14. März 2011
Marienburg, Tuschezeichn ung von Károly Szöcs, 1973
Die beigefügte Tuschzeichnung habe ich im Sommer 1973 gemacht. Als ich später, im Frühling 2000, die Marienburg (besser gesagt: was davon übrig geblieben ist) fotografisch festhielt, ergab sich für mich die Möglichkeit, ihren Untergang zu dokumentieren.
Mönchsdorf, Foto, 2009Die Frage der Restaurierung scheint für die Behörden meist eine Frage der Finanzierung zu sein. Vor das Geld sollten aber historische, kulturelle, künstlerische und ästhetische Kenntnisse bzw. Überlegungen gesetzt werden.
Ich habe mir vor der 900 Jahre alten Kirche von Mönchsdorf die Frage gestellt: Wie würde in Rom das Kolosseum glatt verputzt und weiß getüncht aussehen? Das beigefügte Foto zeigt die Kirche in Mönchsdorf heute, nach so genannter Restaurierung. Es hat mich deprimiert, da ich auch die Kirche auch von alten Aufnahmen kenne.
Das Bild verdeutlicht, wie die weiße Hälfte des Gebäudes (rechts im Bild) ihres historischen Charakters beraubt worden ist.
Es wären noch kurz ein paar Worte über die Dromologie zu sagen. Der Begriff wurde von Paul Virilio (geboren 1932) geprägt (alt-griechisch: dromos: Weg, Bahn; logos: Lehre, Wissenschaft). Der französische Philosoph sagt, dass die Geschwindigkeit den Raum zerstört und die Zeit komprimiert. Es ist ein verhängnisvolles Phänomen des 20. Jahrhunderts. Ich zögere nicht, hierzu meine Zustimmung zum Ausdruck zu bringen. Ja, mehr noch: Im großen Rennen (um ... wer weiß wonach?) bleibt uns keine Zeit, um unsere schönen Ruinen auch nur eines flüchtigen Blickes zu würdigen.
Károly Szöcs
Schlagworte: Kulturerbe, Denkmalpflege
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