgang durch Stuttgart. Die Gruppe besuchte daher vormittags das Schloss „Solitude“, ein Lust- und Jagdschloss Herzog Carl Eugens von Württemberg aus dem 18. Jahrhundert. Dabei vermittelte der Schlossführer Wissenswertes zur Person des Herzogs Carl Eugen (er soll über 300 Kinder gezeugt haben) und zur Kulturgeschichte. So wurde die Herkunft der Redewendungen „Alles in Butter?“ und „Etwas ist durch die Lappen gegangen“ erklärt. Nach einem schmackhaften Mittagessen in den Nebenräumen der Pauluskirche Zuffenhausen, von den Mitgliedern der Kreisgruppe Stuttgart Gerhild Reip und Agneta Teutschlender zusammen mit Frau Bühler (ehemals Scharosch), Messnerin, gut organisiert, folgte in der Kirche der Auftritt der Singgruppe. Es war auch hier ein Genuss, die Sängerinnen und Sänger anzuhören, die vertrauten sächsischen Lieder wie z.B. „De Kirschen blän en asem Guerten“, „Brännchen um gränen Rien“ und vor allem das vom Quartett Helga Maiterth, Rose Henrich, Helga Pitters und Ileana Constantiniu gesungene „Wäjeliedchen“ von Grete Lienerth-Zultner zu hören und in Gedanken mitzusummen. Aber auch das rumänische Volkslied „De-ar fi mândra-n deal la cruce“ kam sehr gut an. Pfarrer i.R. Walther Seidner ergötzte das Publikum mit nachdenklich-heiteren Einlagen. Vor Abschluss des Abends las er in der Kirche den Psalm 103 in sächsischer Sprache, sprach das Vaterunser und erteilte den Segen auf Siebenbürgisch-Sächsisch. Der Chor der Kreisgruppe Stuttgart unter der Leitung von Ilse Abraham ergänzte das Programm der Hermannstädter. Dabei fiel die Einheitlichkeit der Aussprache, die Genauigkeit der Interpretation der Lieder und die Ausgewogenheit der vier Stimmen auf. Von den neun dargebotenen Musikstücken gefielen insbesondere „Treue zur Heimat (Gern denk ich zurück)“, „De Astern“, „Sälwerfäddem“, „Zeisken huet ein klinzich Näst“ und „Freunde, die ihr seid gekommen“. Zum Ausklang des Abends sangen die beiden Chöre und die ca. 150 Zuhörer gemeinsam das Lied „Af deser Ierd“. Auf Vorschlag und Bitte aus dem Publikum wurde zuletzt das „Siebenbürgenlied“ gesungen. Der Landesvorsitzende Alfred Mrass dankte allen, die zum Gelingen des Abends beigetragen hatten. Besonders herzlich dankte er den neun Gastgebern aus Stuttgart, deren Bereitschaft, die Sängerinnen und Sänger unterzubringen, diese Reise erst möglich gemacht hat. Julius Henning aus Pforzheim wurde für sein finanzielles Engagement zu Gunsten der Singgruppe Sälwerfäddem Dank ausgesprochen.
Die Singgruppe bei ihrem Auftritt in der Pauluskirche Stuttgart-Zuffenhausen.
Am Morgen des 8. September wurde die Gruppe in Zuffenhausen von Agneta Teutschlender verabschiedet. Die Konzertreise 2010 führte sie weiter nach Dinkelsbühl. Der Besuch der Hermannstädter Singruppe „Sälwerfäddem“ und deren Aufnahme und Betreuung durch den Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland und durch Siebenbürger Sachsen als Gastgeber fügt sich in die Bemühungen unseres Verbandes ein, die Kontakte zwischen hüben und drüben zu intensivieren, den Zusammenhalt und die Einheit unseres Völkchens zu festigen. Dieses Ziel verfolgten auch die Gäste aus Hermannstadt, deren Sprecher Walther Seidner von einem Besuch der „Unteren Nachbarschaft“ bei der „Oberen Nachbarschaft“ sprach. Mögen solche Besuche in den kommenden Jahren verstärkt stattfinden.
Alfred Mrass
Schlagworte: Stuttgart, Konzert, Siebenbürgen
4 Bewertungen: ![]()
Artikel wurde bis jetzt noch nicht kommentiert.
Zum Kommentieren loggen Sie sich bitte in dem LogIn-Feld oben ein oder registrieren Sie sich.
Schmökern und recherchieren im Archiv der SbZ von 1950-2010.